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Laberbear

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881

Donnerstag, 27. Dezember 2018, 01:23

Nach den ganzen hilfreichen Posts hier hab ich mir auch ein Podest gebaut.
19mm MDF, 9.9cm² Sylomer Pads von RRG (berechnet mit V-Drum Tips Calculator Spreadsheet) und Teppich obenrauf.
Auf dem Podest steht nur das Drumset selber, der Hocker und Ich sind nicht drauf.

Sieht wesentlich sauberer aus als einfach n loser Teppich aufm Boden.

Wie gut das ganze funktioniert kann ich nicht einschätzen, im Raum selber höre ich keinen Unterschied (habe ich aber auch nicht erwartet).
Die Nachbarin über mir (weswegen ich mir den ganzen Spaß gegönnt hab) hasst mich und meine Freundin sowieso, weswegen ein freundlicher Vergleichstet leider nicht möglich ist.
Allerdings hat seitdem niemand mehr wütend an meine Tür geklopft.

Noch ein kleiner Disclaimer, habe mir ebenfalls 2 Roland NE-10 und 7 Roland NE-1 geholt sowie den Drum-Tec Silent Beater, die sicherlich auch noch ein wenig abfangen.


Werde beizeiten mal bei Getzner anrufen und fragen wie sich genau der Formfaktor auf die Entkopplung auswirkt. Mit meinem 9.9cm x 9.9cm x 2,5cm Pads bin ich nämlich schon bei nem Formfaktor von 0.99 angekommen.
Die Änderungen im Elastizitätsmodul und Eigenfrequenz sind laut Datenblatt da definitiv schon erheblich und niedrigere Eigenfrequenz kann sich ja für unsere Zwecke eigentlich nur gut auswirkungen.

Ahanu

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882

Freitag, 29. März 2019, 12:41

Sylomer "Mini" Podest 100x75cm

Ich habe mir auch ein Sylomer-Podest gebaut. Danke an alle die hier in diesem hilfreichen Thread mitgepostet haben. Allen voran Renegade.

Kosten: 33 €

Holzplatte: 5€ (2cm Dick. 100x75 cm)
Filz: 9€
Sylomer: 19€ (wobei ich davon nur ein Viertel verwendet hab)

Da ich zur Zeit in einer Einzimmer Wohnung lebe wollte ich mein Übungsset so klein wie möglich halten.
Auf dem 100x75 Podest steht jetzt mein Yamaha DTX Hybrid Extension Pack + hh65 Hi-Hat Controler + KU100 Silent Kick. Also zur Zeit verwende ich nur Bassdrum, Hihat (XP 70 + hh65), Snare (XP100SD) und eine Tom (XP 70)

Bei Bedarf kann ich alles auf dem Podest zusammen legen und unters Bett schieben. Perfekte Lösung für mich!

An alle die überlegen sich so ein Podest zu bauen und sich aber nicht ganz sicher sind.... Macht es!!!! Super easy, billig und schnell getan. Um wieviel es den Körperschall jetzt tatsächlich mindert ist natürlich schwer zu sagen aber das etwas bringt ist mithilfe zb der i-NVH APP deutlich zu sehen. Diese misst die Vibration und lässt sich so fein einstellen dass sogar nur ein leises Tippen mit den Fingerkuppen angezeigt wird. Sehr zu empfehlen!!
Und abgesehen davon schaut es einfach viel besser aus als ohne Podest!
Ich bin aus Wien und konnte alle Bestandteile noch am selben Tag besorgen und zusammen bauen. Also denkt nicht 2 mal drüber nach :)
Hier ein Paar Fotos:
»Ahanu« hat folgende Dateien angehängt:

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Ahanu« (29. März 2019, 12:54)


Ahanu

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883

Freitag, 29. März 2019, 12:47

und hier mein "lautloses" Kick Pedal. Mithilfe eines Yamaha Triggers zwischen 2 Sylomer Schichten umgeben von Filz ist das nahezu geräuschlos!
»Ahanu« hat folgende Datei angehängt:

m4ster

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Registrierungsdatum: 25. Oktober 2009

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884

Mittwoch, 3. April 2019, 11:09

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei meinen Keller für ein A-Schlagzeug zu dämmen. Hierbei bin ich natürlich auf diesen Thread und die vielen Tipps/Infos gestoßen.
Eventuell (auch wenn hier der E-Drum Bereich ist) könnt ihr mir weiterhelfen.
Nun zu meiner Situation:

