Sticks ins Publikum werfen

  • Liebe dfler, ihr kennt das sicher. Des frühen Sonntagmorgens, ihr seid schlaflos und es geistern euch seltsame, aber mitunter durchaus ernst gemeinte Fragen durch eure Hirnwindungen (ihr denkt doch auch alle nur ans „Eine“, gebts zu! Ich meine natürlich Drums und alles was damit zu tun hat, was dachtest du denn!?)


    Was tut ihr also? Richtig, auf Verdacht ab damit ins „(Sch)lachzeug“.

    Jeder Profidrummer macht es und vielleicht habt ihr es auch schon einmal gemacht:

    Am Ende des Konzerts die Sticks ins Publikum geworfen.


    Ich habe schon oft gesehen, dass manche ihre Sticks mit voller Wucht ins Publikum werfen und frage mich, ob rechtliche Konsequenzen drohen würden, wenn jemand einen Stick ins Gesicht/gegen den Kopf bekommt und dann z.B ne Platzwunde, eine Gehirnerschütterung usw hat, sprich verletzt wird?



    Liebe Grüße und viel Spaß,

    PaisteDrummer95

  • ...wenn jemand einen Stick ins Gesicht/gegen den Kopf bekommt und dann z.B ne Platzwunde, eine Gehirnerschütterung usw hat, sprich verletzt wird?

    Für Platzwunden oder gar Gehirnerschütterungen reicht der Impuls eines Drumsticks glücklicherweise nicht aus, sind ja nur ein paar Gramm je Stick. Am ehesten sorge ich mich um die Augen, die sind vergleichsweise schutzlos, wenn uns nicht unsere Reflexe in dem Moment zu Hilfe kommen. In diesem - wahrscheinlich unwahrscheinlichen - Fall würde ich insbesondere bei bleibenden Schäden mit einer Klage wegen fahrlässiger Körperverletzung rechnen. Wüsste jedenfalls keinen Grund, weshalb das nicht juristische Konsequenzen haben sollte.


    Weiß allerdings auch nicht, weshalb ich unter die Stöckchenwerfer gehen sollte. Wenn das irgendwelche Superstars machen, hat das für Devotionaliensammler vielleicht einen gewissen Wert, aber wer hebt sich meinen abgenudelten Stick auf? Wenn ich schon eine professionelle Attitüde brauche, dann versuch ich zu spielen wie ein Profi, also fehlerfrei und solide, ohne Experimente ;)

  • Für Platzwunden oder gar Gehirnerschütterungen reicht der Impuls eines Drumsticks glücklicherweise nicht aus, sind ja nur ein paar Gramm je Stick.

    Das stimmt zumindest im Fall von Platzwunden nicht so ganz, ein Mädchen hat es mal in die englische Zeitung „dailymail“ geschafft, weil sie bei einem 5SOS (für mitlesende alte Säcke: Das ist eine australische Pop-Rockband) - Konzert den Stick gegen den Kopf bekommen und dann auch ne Platzwunde hatte, die genäht wurde. Ashton Irwin spielt ganz normale Vater 5B.


    5 Seconds Of Summer fan gets stitches after being hit by Ashton Irwin's drumsticks | Daily Mail Online



    Am ehesten sorge ich mich um die Augen, die sind vergleichsweise schutzlos, wenn uns nicht unsere Reflexe in dem Moment zu Hilfe kommen.


    Ja, ich auch.

    Weiß allerdings auch nicht, weshalb ich unter die Stöckchenwerfer gehen sollte. Wenn das irgendwelche Superstars machen, hat das für Devotionaliensammler vielleicht einen gewissen Wert, aber wer hebt sich meinen abgenudelten Stick auf?

    Ich weiß es auch nicht, mein zukünftiges, bandreifes Ich, würde wahrscheinlich auch darauf verzichten. Kenne aber auch Hobbymusiker, die das bei guter Stimmung gemacht haben.

    Wenn ich schon eine professionelle Attitüde brauche, dann versuch ich zu spielen wie ein Profi, also fehlerfrei und solide, ohne Experimente ;)

    Das ist natürlich das Hauptziel. :)

  • Nach hinten werden gegen die Wand werfen...meinetwegen. Aber doch nicht auf Menschen - niemand möchte doch einen Stick ins Auge bekommen, oder eine Platzwunde erleiden!? Das hab ich noch nie verstanden.

    "Kaffee, schwarz?"

  • Nach hinten werden gegen die Wand werfen...meinetwegen. Aber doch nicht auf Menschen - niemand möchte doch einen Stick ins Auge bekommen, oder eine Platzwunde erleiden!? Das hab ich noch nie verstanden.

    Naja, die machen das weil sie eigentlich den Fans ne Freude machen wollen, aber das könnte man auch anders machen, entweder irgendeinem Fan in die Hand geben oder wenn werfen, dann nur ganz sachte und aus kurzer Distanz, falls das nicht geht dann lieber in die Hand geben. Letzteres ist am besten, Stick kommt an und keiner wird verletzt.


