Live - Live zocken wir unsere Songs immer zu schnell :( Kennt ihr Tips & Tricks um dem Abhilfe zuverschaffen?

  • Ja klar, das war auch schon immer so. Trotzdem hätte doch früher keiner live mit Click gespielt. Oder meine ich das bloß?


    :D Noch früher gabs auch keine Schlagzeuge... :P


    Nee, ist schon klar.
    Früher wurde nicht mit Klick gespielt.
    Ehrlich gesagt haben wir früher auch nicht daran gedacht, Gehörschutz zu verwenden.
    Und Doppelhufpedale gabs auch keine...

  • Also Gehörschutz und Doppelpedal gehörten auch zu meiner damaligen Ausrüstung, genau wie ein Metronom. Nur hab ich letzteres noch dazu benutzt, um mein eigenes Gefühl fürs Timing zu trainieren, um die Songs dann auch live vernünftig spielen zu können. Aber auf der Bühne kommt dann der Adrenalin-Kick, und man spielt es schneller - so what? Wenn ich timing-schwach bin, dann muss ich halt dazu stehen oder eben nicht auf die Bühne gehen. Wenn ich ohne Stützräder nicht fahren kann, mach ich auch nicht bei der Tour de France mit, oder?


    Ich denke, heute ist vieles besser als früher, aber manches lässt mich halt den Kopf schütteln. Rock-Musik mit Click auf der Bühne? Wenn es nicht unbedingt nötig ist, wegen Sequencer oder so, dann finde ich es ziemlich peinlich.

  • aber manches lässt mich halt den Kopf schütteln. Rock-Musik mit Click auf der Bühne?


    so sehe ich das auch...


    was mich aber echt nervt, daß ich die songs live nicht so geil spiele, wie im Proberaum (mit oder ohne Click)...und das obwohl ich die songs in und auswendig kenne...
    Unterschwellige Fehler & Unsauberkeiten passieren mir live immer hier und da...Damit meine ich Fehler die nur ich höre. fürs Publikum isses anscheinend immer cool.
    ich bin live nicht nervös, sondern einfach unter adranlin, und spiele mit ziemlicher energie und power, sodaß es für mich im nachhinein gehetzt wirkt...

  • @MaxPain


    Für mich liest sich das so, als hättest du einfach gewisse Ansprüche an deine Performance, und das ist super. Ich will auch die Bedeutung vom richtigen Tempo nicht kleinreden. Vielleicht seh ich das ja auch viel zu oldschool, aber aus meiner Sicht ist der Click dazu da, Timing zu lernen, und wenn man damit fleißig geübt hat, braucht man es auf der Bühne nicht mehr. Genauso wie Noten dabei helfen, ein Stück zu lernen, aber bei Rock&Roll nix mehr auf der Bühne verloren haben.


    Letzten Endes darfst du dir das aber weder von mir noch von irgendeinem anderen Honk erzählen lassen! Wenn du davon überzeugt bist, dass die Show mit Click aufm Ohr besser kommt, dann mach das, um Gottes Willen!

  • Es zeichnet eben Könner aus, dass sie live mit Klick spielen und trotzdem abgehen können oder auch nicht, je nach dem, was der Song braucht. Wir haben dieselbe Feststellung live machen müssen, haben dann die Tempi bei der Probe geochst bis zum Umfallen, nur um live wieder zu scheitern. Seit ca. eineinhalb Jahren spielen wir nun konsequent mit Klick, nicht, dass die Time schon perfekt wäre, aber sie hat sich drastisch verbessert, was Groove und Feel sehr zugute kommt.


    Anfangs habe ich den Klick vom Metronom abgenommen, eingezählt und dann optisch kontrolliert. Das blieb ziemlich fehlerbehaftet. Dann habe ich mir offene Ohrhörer besorgt, wie sie für mobile Geräte angeboten werden. Der Klick lief akustisch durch. Das war die Wende. Ein Versuch mit geschlossenen Systemen habe noch während des Gigs abgebrochen. Ich wurde zur musikalisch autonom agierenden Einheit, die nur noch auf dem Klick war. Da die anderen keinen hörten, konnten sie das nicht ausgleichen. Mittlerweile habe ich nur noch links einen Hörer auf dem Ohr und kann rechts die Band hören. Das erscheint momentan als beste Lösung. Ich habe mir nun von Beyerdynamic einen Einohrhörer bestellt, wie er für Simultan- und Führungssysteme eingesetzt wird. Der ist laut und soll sehr gut klingen. Leider hat er eine lange Lieferzeit. Mal sehen, wie es dann mit dem geht.


