Völlig unbedenkliche Stoffe beim Drumkesselbau?

  • Ich habe von Chemie keine Ahnung, deswegen ohne Ironie die Überschrift mit Fragezeichen.


    Seit ca. 2 Jahren fällt mir auf das manche Drum-Hersteller bei einzelnen Lagen oder bei Klebern für Holzlagen oder zum Versiegeln von Kesseloberflächen wieder deutlicher auf Phenol, Melamin und Polyurethan setzen.


    Ich möchte kein großes Faß aufmachen, aber wir haben im Forum schon wesentlich unwichtigere Dinge diskutiert und mich würde es brennend interessieren, wie Menschen die vielleicht fachlich/beruflich mehr von Chemie bzw. Biochemie verstehen, die verstärkte Verwendung bzw. die "Renaissance" dieser Stoffe im Drumbau bewerten.


    Meine gewisse Skepsis bis kritische Zurückhaltung bezüglich mancher dieser Stoffe, wird man herauslesen. Ich kenne viele Drummer mit diversen Atemwegsproblemen und hoher Allergie-Sensitivität bzw. diversen Prädispositionen und Vorerkrankungen und gerade auch in Hinblick auf jene, würde mich interessieren ob chemisch gebildetere Menschen dazu etwas sagen können in Bezug auf obengenannte Stoffe.


    Ich befürchte laienhaft manchmal ob etwas obengenannter Stoffe im normalen Alltag herausdiffundieren könnte? Oder ist im normalen Temperaturbereich und normalen Spielbetireb wirklich alles obengenannte unbedenklich?

  • Interessante Fragestellung. Ich hatte immer schon eine gewisse Leidenschaft für Chemie, in jungen Jahren vorwiegend für die Herstellung von Sprengstoffen, später für die Struktur psychoaktiver Substanzen.


    Polyurethan ist ja sehr weit verbreitet, die meisten kennen vermutlich Bauschaum, auch PU-Schaum, wird aber auch in Lacken und Klebstoffen verwendet. Das Zeug ist quasi in jedem Gebäude verarbeitet, das nach 1970 errichtet wurde. Wer darauf reagiert, sollte also ständig Probleme haben.


    Melamin, aus dem fast sämtliches Campinggeschirr gefertigt ist, ist kalt einigermaßen unproblematisch, warm allerdings...deswegen haben wir Emaillegeschirr.
    Zitat von der Seite der Verbraucherzentrale: Laut Bundesinstitut für Risikobewertung kam es in Tierexperimenten zu toxischen Wirkungen an der Blase durch Melamin Formaldehyd ist haut- und schleimhautreizend, kann nach dem Einatmen Krebs im Nasen-Rachen Raum auslösen. Außerdem ist Formaldehyd als Allergen für Atemwege und Haut bekannt.
    Werden säurehaltige Lebensmittel in melaminhaltigen Behältnissen aufbewahrt oder Essen darin erwärmt, können Melamin und Formaldehyd austreten und auf die Lebensmittel übergehen. Melaminhaltige Haushaltsgegenstände sollten daher nur Temperaturen bis zu 70° C ausgesetzt werden. Das entspricht den Bedingungen beim Einfüllen heißer Getränke oder Speisen z.B. in Becher, Tassen, Teller oder Schüsseln


    Phenol ist flüssig und wurde als Desinfektionmittel eingesetzt. Wegen der Hautirritierenden Nebenwirkung wurde es durch Phenolderivate abgelöst, die weniger Nebenwirkungen haben. Aus Phenol und Formaldehyd kann man ein Duroplast namens Bakelit herstellen, woraus ganz früher mal Gehäuse für Telefone hergestellt wurden. Was macht man damit im Schlagzeugbau?

  • Zitat

    Phenol ist flüssig und wurde als Desinfektionmittel eingesetzt. Wegen der Hautirritierenden Nebenwirkung wurde es durch Phenolderivate abgelöst, die weniger Nebenwirkungen haben. Aus Phenol und Formaldehyd kann man ein Duroplast namens Bakelit herstellen, woraus ganz früher mal Gehäuse für Telefone hergestellt wurden. Was macht man damit im Schlagzeugbau?


    Aber, aber.... ;-)
    Das ist seit Jahrzehnten in der Industrie bekannt. Es erzeugt einen höllischen Punch. Manche machten Kessel völlig aus Phenol (z.B. manche alte Pearl Concerttoms). Andere wie Yamaha verwenden nur eine Schicht davon zwischen Holzlagen zur Auffettung des Sounds.

  • .....das hatte ich neulich auch zufällig entdeckt auf einem video, die schwarze Zwischenlage, dachte zuerst evtl. an Gummi,
    auf der ProduktWebsite dann die Aussage zur Phenol Lage.

    ich höre immer du musst, du brauchst.....ist "modern", "out", "in", "trendy" und so....
    ich mach`s wie`s mir passt, schei.. auf die Säue, die laufend sinnbefreit durch
    die Dörfer getrieben werden.