    Bei Pleks sehe ich das in der Theorie weniger kritisch, die Dinger sind, glaube ich aus Plastik, haben keine scharfen Kanten und deutlich leichter, aber ich bin kein Klampfer und hab keine Ahnung.

  • Eben: lieber persönlich überreichen - das sieht eher nach Fanliebe aus! ;)


    Das Plek ist der "Wattebausch" unter den Wurfgeschossen!

    "Kaffee, schwarz?"

  • Lustigerweise hab ich den Bass (oder auch Gitarre) noch nie mit Plek gespielt - von da her "kommt nix weg und niemand wird verletzt!" :)

    "Kaffee, schwarz?"

  • Hab mal gerade ein Pleck zur Probe geworfen. Ins Auge möcht ich es aber auch nicht bekommen. Ein Kratzer in der Hornhaut wird zwar wieder, schränkt aber das Wohlbefinden durchaus ne Weile ein ;)

    Ok, wobei ich es unwahrscheinlich halte, dass es so ungünstig fliegt.

  • Also ich mach das nicht.


    Erstens

    Das hat mal der Trommler einer Band gemacht,

    die vor uns gespielt hat. Er wirft die Sticks ins

    Publikum und drei Minuten später hat ein Mädel

    ihm die Dinger wieder zurück gebracht.

    -> Dat bringt nix, weder Image- noch sonstige Punkte.


    Zwotens

    Aber wenn ich es denn machen würde - in der

    Hoffnung, dass das Publikum dem Star die

    Hölzchen nicht wieder zurück bringt - hätte ich

    kaum zu befürchten, dass ich jemanden verletzte.

    Die Crowd ist manchmal so überschaubar, dass

    ein Sechser im Lotto wahrscheinlicher ist, als

    einen der Zuhörer zu treffen. Es sei denn, ich

    werfe sie gezielt nach jemanden, weil zu wenig

    geklatscht oder so.


    Drittens

    Ich spiele gerne das Bob-Gatzen-Modell von Regal Tip.

    Die Dinger sind inzwischen echt schwer zu kriegen.

    Also ich werfe ein Paar meiner dollen Sticks cool

    und rockstarmäßig ins Publikum und danach muss

    ich sie oder ihn suchen und unauffällig bitten, mir

    die Stöcke wieder zurückzugeben. Irgendwie auch

    blöd und tja, irgendwie doch nicht ganz Rockstar

    und so.


    Ich mach künftig nach Gigs dasselbe wie immer:

    Pack meinen Kram ein, rödel den Dreck zum

    Auto, geselle mich dann zur Truppe, um festzustellen,

    dass das Essen für die Band schon rum und kein

    Rest mehr da ist und überhaupt... Dann setz ich mich

    hin, nipp an meinem stillen Wasser und freue mich,

    dass ich meine Bob-Gatzens noch mein Eigen nenne.


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Das stimmt allerdings, zumindest wenn man nicht berühmt ist. Aber das ist schon lustig. :D

    Hab „Bob Glatze“ gelesen, Regal Tip kenne ich nur flüchtig, Bob Gatze überhaupt nicht, aber ansonsten könnte das mein zukünftiges, bandreifes Ich sein.

    Die Crowd ist manchmal so überschaubar, dass

    ein Sechser im Lotto wahrscheinlicher ist, als

    einen der Zuhörer zu treffen.

    In einem Saal bestimmt, bei Festivals oder ähnlichem sieht das anders aus.

  • Ich schrieb dies schon mehrfach früher im Forum... weiß aber nicht mehr wo?


    Als ich 1985 den Mountain-Drummer in Mannheim anläßlich der Deep Purple-Reunion bei einem riesen Open-Air Festival sah, der etwa bei jedem 3. Crash-Abschlag nach dem Auftreffen des Stockes diesen in hohem Bogen weit ins Publikum fliegen ließ (er hatte neben dem Standtom ein riesen Reservoir an Sticks, genau für dieses optisch wundervoll anzusehende Kernelement seiner Show) war ich Feuer und Flamme, für das "Stöcke ins Publikum werfen". Aber eben, auf seine Art, also als Crash-Abschlag, nach dem Auftreffen hoch und weit fliegen lassen. Ich übte es ein paar Tage im Proberaum (denn das Crash muß ja noch erklingen bzw. in Schwingung gebracht werden, es funktioniert nicht zwangsläufig beim ersten Mal ungeübt ;-)) zund sortierte (er hatte sicher ein Endorsement, ich aber nicht!) alte kaputte Stöcke die ich bei einem dörflichen Provinzfest in wenigen Tagen genau so einsetzen wollte.


