Schlag und Trittschall - Schallschutzpodeste für E-Drums (FAQ)

  • hi
    ich wahr neulich im baumarkt und habe zufällig diese 80x80cm schweren Gummimatten entdeckt (etwa 1,5-2cm stark), die man unter Waschmaschinen legen soll. Davon habe ich vier stück für ca. je 5 euro gekauft und unter mein edrum gelegt, das hat echt mal ne menge gebracht (und sehen auch schick aus).
    gruß,
    felix

  • Habe mir jetzt auch so ein schickes Podest zusammengeschustert.
    Sieht wie folgt aus (von oben nach unten):


    Teppich
    Teppich
    Teppich
    Trittschalldämmung (5 mm)
    MDF-Platte (19 mm)
    Trittschalldämmung (5 mm)
    Trittschalldämmung (5 mm)
    Trittschalldämmung (5 mm)
    Trittschalldämmung (5 mm)
    Rohrisolatoren (50 mm) - Säulenprinzip


    Nur stellt sich mir eine Frage:
    Wie befestige ich die Teppichschichten?
    Kleber versickert und doppelseitiges Klebeband hält nicht. Der Typ im Baumarkt meinte, ich könne die Teppiche ja mit Schrauben und Unterlegscheiben an die MDF-Platte schrauben.
    Nur entstehen dann nicht wieder ungewollte Schallbrücken?
    Jemand eine Idee?


    Gruß

  • Hi Daito


    Zwischen die Teppiche könntest Du Anti-Rutsch Matten geben (die gibts eigens für Teppiche im Baumarkt) - das hält zwar nicht so fest wie das Verschrauben, dafür hättest Du aber sicher keine Schallbrücke.


    Bin auch gerade am Überlegen wie ich mein Podest angehe, zwei Waschmaschinenmatten habe ich schon :D


    lg


    Mathias

  • Ich habs bei mir wie folgt gelöst (von unten nach oben): Rohrisolatoren (6cm hoch) als Säulen; 25mm OSB-Platten (2Stck aneinandergeschraubt als Grundfläche); 10mm Styropor (um OSB-Schichten voneinander zu trennen); 25mm OSB-Platten (Auch wieder 2Stck aneinandergeschraubt); Teppich darauf und fertig. Seit dem hört unser "Untermieter" unter uns nichts mehr, obwohl wir eigentlich in einem sehr hellhörigen Haus leben. Lediglich bei härterer Spielweise hört er manchmal die Becken ;) lG Matthias Bilder davon in meiner Vorstellung

  • Ich wollte doch mein Ergebnis hier auch noch posten....



    Auch "klassisch" nach Vorschlägen aus diesem Thread hier gebaut: (von oben) Teppich, MDF-Platte 22mm (HDF war nicht verfügbar) und unten drunter 50mm Aixfoam Schwerschaumplatten.
    Von der Wirkung her merke ich persönlich im Raum keinen Unterschied, meine Frau meint, dass das Getockel deutlich reduziert ist. Für mich ist das OK so :)

    "Geduld und Zeit bringen mehr als Gewalt und Streit"

    Jesses' Drummergalerie wird bei Gelegenheit mal aktualisiert und neu verlinkt ;)

  • Hat hier sonst noch irgendjemand eine Idee / einen Tipp wie ich die Teppichschichten untereinander sowie an der MDF-Platte fixieren kann (wie gesagt, Kleber und doppelseitiges Klebeband halten nicht), ohne den Dämmeffekt zu nichte zu machen?


  • Ich glaube nicht, dass durch eine Fixierung am Rand irgendwelche "Schallbrücken" entstehen.

  • Ich glaube nicht, dass durch eine Fixierung am Rand irgendwelche "Schallbrücken" entstehen.

    definitiv nicht.. das geht aus der definition der wellenlehre hervor, wobei wir hier bestimmt nicht so direkt auf physikalischen aspekte eingehen wollen ;) schall, bzw. wellen breiten sich allgemein konus-förmig aus. das verhalten macht sich natürlich in einem teppich (oder allg. weichen materialien) noch deutlicher bemerkbar.. also kannste ruhig am rand festtackern oder wie du das auch immer machen möchtest ;) gruß mathel

  • Warum müssen die "Einzelteile" unbedingt fixiert werden? Wenn ein Kit drauf steht, kann da doch kaum noch was verrutschen, oder?


