Soll ich auf leichtere Drumsticks wechseln?

  • Ja, ich war auch extrem skeptisch, die Vater Fusion die ich sehr sehr lange gespielt habe und dann auch Vic Firth 2B mit irgendetwas zu behandeln.

    Dann hab ich das Sex Wax mal einfach bestellt und draufgemacht um zu schauen, was da passiert.

    Also für mich sind da Welten dazwischen. So vieles wird so viel einfacher weil einfach durchgehend super Grip vorhanden ist und nicht für manche Kniffe dann doch mehr Druck in den Fingern aufgebaut werden muss. Das hat schon eindeutig mehr Vor- als Nachteile.

    Allerdings sollte man es nicht übertreiben. Eine kleine Menge reicht für mich völlig aus und auch erst nach 10 Minuten Spielen passt dann die Betriebstemperatur auch so gut, dass das Wachs eben als kleines Helferlein mitmacht.

    Klare Empfehlung!


    Aber:

    Nein, ich glaube nicht, dass die Verwendung von so etwas den Ausschlag geben kann, ob man sich selbst beim Spielen schadet.

    Ich bin ein echter heavy hitter, hatte noch nie in 30 Jahren jemals das kleinste Problem in Sachen Sehnenscheidenentzündung. Ich schreibe jetzt bewusst nicht "gottseidank" - mir wurde sehr penibel beigebracht wie ich die Sticks halten soll, egal für welche Anschlagstärke. Das hat mich von Anfang an davor bewahrt, da jemals Probleme zu kriegen. Man muss sich nur schön an all das halten, auch / gerade während einem 5h-Auftritt.


    Abgesehen davon hab ich einige Jahre lang auf einer Österreichischen FH ne Lehrveranstaltung über Mechanik/Dynamik gehalten.

    Da kommt man irgendwann mal zum sog. "Stoßmittelpunkt". Englisch "Impact Center"

    Das ist ein geometrischer Punkt, an dem, wenn man z.B. einen Stick an der Spitze anstößt (oder wenn der Stick mit der Spitze auf ein Fell auftrifft), keine resultierende "Lager-Querkraft" auftritt.

    D.h., du kannst nicht so feste draufhauen, wenn du den Stick genau im Stioßmittelpunkt hältst, reicht minimale Kraft aus, um den Stick zu halten. Es wird keine Energie von dem Kraftstoß in deine Handgelenke geleitet.

    Absolut genial, ich hab dann Mal mit Finite Elemente Analyse für eine reale Drumstick-Geometrie diesen Stoßmittelpunkt errechnen lassen.

    War absolut exakt da, wo ich mir meine gefühlsmäßige Markierung gemacht hatte, wo sich der Stick am besten spielt.


    Alles nur Physik......

    Aber die Position wo der Stick genau gehalten wird, und wie fest....das entscheidet wahrscheinlich zu 98% darüber, ob man auf Dauer alles richtig macht, oder ob man nach wenigen Tagen des "Viel Übens" plötzlich Schmerzen kriegt.


    Edith:

    ....wenn man die Stickgeometrie auch noch so hinbekommt, dass einer der beiden Strukturschwingungsknoten der 1. Biegeeigenschwingung des Sticks auch noch am hinteren Ende mit diesem Stoßmittelpunkt zusammenfällt.....ich glaub' wenn ich diese Geometrie gefunden hab geh ich mal tu nem Stickhersteller und lasse mir einen Prototypen drechseln. Das will ich dann mal antesten.

    Einmal editiert, zuletzt von haidem ()

  • Eigentlich ist schon alles gesagt. Aber der in meinen Augen wichtigste Tipp ist die Technik - ein ewig zweischneidiges Schwert. Mit guter, korrekter Technik kann man ermüdungsfrei stundenlang spielen und überlastet seine Handgelenke nicht. Mit schlechter, falscher Technik kann man das ganze System ruinieren, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Such Dir einen guten Lehrer oder gute online-Tutorials und arbeite vor allem an der richtigen Technik - so können Dir auch Stickgrössen keinen Stress bereiten.

    Mir hat ein Kurs von Bruce Becker auf drumeo.com enorm weitergeholfen - 'Drum Technique Made Easy'. Ich hab in diesen 26 Wochen mehr gelernt als in meinen 20 Jahren Drumming davor! Kann ich wirklich bedingungslos empfehlen.

