Fußtechnik

  • Hallo ihr Lieben.


    Ich stoße langsam bei einigen Liedern an die Grenze von der Fußgeschwindigkeit, da ich viel aus dem ganzen Bein spiele. Jetzt möchte ich effektiv die Fußgelenktechnik(Angletechnique)üben und das auch abseits des Schlagzeugs.


    Nun findet man auf YouTube, wie es halt immer so, verschiedene Ansätze, wie denn die Bewegung korrekt ausgeführt wird.

    Schlagzeuger wie Thomas Lang beschreiben den Bewegungsablauf als tippen/tappen mit dem Fußballen auf den Boden während der restliche Fuß in der Luft ist. (Als würde man mit dem Fuß einen Basketball drippeln)


    Andere Schlagzeuger sind der Meinung der Fußballen bleibt auf dem Boden und durch anspannen der Wade wird die Ferse nach oben gezogen. (Als würde man ein Kind auf dem Schoß wippen) Diese Ausführung fühlt sich für mich jedoch seltsam an.


    Könnte mir bitte jemand ein paar Ratschläge dazu geben?


    Vielen vielen Dank!

  • Ich würde empfehlen zu einem Lehrer zu gehen.


    YouTube ist voll von Videos, die teils auch echt gut sind, aber ein Lehrer kann dir einfach direkt sagen, wo das Problem liegt und was du wie ändern musst, damit du ohne Umwege dein Ziel erreichst.


    Vll noch als Ergänzung:


    Es gibt viele verschiedene Techniken, die alle Vor und Nachteile bieten. Auch hier kann ein Lehrer, ausgehend auf deinen Fähigkeiten, sagen, wo es sich lohnt am besten weiter zu arbeiten.

  • Zur richtigen Einordnung der YT-Tutorials möchte ich gerne noch einen Gedanken ergänzen.


    Es gibt nicht "die" Hand- oder Fußtechnik am Schlagzeug. Gab es noch nie, nur war früher die Reichweite von Musikern begrenzt, und nur wenige Drummer haben Spuren hinterlassen wie Moeller oder Gladstone, deren individuelle Technik über Jahrzehnte viele Drummer prägte. Dennoch kannst du davon ausgehen, dass jeder erfolgreiche Drummer zwar von irgendwem eine Art Grundtechnik gelernt haben wird, über Jahre oder Jahrzzehnte hinweg jedoch dann seine ganz persönliche Herangehensweise entdeckt und weiterentwickelt hat, die für ihn optimale Ergebnisse bringt.


    Man könnte also sagen, jeder Spitzendrummer verwendet die Technik, die für ihn funktioniert. Dabei spielt vor allem die so genannte Propriozeption eine Rolle, die Wahrnehmung der eigenen Bewegungen in Bezug auf Position im Raum, Geschwindigkeit, Muskelspannung etc. Diese Fähigkeit entwickelt sich beim Spielen/Üben mit der Zeit weiter, und jeder fortgeschrittene Drummer merkt das. Auch ein guter Lehrer weiß das und wird dich auf die Selbstwahrnehmung deiner Bewegungen aufmerksam machen.


    Heute hat jeder ohne viel Aufwand die Möglichkeit, zu so ziemlich jedem Thema über TikTok oder Youtube - zumindest potenziell - Reichweite zu erzielen. Wenn ein Drummer ein Tutorial über die "richtige" Fußtechnik online stellt, meint er in Wirklichkeit die Fußtechnik, die ihm höchstindividuell geholfen hat, besser zu werden. Nur bekommen vermutlich Heilsversprechen mehr Clicks als Insellösungen ;)


    Hierbei spielt neben dem eigenen Körper (jeder Jeck is anders) natürlich eine wichtige Rolle, welches Ziel man musikalisch erreichen will. Nicht jede Fußtechnik ist für jede Anwendung gleich gut geeignet.

