Sie sind nicht angemeldet.

bergheimer

Mitglied

  • »bergheimer« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 17. Januar 2014

Wohnort: Berlin

  • Nachricht senden

1

Sonntag, 30. Dezember 2018, 08:58

Tuning Supraphonic LM400

Hi,
Ich habe eine Frage zur Stimmung einer Ludwig LM400 Supraphonic. Ich habe mir schon einige ältere Beiträge dazu durchgelesen und die weitläufige Meinung ist wohl, dass man das Resofell stark spannt und das Schlagfell je nach persönlichem Geschmack. Meine Frage ist nun, was versteht man beim Resofell unter "stark spannen" ? Ich spiele eine Ambassador auf der Schlagseite und ein Diplomat als Reso.
Gibt es das einen konkreteren Orientierungspunkt? So was wie: x Umdrehungen nachdem man die Spannschrauben mit der Hand angezogen hat?
Soweit ich weiß, tötet man das Resofell irgendwann ab, wenn man es zu hoch zieht. Und wenn das einmal überzogen ist, ist es ausgeleiert und man kann es eigentlich nicht mehr verwenden.
Ich spiele überwiegend Jazz, aber ab und an auch Indie-Pop/Rock.
Bin dankbar um Tipps wie ihr das macht.
Allen einen guten Start 2019!

trommla

Mitglied

  • »trommla« ist männlich

Registrierungsdatum: 30. Mai 2004

Wohnort: Raum München

  • Nachricht senden

2

Sonntag, 30. Dezember 2018, 10:13

Wie hoch ich das Reso exakt spanne, könnte ich dir gar nicht genau sagen, aber schon eher hoch. Es hört sich, ohne Teppich VORSICHTIG ( ;) ) angespielt, Timbale-artig an, also schon noch mit Ton. Ich unterscheide auch nicht nach Stilistik, wie ich das Reso stimme. Es ist immer hoch, denn ich möchte ja immer präzise Teppichansprache und nen kurzen Ton.

Gute Video-Tutorials dazu gibt es reichlich, hier Material mit der LM400, was ich persönlich sehr gut gemacht finde:

Snarestimmung allgemein
Stimmen des Resos 1
Stimmen des Resos 2
Stimmen des Resos 3

Ein Richtig oder Falsch gibt es ja bekanntermaßen eh nicht, man stimmt halt rum, bis einem selbst der Sound zusagt.

bergheimer

Mitglied

  • »bergheimer« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 17. Januar 2014

Wohnort: Berlin

  • Nachricht senden

3

Sonntag, 30. Dezember 2018, 12:32

Hey Trommla,
super, die Tutorials kannte ich bisher nich nicht. Das ist genau das, was ich gesucht hatte. Ich werde mal ein neues Reso aufziehen und es etwas moderater spannen. Vor allem die Kontrolle wie das Fell aufliegt (Abstand zum Hoop) hatte ich bisher vernachlässigt.

4

Sonntag, 30. Dezember 2018, 12:51

Bei meinen hab ich das Reso auch nicht bis Ultimo gespannt. Ist m. E. auch hier wie immer Geschmackssache.

Bei Supras gibt es noch den Tipp, dass sie nach überwiegender Meinung mit Ludwig Fellen besser klingen als mit z. B. Remos. Und solltest du Ludwig Felle kaufen wollen noch ein Tipp: die Ludwig heavies haben ca. Ambassador-Stärke, die Ludwig mediums sind dünner (Richtung Diplomat). Und noch einer: als Teppich mögen viele auf der Supra den da besonders.

Moe Jorello

Mitglied

  • »Moe Jorello« ist männlich

Registrierungsdatum: 28. Dezember 2013

Wohnort: Hamburg

  • Nachricht senden

5

Sonntag, 30. Dezember 2018, 14:27

Von Ludwig werden seit 2016 nur noch wenige Snareheads und Resos produziert. Den Großteil ihrer Felleproduktion haben sie aufgegeben.

Generell gilt bei allen Snares, dass die Stimmung des Resonanzfelles geschmackssache ist, ebenso bei der LM400. Viele stimmen das Reso oft bretthart, was dem Klang aber in den seltensten Fällen zuträglich ist. Reso straff - ja. Richtig "tight" - lieber nicht.
"You don't have to show off" - Peter Erskine

Blue Note

Mitglied

  • »Blue Note« ist männlich

Registrierungsdatum: 26. April 2014

Wohnort: Niederrhein

  • Nachricht senden

6

Sonntag, 30. Dezember 2018, 15:26

Ludwig-Resos haben einen Vorteil: einen niedrigen Fellkragen.