    Apropos Einzählen: Eddy Marron vertritt in seiner Rhythmusschule die Ansicht, dass praktisch in allen Ensembles falsch eingezählt wird. Physiologisch sei es am besten zwei Takte Realtime einzuzählen; keine Mischungen aus Half- und Realtime, oder, noch schlimmer, einen verstümmelten Halbtakt. Studien, die er leider nicht nennt, hätten ergeben, dass zwei Takte Realtime das Mindeste seien, um das Ensemble in das gleiche Tempofeel zu bringen. Wir haben es ausprobiert: Auf uns trifft es zu. Seit ich so einzähle, trifft die Band das Tempo viel exakter und bringt den Song schneller zum Grooven. In der Probe hat die Methode den Vorteil, tempofalsch gespielte Auftakte, eine häufige Ursache falscher Tempi, besser und genauer erkennen und damit korrigieren zu können.


    Fazit: Mit permanentem Klick proben und auftreten. Beim Üben (Marron) sollte der Klick immer mal wieder ausgeschaltet werden, um die innere Uhr zu überprüfen, zu schulen und zu verbessern. Ganz abzuraten ist dabei vom "optischen Klick", weil er die Ausbildung der inneren Uhr nicht nur behindert, sondern sogar völlig vereiteln kann. Kluger Mann, dieser Marron.

  • @ Ronos:


    findest Du es denn Live nicht irgendwie doof, das "Piepen" vom Klick zuhören?
    Kannst Du den Auftritt da noch genießen?
    Oder bist du lieber nachm Auftritt happy, wenn Du weisst bzw. an Mitschnitten hörst, wie geil du gezockt hast, anstelle während des Gigs, wo du nur "arbeitest".
    Ich selber hab noch keinen Draht dazu gefunden, live Spaß am Click zuhaben...Zumal unser Click programmiert ist gespickt mit reichlich Tempi und Taktwechseln...Sprich einmal raus --> Song abbrechen...


    In der Hinsicht kotzt es mich an Drummer zu sein. Wir müssen uns eh immer den Arsch für die Band aufreißen, und jetzt noch Live mit Click, während die anderen Party machen können ?(

  • An den Klick habe ich mich gewöhnt, wenn es gut läuft, höre ich ihn eh nicht. Das ist mir lieber als irgendwelche Diskussionen oder verhunzte Aufnahmen. Wenn jedoch Präzision mir keinen Spaß macht, dann würde ich ohne Klick spielen.
    Dass wir trotz Klick abgehen, könnte das hier als Beweis dienen:
    live

    Wer leichter glaubt, wird schwerer klug!

  • eine allgemeine Sache noch:



    ich zocke so gut wie nie mit Gehörschutz....
    Im Proberaum halt mit den Sennheiser HD-25 geschlossenen, um mit Click zuspielen. Zusätzlich zum Click gebe ich mir dann in angepasster Lautstärke das komplette Set (komplett abmikrofoniert) und die Gitarren auf die Ohren.


    Wäre das vllt. mal eine Idee Live mit Gehörschutz zuspielen (hab sogar noch solche angepassten, aber nie live ausprobiert). Eventuell zockt man ja "cooler & grooviger" wenn es nicht so brachial laut ist?????

  • Dass wir trotz Klick abgehen, könnte das hier als Beweis dienen:
    live


    ....ja wir machen halt etwas härtere Musik, und am Schlagzeug sehe ich dann eher so aus:
    http://www.youtube.com/watch?v=n_BmeBfV-O4
    (also wie Animal, nicht buddy rich ;)
    ...so will ich aber live auch agieren, weils mir Spaß macht...da würde mir der Kopfhörer direkt vom Kopf fliegen...
    wenn ich doch nur perfekt spielen könnte bei selbiger stage performance...