    Ich hab' bei mir aufgrund der Podestgröße von 2 x 1,50m nur die 2-teiligen MDF-Platten mit 2 kleinen Lochplatten verschraubt (eine Platte von 2x1,50 hätte ich in einem Golf nicht transportieren können, so war schon knapp), der Rest liegt lose aufeinander.

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  • Keiner ne Idee dazu?


    Danke

  • Da ich leider immer noch kein komplettes Betonplattenpodest gebastelt habe, sondern bis jetz ja nur Holzplatte, habe ich nach einer Zwischenlösung gesucht, die für manchen Verzweifelten durchaus von Interesse sein könnte.
    Hatte noch eine grosse blaue Platte rumliegen, könnte irgendein Marmor sein. Hatte mir mal ein Kumpel besorgt zwecks Basisplatte für Lautsprecher.


    Folgender Aufbau:
    - vorhandenes Podest
    - 5 Spülschwämme :D (hier gehen dann auch sicher wieder tennisbälle etc)
    - darauf die Platte (56x56 cm, ca 2 cm dick, Gewicht sicher so 20-25 Kilo)
    - darauf die Fuma


    Resultat:
    Nahezu null Anregung des sich darunter befindlichen Podestes.
    Der üble Raumschall durch Resonanz der Holzplatte ist wie weggefegt (da diese ja nun kaum angeregt wird) und entsprechend weniger Trittschall gelangt zum Boden.
    Die Geräuschentwicklung ist insgesamt um Äonen geringer.


    Nachteil:
    Sieht u.U. dämlich aus und Fuma liegt ca 3 cm höher.


    Für eine Billo-Zwischenlösung aber doch nicht übel!
    Geht natürlich auch ohne Podest, wenn man nur die Fuma als Lärmquelle eindämmen will.

  • Gefällt mir sehr gut, wie du die Bälle fixierst. :D


    Sind Tennisbälle eigentlich besser zur Entkopplung geeignet als Verbundschaumstoff?

    Mein E-Set: Diamond Electronic Drums :love: 12x5" Snare, 16x12" Bass Drum & 4 open-base Toms (2x 10x5", 2x 12x5"); 3x Millenium MPS 400 12" Crash; Yamaha 3-zone 15" Ride; Jobeky 12" Hi-Hat; Roland FD-8 Hi-Hat Controller

  • Sind Tennisbälle eigentlich besser zur Entkopplung geeignet als Verbundschaumstoff?


    Ob nun besser vom Material her kann ich dir nicht mit Sicherheit sagen.
    Durch die Kugelform minimiert sich die Auflagefläche auf einen Punkt und
    nicht auf eine Fläche. Soweit zur theoretischen Betrachtung, da sich die
    Bälle bei Belastung jedoch zusammendrücken.
    Je mehr Bälle du jedoch einsetzt, um so geringer wird die Auflagefläche, da
    der Druck besser verteilt wird.


    Am Rande soll noch erwähnt werden, daß man bei einem "Ballraster-Abstand"
    von 600mm (max) auf die Verwendung des recht kostspieliegen MDF's als
    Grundpaltte verzichten und günstige OSB oder anderes Bodenbelagsmaterial
    genutzt werden kann.

  • zur trittschalldämmung für e-drums findet man häufig tipps und bauanleitungen,
    aber seltener objektive daten zur dämmqualität der jeweiligen konstruktionen.
    um die "optimale" trittschalldämmung zu bauen, sind messwerte zur dämmqualität hilfreich.
    im folgenden dazu ein paar ergebnisse aus meinen untersuchungen auf der suche nach einer
    geigneten trittschalldämmung für mein e-drumset.