Bei hohen Stimmungen des Resos sorgt dieser dafür, dass der Spannreifen nicht so weit über den Kessel gezogen wird. Leider sind sie auch deutlich teurer als die Konkurrenz.
An der Suse sind sie (für mich) alternativlos, da die Konstruktion der Spannreifen sonst mit der Parallelabhebung kollidiert...

Bergheimer Frage bringt aber noch ein anderes Problem aufs Tapet: die schwammigen Begriffe.
Ich habe mich früher beim Anschauen diverser Tutorials immer gefragt, was ich mit den dort gegebenen Informationen anfangen soll.

"Stimme das Reso-Fell einfach ein bisschen höher als das Schlagfell!"
OK, aber wie viel ist denn "ein bisschen"?

Wie groß ist denn der Unterschied zwischen "tight" und "straff"?

Was heißt denn "hoch, aber nicht zu hoch"?

Die gängige Antwort hieß dann meistens: "Probier doch mal aus! Erlaubt ist, was gefällt. Das beste Messinstrument sitzt zwischen deinen Ohren."

Wie hier bereits angemerkt wurde, ist das mit dem Ausprobieren bei dünnen Reos allerdings so eine Sache... ups...ausgeleiert...neues Fell...
Hmm, wie hoch hatte ich das denn gerade gestimmt...? Mal ausprobieren... ups...

Seit es den Tunebot gibt, können Drummer ihre Erfahrungen austauschen und sie können ihre Werte reproduzieren.

bergheimer

Mitglied

  • »bergheimer« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 17. Januar 2014

Wohnort: Berlin

  • Nachricht senden

7

Montag, 31. Dezember 2018, 07:41

Hey Chuck, genau den Teppich hab' ich aufgezogen:). Die Supra ist von 1969 und ware recht günstig zu kriegen, da der original Ludwig Teppich hinüber war.
Ich werde die Ludwig-Felle mal ausprobieren, darüber hatte ich auch schon einiges gelesen, wobei ich mir sicher bin, dass die "richtige" Stimmung entscheidender ist. Mit Ambas/Diplomat kann man bei der Supra eigentlich nix verkehrt machen, dachte ich bisher zumindest. Was Blue Note geschrieben hat ist mir neu, klingt aber plausibel.
Sind das diese Felle von Ludwig? Und welche dieser beiden Serien sind zu empfehlen?
Diese heißen White Coated Medium Snare Fell:

https://www.zoundhouse.de/templates/zh_standard_detail.php?shop_art_id=84036

https://www.zoundhouse.de/C1114_Snare_Reso_Fell_14_/topic/Resonanzfelle/shop_art_id/85359/tpl/zh_standard_detail

Und dann gibt es auch noch diese etwas teureren hier (die heißen Ludwig Weather Master):

https://www.drumladen.de/ludwig-lw3314-weather-master-coated-medium-14

https://www.drumladen.de/ludwig-c1114-weather-master-snare-side-head-14

Was ich aus den Tutorials mitnehme:
1. Auf das Zusammenspiel von Reso/Schlagfell achten
2. Weniger ist oft mehr (was Spannung des Resos betrifft)
3. Messmethode zum Abstand des Fells zum Hoop
4. Anstatt die beiden Schrauben am Teppich zu lösen, die übrigen sechs etwas fester anziehen

Noch ein Wort zum Thema Tuningbot: Hab ich ausprobiert, kam bei mir aber irgendwie nix G'scheites bei raus. Ich vertrau lieber meinem Gehör.

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »bergheimer« (31. Dezember 2018, 08:05)


trommla

Mitglied

  • »trommla« ist männlich

Registrierungsdatum: 30. Mai 2004

Wohnort: Raum München

  • Nachricht senden

8

Montag, 31. Dezember 2018, 14:37

Ich kenne von Ludwig nur Weather Master Felle, ab Werk werden damit neue Supras (in Medium) ausgeliefert.
Schaust du hier, da bekommst du sie zum vernünftigen Kurs in Medium oder Heavy.

