das machen wir später...

  • Interessantes Interview. Ich weiß nicht, ob ich alles richtig verstanden habe, aber die Hauptaussage scheint zu sein: "Lernt, euch auf das Wesentliche (die Performance, das Arrangement der Musik, Euer Handwerk) zu konzentrieren, statt später alles mit digitalen Aufnahmemedien 'begradigen/bereinigen' zu wollen." Oder?


    Flo

  • ... ich weiß ja nicht was Du da für eine Möhre hast ... ich kann hier gleichzeitig den Beitrag ansehen, in einem anderen Fenster Matz antworten, ein drittes Fenster zeigt mir meine eMails usw. Da musst Du mal in moderne Technik investieren ... *grins* ...

  • @ rlp: Der Punkt war eher, dass Matz um 14.59 den link zu einem achtminütigen Video gepostet hat und Du bereits vier Minuten später das Video kommentiert hast.
    Aber vielleicht kann ein schneller Rechner das Video doppelt so schnell abspielen (8/2=4).
    Ist eigentlich auch egal :whistling:
    Gruß, Martin

  • Sehr sehr richtig.


    Hatten zufälligerweise Montag und Dienstag nen Recordingworkshop an der Uni wo es genau darum ging. Die Performance ist wichtig und den Sound machen in erster Linie die Musiker. Die Aufnahme muss schon Roh fett sein und fertig klingen und der Rest ist nur der goldene Schliff. Aus Scheiße kann man nur begrenzt Gold machen...

  • man muss das wirklich im musikalischen kontext betrachten. im großen und ganzen ganz eindeutiges: ja klar!
    allerdings im modernen metalbereich traurigerweise so gut wie nie umsetzbar. grade wenn man mal als gastengineer bei großproduktionen für metalblade records dabei ist und sieht dass der drummer keine 4 takte gradeaus und kein fill sauber spielen kann..
    namen fallen natürlich keine ;)

  • dann soll das auch keine platte werden. früher hat man musik aufgenommen, die fanden mache warum auch immer so gut, das sie die platte gekauft haben. heute repariert man solange herum, bis das image zum ton passt. wird dadurch die musik besser? kein stück. nach den protools-masstäben gäbe es u2 nicht. the police auch nicht. the clash nicht. miles davis sowieso nicht. tony williams wäre nie geboren worden. wo ist die musik bei dem ganzen ?

  • Man sollte sich als Junge Band auch immer mal die Frage stellen wofür man eine Aufnahme macht, bevor man ohne Erfahrung mit mittelmäßigem Zeug und mittelmäßigen Fähigkeiten höchstens mittelmäßig eine Platte aufnimmt und erwartet, dass das Zeug dann auf Platte geiler klingen soll als im Studio.


    Für ne Bewerbung reicht auch ein Mikro im Probenraum, vor dem sollte man dann erstmal lernen eine gute Aufnahme zu machen. Das ist nämlich wesentlich komplizierter als wenn man sich alles im Studio hinwurschteln lässt.

  • Danke Matz - ein wunderbarer Link!


    Die Kernaussage ist meines Erachtens auch: eine gute "Aufnahme" wird nur aus einem guten "Take" gemacht - ein Mix kann die Balance ändern und den Klang - aber der Take bleibt so gut oder schlecht, wie er war.


    Dazu kommt aber heute einiges - im digitalen Zeitalter. Carl Beatty hat es auch angesprochen - seine Meinung dazu ist eben konservativ (meine übrigens auch - nur, dass mich da im folgenden keiner mißversteht! ;) )


    Das erste wäre, dass viele Instrumente gar nicht mehr "aufgenommen" werden, sondern programmiert (auch wenn das "Programmieren" im Falle von Keyboards oder E-Drums oft in der Aufzeichnung der Midi-Daten eines Takes besteht)


    Seit es Beat-Detective, Elastic-Audio bzw. Flex und all den Kram gibt kommt hinzu, dass zwischen "Take" und "Mix" erst mal der Edit steht. Hier werden Daten zurecht gerückt: Quantisiert, auf Groove-Templates angepasst, Tonhöhen korrigiert etc. das geht halt heute alles! Und wenn eine Band einen guten Take nicht hinbekommt, weil beim Wechsel auf eine Dur_Kadenz der Bauch sagt: "werd schneller" oder weil man zu faul war zu üben und die einfachsten Läufe holprig daher stolpern..... dann fixt man es lieber im Edit!