  • Ich hatte immer schon eine gewisse Leidenschaft für Chemie, in jungen Jahren vorwiegend für die Herstellung von Sprengstoffen, später für die Struktur psychoaktiver Substanzen.


    Für diesen Satz alleine hat es sich heute gelohnt, ins Forum zu schauen :thumbsup:. Möglicherweise ist es gut, dass Du die Leidenschaften sequentiell und nicht gleichzeitig entwickelt hast...

    Nix da.

  • Ja die jungen Jahre.....
    Schemikalien aus dem Kosmos Labor Kasten, mit alten "geknackten" MG Patronen aus der Baugrube vermengt, und selbstgebastelte Raketen
    Versuche, mit Trägerkörpern aus Pappröllchen.


    Hier was zu Phenolen, "Phenol" ist ja nur eines
    https://de.wikipedia.org/wiki/Phenole


    substituierte Phenole


    vielleicht hilfts etwas zur Beruhigung,
    aber nicht das Unsicherheit/Vorsicht nicht angebracht wäre, mit Allergien ist nich zu scherzen

    ich höre immer du musst, du brauchst.....ist "modern", "out", "in", "trendy" und so....
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    2 Mal editiert, zuletzt von orinocco ()

  • keine zufällige Entwicklung... - nur ein weiterer Beweis, was China von Rest der Welt hält.


    Diese Stoffe sind durchweg dazu geeignet, alles noch ein Spur billiger zu bauen, noch mehr Profit rauszuziehen - wen kümmert da die Gesundheit vom dekadenten Westen? oder von den eigenen Untermenschen in den chinesischen Fabriken?

    ..."meine" Musik: Jazz (Big Band bis Free), brasil. Musik, Avantgarde, hin+wieder Klassik ->am Drumset, an den Percussions, am Schlagwerk

  • Für diesen Satz alleine hat es sich heute gelohnt, ins Forum zu schauen :thumbsup:. Möglicherweise ist es gut, dass Du die Leidenschaften sequentiell und nicht gleichzeitig entwickelt hast...

    Geil! Danke ... der Tag ist gerettet, wenn man morgens schon herzlich lachen kann ... zum Thema: die Fragestellung ist an sich natürlich berechtigt, nur möchte ich nicht wissen, wie es in den Drummer - Wohnungen so aussieht ... nur geölte Dielenvollholzböden, Massivholzmöbel ohne Beschichtung, rein mineralische Farben an den Wänden, etc., etc.??? Beruflich bedingt habe ich mich peripher mit Baubiologie beschäftigt, die Schnittmenge ist die selbe, ich habe das Buch schnell wieder zugeklappt, weil konsequenterweise hätte ich mein zuhause vollkommen neu errichten müssen... zum Glück reagiere ich nicht so empfindlich, wer mehr dazu wissen will, für den könnten Bücher oder Internetseiten aus dem Bereich Baubiologie hilfreich sein ... ein Beispiel zum Schichtenaufbau von Holzwerkstoffplatten: vor nicht allzu langer Zeit war es Mode, gerade in ökologisch motivierter Architektur, OSB - Platten sichtbar im Innenbereich einzusetzen ... dann hat man gemessen, dass der Schadstoffausstoß z.B. für die beauftragte "Öko-Kita" doch sehr beträchtlich war ... mittlerweile verbaut man da eher Dreischichtplatten, bei denen die Kleberschicht von mind. 6, 7 mm Vollholz gekapselt ist, das puffert den Schadstoffaustoß erheblich ... ähnliches gilt damit für das "Sperrholz" der Kessel, wenngleich die Schichten viel dünner sind, die Oberflächenbeschichtung bleibt letztendlich die Frage ...

    "e tudo isso, que é tanto, é pouco para o que eu quero" Fernando Pessoa

  • ....welches "einem"
    Öl- oder Wachsfinish, welches denn genau. Für meine Teakholz Außengarnitur z.B. hab ich ein weniger unangenehm riechendes.



    [progressbar]Mein altöl vom PKW wurde schon so soft heiß erwärmt da könnten ja u. U. schon Alle schädlichen Stoffe evetl, rein theoretisch verflüchtigt sein.[/progressbar] :) ;) ;) ;)


    und wenn ich den Kessel in "Folien" Finish packe, ist dann die Kunstofffolie das größere Übel oder DerDie Kleber der Sperrschichten des Holzes, oder der Kleber der Folie


    so rein mal zur Überlegung.


    ich glaub ich kofe nen gefrosteten Acrylkessel, vielleicht auch nur als Allergiker - vielleicht


    Metall da könnte ich ne Metallalergie haben, Keramik wär noch Idee. Aber kein Zirkon das strahlt vielleicht wieder

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