    gemessen wurde der schallpegel durch die zimmerdecke hindurch, also oben
    die schallquelle, unten das messgerät.
    als schallquelle diente ein auf einer holzplatte montiertes klopfmassgegerät (mg60)
    und natürlich ein e-drumset (td-9 auf mds-9).
    die decke ist eine betondecke, im zimmer darüber liegt ein velour teppich.
    im unteren zimmer sind schallschutzfenster eingebaut, sodass der außenlärm
    die messungen nicht stört.
    als messgerät diente ein einfacher spektralanalysator (t-meter mpaa-2),
    der auch das frequenzspektrum des trittschalls anzeigt.
    der schallpegel wurde in dezibel flat, also ohne a-bewertung gemessen, da
    so die tiefen frequenzen genauer gemessen werden können.
    als maß für die dämpfung einer trittschalldämmung wurde die differenz
    zwischen ungedämpftem und gedämpftem aufbau verwendet.


    die frequenzen mit hoher intensität des trittschalls liegen vor allem zwischen 30 und 300hz.
    ohne lärmquelle lag der ruhepegel im unteren zimmer bei 40dB.
    (verglichen mit einer a-bewertung sind die unbewerteten schallpegel
    grob um 30-40db zu hoch, für die dämpfung rechnet sich das aber wieder heraus.
    der ruhepegel im unteren zimmer mit a-bewertung lag unter der messgrenze,
    subjektiv war so gut wie nichts zu hören, geschätzt um 5 dB(A).
    flat werte über 30dB sind also bei stille hörbar, über 40dB kann es auch tagsüber
    gut gehört werden, 70dB sind laut und deutlich hörbar. )


    für diejenigen, die mehr mit prozent angaben vertraut sind:
    20dB dämmung entspricht einem faktor 10, also 90%; 40dB entspricht 99%.



    (1) trittschall von e-pads, ohne dämmung, gemessen im unteren zimmer;
    jeweils bei schneller schlagfolge: zweihändig, einhändig ("-" = keine messung)


    messwerte:
    - kd8+dw7000 kick 70 70
    - fd8 hh pedal 65 -
    - cy5 hihat 55 52
    - cy8 crash 51 48
    - cy12 ride 52 48
    - pd125 snare - 55
    - pd85 tom1 50 47
    - pd85 tom2 - 55
    - pd85 tom3 - 53
    - pd105 tom4 56 50


    interessanterweise verursachen die meshheads einen vergleichbaren, teils sogar
    höheren trittschall als die gummipads der cymbals.
    auch das hi-hat pedal erzeugt einen hohen trittschall.
    das kickdrum pedal ist erwartungsgemäß am lautesten.


    (2) podestkonstruktionen
    schallquelle: klopfmassgegerät mit gaffa auf einer holzplatte montiert.
    messungen jeweils raumschall in 1m abstand, trittschall im unteren zimmer.
    in der dritten spalte die differenz zum ungedämmten aufbau, also die dämmung.


    legende:
    - s = schaumstoff 9cm
    - d = schaumstoff 1cm
    - p = holzplatte fichte 3cm
    - t = velour teppich
    - r = matratzen federrost, ungekehrt, auf holzlatten aufgelegt
    - b = ganze tennisbälle
    es beudeutete also zb "tps": (klopfmassgegerät mit holzplatte),
    teppich, dann holzplatte fichte 3cm, dann schaumstoff 9cm,
    (dann velourteppich, dann zimmerdecke).


    messwerte:
    ungedämmt 75 63 0 [48 dB(A)]
    tps 81 52 11
    tpdps 79 50 13
    tpr 79 49 14
    tpss 80 49 14
    tpb 77 47 16
    tpsps 79 51 17
    tss 74 44 19
    sss 74 44 19


    die unterschiedlichen raumschall werte rühren von der unterschiedlichen
    resonanz der konstruktionen, die die schallquelle im zimmer lauter oder
    leiser (und meist dumpfer) erscheinen lassen.
    sss ergibt subjektiv die beste dämmung, bei der die schallquelle kaum noch
    hörbar ist. die konstruktionen tss und sss sind aber in der praxis nicht
    als podest einsetzbar, da keine auflageplatte vorhanden ist.
    tennisbälle bilden eine sehr einfache, aber recht wirksame dämmung.



