Guten Morgen,
hier geht es ja drunter und drüber.
Zum Projekt kann ich wenig sagen, ich bin bereits volljährig und daher nicht die Zielgruppe.
Dennoch fällt mir auf, dass ich so einen bunten Hund neulich mal verkauft habe. Und wenn ich lange nachdenke: als Kind hätte mir der auch nicht gefallen.
Wenn ich noch länger nachdenke: als absoluter Anfänger ungetauft und ohne jegliches Vorbild und Ziel würde ich vom Unterricht tatsächlich den Standard (wer oder was das auch immer ist) erwarten. Erfahrungsgemäß entwickelt man sich später weiter und kann sie immer noch spezialisieren, man munkelt, der verstorbene Dom F. habe 39 Jahre lang traditional gespielt und dann alles über den Haufen geworfen.
Wenn ich allerdings schon eine Idee habe, wo es hin gehen soll, dann macht es einerseits dennoch Sinn, auch mal etwas anderes zu lernen, andererseits aber auch und gerade, das Ziel nicht nur im Auge, sondern auch im Übeplan zu haben.
Will ich Marching-Trommler werden, macht der Doublé-Bouillabaise-Kurs bei Speedy-Pedalo nur peripher Sinn.
Will ich im Sinn-for-nie-Orchester spielen, wäre der Rundkurs über der, die und das Tom zwar gut, aber nicht so das Allerdringenste.
Will ich in der Jazz-Combo das Fell kehren, bringt mich die Etüde mit der Triangel vielleicht auch nicht so richtig viel weiter.
Will ich Drum-Set bei Roland Kaiser spielen, brauche ich kein Schlagzeug (da reicht Roland).
Das mit der Charley ohne Fuß finde ich merkwürdig.
Man kann das so machen, ich bin ein Freund der vier Gliedmaßen. Und ich sehe den linken Fuß auch nicht als Abstellgewicht, ich fahre ja keine Automatik (beim Schlagzeug!). Mein erster Beat wäre wohl Ride auf allen Vieren, Bertha auf Eins und Drei, Klara auf Zwei und Vier und dazu die Charley auch auf Zwei und Vier, dann hätten wir direkt schon mal das Tor für den Jazz geöffnet. Danach können wir mal überlegen, ob man mich kreuzweise oder auch nicht kann.
Ich habe erst kurz vor der Volljährigkeit angefangen und gehöre wohl zu den 1 %.
Das heißt nicht, dass ich es nicht anders kann. Ich mag es einfach nicht, diesen traditionellen Unfug nachzumachen, bloß weil es alle machen und manche sogar glauben, es wäre sowieso besser. Viele ältere Spieler machen vieles so, weil sie es schon immer so gemacht haben. Das ist der wahre Grund.
Manche haben dazu gelernt und können auch anders (Steve S. ist so ein Schelm), manche haben alte Zöpfe in die Tonne geworfen (Ian P. spielte früher auch mal traditionell), Dom F. hatte sich sogar an dem jungen Claus H. orientiert, der Alte lernt vom Jungen - ein Wahnsinn.
Letztendlich halte ich es mit Goldenberg: es interessiert keine Sau, wie ich etwas spiele,
den Dirigenten interessiert nur, wie es am Ende klingt.
Alles andere ist dogmatisches Gewäsch, auch von denen, die behaupten, bei "open handed" müsse man das Rhythmus-Becken zwingend nach Links hängen.
Immer schön Gesetze und Zwänge erfinden, Hauptsache einschränken. Metal muss trve sein.
Bullshit.
Und um auf die "Musikschule" (mich wundert, dass darüber noch keiner ein Fass aufgemacht hat, Definition und so ...) zurück zu kommen: erlaubt ist, was gefällt und wenn der Kunde kommt, ist alles richtig, ansonsten kann man ja das ein oder andere überdenken, es ist ja nicht aller Tage Abend und Musik lebt ja auch mal von Abwechslung, Tapetenwechsel und neuen Ideen, daher: einfach weiter machen.
Grüße
Jürgen