Ich wohne in einem 3-Parteienhaus mit Keller. Natürlich habe ich das A-Set in unseren Keller (direkt unter meiner Wohnung) zum üben gestellt.
Erster Versuch ohne eine Dämmung war doch sehr erschreckend. In meiner Wohnung hört man das Schlagzeug exakt wie im Keller mit einer vll. minimalen Dämpfung.
Mit einer Handyapp hab ich mal ne Schallmessung gemacht um vorher/nachher Zustände dokumentieren zu können. Eingangsmessung sind ca.50db +-3db

Maßnahmen um dies zu verbessern waren dann:
4cm Verbundschaumstoff für die kellerfenster
Bodenspalt der Türe abgedichtet
OSB Podest 1,5m x 1,5m x 2,5cm mit 10cm langen Rohrisolierungen als Füße
Betonplatten auf den Lichtschachtgittern

Zuerst hatte ich den Eindruck, dass das meiste von draußen über die Lichschächte kommt. Was aber nun nicht mehr der Fall ist, draußen kommt es gefühlt
leiser aus dem Lichtschacht, als direkt in der Wohnung.
Dann bin ich zum Trittschall übergegangen... hierbei auch keinen hörbaren Unterschied mit Podest oder ohne.

Test mit Hifi Anlage bzw. Nachbarin als Versuchstrommlerin ergab, dass man sogar im ersten Stock die Musik/Trommeln genau definieren kann, natürlich etwas leiser als bei mir in der Wohnung.
Es ist durch ein Gutachten bekannt, das es Schallbrücken im Haus zwischen den z.B. Badezimmern gibt.
Bedeutet das der Luftschall in Körperschall umgewandelt wird und sich überall im Haus verteilt? Ich dachte immer, dass man so eine massive Betonwand/-decke nicht einfach mit Luftschall anregen kann.

Es gibt auch einen Heizkörper im Kellerraum mit nicht isolierten Rohren... könnte das der (Mit-)Verursacher sein?

Ich hoffe auf eure Expertise

Danke

Nick74

aka Martin6

  • »Nick74« ist männlich

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885

Mittwoch, 3. April 2019, 11:40

meinen Keller für ein A-Schlagzeug zu dämmen
Also bzgl. der Dämmung von Luftschall (der im Fall eines lauten Schlagzeugs natürlich auch beträchtlich ins umgebende Material geht und dann als Körperschall weitergeleitet wird) hilft quasi nur ein dicker "Damm" (= Barriere), was vor allem schwer anregbares, dichtes Material (wie dicke Beton-Wände) ist (z.B. Raum-in-Raum-Bauweise). Die andere Methode sind entkoppelte, frei schwingende Sound-Kabinen, was natürlich kostspieliger Akustikbau ist (das sollte schon auf Profi-Niveau stattfinden, sonst ist da evtl ein einziger Nagel oder sonstwas schuld an der Fehlfunktion).

Nick74

aka Martin6

  • »Nick74« ist männlich

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886

Mittwoch, 3. April 2019, 11:58

Ich dachte immer, dass man so eine massive Betonwand/-decke nicht einfach mit Luftschall anregen kann.
Normale Beton-Wände/Decken reichen nicht, weswegen man bei Raum-In-Raum-Bau heftig aufstockt. Warum funzen Bunker so gut?: wegen der meterdicken Betonschichten ;)

m4ster

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887

Mittwoch, 3. April 2019, 12:32

Ist die Raum in Raum Konstruktion wirklich die einzige Lösung?
Ich würde gerne erstmal andere Möglichkeiten vorziehen wie z.B Decke abhängen oder Wand dämmen.
Was ich auch schon gelesen habe ist eine Kabine mit Gardinenstangen und Molton. Hierbei hat man aber eben keine Masse für die Dämmung von tiefen Tönen.

Nick74

aka Martin6

  • »Nick74« ist männlich

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888

Mittwoch, 3. April 2019, 13:07

Decke abhängen
Mit was für dichtem (= schwerem), dickem Material willst du denn die Decke abhängen?

m4ster

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889

Mittwoch, 3. April 2019, 21:47

Das weiß ich ja noch nicht genau. Reicht z.B. Molton/Noppenschaumstoff damit die Schallwellen nicht auftreffen oder muss es dicker Verbundschaumstoff sein? Brauch da euren Rat.