Ich muss zugeben, klanglich konnte ich zwischen Medium und Heavy keinen großen Unterschied ausmachen. Aktuell habe ich auf der Supra ein Heavy, finde es ebenso wie das Medium ziemlich universell einsetzbar. Geeignet von Jazz bis Rock (vermutlich auch härteres, aber das hab ich noch nicht getestet).
Sehr überrascht bin ich vom Coating, welches weit weniger Spielspuren annimmt als meine Ambas. Auf dem derzeitigen Fell habe ich schon einige Konzerte und Proben bestritten und es sieht im Grunde aus wie unbespielt.

Edit: Tunebot nutze ich nicht, sondern Drum Dial. Wie du schon schreibst, ersetzen solche Stimmhilfen nicht ein geschultes Gehör. Allerdings ist der große Vorteil des Drum Dials, auch bei hoher Umgebungslautstärke schnell eine vertretbare Stimmung zu bekommen. Und sobald auf der Bühne die Mitmusiker erscheinen, ist's halt mit der Ruhe schnell dahin und das Stimmen wird zur Geduldsprobe.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »trommla« (31. Dezember 2018, 14:43)


chrís beam

Drumming und Allgemein überhaupt

  • Nachricht senden

9

Montag, 31. Dezember 2018, 14:43

Hi bergheimer, ich würde ein Ambassador Snare Side (oder vergleichbares von einem anderen Hersteller) als Resofell nehmen. Das Diplomat ist ein sehr dünnes Schlagfell, bzw. gut als Tom-Resonanzfell geeignet.
Mit dem Diplomat als Snare Reso wirst du zu wenig Teppichansprache und einen insgesamt stumpferen Sound haben. Das hat die Trommel nicht verdient. ;-)

Schöne Grüße Chris
und ein Diplomat als Reso.

trommla

Mitglied

  • »trommla« ist männlich

Registrierungsdatum: 30. Mai 2004

Wohnort: Raum München

  • Nachricht senden

10

Montag, 31. Dezember 2018, 15:08

Mit dem Diplomat als Snare Reso wirst du zu wenig Teppichansprache und einen insgesamt stumpferen Sound haben.

Hä? Bezogen auf die Supra, oder generell?
Ein Diplomat wird doch aufgrund der geringen Masse schneller angeregt, was der Ansprache zugute kommt?

Ich spiele zwar nur eine Snare mit Diplomat untenrum, auf dieser kann ich aber im Vergleich zu meinen anderen Snares keine diesbezügliche Einschränkung feststellen. Im Gegenteil war ich überrascht, dass ich eigentlich keinen relevanten Unterschied höre. Seitdem nehm ich, was gerade da ist ;)

bergheimer

Mitglied

  • »bergheimer« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 17. Januar 2014

Wohnort: Berlin

  • Nachricht senden

11

Montag, 31. Dezember 2018, 15:34

Da teile ich Trommlas Erfahrung. Hatte zuvor beidseitig Ambas gespielt, danach (nur beim Reso) auf das etwas dünnere Diplomat gewechselt. Man verliert etwas an Bauch, die Snare klingt weniger „fett“, dafür ist die Teppichansprache sensibler. Da ich meist Jazz spiele hat mir das richtig gut gefallen.
Werd jetzt aber die Ludwig‘s testen. Danke für den Tip mit der Bezugsquelle!

ModHochi

Nichttänzer

  • »Hochi« ist männlich

Registrierungsdatum: 16. August 2002

  • Nachricht senden

12

Montag, 31. Dezember 2018, 17:27

Verstehe ich das richtig, Ihr nehmt gar keine speziellen Snare-Resofelle, sondern die normalen Diplomaten, die man auch auf die Toms schnallt?
Das ist fein beobachtet!

bergheimer

Mitglied

  • »bergheimer« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 17. Januar 2014

Wohnort: Berlin

  • Nachricht senden

13

Montag, 31. Dezember 2018, 18:56

Nee, soweit ich weiß gibt es von allen Serien Schlag-und Resofelle. ich spiele derzeit ein Amba Schlagfell und ein Diplomat Reso.

trommla

Mitglied

  • »trommla« ist männlich

Registrierungsdatum: 30. Mai 2004

Wohnort: Raum München

  • Nachricht senden

14

Montag, 31. Dezember 2018, 19:45

Verstehe ich das richtig, Ihr nehmt gar keine speziellen Snare-Resofelle, sondern die normalen Diplomaten, die man auch auf die Toms schnallt?

