Rund ums 2BOX DrumIt5 von den ersten Erfahrungen bis heute

  • Webfox, toller Bericht. Vielen Dank für Deine Mühe und viel Spaß mit Deinem neuen Set.


    Bei dem ganzen Hype um das 2Box fällt eine Sache doch auf:
    Irgendwie ging es mir beim Lesen bisheriger Berichte so etwa wie bei einem Testbericht in einer "Fachzeitschrift". Da werden im Text auch immer jede Menge Details durchaus kritisch bewertet oder gar als unzulänglich beschrieben, aber das Fazit fällt am Ende dann doch überwiegend positiv aus. Bei den Zeitschriften liegt das sicher daran, dass man einerseits die Hersteller (Anzeigenkunden) nicht vergraulen darf und andererseits die meisten Redaktionen nur oberflächlich testen können oder sowieso abschreiben. Ich frage mich aber, wieso man dem hier getesteten 2Box Drumit Five soviel Unzulänglichkeit zugesteht. Ist die Frustriertheit über aktuell erhältliche e-drums denn wirklich so groß, dass man beim 2Box Kit für 2000 EUR schon mit einigen tollen Sounds zufrieden ist? Bei mir ensteht jedenfalls der Eindruck, als wenn das Kit eigentlich eher Schrott ist und nur die Sounds wirklich begeistern.


    Dabei sind die Sounds natürlich schon eine sehr zentrale Sache, und hier gibt es für herkömmliche fertige Module sicher noch viel Potential. Aber ich erwarte von einem innovativen Set in der Preisklasse irgendwie auch, dass zentrale Einheiten wie Snare/Toms, HiHat und Becken zumindest tadelos spielbar sind und die gleiche Funktionalität aufweisen wie die seit geraumer Zeit am Markt befindliche Technik. Es kann doch nicht sein, dass ich geile HiHat oder Snare Sounds zur Verfügung habe, aber leider kann die Hardware diese nicht abrufen, sobald ich leise oder halboffen oder sonstwie spiele.


    Und irgendwie habe ich daher den Eindruck, dass hier wieder einmal das Angebot an den Marktbedürfnissen und dem Trend vorbeigeht. Noch ein anderes Pad, noch ein anderes Rack ohne ersichtliche sinnvolle Fortschritte gegenüber bisheriger Systeme - wer braucht das eigentlich? Ich habe jedenfalls noch nirgendwo gehört, dass irgendwer orangefarbene oder sonstwie poppige flache Teller verlangt hat, die dann auch mal ruhig schlechte Rim-Trigger Eigenschaften haben dürfen. Ich bezweifle daher auch, dass sich viele Drummer das 2Box Set kaufen werden, nur um an das Soundmodul zu kommen - dafür ist der Preis schlicht zu hoch. Hingegen wären sicher viele daran interessiert, verbesserte Sounds an vorhandene, gut funktionierende Hardware anzuschliessen. Insofern hoffe ich, dass sich die Hersteller des 2Box darauf besinnen, ihr Soundmodul bzw. die Soundtechnik zu vertreiben und weiterzuentwickeln. Das scheint ihre Stärke zu sein - im Gegensatz zum Rack und den Pads. Wäre ja nicht das erste mal, dass sich eigentlich gute technische Ideen/Produkte nicht erfolgreich durchsetzen, weil sie schlichtweg ungeeignet vermarktet wurden.


    Viele Grüße,
    Kai

  • Hallo!


    Um es nochmal kurz zusammenzufassen: Sounds und Pads begeistern mich wie beschrieben. Rack ist gewöhnungsbedürftig. Was den Sidestick angeht - da konnte mich bisher kein Anbieter überzeugen. Die Pads liefern nicht nur gängige Spielbarkeit, sondern - wie beschrieben - deutlich besseres Triggerverhalten als alle Pads, die ich bisher unter den Fingern hatte.


    Kurz: Als Schrott würde ich es keinesfalls bezeichnen - habe ich auch nicht. Das es noch immer nicht DAS E-Drum gibt bleibt auch mit dem DrumIT weiterhin so. Hinsichtlich des Preises überwiegen alle Fakten meiner Meinung nach im Vergleich mit anderen Sets dieser Preisklasse. Wie immer muss jeder selbst entscheiden.