Nick74

aka Martin6

  • »Nick74« ist männlich

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890

Mittwoch, 3. April 2019, 22:12

Reicht z.B. Molton/Noppenschaumstoff damit die Schallwellen nicht auftreffen oder muss es dicker Verbundschaumstoff sein? Brauch da euren Rat.
Also Schaumstoff hat nach meinem Dafürhalten nicht ganz die Dichte von Beton... :D Ich glaube du tendierst mit solchen Ideen eher Richtung entkoppelte Schallkabine, was quasi ein hermetisch abgeriegelter, schwingend aufgehängter Raum im Raum ist.

m4ster

Mitglied

Registrierungsdatum: 25. Oktober 2009

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891

Donnerstag, 4. April 2019, 06:46

Das ist mir natürlich bewusst. Eine Schallkabine oder Raum-in-Raum Konstruktion möchte ich möglichst vermeiden. Ich bin schon bereit an Decke und Wände zu "dämmen", aber es sollte sich von den Kosten her im 100-200€ Bereich bewegen und nicht 1000€+
Seht ihr da keine Möglichkeiten zur Verbesserung ohne Raum-in-Raum?

summoniac

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  • »summoniac« ist männlich

Registrierungsdatum: 30. Mai 2010

Wohnort: Bayreuth/Regensburg

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892

Mittwoch, 17. April 2019, 20:53

Ich habe mir auch ein Sylomer-Podest gebaut. Danke an alle die hier in diesem hilfreichen Thread mitgepostet haben. Allen voran Renegade.

Kosten: 33 €

Holzplatte: 5€ (2cm Dick. 100x75 cm)
Filz: 9€
Sylomer: 19€ (wobei ich davon nur ein Viertel verwendet hab)

Da ich zur Zeit in einer Einzimmer Wohnung lebe wollte ich mein Übungsset so klein wie möglich halten.
Auf dem 100x75 Podest steht jetzt mein Yamaha DTX Hybrid Extension Pack + hh65 Hi-Hat Controler + KU100 Silent Kick. Also zur Zeit verwende ich nur Bassdrum, Hihat (XP 70 + hh65), Snare (XP100SD) und eine Tom (XP 70)

Bei Bedarf kann ich alles auf dem Podest zusammen legen und unters Bett schieben. Perfekte Lösung für mich!

An alle die überlegen sich so ein Podest zu bauen und sich aber nicht ganz sicher sind.... Macht es!!!! Super easy, billig und schnell getan. Um wieviel es den Körperschall jetzt tatsächlich mindert ist natürlich schwer zu sagen aber das etwas bringt ist mithilfe zb der i-NVH APP deutlich zu sehen. Diese misst die Vibration und lässt sich so fein einstellen dass sogar nur ein leises Tippen mit den Fingerkuppen angezeigt wird. Sehr zu empfehlen!!
Und abgesehen davon schaut es einfach viel besser aus als ohne Podest!
Ich bin aus Wien und konnte alle Bestandteile noch am selben Tag besorgen und zusammen bauen. Also denkt nicht 2 mal drüber nach :)
Hier ein Paar Fotos:



Sehr schick, aber da muss ich gleich mal nachfragen, wo es Sylomer so billig gibt :)


Im Übrigen hab ich mal eine Frage, ich bin in eine neue Wohnung gezogen mit folgender Situation:

Unter mir ist eine Garage, an mein "E-Drum"-Zimmer schließen sich meine Wohnräume an, heißt direkt nebenan "bin nur ich". Über mir ist eine Wohnung. Letztlich folgende Frage: Breitet sich der Trittschall auch nach oben aus?

Mein E-Drumset steht auf einem Sylomer-Podest, das allerdings nicht optimal ausgelastet ist... Jetzt war ich mir nicht sicher, ob ich vorsorglich nochmal nachrechnen usw soll oder ob die Ausbreitung nach oben bzgl. des Trittschalls zu vernachlässigen ist?

Vielen Dank für Eure Hilfe :thumbup:

Kid Snare

Mitglied

  • »Kid Snare« ist männlich

Registrierungsdatum: 10. November 2002

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893

Mittwoch, 17. April 2019, 22:38



Im Übrigen hab ich mal eine Frage, ich bin in eine neue Wohnung gezogen mit folgender Situation:

Unter mir ist eine Garage, an mein "E-Drum"-Zimmer schließen sich meine Wohnräume an, heißt direkt nebenan "bin nur ich". Über mir ist eine Wohnung. Letztlich folgende Frage: Breitet sich der Trittschall auch nach oben aus?