  • Wenn jedoch Präzision mir keinen Spaß macht

    ...vllt. ist das der Knackpunkt...Live einen "Kick" durch Präzision zubekommen...
    Eigentlich ist mir Präzision genauso wichtig wie purer Rock`n`Roll und einfach loszuzocken, und abzugehen wie Schmitz Katz`...
    Ist nur momentan so, das live immer das "Tier" in mir siegt, und ich draufloszocke, zum leidwesen des Tempos und einzelner Sauberkeiten und Details...
    Während des Gigs ist es mir scheißegal, solange die Leute gut abgehen, nur wenn ich Mitschnitte höre, wirkt es stellenweise sehr ernüchternd, und ich frage mich für mich selber, was haste dir den dabei gedacht???
    Wir als komplette band denken eigentlich so, und selbst nach einem gig denken wir das es gut gezockt war, bis die Aufnahmen einen in die Realität zurückholen

  • Ich benutze eine Rassel als Clicksound: Das nervt nicht / tut nicht weh, klingt musikalisch im Kontext und lässt einem noch jede Menge Freiheiten (weil der Impuls selbst ein wenig verwaschen ist).

    "Just beat the devil out of it." - Bob Ross

  • braindead-animal
    Prima Mucke, aber mit Rock&Roll hat das ja nicht viel zu tun. Bei so nem Projekt oder in irgendeiner Cover-Truppe finde ich das exakte Tempo auch wichtiger als naturbelassene Härte. Was ich schrieb (und bei MaxPain vermute ich eine ähnliche Ausrichtung) bezog sich auf richtigen Lärm mit verzerrten Gitarren und vollgedröhntem Publikum.


    @MaxPain
    Gehörschutz würde ich aber dringend empfehlen! Mit den Ohren ist nicht zu spaßen...

  • Warum soll ein Klick oder auch Noten oder Notizen nicht zum Rock'n Roll gehören oder gar peinlich sein?? Gibt es da ein un- oder gar geschriebenes Gesetz?


    Ich hab auch jahrelang ohne Klick gespielt. Jetzt seit gut 2 Monaten proben wir mit Klick. Es gibt sicherlich hie und da Differenzen obs gut oder nicht gut ist. Ich komme auch noch immer nicht in jeder Situation klar und es wird sicherlich auch seine Zeit dauern, weil ich erst nach so langer Zeit damit angefangen habe. Noch ist nicht geklärt, ob ich den Klick auch live einsetze. Ich war anfangs strickt dagegen, aber so langsam langsam gewöhne ich mich an das Teil und muß zugeben es macht in gewissen Situationen auch richtig Spass die Herausforderung mit der Klickmaschine. Es macht Spaß die Gitarristen einbremsen zu können und nun auch einen Beweis zu haben, daß sie zu schnell sind. Die Zukunft wird es zeigen wie es weitergeht.


    Nur gewaltig nerven mich Kommentare wie zu Rock gehört kein Klick oder keine Noten. Das erinnert mich immer wieder an: wie du hast kurze Haare? Ah dann bist du kein "echter" Rocker... bla bla... Wenn es sich für einen gut anfühlt, man damit zurecht kommt und keinen anderen stört, darf wohl jeder tun und lassen können was er mag.

  • MaxPain187


    Am Anfang war der Klick fremd, gewöhnungsbedürftig, aber zu keinem Zeitpunkt doof. Mal zum Grundsätzlichen: Ich trete nicht auf, um den Auftritt zu genießen. Ich trete auf, weil ich Teil eines Ensembles bin, das auftreten will. Dieses Ensemble verfolgt mit seinem Auftritt Absichten: - Den Leuten Spaß zu bereiten, sie zu unterhalten. - Selbst Spaß zu haben, an dem, was man tut bzw. zustande bringt, und am Spaß der Leute; ohne den kann man auch im Proberaum bleiben. - Absicht ist es nicht, sich narzisstisch zu produzieren: Seht her, was wir für tolle Hechte sind! Wenn das gegeben ist, sollte man zu DSDS oder besser zum Arzt gehen. Wir (Ich) verstehen uns als Musiker und als Unterhaltungshandwerker. Also besteht da ein Leistungsanspruch, nämlich die vertretene Musik so gut als möglich darzubieten, den wir an uns selbst richten. Andererseits ist es so, dass das Publikum Aufwand auf sich nimmt, kommt, Eintritt bezahlt, unterhalten werden will, kurz: eine gute Zeit haben will. Wir hingegen haben uns gegenüber dem Veranstalter anheischig gemacht, dies zu leisten. Deswegen hat mit uns kontraktiert und zahlt unsere Gage. Also hat auch er einen Leistungsanspruch an uns, den wir zu befriedigen haben. Damit sind wir wieder bei Qualität und somit u.a. auch beim Klick.