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  • Ach, das Rack ist doch auch eigentlich einen Nebenschauplatz. Wenn es stört, lässt sich das durch relativ wenig Geldeinsatz durch ein schweres, robustes Rack ersetzen.
    Wenn das Teil gut klingt und sich hinsichtlich Triggerverhalten gut präsentiert, ist das wohl entscheidender.
    Sidestick-Verhalten its leider sehr bedauerlich, das das nicht gut geht.
    Nach wie vor mangelt es an bei den Edrums immer noch an so vielen Dingen, die man an einem akustischen Set machen kann. 3 Zonen an einem Becken sind ja auch eigentlich lächerlich, wenn wir ehrlich sind.
    Aber insgesamt klingt das alles ja schon recht positiv und ich bin gespannt, was los ist, wenn man die Software richtig am Start ist und der Editor zur Verfügung steht.
    Und ja, sie sollten das Modul unbedingt auch einzeln anbieten, denn ich würde dann möglicherweise mein ddrum4 durch das 2Box Gerät ersetzen.
    Modul alleine könnte ja u.U. ein ziemlich interessanter Preis werden, wenn das ganze Geraffel zusamen schon unter 2000€ kostet.
    Wenn die ersten Infos zum neunen Roland Spitzenmodel sich bewahrheiten sollten, dann gibt es ja auch zur Zeit nur einen Hoffnungsträger auf den Markt für eine kompakte Hardwarelösung (um gleichen den Unkenrufen der VST-Computer Fraktion vorzubeugen)


    Zitat

    Ich frage mich aber, wieso man dem hier getesteten 2Box Drumit Five soviel Unzulänglichkeit zugesteht. Ist die Frustriertheit über aktuell erhältliche e-drums denn wirklich so groß, dass man beim 2Box Kit für 2000 EUR schon mit einigen tollen Sounds zufrieden ist?


    Da ist sicher was dran und das sollte vielleicht in einigen Chefetagen anderer Firmen zu denken geben

  • Gut gemacht webfox !!!
    Aber eines verstehe ich einfach nicht. Du erzählst von schlechter ansprache und übersprechungen, andererseits sprichst du von gutem triggerverhalten. Wie passt das zusammen ? Du sagst die haben ein besseres triggerverhalten als alle anderen pads die du gespielt hast, aber ich habe an dem rolandkram solche probleme noch nicht erlebt ! Ich verstehe da bestimmt irgendwas falsch ?

  • Hiho liebe Gemeinde!


    Da ich mittlerweile das 2box auch ausgiebig testen durfte stimme ich eigentlich in allen Belangen mit dem glücklichen Erstkäufer überein, der Testbericht ist mehr als gelungen. Das 2box Teil KÖNNTE zum Td-9 Killer werden wenn:


    1. Die Software auch so funktioniert wie sie eigentlich angepriesen wurde
    2. Einzelheiten des Racks irgendwie verbessert werden (Kugelklammern und eine einfache Eisenstange zur Befestigung der Becken find ich bissl zu unflexibel)
    3. Das Bass Drum Pad als Standalone Teil umfunktioniert werden könnte, da bei heftigen Double-Bass Attacken wirklich jedes Pad mitschwingt
    4. Die Hi-Hat ausgewechselt wird, den die Verarbeitung der Maschine issn Witz!


    Von den Sounds bin auch ich begeistert, wenngleich diese 9% freier Speicher ein wenig dürftig ausgefallen ist. Triggerverhalten war 1a out of the box, auch ohne vorherige Feineinstellung.


    Ich denke die Jungs aus Schweden sind trotzdem auf einem guten Weg v.a. weil sich eine andere Große Firma im Moment nur noch um sich selbst dreht. Nähere Infos folgen heute um 24.00 Uhr :)


    Thx Webfox für den ausführlichen Testbericht, werde einige Kunden mal an Dich verweisen :P


    Grüßle aus Franken!


    Addi

    Das Problem ist nicht das Problem. Das Problem ist Deine Einstellung zum Problem!

  • ja schade, bis auf ein paar gute sounds scheint das teil ja nicht besonders tauglich. crosstalk ist nicht überraschend, die trigger sitzen ja fast an der Aufhängung der Pads. will man das übersprechen weghaben. leidet zwangsläufig die triggersensibilität. hotspots wirds wohl nicht geben, das ist der Vorteil. aber solange wie es keine klaren getrennten rim gibt und außerdem übersprochen wird, fällt die studiotauglichkeit schon mal weg. bleibt der heimbereich und das livespielen, weils da nicht so auffällt


    für mich ist das übersprechen eindeutig kein softwareproblem, sondern ein problem der triggerkonstruktion. bekommt man wohl nur weg, wenn jedes pad nen eignen ständer bekommt

  • Als Schrott würde ich es keinesfalls bezeichnen - habe ich auch nicht.