    If you think, you are too old to Rock'n'Roll - then you are! Lemmy

  • Es wurde zwar schon alles zum Thema geschrieben, ABER ... :Q


    Meine eigene Erfahrung mit jahrelang immer wiederkehrenden Sehnenscheidenentzündungen ist:


    1) Auskurieren! Sobald es "wieder geht", vorsichtig rantasten und sofort aufhören, wenn’s auch nur ansatzweise ziept!

    2) Bevor's wieder losgeht: Das Kit mal gründlich auf Ergonomie checken und ggf. anpassen! Komische Trommel-Winkel, Becken knapp unter der Zimmerdecke, Hocker zu hoch oder zu niedrig ... das alles wirkt sich auch auf die Hände aus.

    3) Wenn alles wieder verheilt ist: Vor jeder Session aufwärmen!

    4) Sticks locker halten! Packst du zu, spielst du zu schnell oder zu laut, und die Schmerzen sind plötzlich wieder da!

    5) Click benutzen! Adrenalin ist keine Entschuldigung dafür, eine Probe oder Liveshow plötzlich auf 120 % des eigenen aktuellen Maximaltempos. Übrigens drosselt der Click bei mir auch den Drang, mit 200 % meines sonst üblichen Krafteinsatzes zu spielen!

    6) Apropos Tempo: In deinen Genres ist mitunter rasend schnelles Drumming gefragt. Das muss man sich schrittweise über Wochen, Monate und Jahre antrainieren. Ein schlimmer Fehler, den ich selbst oft begangen habe, war: "Super, 100 bpm klappen, dann gehe ich jetzt auf 140!"


    Seit meiner letzten SSE sind jetzt rund 20 Jahre vergangen, also seit ich damit aufgehört habe, aus Ungeduld und überbordender Spielfreude immer wieder gegen die obigen Punkte zu verstoßen. Inzwischen habe ich meine Stickstärke von 7A auf 5B "Rock" (also kurz vor 2B) gesteigert, weil es mir genauso geht wie Hochi und JohnDrum: Mit schwereren Sticks brauche ich weniger Kraft für den erforderlichen Pegel in meiner Post-Metal-Band, und mit etwas Übung kriegt man auch filigranere Sachen hin.


    Besonders der erste und der letzte Punkt sind schwer aus- und durchzuhalten, aber Disziplin lohnt sich hier extrem! Prüfe also den ersten Satz deines Startposts gaaanz gründlich: Wirst du warten, bis die SSE wirklich abgeheilt ist, oder gedenkst du, dich trotz eines restlichen Ziehens möglichst schnell wieder ans Kit zu setzen?


    Liebe Grüße

    André

  • Da der Kollege den Fred gerade wieder hochholt, wie ist es der lieben Annegret denn in den letzten 6 Wochen ergangen, in denen keine Beteiligung mehr von ihr zu ihrem eigenen Thema stattfand?


    Ist denn schon Besserung eingetreten? Hast du irgendwas an deinem Spiel verändert? Spielst du statt hartem Zeuch mittlerweile deutschen Schlager? Wobei, das ist auch oft hartes Zeuch 8o

  • Hallo

    Ich weiß nicht, ob es immer was bringt den Fehler beim Schlagzeug zu suchen und zu beheben.


    Vielleicht ist es sinnvoll mal über andere Dinge nachzudenken. Sehnscheidenentzündung durch Schlagzeugs spielen ist blöd und wenn die Probleme bestehen bleiben, dann kann es möglicherweise Sinnvoll sein nicht nur am Schlagzeug eine Lösung zu finden.

    Sport machen z.B. Badminton oder ähnliches...

    Jedenfalls irgendein Ausgleich schaffen...

    Trommeln ohne Sticks..Cajon beispielsweise...

    Der Körper muss sich weiterentwickeln können und da muss man eben ein Reiz setzten. Der Körper macht nur so viel wie er muss und macht nicht von alleine.

  • Click benutzen!

    Never. Nimmt mir zu viel Spaß im Bandkontext. Ich bin sowieso schon angehalten, leise zu spielen und verwende deshalb auch gerne 7a Hickory.

    Allerdings wechsle ich die Stöcke je nach Spiel-Situation. Für bestimmte Nummern, wo es besonders leise sein soll nehme ich noch dünnere

    Stöcke und da, wo es etwas lauter wird als üblich verwende ich entweder 7aXL, die etwas länger sind oder ganz normale 5a.

    Click geht schon deshalb nicht, weil ich Ansagen der Band umsetzen soll, schneller oder langsamer zu werden. Und dann gibt es bei textlastiger

    Musik auch noch Stücke, wo alle komplett aus dem Time gehen und später wieder zusammenfinden.