Mein E-Drumset steht auf einem Sylomer-Podest, das allerdings nicht optimal ausgelastet ist... Jetzt war ich mir nicht sicher, ob ich vorsorglich nochmal nachrechnen usw soll oder ob die Ausbreitung nach oben bzgl. des Trittschalls zu vernachlässigen ist?

Vielen Dank für Eure Hilfe :thumbup:
Ja, zumindest war das bei mir so. Dabei war nicht der Trittschall das Problem, sondern der Raumschall, insbesondere durch Hihat und Becken. Hat sich durch die Decke nach oben fortgepflanzt. War zwar kein Problem mit unseren Hausmitbewohnern, aber man hat doch ein latent schlechtes Gewissen irgendwie.
In dem alten Haus (50er) war das sicher noch schlimmer, da hat man alles gehört. Ich konnte oft erahnen welcher Film unter uns geschaut wird. In moderneren Wohnungen ist die Schallübertragung evtl nicht mehr so sensibel.

Ahanu

neues Mitglied

Registrierungsdatum: 22. Februar 2019

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894

Donnerstag, 18. April 2019, 22:47

"Sehr schick, aber da muss ich gleich mal nachfragen, wo es Sylomer so billig gibt"

das war bei Haberkorn: https://www.haberkorn.com/

summoniac

Mitglied

  • »summoniac« ist männlich

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Wohnort: Bayreuth/Regensburg

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895

Freitag, 19. April 2019, 15:18

super, herzlichsten Dank! :)

DerStefan

Mitglied

  • »DerStefan« ist männlich

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Wohnort: 32676 Lügde/Kreis Lippe/Land NRW

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896

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 09:12

Hallo Stefan,

wenn Du Dich fragst, was Du gegen den Raumhall tun must, dann lautet die Antwort: "Überführe den nackten Übungsraum in einen wirklich wohnlich eingerichteten Raum".

Warum?


Aus dem Vergleich Rohbau mit dem wohnlich eingerichteten Raum wissen wir: Er hallt dann deutlich weniger. WAS das ausmacht, können wir durch Beobachten und Vergleichen herausbekommen. Das führt uns zu Handlungsergebnissen (tue dies, lasse das). WARUM diese Handlungen etwas bewirken, könnten wir über Welleneigenschaften verstehen - wenn das noch nötig ist.

Beobachten wir also und vergleichen.


Ich war einmal in mehr oder weniger langen Fluren. Die haben praktisch nur nackte Wände und Böden, es steht so gut wie nichts herum. Vielleicht dort eine Garderobe, vielleicht hier ein Schränkchen, vielleicht ein wenig Teppich oder Fußmättchen. Meistens kein Schrank oder Schränkchen. Es gibt Türen, selten Fenster. Es hallt vernehmbar, mit oder ohne Fenster.


Ebenso hallen Räume im Rohbau unterschiedlicher Größe: Das Wohnzimmer, das kleine Zimmer, die Küche. Und sie hallen nicht mehr oder nur noch wenig, sobald sie eingerichtet sind. Was steht da also herum?

Typisches Wohnzimmer: kein Akustikvorhang, Teppich (teil- oder ganzflächig), Stühle und Tische, Couch und Tisch, Gardinen, Fenster, Tür und: Schränke oder (Bücher-) Regale mit 6 bzw. 5 voll umschlossenen Flächen (große Quader, halt).

Typisches kleines Zimmer: kein Akustikvorhang, Teppich, Schreibtisch und Stuhl, Fenster, Tür und: Schrank oder Regal.

Typische Küche: kein Akustikvorhang, Herd, Spüle, Arbeitsfläche, Fenster, Tür und: viele Schränke.


Was also auf jeden Fall gemeinsam ist, sind: Schränke und/oder Regale. Die sind offenbar akustisch gesehen wichtig.

Und: Sie sind praktisch einseitig aufgebaut. Will heißen: Läuft ein Schrank entlang einer Wand, dann gibt es auf der gegenüberliegenden nur selten, praktisch nie, auch einen Schrank oder ein Regal (Es baut ja Niemand einen 2 Meter Schrank vor das Fenster). Asymmetrie.

Und: Gemessen am Raumvolumen und Grundfläche nehmen diese Dinge meist nur sehr wenig in Anspruch (Bewegungsfreiheit). Aber sie wirken akustisch, irgendwie.