Nein, natürlich die Reso-Variante. Normale Ambas oder Diplomaten wären ne Nummer zu dick, was sicher zu hörbaren Klangeinbußen führt.

Aber wo du das so sagst, vielleicht hat Chris Beam das auch so verstanden, dann würde sich natürlich sein Einwand erklären.

Blue Note

Mitglied

  • »Blue Note« ist männlich

Registrierungsdatum: 26. April 2014

Wohnort: Niederrhein

  • Nachricht senden

15

Montag, 31. Dezember 2018, 20:29

Es dauert ja noch bis 0:00, von daher:

Remo Snare Side Felle:

Diplomat hazy: 2 mil
Ambassador hazy: 3mil
Emperor hazy: 5 mil

Für die Fans aus dem Dominastudio gibt's das Amba Snare Side auch in "black suede", wer lieber auf den Frischhaltefolienlook steht, greift zum Amba Snare Side in "clear".

Interessant finde ich auch das Remo Snare Side No Collar, das eigentlich für marching Snares gedacht ist.

https://remo.com/products/product/ambass…side-no-collar/

Es ist ebenso dünn wie das normale Amba Snare Side, hat aber keinen Kragen. Als Material ist hier ausdrücklich "Mylar" angegeben.
Der niedrige Kragen ist für Drummer mit Suse oder für Ultra-hoch-Stimmer bestimmt interessant. Inwieweit der Mylarfilm vom "normalen" Remo-"Film" klanglich abweicht, müsste man ausprobieren.
Soweit ich weiß, ist "Mylar" ein Markenname von Dupont...


Guten Rutsch und lasst euch nicht das Fell über die Ohren ziehen...

bergheimer

Mitglied

  • »bergheimer« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 17. Januar 2014

Wohnort: Berlin

  • Nachricht senden

16

Montag, 31. Dezember 2018, 20:59

Jo, schöner Zeitvertreib bis 0:00 Uhr über Snare-Tuning zu sinieren.
Wünsche Euch allen einen tollen Start in neue Jahr!!!
jo

chrís beam

Drumming und Allgemein überhaupt

  • Nachricht senden

17

Dienstag, 1. Januar 2019, 12:41

Aber wo du das so sagst, vielleicht hat Chris Beam das auch so verstanden, dann würde sich natürlich sein Einwand erklären.
Frohes Neues! Ja, ich hatte die Reso-Variante des Diplomats tatsächlich nicht auf dem Schirm. Hatte mich auch etwas gewundert.
Der Hintergrund: In meinem Raum steht eine Yamaha Snare, eigentlich ein Super Teil. Allerdings wurde da vom Besitzer ein normales Diplomat als Reso plus ein 40-Spiraler aufgezogen. Das klingt so .... Da gingen bei mir direkt die Alarmglocken an. :D
Schöne Grüße
Chris


bergheimer

Mitglied

  • »bergheimer« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 17. Januar 2014

Wohnort: Berlin

  • Nachricht senden

18

Montag, 7. Januar 2019, 07:25

Gestern habe ich vor unserer Probe meine Snare mal den Video's von Trommla gestimmt. Klingt nun ausgewogener und richtig nach Supra. Was mir aufgefallen ist: Mein Puresound Teppich ist ein 20-Spiraler, nicht wie von Trommla empfohlen der 12er Concert Teppich. Hochi hatte den 12er glaube ich in einem anderem Beitrag auch schon mal für die LM400 empfohlen. Gibt es dazu noch andere Meinungen und Erfahrungen?

d&p

Mitglied

  • »d&p« ist männlich

Registrierungsdatum: 9. November 2006

Wohnort: Kreis Diepholz

  • Nachricht senden

19

Montag, 7. Januar 2019, 08:25

Allerdings, nach langem Bemühen um meine Supra klingt sie mit dem 12er Teppich endlich, wie sie soll: crisp, präzise und mit gutem Kesselton. Der Kauf des Teppichs hat sich für mich sehr gelohnt.
> drums und percussion: Spaß pur < · d&p und seine Trommeln

20

Montag, 7. Januar 2019, 10:28

Gestern habe ich vor unserer Probe meine Snare mal den Video's von Trommla gestimmt. Klingt nun ausgewogener und richtig nach Supra.


Ich hab die gleiche Erfahrung gemacht und zwar mit meinem ganzen Set. Das Set klingt besser als jemals zuvor. Der "Sounds like a drum"-Kanal ist spitzenklasse, finde ich.