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Hajo K

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Sonntag, 24. Mai 2020, 22:42

Warum fragt ihr nicht einfach mal Hajo K?
Weil der doch so selten hier noch zu Gast ist. :-)

Aber SurroundSound hat den Ball ja aufgegriffen. Zunächst: Mensch Gerald, nun zier Dich doch nicht so zum Thema Hardware. Ich bin in Sachen Werkstoffkunde Laie und nahm bisher an, dass mein früheres Yamaha, mein früheres Sonor, mein China-Gretsch und nun das Sakae Almighty mit Metall aufwarten. Vielleicht dürfen wir ja noch ein bisschen dazu lernen, was am Sakae-Yamaha früher verbaut war. Schwermetall war's sicher nicht.

Was die Haltbarkeit angeht: Pünktlich zum Neukauf wurde es musikalisch (gigmäßig) bei mir deutlich ruhiger. Dennoch baue ich das Set öfters auf und ab und habe den ganz subjektiven Eindruck, dass ich das noch bis lange nach meinem statistisch erwartbaren Ableben tun könnte.

Mal der Versuch einer - sehr subjektiven! - Schildung meiner Eindrücke nach ein paar Jahren Sakae:

  • Klang: Es hat ein paar Käufe und Jahre gedauert, aber klanglich bin ich angekommen und habe mein Instrument gefunden. Von daher könnten mich auch Wiederverkaufsargumente nicht schrecken. Konnten Sie aber auch noch nie: Ich kaufe nicht mit dem Ziel wieder zu verkaufen. Manchmal (wie die verhasste Dave Weckl Signature Gurkentopf-Snare) muss ich's dann tun. Für die relativ kurzen Kessel, die ich spiele, hat es ausreichend Sustain und klingt für mich besser als ein aktuelles Yamaha Recording Custom.
  • Verarbeitung: Ich war durch mein Sonor exquisite Verarbeitung gewöhnt und habe bisher keinen nennenswerten Unterschied festgestellt. Dem Tomhalter (auf der BD) gebe ich sogar eine deutlich bessere Note. Die Standtom-Beine sind dünner, aber keinesfalls wackelig. Der Lack (ich habe simple schwarze Hochglanzlackierung) ist absolut tadellos, der Chrom (oder ums mit Gerald zu sagen "das Metall") ist so hochwertig, wie ich es von meiner Pearl HW oder von Sonor kenne und ohne jeden Makel. Übrigens: Ich hatte vor dem Sakae ganz kurz ein aktuelles, gleich teures Yamaha Absolute Hybrid Maple und war sowohl von der Lackierung enttäuscht wie auch von der Kesselverarbeitung enttäuscht. Ich mag nicht eine 10 Tom tauschen müssen, weil ich einen ätzenden Oberton weder durch stundenlanges Stimmen noch durch zehn verschiedene Felle wegbekomme. Ich mag auch das 16er nicht drehen, um die ungleichmäßige Lackierung nicht sehen zu müssen. Also habe ich das Set zurückgeschickt. Ich weiß nicht, ob ich ein Montagsmodell erwischte oder das eben die neue Post-Sakae-China-Qualität ist. Das Sakae ist da tadellos.
  • Hardware: Ich habe seit Tag 1 die ach so wunderbaren flexibelen Tomaufhängungen, inbesondere die an meinem SQ2 gehasst. Inständig! Wackel, Wackel Dackel. Not for me. Das Sakae hat in der Tat eine sehr gewöhnungsbedürftige Tom-Hardware, die auch einen Hauch Extraplatz im Case benötig (sic!). Aber: Die Toms schaukeln nicht mehr wie der Seemann beim Shanty, auf dass mir beim Spielen schlecht würde. Ich bin damit mehr als happy. Die BD-Beine sind ausgesprochen massiv und halten die BD auch ohne Spitze auf einem Teppich fest am Platz.
  • Haltbarkeit: Mei, was soll denn jemand dazu sagen, der seine Hardware im Case in Decken einwickelt, die Kessel nur in Cases transportiert und seit rund 20 Jahren einen Beckensatz spielt, der keine Risse kennt. Mir fehlt die Vorstellung, was ein liebevoll umsorgtes in halbwegs trocken temperierten Räumen aufgestelltes Set nach 10 Jahren machen soll? Mein Sonor sah nach rund 10 Jahren so aus wie an Tag 1, das selbe Schicksal dürfte das Almighty mit ihm teilen. (Dem SQ2 geht's ausgezeichnet, es wird von einem ganz wunderbaren süddeutschen Trommler liebevoll zum Klingen gebracht. Besser als ich es je konnte.)
  • Ersatzteile: Zugegeben, es war großartig nach rund 10 Jahren mal bei Sonor freundlich nach einem Kunststoffteil für ... you guessed it ... eine der tollen Tomaufhängungen nachzufragen und zwei Tage später - natürlich kulanzhalber - einen Briefumschlag im Kasten zu haben. Sakae ist bestimmt auch freundlich, aber weder so schnell noch mit der Gewähr von jahrelanger Existenz. Ist das ein Problem? Für micht nicht. Ich liebe mein Set und würde es zur Not halt zum Spezialisten bringen, falls mal was kaputt ginge. Da ich mit 10, 12, 14, 16, 22 meine Idealbestückung (und sicher kein Budget für eine weitere 20er) habe, fühl ich mich auch in Sachen Nachkauf gut gestellt.