  • Drum BeeWobei ich Click gegen Sehnenscheidenentzündung auch noch nicht kannte.

    Na ja, hilft natürlich nicht direkt. Das wäre ne merkwürdige Verbindung zwischen Hirn und Sehnen ... :Q Aber, wie oben geschrieben, mich hat der Click sowohl hinsichtlich Rushing als auch Bashing gezügelt, sodass ich nicht zupacken/verkrampfen "musste".

    Drum BeeAber ob unsere Gedanken die TS noch interessieren?

    Scheint nicht so. :(

  • Drum Bee Ich denke, Karotte hat gerade ein neues Genre definiert: den Post-Groove ;)

    ^^ Ist vielleicht nicht so schlimm, wie Drum Bee sich das vorstellt.

    Beispiel: die Sängerin macht am Ende der Strophe ein Ritardando und die Band wird passend langsamer, dann kurze Pause für die Band und Wiedereinsatz zusammen bei einem bestimmten Stichwort der Sängerin.

    Die Zeiten für die jeweiligen Abläufe können dabei etwas variieren.

    Oder anderes Beispiel: Wir spielen aktuell "Music" von John Miles...versuch das mal mit Click.^^

  • Oder anderes Beispiel: Wir spielen aktuell "Music" von John Miles...versuch das mal mit Click.

    Natürlich gibt es Stücke, bei denen Click nicht gut klappen dürfte. Seine Programm gemeinsam als Band zum Click zu üben, kann aber eine Band in puncto Tightness durchaus auch nach vorne bringen. Für die letzte CD hatten wir uns entschieden, die Basic Tracks zusammen zum Click einzuspielen, dafür mussten wir das natürlich im Vorfeld ausgiebig trainieren. Und wir versuchen immer, unsere Songs im mittleren Dynamikbereich zu spielen statt Vollgas. Locker und leicht, wie es mal in den 80ern in der TV-Werbung hieß ;)

    Das Ergebnis führt regelmäßig zu leuchtenden Augen, weil unsere Musik seitdem selbst beim ungemischten Stereo-Handymitschnitt ausm Proberaum deutlich "erwachsener" klingt.

  • Ich erinnere ein Joe Morello interview wo er sagte, dass nicht mehr Kraft, beim Halten eines Stockes einwirken sollte, als einen kleinen Vogel in der Hand zu halten (ohne das Teil zu killen ;-). Seitdem ich das beherzige, keine Blasen, keine "Sägespähne", gedellte oder gerissene Felle, keine gebrochene Stöcke und auch egal wieviel beef da am Knüppel iss....habe auch immer geglaubt, man muss da die Rohema "Mikado" Streichhölzer für leisen Jazz nutzen...IMHO kompletter Unfug. Also wichtig auf Deinen Körper zu hören, das ist kein Kraft-/Krampfsport (das Verkrampfen ist bei mir als Gitarrenanfänger z.B. das größte Problem, weil ich Zeugs spielen will dass einfach noch nicht sitzt oder automatisiert ist...Ungeduld und zu schnelles Steigern von Belastung !).


    Ich denke daher nicht, dass mehr oder weniger Masse eines Stockes das "Problem" beheben kann/wird, sondern Deine Selbstwahrnehmung, dass Du Sachen kontrolliert und entspannt spielen kannst.

    "If you don't have ability you wind up playing in a rock band" (Buddy Rich)

  • Dass ein Stick gehalten und nicht "fest"gehalten werden soll, ist ja die erste Grundregel der Griptechnik, da mit jeder Art des Schliessens der Hand bzw der Finger - und erst recht beim richtigen Festhalten - , die Sehnen angespannt und dadurch die Bewegungsfreiheit des Handgelenks beeinträchtigt wird.

    Deswegen formulierte Dom Formularo einst: "Tension ist the Enemy of Speed". (Und deswegen führt dieser klassische "Pinzettengriff" mit Daumen und Zeigefinger auch häufig so auf Abwege).


    Hier geht es aber auch weniger um die Art und Weise, den Vogel zu halten, sondern die Frage, wie groß und schwer der Vogel denn sein soll:


    Und hier gilt: Je kleiner der Vogel, desto mehr muss ich die Hand schließen, damit er nicht wegfliegen kann, beziehungsweise ich Kontrolle über den Stick habe. Ein zu dünner Stick hat daher – völlig unbemerkt – ähnliche Wirkungen, wie das tatsächliche festhalten, wenn ich die Hand nämlich schließen muss, um Kontrolle zu erlangen und dabei dann die Sehnen im Handgelenk anspannen muss, sodass die Handbewegung steifer bzw unbeweglicher wird.