    Nein, das hast Du nicht und ich habe das auch nicht behauptet. Ich sagte nur, MEIN Eindruck ist, wenn ich einige Berichte lese (nicht nur Deinen), dass die Hardware Schrott ist. Dass die stolzen Besitzer natürlich erstmal das Positive sehen und betonen - das ist nicht nur normal sondern sogar wissenschaftlich belegt.


    Aber ich will hier gar keinem seine Freude an dem neuen Set trüben. Und wenn einer sagt, die Hardware ist eigentlich Mist, aber die Sounds sind mir die 2000 EUR wert, ist das doch auch prima. Ich habe seinerzeit übrigens etwas ähnliches zu meinem TD-12 gesagt - nur umgekehrt: Die Sounds sind bescheiden, aber die Funktionalität und Robustheit der Hardware hat mich immer voll überzeugt. Nur hatte ich seinerzeit nicht den Eindruck, dass es andere Sets mit viel besserem Sound gab. Das scheint sich ja durch das 2Box nun zu ändern - nur leider scheint dort die Hardware eben weit abzufallen gegenüber dem Leistungsstandard anderer etablierter Produkte.


    Letztlich muß jeder selbst entscheiden, was für ihn wichtig ist. Man sollte aber meines Erachtens nicht versuchen, die Schwächen der jeweiligen Alternativen herunterzuspielen und schönzureden. Das bringt der e-drum community nix - nur dem Hersteller.


    Grüße,
    Kai

  • Naja, wer die Hardware über den Sound stellt, sollte sich mal fragen, womit der geneigte Zuhörer primär Musik wahrnimmt...
    Damit will ich die hardwaretechnischen Mängel nicht schön reden, aber eine Aufwiegung Hardware/Sound kann man ja wohl nicht ernsthaft bringen, zudem man ja die Rack-Mängel recht leicht beheben kann
    Täte man dies bei Gretsch Drums, hätte Gretsch nie eine Überlebenschance gehabt...

  • drumdidi
    Es kommt immer darauf an, was man mit dem e-drum machen möchte. Ich spiele e-drums ausschließlich, weil ich zuhause kein lautes Akkustik Set spielen kann. Da ich nicht in einer Band und keine Gigs spiele, muß der Sound für mich nicht perfekt sein - auch wenn ich natürlich trotzdem gerne einen guten Sound habe. Für mich ist das Feeling beim e-drum spielen wichtig und hierfür lege ich nunmal Wert auf robuste Hardware mit akzeptablem Sound. Da ich Hobby-Spieler bin, muß das Set zuverlässig funktionieren - ich möchte nicht auf Updates warten müssen, bis ich etwas gut nutzen kann.


    Andere müssen das natürlich überhaupt nicht so sehen und werden ihre eigenen Schwerpunkte setzen. Das ist vollkommen normal, wobei ich schon der Meinung bin, dass man irgendwie immer etwas gegeneinander aufwiegen muss. Entweder weil es das in allen Belangen perfekte Produkt nicht gibt, oder weil man schlicht nicht das Geld hat und Kompromisse machen muß.


    Aber damit wir nicht aneinander vorbei reden/schreiben: Natürlich kann man z.B. ein Rack leicht austauschen gegen ein besseres. Man sollte dann aber dazu sagen, dass das alte Rack Mist ist bzw. andere viel besser sind. Und dass man in der Hinsicht für sein Geld nix Gutes bekommen hat. Darum geht's eigentlich.


    Grüße,
    Kai

  • Aber eines verstehe ich einfach nicht. Du erzählst von schlechter ansprache und übersprechungen, andererseits sprichst du von gutem triggerverhalten.

    Hallo!


    Wie beschrieben gibt es Übersprechungen nur in Verbindung mit dem Rand der Pads und einer offenen Hi-Hat. Wenn auf den Rand z.B. ein Beckensound gelegt wird, und auf dem Fell ein Tom, hört man einen leichten Beckensound, wenn man das Tom spielt. Ich hatte aber auch geschrieben, das dies ggf. durch Einstellungen zu beheben ist. Wie geschrieben ist der Rand eben nicht 100% von der Schlagfläche entkoppelt, wohl gerade, weil die Trigger so empfindlich sind. Wenn die Hi-Hat offen und nicht getreten ist, kann sie ebenfalls mittriggern. Zum Beispiel wenn die Bassdrum sehr hart gespielt wird.


    Das Triggerverhalten der Pad Schlagflächen ist, wie beschrieben, tadellos. Wo habe ich was mit schlechter Ansprache geschrieben?