Fazit: Nachdem ich die Belastungsgrenzen meines Zeugs gewöhnlich nicht ausprobiere, rechne ich mit noch sehr langer Freude am Almighty. Mir bedeuten viele Aspekte, die manchen Drummern wichtig sind, wenig bis nichts. Was ich - durch einige teure Fehlkäufe - gelernt habe: Features, große Namen, tolle Optik und Nerd-Aspekte (wie der tolle Mischholzwald im Yamaha PHX) bringen mir keinen Kick. Es ist allein der Sound, dem ich zurufe "I get a kick out of you!"

Apropos Kick ... sagte ich schon, dass ich immer skeptisch war bzgl. 22x18? Und mir jetzt das Ding noch jedesmal ein Lächeln ins Gesicht zaubert? Allmächtiger ... :-)

Grüßliche Herzen,
Hajo K
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Hajo K« (24. Mai 2020, 22:49) aus folgendem Grund: "Yamaha Recording Custom" ergänzt und wie üblich die unnötigen Forenboard-Extrazeilenschalter entfernt.


Hajo K

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22

Sonntag, 24. Mai 2020, 23:15

Die Frage war ja nicht allgemein zu Sakae gerichtet sondern,
speziell zum "Trilogy",
sowohl die Kesselkonstruktion als auch Hardware/ Beschlagteile der Trommel sind da doch schon was anderes,

wie z.B. beim Almighty oder Celistial


oder hat er auch Trilogy Erfahrung, also ich mein nett nur drei Trommeln, sondern die Serie
Nee, hat er nicht. :D Ich hab trotzdem mal ausführlich zum Almighty geantwortet, weil's vielleicht den ein oder anderen Drummer interessiert. Ich hatte auch nicht aufgepasst und das Trilogy mit dem Celestial verwechselt, das zumindest in ein paar Punkten dem Almighty ähnelt. Die BD-Beine des Trilogy machen halt doch arg einen "vintage" Eindruck und sind kein vergleich zu den massiv schweren Dingern beim Almighty. Von daher bringt mein Erfahrungsbericht SurroundSound mit seinen Überlegungen wohl nicht weiter.
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23

Montag, 25. Mai 2020, 00:27

Guten Abend, hier ist ja viel los :whistling:

Zuerstmal, vielen Dank für Eure zahlreichen Kommentare und besonders Xeemy und Hajo K die mega schnell auf Mails geantwortet haben!.