    Deswegen macht es bei großen Händen (insbesondere bei grossen Handrücken) definitiv Sinn, auch entsprechend dicke Sticks zu nutzen, weil ich viel weniger die Hand schließen muss um den Stick zu kontrollieren und daher alles freier und beweglicher bleibt.


    Dicke Sticks sind ja auch nur deshalb etwas im Hintertreffen, weil im Regelfall die Sticks als Hickory Holz angeboten werden, und bei diesem verhältnismäßig schweren Holz die Fliehkräfte fürs Handgelenk schnell ziemlich taff werden. Wenn alles in Maple angeboten würde, würden viele, die heuer 5A spielen, 5B oder 2B spielen.


    Man sollte daher sich nicht allzu schnell auf einen Stick-Typ festlegen, sondern tatsächlich einmal durch die Bank die verschiedenen Größen eine Zeit lang testen, da sind Überraschungen definitiv vorprogrammiert.


    (Allerdings macht es auch definitiv Sinn, beim Spiel mit dicken Sticks ab und an mit dünnen Sticks zu üben - genauso wie umgekehrt –, man erreicht so einfach Bewegungsabläufe und Muskelgruppen, die man ansonsten nicht aktivieren würde.)

    "Pommes/currywurst hat einfach seine eigenen Gesetze."
    (c) by frint / 2008


    "Es macht so viel Spaß, ein Mann zu sein, das können sich Frauen gar nicht
    vorstellen!" (c) by Lippe / 2006

  • ...ich halte den Stick genau genommen nur zwischen Daumen/Zeigefinger oder auch Daumen/Mittelfinger und umschließe da nichts im Sinne von "gefangen halten"...das arme Vieh....hab' doch Erbarmen ;-). Restfinger lege ich leicht an (Support). Dann kannst Du im Grunde auch einen HB Bleistift oder ne Stricknadel nehmen und das auch mit Händen wie Klodeckel...Keith Carlock macht das schon fast übertrieben in der rechten Hand aber das ist das Prinzip (IMHO.).


    Habe es aber so z.B. mal zu meinen Klassikzeiten gezeigt bekommen : Daumen/Zeigefinger geschlossen, alle Finger "firm" dran...und so würde ich es eben nicht machen. Dann hast Du überflüssiger Weise alle Muskelgruppen der Hand am Start, wenn Du dann hochdrehst muss das ja krampfen...

    "If you don't have ability you wind up playing in a rock band" (Buddy Rich)

  • Da der Kollege den Fred gerade wieder hochholt, wie ist es der lieben Annegret denn in den letzten 6 Wochen ergangen, in denen keine Beteiligung mehr von ihr zu ihrem eigenen Thema stattfand?


    Ist denn schon Besserung eingetreten? Hast du irgendwas an deinem Spiel verändert? Spielst du statt hartem Zeuch mittlerweile deutschen Schlager? Wobei, das ist auch oft hartes Zeuch 8o

    Oh ja, Schlager kann schon auch knallen xD.. bin wieder auf 5A, meiner Hand gehts nach doch 5 Monaten wieder super 😃 Ich denke zwar nicht, dass es von den 2B Sticks kam, aber wissen kann Mans ja nicht.. ich hab aber ne andere Theorie: Ich spiele Schlagzeug seit ca 1,5 Jahren, also nicht besonders lang, mein Schlagzeug Lehrer meint, ich hab in den 1,5 Jahren erstaunlich viel gelernt, darunter auch Sachen, die körperlich nicht ganz unextrem sind.. auch wenn ich geistig und von der Ausdauer vielleicht 16tel auf 150bpm für ein paar minütchen raushauen kann, ist das glaub ich ne extrem gewöhnungsbedürftige Bewegung, vor allem so schnell. Ich glaub, ich hab einfach zu schnell zu viel von meinem Körper verlangt und halt auch nicht wirklich auf gehört wenn’s wehgetan hat… den Fehler werd ich nicht mehr so schnell begehen xD. Also ja, ich hab bisschen was an meinen Technikübungen verändert, vor allem wie lang ich 16tel durchprügle und mit viel viel Pause dazwischen, achte auch mehr darauf ob ich unterbewusst verkrampfe, was vor allem in den ersten Jahren Schlagzeug ja noch oft passieren soll.. danke der Nachfrage 😁

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