    (3) mds-9 auf halben tennisbällen
    die 4 standrohre des mds-9 wurden auf halbe tennisbälle gestellt,
    schnelle schlagfolge zweihändig.


    messwerte: alle werte liegen unterhalb der messgrenze ( 40 dB ).



    (4) dämmung der fußmaschine und des kickdrum pads
    gemessen wie immer im zimmer darunter, unter der dämmkonstruktion
    jeweils der velour teppich.
    die messungenauigkeit beträgt geschätzt um 3dB, da die pedale nicht
    immer ganz genau reproduzierbar gleich fest getreten wurden.


    messwerte:
    ungedämmt 70
    Teppich 61
    Teppich 2x 59
    Teppich 3x 57
    Teppich 4x 55
    Teppich 6x 54
    Teppich 2x Spanplatte Gummischaum 56
    Teppich Fliese Holzplättchen 58
    Teppich Fliese Teppich 59
    Teppich Gummischaum Holz 52
    Teppich Gummischaum 57
    Teppich Holz Gummischaum flächig 54
    Teppich Holz Gummischaum geringflächig 53
    Teppich Holz Gummischaum punktuell 44
    Teppich Spanplatte Gummischaum 60
    Teppich Spanplatte Holzplättchen 55
    Teppich Spanpl. Teppich Gummischaum pu. 56
    Teppich Spanplatte Teppich 58
    Teppich Schaumstoff 3cm 66


    eine echtholzplatte ergibt eine bessere dämmung als eine spanplatte.
    eine punktuelle auflage auf einem weichen schaum ergibt die beste dämmung.
    bei dieser weich gelagerten konstruktion "schwimmt" die fußmaschine etwas,
    lässt sich aber immer noch gut spielen.



    zusammenfassung:
    für eine effektive dämmung scheint eine weiche und punktuelle lagerung auf einer
    schwingungsarmen platte ideal zu sein.
    die größte lärmquelle für den trittschall bildet das kick drum pedal, dicht gefolgt
    vom hi-hat pedal. deren dämmung ist also besonders wichtig. für das rack genügt eine
    etwas geringere dämmung.
    eine einfache lagerung des drumracks auf halben tennisbällen ist dafür sehr effektiv.
    in verbindung mit weich und punktuell gelagerten pedalen kann auf einfache art
    eine wirksame dämmung ( 25dB ) hergestellt werden, die so gut wie oder sogar besser ist,
    als die dämmung durch eine podestkonstruktion.
    durch die dämmungen stehen pedale und rack ein paar zentimeter höher, was man leicht
    durch höherstellen des hockers ausgleichen kann.


    die obigen ergebnisse basieren natürlich auf einer speziellen ausgangslage, aber können
    anhaltspunkte dafür geben, wie mit einfachen mitteln eine möglichst effektive dämmkonstruktion
    hergestellt werden kann.

  • Yup. Much appreciated. :)

    Mein E-Set: Diamond Electronic Drums :love: 12x5" Snare, 16x12" Bass Drum & 4 open-base Toms (2x 10x5", 2x 12x5"); 3x Millenium MPS 400 12" Crash; Yamaha 3-zone 15" Ride; Jobeky 12" Hi-Hat; Roland FD-8 Hi-Hat Controller

  • Hallo Xojafabo,


    herzlich willkommen hier im Drummerforum! Und was für ein Einstand! Wenn Du hier immer so - fast schon Wissenschaftliche Postings - einbringst, dann bist Du mein neuer Held hier! :P


    zusammenfassung:
    für eine effektive dämmung scheint eine weiche und punktuelle lagerung auf einer schwingungsarmen platte ideal zu sein.


    Ich habe hier bei mir Verbundschaum-Blöcke im Einsatz und das scheint nicht die schlechteste Wahl gewesen zu sein.


    Was im diesem Zusammenhang noch recht interessant gewesen wäre, wenn Du bei Deinen Messungen die Möglichkeit hättest zusätzlich mit schweren Steinplatten - punktuell aufgelegt auf Verbundschaum-Blöcke - die Ergebnisse vervollständigen zu können. das täte mich noch sehr interessieren.


    Gruß
    Trommeltotti

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