Bin dadurch auf jeden Fall weiter gekommen und denke, dass das Sakae die richtige Richtung ist. Es wird ja auch kein Neukauf sondern Gebrauchtkauf, angeschaut muss es trotzdem werden davor. Aber mal geschwind 8h Autofahren auf gut Glück ist nicht drin :D


Hajo hat das sehr schön zusammengefasst:
Von daher könnten mich auch Wiederverkaufsargumente nicht schrecken. Konnten Sie aber auch noch nie: Ich kaufe nicht mit dem Ziel wieder zu verkaufen.
Nach dem Anschauen kann ich dann bestimmt auch mehr sagen :-)

Moe Jorello

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24

Montag, 25. Mai 2020, 10:12

Hajo,bei dem Yamaha würde ich vermuten, dass es ein Ausreißer war. Die Yamaha Absolute Hybrid Maples, die ich bishher von nahmen gesehen habe, waren allesamt tadellos lackiert. Und dass ein 10er Tom nicht sauber gestimmt werden konnte, von dieser Klage höre ich das erste Mal beim einem Yamaha AHM.

Vielleicht noch mal zur Erinnerung: Vorbild für das Sakae Trilogy waren die alten Ludwigs und Slingerlands, es ist quasi ein modernes Vintage-Set - was sich auch in der Hardware teils wiederspiegelt (Stichwort Bassdrumfüßchen, die schlank sind, aber doch wertiger anmuten als etwa die beim Gretsch Broadkaster) wiederspiegelt. Aber selbst bei der schlanken Hardware von Sakae scheint alles sehr ordentlich zu sein. Ich habe leichte Flatbase-Beckenständer von denen und die erledigen seit Jahren brav ihren Dienst, sehr genau und präzise gefertigt, Verarbeitung ist wiklich super, Verchromung 1A. Die habe ich schon x-mal auf-und abgebaut und die Teile sind immer noch so gut wie am ersten Tag.

Dass das Trilogy langftistig weniger aushält, glaube ich auch von daher eher nicht. Sonst wären Leute wie Soan und Co. sicherlich nicht damit jahrelang glücklich quer um den Globus getourt. Dass es nicht solche "beefy" Hardware wie etwa ein Sonor ProLite, Pearl Masterworks, Tama Starclassic oder Yamaha Live Custom mitbringt, sollte einen nicht gleich abschrecken.
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Hajo K

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25

Mittwoch, 27. Mai 2020, 16:17

Hajo,bei dem Yamaha würde ich vermuten, dass es ein Ausreißer war. Die Yamaha Absolute Hybrid Maples, die ich bishher von nahmen gesehen habe, waren allesamt tadellos lackiert. Und dass ein 10er Tom nicht sauber gestimmt werden konnte, von dieser Klage höre ich das erste Mal beim einem Yamaha AHM.
Danke Mo, das hab ich mir auch so schon gedacht. Yamaha will ja nicht nach ein, zwei Jahren den Laden zu machen, weil sich strukturelle Qualitätsmängel gezeigt und herumgesprochen hätten. Ich war jedoch echt enttäuscht und hatte keine Lust mit einem Tausch, auf ein Dienstags- oder Donnerstagsmodell zu bauen.

Ich möchte auch nicht so tun, als sei das ein übles Set gewesen, das klang schon ordentlich (vor allem die Bass war beeindruckend), aber: Es war halt auch kein Schnäppchen, bei dem man über ein paar Kleinigkeiten hinweggucken mag.

Gruß
Hajo K
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Moe Jorello

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26

Mittwoch, 27. Mai 2020, 16:26

Es war halt auch kein Schnäppchen, bei dem man über ein paar Kleinigkeiten hinweggucken mag.
Absolut verständlich. Bei Sets der Oberklasse sollte man wahrlich keine Kompromisse eingehen. Dafür legt man einfach "zu viel" Geld hin.
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27

Samstag, 1. August 2020, 12:58

Hallo liebe Leute,

ich habs getan und zugeschlagen - was kann ich sagen, bin super happy!
Verarbeitung ist der Wahnsinn, Gratung sind super sauber, die Kessel, vor allem die Bassdrum vibrieren richtig beim spielen. Mal schauen wann es das erste mal auf einen Gig darf :D

Habe noch das Frontfell von einem Gretsch mit Loch drauf, da ich ins originale von Sakae noch kein Loch gemacht habe - bitte um Nachsicht :P