Hallo,
die Frage nach dem Realitätsgrad von künstlerischen Werken ist stets ein bisschen müßig, denn es gibt ja Reportagen und Berichte, die auch schon offensichtlich Tendenzen aufweisen. Und dass man keiner Statistik trauen soll, ist auch nichts neues.
Zumal ja jeder true-crime-Experte weiß oder wissen sollte, dass die Dunkelziffer oftmals Dinge verbirgt, die man in seinen kühnsten Träumen nicht zu glauben bereit ist.
Ich erinnere mich an einen Fall, wo mehrere Sonderkommissionen und fast noch mehr Hobby-Profiler tätig waren, mit Bürgerinitiative, Wiederaufnahmeverfahren, wilder DNA-Trugspur, falschen Verdächtigen, das volle Programm des Irrsinns und ein Dorf wurde scheinbar auf den Kopf gestellt, der Fall ist aber dennoch nicht gelöst.
Bei der intensiven Suche hat sich aber letztendlich herausgestellt, dass im Umfeld der Geschädigten praktisch an jeder Straßenecke ein Verdächtiger im Hinblick auf Kindesmissbrauch wohnte bis hin zum eigenen Bekannten- und Verwandtenkreis.
Man muss nicht Musiker und Hochschulen bemühen, man kann einfach mal vor der eigenen Tür kehren und die Verwandtschaft und sein Dorf auseinandernehmen.
Selbst dem naivsten Trottel sind in seinem Leben Menschen begegnet, wo man im Nachhinein oder mit mehr Erfahrung und vielleicht sogar Fachwissen erkennen hätte können, das da etwas sehr merkwürdig ist.
Und ja, es fängt bei vermeintlich harmlosen Späßen an. Wenn Herr L. nicht die Fähigkeit besitzt, zwischen Probenkeller unter besoffenen Altherren und einem Lehrbetrieb zu unterscheiden hinsichtlich seiner Wortwahl, dann ist er meines Erachtens zu recht nicht im Lehrbetrieb.
Und dass es überall, wo Macht herrscht und geschlossene Gesellschaften vorhanden sind, es auch die passenden Täter ihren Platz finden, ist systemimmanent.
Grüße
Jürgen