Das Besondere an diesen Schränken oder Regalen ist: Sie sind keine Kellerregale, die nur aus Böden und Streben bestehen. Im Gegenteil, sie haben einen massiven Korpus (finden Frauen oft schöner). Ein richtiger Schrank hat Türen aus Holz oder Glas (das ist egal). Ein richtiges Regal hat Inhalte, wie etwa Bücherfronten oder wenigstens Sammelkisten.

Was ist diesen gemeinsam? Sie bilden eine hintere Front (Schrank- oder Regalrücken) und eine vordere Front (Tür oder Bücherrücken oder Kistenflächen), mit einer Tiefe von etwa einer Elle (der Rauminhalt ist dann wieder nebensächlich: die Doppelfront zählt). Was den Wellenkenner dahinschmelzen lässt, und den Praktiker verwundert. Aber was soll's: Beobachtung ist Beobachtung.


Wie auch immer, mit dieser Ausstattung wird Dein Raumschall immer weiter abnehmen:
* mehrere großflächige Schränke und Regale mit 5 oder 6 massiven (Seiten-) Wänden (also: nicht-offen)
* aufstellen entlang einer Wand könnte reichen, entlang mehrerer Wände wird nicht schaden
* Teppisch (hast Du ja schon)
* Tisch(e) und Sitzgelegenheit(en) (muss nicht wuchtig sein, wie im Bild unten: zierlicher genügt)

* Schlagzeug usw.
* möglichst viele Kleinteile (Lampen, Schalen, Nippes, Blumen, aber auch musisches Handwerkszeug)
* die Decken- und Wandbehänge sind ja schon da: nenne wir sie "Gardine".

Den Pyramidenschaumstoff würde ich nach ästehtischen Gesichtpunkten behandeln. Akustisch wirken wird er so gut wie nicht, akustisch schaden auch nicht. Am besten dekorativ wie "Nippes" handhaben.



Und damit hast Du dem Schall reichlich räumliche, frequenzabhängige und zeitliche Möglichkeiten geschaffen, sich in alle Richtungen zu zerstreuen und zu verteilen - im Unterschied zum nackten Rohbau (man beachte auch die kugelförmigen Reflektoren für hohe Schallfrequenzen in der Bildmitte; die Gardinen wären nach den Beobachtungen optional; Couch und Tischelemente wirken wie Schränke, mit Doppelfronten). Was unser Ohr liebreizende vermerken wird :)


Grüße, Michael
Moin Michael,

ich bin es nun nochmal (14 Monate später).

Danke nochmal für Deine ausführlichen Tipps und Erklärungen. Es hat mir sehr geholfen, ein Grundverständnis aufzubauen.
Im August 2018 haben wir erst einmal begonnen, das komplette Haus einer Kernsanierung zu unterwerfen. Das hat länger gedauert als geplant, war sehr sehr stressig (aber erfolgreich) und mein Proberaum diente in dieser Zeit erstmal als Lagerraum für "empfindliche" Waren. Es war für viele Monate wohl der einzige staubfreie Raum im Haus. :-)

Nachdem wir Ende Juli eingezogen sind, habe ich mich nun nochmal mit dem Proberaum beschäftigt und ich bin auch weitergekommen. Durch die Sanierung hatten wir Teppichreste übrig, die ich an die Wand gebracht habe. Ich habe noch minimal etwas hinzugekauft, damit alle Wände bekleidet sind (außer kleine Flächen hinter dem Regal).

Mit der Einrichtung bin ich noch nicht viel weitergekommen, vielleicht fehlt aber auch nicht mehr viel. Der Sound ist schon fast so, wie ich ihn gerne hätte...

Du hast mich eine Nachricht vor Deiner letzten gefragt, welches Instrument noch zu sehr hallt, wenn ich mich für eins entscheiden müsste: Es ist nur noch die Bassdrum...

Also, ich habe nun einen 10qm Proberaum der vollständig mit Teppich oder schwerem Bühnenmolton verkleidet ist und der Sound macht Spaß, bis auf die BassDrum.
Meine Lösungsansätze sind nun folgende:

1) Ich versuche etwas mehr Material in den Raum zu bekommen, viel wird aber nicht gehen. Ein großer Sitzsack (Fatboy) wäre gut machbar und bringt in dem kleinen Raum vielleicht auch schon etwas!?
2) Ich kaufe mir noch Schallabsorber für die Wand (Basotect!?), die den entsprechenden Frequenzbereich der Bassdrum abdeckt

Was denkst Du!?

Viele Grüße
Stefan