    Die "Tragik" bzw. der unfreiwillige Humor an der Story:


    3 Mal erwischte ich beim GIg "meinen" Gitarristen heftig im Nacken bzw. am Hinterkopf, bis jener sich erbost umdrehte und etwas meinte wie "hör auf damit" und mehrfach brachten Kinder der Dorfbevölkerung mir die (alten kaputten) Sticks zurück. Viele der Zuschauer des Gigs hatten das Konzept einfach nicht verstanden. Ich hatte die Stöcke nicht! verloren und durch weite Flugbahn unfreiwllig entfernt, sondern tagelang daran geübt. Herrlich absurd, solche Mißverständnisse.


    Eines wurde damit klar: wenn man sich mit den Großen messen will, kann man nur verlieren, und sei es in Sachen "Sachverstand" des Publikums ;-)


    Die(se) Erinnerung trage ich im Herzen, es war ein geiler Gig, auch! deswegen. ;-)

  • Meine Sticks wandern aus der Tasche in meine Hände, von meinen Händen in die Tasche (es sei denn, einer bricht, dann kommt er in den Müll). Ins Publikum fliegt bei mir nichts, denn a) zu gefährlich, b) bin ich kein Star und c) treffe ich vermutlich eh einen der Mitmusiker bevor das Ding ins Publikum gelangt und d) bin ich zu lat für sowas, das sieht bei mir albern/deplaziert aus.

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • Wow, da war man mal wieder inaktiv kommt wieder und hat erstmal ein paar verpasste Beiträge. :D


    Als ich 1985 den Mountain-Drummer in Mannheim anläßlich der Deep Purple-Reunion bei einem riesen Open-Air Festival sah, der etwa bei jedem 3. Crash-Abschlag nach dem Auftreffen des Stockes diesen in hohem Bogen weit ins Publikum fliegen ließ (er hatte neben dem Standtom ein riesen Reservoir an Sticks, genau für dieses optisch wundervoll anzusehende Kernelement seiner Show) war ich Feuer und Flamme, für das "Stöcke ins Publikum werfen". Aber eben, auf seine Art, also als Crash-Abschlag, nach dem Auftreffen hoch und weit fliegen lassen.

    Das klingt in der Tat spektakulär, allerdings auch irgendwie fahrlässig.


    3 Mal erwischte ich beim GIg "meinen" Gitarristen heftig im Nacken bzw. am Hinterkopf, bis jener sich erbost umdrehte und etwas meinte wie "hör auf damit" und mehrfach brachten Kinder der Dorfbevölkerung mir die (alten kaputten) Sticks zurück.

    Autsch, der Arme Gitarrero. ^^

    Die müssen auch immer ganz schön viel mitmachen, ich habe mal so richtig ausgeholt, weil ich versuchen wollte ein Crash durchzunageln und dann statt dem Crash einem Bassisten auf den Rücken gehauen. :D


    Aber mal im Ernst: Wurde besagter Gitarrist verletzt?

  • Zitat

    Aber mal im Ernst: Wurde besagter Gitarrist verletzt?

    Nein.


    Aber durchaus besteht bei so etwas das Restrisiko jemand im Publikum im/am Auge zu erwischen. Das muß man wissen bzw. bedenken. Es ist je nach Distanz oder Flugweite nicht! berechenbar ob und wo (zwischen Menschen) eines der Endstücke auftrifft oder der Stock vertikal auftrifft (wo auch immer).


    Bei mir passierte an jenem Abend garnix, bis auf den Gitarristen den es nervte.

  • Zum Glück. Ja, das weiß ich und fand es auch erstaunlich, wie begeisterte Konzertgänger, die ich persönlich kenne, erzählen:“ Und dann ist der Stick leider ganz knapp an mir vorbei gezischt.“und das ganz toll finden, dass ein anderer auf dem Konzert erst einen Headshot bekommen hat und letztlich der Stick an denjenigen gegangen ist. Aber ich glaube, ich sage da weiterhin nix zu, irgendwann merken die es vielleicht selbst, dass das gar nicht so toll ist.


    Ich persönlich werde das wohl sein lassen, möchte nicht angezeigt werden, weil es schief gegangen wäre und ich jemanden verletzt hätte.



    Hast du danach (bist ja, wenn ich dich nicht verwechsele Berufsmusiker) noch weiterhin Sticks ins Publikum geworfen oder lässt du es seit da an?

  • Ich habe danach nie wieder geworfen. Aber viele andere Dinge und spaßige Faxen am Drumset gemacht die mir einfach Freude machten im Moment. Außenwirkung oder Bewertung durch 3. war mir irgendwann (eigentlich sehr früh) im Leben nicht mehr so wichtig. Aber auch sowas kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Ich toleriere auch immer Meinungen wie "ich finde das albern". Nur ich teile sie nicht zwangsläufig ;-). Der eine mag Erdbeereis, der andere verabscheut es. Wer hat da recht? und warum? ;-)

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