    Klar ist die Auffassung, dass solche Bands lieber keine Platte machen sollten, richtig - dann gäbe es nämlich keine Metallica-Platten (auf die ich ja jederzeit verzichten könnte - mir wird nämlich schlecht wenn ich die miesen Gitarrensoli hören muss......) :D


    Aber man kann heutzutage Drumtakes im Comping-Verfahren zusammenkleben, einzelne daneben gegangene Beats mit Elastic-Audio/Flex korrigieren und das mies gestimmte Drum mit einem Drum-Replacer gegen erstklassige Samples ersetzen..... schlechte Sänger werden mit Melodyne zurechtgerückt und all dies mehr......


    "We fix it in the Mix" bedeutet heutzutage "We fix it in the Edit" - die Aussage war aber (leider) noch nie so richtig wie heute.....

  • Seit es Beat-Detective, Elastic-Audio bzw. Flex und all den Kram gibt kommt hinzu, dass zwischen "Take" und "Mix" erst mal der Edit steht. Hier werden Daten zurecht gerückt: Quantisiert, auf Groove-Templates angepasst, Tonhöhen korrigiert etc. das geht halt heute alles! Und wenn eine Band einen guten Take nicht hinbekommt, weil beim Wechsel auf eine Dur_Kadenz der Bauch sagt: "werd schneller" oder weil man zu faul war zu üben und die einfachsten Läufe holprig daher stolpern..... dann fixt man es lieber im Edit!

    Das Ergebnis entscheidet. Wenn am Ende Musik rauskommt, die mich berührt, ist mir schnuppe, wie das passiert. Daß es eine Band evtl. dann live nicht bringt, ist eine andere Geschichte. Aber deswegen wird die Studioversion ja nicht schlechter und sie berührt mich deswegen nicht mehr oder weniger. Beispiele für dolle Live-Überraschungen gibt es ja zu Hauf. Glenn Gould hat sich seine Studioversionen auch aus x Schnippeln "zusammen gebastelt". Das ist auf einem recht hohen Niveau auch nichts anderes, oder? Wir sehen das vielleicht zu sehr aus der Sicht des Handwerkers. Aber ich bin selbstverständlich inkonsequent (wie fast immer!), denn es gibt Bereiche, da möchte ich keine Edits haben. Wenn ich ein Studioplatte von Metheny, Haden und deJohnette höre, will ich das so haben, wie sie's gespielt haben. Mit allen menschlichen "Unzulänglichkeiten", weil das hier integraler Bestandteil der Musik selbst ist. Und wenn deJohnette irgendwann mal klingt, wie eine Drummachine, mache ich die Anlage aus. Für immer.


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • dann soll das auch keine platte werden. früher hat man musik aufgenommen, die fanden mache warum auch immer so gut, das sie die platte gekauft haben. heute repariert man solange herum, bis das image zum ton passt. wird dadurch die musik besser? kein stück. nach den protools-masstäben gäbe es u2 nicht. the police auch nicht. the clash nicht. miles davis sowieso nicht. tony williams wäre nie geboren worden. wo ist die musik bei dem ganzen ?


    Hallo Matz,


    dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Ich habe auch immer wieder die Diskussion mit meinen Kollegen, wenn sie was nicht gerade spielen, dass mann das ja wohl mit der Technik zurechtbiegen kann. Ich denk genau das ist der falsche Ansatz. Deswegen klingt das meißte Neue irgendwie immer gleich. Wenn die Musiker Ihre Instrumente nicht beherschen bzw. Ihre Songs nicht ordentlich einspielen können, dann sind falsch am Platz ! Zur Info, bei Frankie goes to Hollywood wurden die ersten Alben auch nicht persönlich eingespielt, weil man Sorge darum hatte, dass die Jungs es nicht hinbekämen.


    Gruß,
    Thomas


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    Es ist nicht das Essen zwischen Weihnachten und Neujahr, das dick macht, sondern das Essen zwischen Neujahr und Weihnacht

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