    Hinsichtlich der Studiotauglichkeit werde ich bald nähere Infos nachliefern können, da ich auf jeden Fall Aufnahmen damit machen werde. Wenn es klappt, nehme ich morgen Snare, Hi-Hat und Brain mit zur Probe und probiere (insbesondere die Hi-Hat) das Ganze mit "echter" Hardware aus.

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  • Thx Webfox für den ausführlichen Testbericht, werde einige Kunden mal an Dich verweisen :P

    Nicht, das mir noch irgendeine Nähe zu irgendeinem Unternehmen unterstellt wird, nur weil ich neben Kritik auch was Gutes in einem Testbericht geschrieben habe :P


    Aber über Provisionen lässt sich reden 8)

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  • Zitat

    Wo habe ich was mit schlechter Ansprache geschrieben?


    Das habe ich daraus gedeutet dass du sagtest das "leichte schläge nicht abgenommen werden"
    Was ist denn für dich ein leichter schlag ? Lässt sich ein sehr leiser presswirbel ohne aussetzer spielen ? Wenn du den stock aus 5mm fallen lässt, triggert es dann ?


    Zitat

    Wenn auf den Rand z.B. ein Beckensound gelegt wird, und auf dem Fell ein Tom, hört man einen leichten Beckensound, wenn man das Tom spielt.


    Das ist nicht gut. Wie ist das denn bei dem snarepad? wird da auch ein leichter rimshot getriggert wenn man nur das fell spielt ? Klar kann man die empfindlichkeit runter regeln ! Aber dann triggert es leichte schläge ja erst recht nicht .... das sagt mit zumindest mein edrum know how.

  • Leiser Presswirbel lässt sich spielen. Das mit den "5 mm" habe ich noch nicht probiert ;) Das muss einfach selbst ausprobiert werden, denn wie mehrfach gesagt, habe ich ja auch längst noch nicht alle Feinheiten ausprobiert! Die Übersprechungen konnte ich ausschließlich bei Zuordnungen Becken auf Rim feststellen. Bei allem anderen gibt´s keine Übersprechungen so lange man den Rim o. Pad einzeln anspielt.

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  • Hey,


    nur mal so gefragt.


    Da die Trigger wohl am Rand sitzen, gibt es da so etwas wie das "Positional Sensing" (Veränderung des Sounds vom Rand zur Mitte hin) bei Roland?


    Gruß
    RBV

  • Nicht, das mir noch irgendeine Nähe zu irgendeinem Unternehmen unterstellt wird, nur weil ich neben Kritik auch was Gutes in einem Testbericht geschrieben habe :P


    Aber über Provisionen lässt sich reden 8)


    Wirste sicher nicht, war auch nicht so aufgefasst ;) Viel Spass und vor allem Erfolg mit deinem neuen Kit!

    Das Problem ist nicht das Problem. Das Problem ist Deine Einstellung zum Problem!


  • Ja. aber dass wird erst funktionel sein wenn die Rubber heads da sind
    (laut 2Box)

  • Hallo!


    Es hat mir keine Ruhe gelassen daher habe ich den Test überarbeitet, schreibe es hier aber auch kurz auf:


    RIM & Triggereigenschaften:


    Nun, nachdem ich mich ausführlich mit den Einstellungen befasst habe bleibt - entgegen dem Ersttest - nur zu sagen: 100% OK


    Im Einzelnen:


    Es geht doch, den RIM nahezu 100% zu trennen und die Empfindlichkeit so hoch einzustellen, dass ein Pad selbst auf "Streichen" oder von mir aus auch aus 1 mm "Fallenlassen" reagiert. Jetzt konnte ich den RIM so gut trennen, das ein normaler Sidestick (also mit der Hand auf dem Fell) möglich ist!


    Ebenso konnte ich jetzt Becken auf den RIM legen ohne, das z.B. das Tom überspricht.


    Schließlich hat das auf der MM auch funktioniert, also musste es möglich sein ;)


    Einstellmöglichkeiten z.B. wie folgt: Unit > TRIG > Gain > Thres (Sidestick z.B. Gain auf 20 und Thres auf -25)


    Wie der Name (eigentlich) schon sagt regelt Gain die Lautstärke und Thres die (Anschlags-) Empfindlichkeit. Wenn man nun mit den RIM Einstellungen und dem zugehörigen Pad etwas experimentiert, bekommt man die saubere Trennung hin. Ich hatte ja auch im Test geschrieben, dass ich die Empfindlichkeitseinstellung zunächst nicht gefunden habe.

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