Kliem Drums Christoph Klee Signature Snare 14" x 4,75"

  • Hallo zusammen,



    auch ich habe mir kürzlich zusammen mit meinem Schwiegervater in spe (daher auch Kliem Drums) eine Snare gebaut und möchte die Entstehung hier dokumentieren! Here we go!



    Im ersten Schritt wurden Kreppband-Streifen auf die Snare geklebt, um die Löcher für die Böckchen markieren zu können.




    Danach wurden die eigentlichen Löcher angerissen, zunächst die Position in der Höhe (siehe nächstes Bild), dann mit einem Zirkel den Abstand zwischen den Löchern.




    Dann konnte gebohrt werden, erst die angerissenen Löcher für die Böckchen, dann wurden die restlichen Löcher für Strainer, Butt und Air-Vent angerissen und gebohrt.




    Nach dem Bohren der Löcher mussten diese meist noch etwas nachgefeilt werden, um die nötige Passgenauigkeit zu garantieren. Wie man sieht: Es passt!





    Danach wurde das Snarebed geschnitten. Hier fehlten mir wirkliche Größen, wir haben es jetzt ca. 1 mm gemacht. Größer hätte man es immer noch machen können. Aber dieser Millimeter macht einen guten Eindruck.




    Als alle Löcher gebohrt und das Snarebed geschnitten war, wurde zunächst das Kreppband entfernt und alle Bohrungen entgratet. Danach wurde der Kessel mit einem leicht feuchten Tuch angefeuchtet. Dies hat den Sinn, dass sich die Fasern aufstellen und so einen Tag später sehr gut abgeschliffen werden können. Das Bild zeigt den befeuchteten Kessel.




    Am nächsten Tag konnte mit dem Lackieren begonnen werden. Wir entschieden uns für Shellack-Politur. Diese wird in unzähligen Schichten ganz dünn aufgetragen. Ich habe mehr als 10 Schichten aufgebracht. Das Bild zeigt das erste Auftragen mit einem Pinsel. Die nächsten Schichten wurden mit einem Stück Tuch aufgetragen.




    Nach dem Lackieren sah der Kessel dann so aus:




    Zum Schutz vor Kratzern und zur weiteren Aufwertung wurde dann noch eine Schicht Renuwell Möbel-Regenerator aufgetragen. Danach sah der Kessel so aus:




    Jetzt konnte alles zusammen gebaut werden. Jetzt die Bilder der fertigen Snare:





    Ich bin mit dem Sound der Snare sehr, sehr zufrieden. Sie ist noch sehr obertonreich, aber mit einem Dämpfungsring drauf ist es perfekt! Die Optik gefällt mir natürlich ebenso gut, die habe ich mir ja selbst ausgesucht. Ich wollte eine möglichst schlichte Snare, die auch zu möglichen anderen Sets passt. Daher auch die normale Holz-Optik.


    Insgesamt hat das ganze Projekt ca. 110 Euro (habe alles bei www.stdrums.de gekauft) plus einige Stunden Arbeit gekostet. Es hat sich aber gelohnt! Aber ohne meinen Schwiegervater in spe hätte ich das nicht hinbekommen, es gibt schon so einige Tricks, die viel ausmachen!


    Über Kommentare würde ich mich sehr freuen!


    Christoph.

  • Wirklich toll!!! gemacht - somit Kompliment an beide ;)


    Ich freue mich auch immer über solche Photos einzelner Arbeitsschritte,
    da ich denke dadurch wird der ganze Ablauf (aber auch der Aufwand) für uns viel plastischer/verständlicher.

  • Hallo Christoph, deine Snare gefällt mir sehr gut! :)
    Allerdings stelle ich mir unter Shellack etwas stark glänzendes mit Tiefenwirkung vor. Liege ich damit falsch oder kommt das bei deinen Bildern einfach nicht so gut rüber?


    Habe auch noch ein paar Fragen zum verwendeten Material:
    Welcher Kessel ist das genau? Keller Maple 14x5,5 (Edith bemerkt die Überschrift leider zu spät...)?
    Waren die Gummiunterlegungen für die Böckchen dabei oder hast du die selbst zuschneiden müssen?
    Wie zufrieden bist du mit der Abhebung? Sieht mir stark nach einer TAMA-Kopie aus.. funktionierst sie auch so reibungslos ;) ?


    Ansonsten herzlichen Glückwunsch!

    Einmal editiert, zuletzt von noVocals ()

  • Mensch, das geht ja schnell hier!


    Drumstudio1: Danke schön! Ich habe extra viele Photos gemacht, weil ich vorher auch keine Ahnung hatte, wie man an so etwas herangeht!


    CUBE: Das Snarebed haben wir mit dem gezeigten Werkzeug gemacht, ich weiß allerdings nicht mehr genau, wie das heißt. Mein Schwiegervater in spe ist Tischlermeister, der hat allerlei Werkzeuge. Ich denke, man hätte es bestimmt auch mit einer ganz feinen Feile feilen können. Die Länge ist etwa so breit wie der Teppich selbst, es läuft aber zu den Seiten aus, ist also dort nicht mehr so tief wie in der Mitte.


    freak-928: Die Gratung ist 45° denke ich, die war allerdings schon fertig, als ich die Snare gekauft habe. Das Snarebed war noch nicht dabei, das hätte extra gekostet. Und da das kein großes Problem ist, haben wir es selbst gemacht!


    noVocals: Die Tiefenwirkung ist schon da, kommt wohl auf den Photos nicht so sehr rüber. Der Kessel ist ein Keller-Kessel in Maple 6-lagig. War ein Reststück beim Gerd Stegner und daher relativ günstig. Mir kommt die niedrige Höhe allerdings sehr gelegen, weil mir hoch klingende Snared besser gefallen. Die Abhebung funktioniert tadellos, an der habe ich auch nicht zu sehr gespart.

  • Geile Snare mich würde der klang mal intressieren hast du ne möglichkeit die aufzunehmen?


    Abgesehen vom Preis alleine das man die Snare dann selber zusammen gebaut hat und sie auch nach wunsch lackiren kann ist toll. Obertonreich ist schonmal gut da ich eh vorhatte mir eine etwas obertonreichere Snare ins Set zuholen mal schaun evtl wirds ein selbsbau kit wenn der Sound überzeugt.


    Liebe Grüße Michael

  • Zitat

    Original von Pain in Shadow
    mal schaun evtl wirds ein selbsbau kit wenn der Sound überzeugt.


    Das ist ja genau das "Problem" bzw. auch der Kick beim Snare-Selbstbau: Du weißt im Vorhinein nie genau wie sie klingen wird!

  • Zitat

    Original von noVocals


    Das ist ja genau das "Problem" bzw. auch der Kick beim Snare-Selbstbau: Du weißt im Vorhinein nie genau wie sie klingen wird!


    Auch wieder wahr wäre natürlich dann nochmal ein grund mehr sich eine zubauen ;)


    Liebe Grüße Michael

  • Hut ab........... =)
    Sehr saubere Arbeit.
    Viel Spaß mit dem neuen Teil.

    " Alles lesen zu können, was Du spielst, alles spielen zu können, was Du liest, alles aufschreiben zu können, was Du hörst, und alles vergessen zu können, um "frei nach Gefühl" zu spielen, das sollte Deine höchst erstrebenswerte Fähigkeit als Schlagzeuger sein."
    -Siegfried Hofmann-

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