    Bleib' ruhig und sei geduldig. Trommeln ist eh schon sauschwer und zu Beginn wird es mit Klick nicht leichter, soviel steht fest. Aber: Wenn du die Anfänge überwunden hast, wirst du gelernt haben, ihn zu schätzen und wirst nur ungern ohne ihn sein wollen. Außerdem wirst du gelernt haben, dann auf den Klick zu hören, wenn du ihn brauchst. Ansonsten läuft er nebenher und stört nicht. Er ist aber so nett, dir jederzeit die Kontrolle deiner selbst bzw. der Band zu ermöglichen. Ist doch klasse, oder nicht?


    "In der Hinsicht kotzt es mich an Drummer zu sein. Wir müssen uns eh immer den Arsch für die Band aufreißen, und jetzt noch Live mit Click, während die anderen Party machen können."
    Für mich ist das die falsche Einstellung. Trommler ist wie Torwart oder Linksaußen, meistens aber beides. Man muss in gleicher Weise begabt wie auch bekloppt sein, um den Job zu machen. Wenn du damit ein Problem hast, wie wär's denn mit Knödel-Kermit, zupfendem Hustinettenbär oder Klangschalenpolierer, sind doch auch ehrbare Beschäftigungen, oder? Nein, im Ernst: Wenn man im vernünftigen Durchschnitt trommeln will, muss man bereit sein, die Frustration, die Anstrengung und auch die Härte gegen sich selbst und etliches mehr, in Kauf zu nehmen. Wenn man das nicht kann oder nicht will, muss man eben 'was anderes machen. Du könntest ja auch als Pomadenwallach über den Golfplatz galoppieren und Omas in die Bunker schubsen, beispielsweise. Ich fürchte, auf Dauer wird dir nichts helfen, als den Klick in dein Spiel zu integrieren, d.h. zu lernen damit umzugehen. BPM sind nun mal Schei*füsigg, also wirf es an, das Maschinchen.

  • click wise habe ich schon viel ausprobiert...leider komme ich nur mit dem penetranten "beep" click klar. Er setzt sich am besten durch, und nur bei ihm behalte ich die Orientierung.
    Gerade bei Metal (mit tempi und taktwechseln) brauche ich einen extrem cuttenden Click, der klare Hitpoints setzt....(wenn ich denn dann live mit click spiele natürlich, was ich bis jetzt wie gesagt nur 1x mal gemacht habe, da unser sänger krank war, und die vocals vom Band kamen - lief astrein, auch die anderen musiker kamen damit klar, aber ich konnte eben nicht wirklich abgehen dabei, wie ich es normalerweise tue)...


    Was mich persönlich live eben am click stört sind:


    - Anspannung (davor wenn man rauskommt, und den Song abbrechen muss - wie gesagt bei uns tempi und taktwechsel im click)
    - Kopfhörer (ok, wären durch inear noch lösbar)
    - nerviges Clicken, obwohl man live doch nur draufhauen möchte


    --> letzteres ist bei mir ne ganz klare Grundeinstellungssache, bei der ich der Meinung bin das ein Click im Rock live nichts zusuchen hat...


    Habt ihr Ideen, wie man sich besser auf "eichen" kann, sodaß man selber zum Click wird...Abgesehen davon noch mehr mit Click zuüben..Das tue ich schon zugenüge...

  • Ich trete nicht auf, um den Auftritt zu genießen.

    ...das sehe ich eben anders...ich meine den Aufwand den wir als Band betreiben, ist nichts gegen den Eintritt den das Publikum zahlt.
    Sprich dann will ich live auch auf die Kacke hauen, und Spaß haben...


    Trommeln ist eh schon sauschwer und zu Beginn wird es mit Klick nicht leichter

    um es nochmal zubetonen....ich spiele sehr sehr sehr sehr sehr viel mit Click im Proberaum alleine und auch auch auf den Proben (das auch gerne, und auch ohne Probleme)....Leider macht sich das bei mir live noch nicht wirklich bezahlt...
    Es wird zwar besser, aber nicht so wie ich es gerne hätte....perfekt spielen, und trotzdem eine gute Show abliefern ist mein Ziel..
    Denn man darf auch nicht vergessen, das die Leute auch optisch was sehen wollen...Ich persönlich mochte noch nie Bands die nur wie Pappfiguren auf de Bühne rumstehen, und ihre Musik nicht mit der nötigen Energie und Performance rüberbringen...Gerade im Rock und Metalbereich finde ich das auch äußerst wichtig....

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