    Jazzer präferieren häufig Heel Down, da man zwar wenig Power, dafür aber hervorragende Kontrolle in sämtlichen Dynamikstufen erreichen kann. Für nen Four-on-the-Floor-Beat, bei dem die Wände wackeln, braucht es Schmackes, da wird man eher wie du aus dem ganzen Bein heraus treten können. Und Doublebass-Gewitter jenseits der 200 bpm braucht wieder nen anderen Ansatz z.B. Ankle Motion.


    Ich bin zu 100% beim geschätzten Kollegen Fl0gging und seinem Rat, einen Lehrer zu suchen. Insbesondere zu Beginn der Trommelleidenschaft hilft das enorm, sich nicht irgend nen Quatsch anzugewöhnen, den man nur schwer wieder weg bekommt.

  • jeder Jeck is anders

    Genau.

    Mein Eindruck ist, dass sich für jeden eine individuelle Technik ergibt. Die meisten Tutorials dokumentieren m.E. nur das, was irgendein Meister für sich selber als gut funktionierend herausgefunden hat. Das muss bei mir noch lange nicht funktionieren.

    Mein Autodidakt-Sein vor Youtube hatte (leider) ganz viele Nachteile, aber nicht im Bereich Technik/Schnelligkeit: Bin mit Händen und Füßen satt schnell genug, aber mein gemöllers ist eben nicht wie aus dem Lehrbuch und bei der Fußtechnik wechsle ich munter je nach Anwendungsfall ohne auch nur dran zu denken, was das jetzt ist oder welcher Heini dem schon einen Namen gegeben hat.


    M.

  • Guten Morgen,


    zunächst einmal schließe ich mich an:

    Ich würde empfehlen zu einem Lehrer zu gehen.


    Es gibt nicht "die" Hand- oder Fußtechnik am Schlagzeug.

    Übrigens ist auch der Thomas Lang einer, der das bestätigen wird., wenn man ihn mal länger rede lässt.


    Aus dem Bein heraus ist tatsächlich eigentlich reiner Kraftverbrauch, bestenfalls für einen guten Buns gut.

    Die leicht angehobene Ferse mit dem Anklopfen ist wohl für Wirbel untenrum eine schöne Sache.

    Bei langsamerem Spiel kann man das sogar mit aufliegender Ferse machen.

    Die Ferse liegen zu lassen und erst mit bzw. vor dem Schlag anzuheben ist eher sinnvoll, wenn man Pausen zwischen den Schlägen hat, wo sich der Fuß gerne mal ausruhen möchte.

    Für schnelle Wirbel auf zwei Bass Drums würde ich im Zweifel auf Thomas Lang hören (solange ich nicht weiß, wer die "anderen" sind). Der kann sauber und schnell.


    Grüße

    Jürgen

  • Ich empfehle dir auch, zu einem Lehrer zu gehen. Ich müsste mir auch erstmal einen Eindruck von deinem spielerischen Stand und deiner Problematik machen, bevor ich dir helfen kann.


    Schlagzeuger wie Thomas Lang beschreiben den Bewegungsablauf als tippen/tappen mit dem Fußballen auf den Boden während der restliche Fuß in der Luft ist. (Als würde man mit dem Fuß einen Basketball drippeln)

    In diese Richtung würde es bei mir auch gehen. Heel-Up ist für die Bassdrum grundsätzlich eine sehr effektive Technik. Das heißt aber nicht, dass man die Ferse nicht auch mal zwischendurch absetzen kann.


    Und Heel-Up bedeutet auch nicht, dass man aus dem ganzen Bein heraus spielt. Es ist viel mehr eine Mischung. Die Kraft im Oberschenkel wird weniger zum Spielen des Pedals, sondern viel mehr zum Halten des ganzen Beins benötigt, sodass der Fuß (in Zusammenarbeit mit dem Unterschenkel) "in der Luft hängend" das Pedal bedienen kann.


    Es scheiden sich auch die Geister, ob man den Beater bei Heel-Up Spiel nun im Fell lassen darf / sollte oder nicht. Damit kann man den Oberschenkel zwischen den Schlägen entlasten, ohne die Ferse absetzen zu müssen. Auch das lässt sich nicht pauschal sagen und ist Geschmackssache.


    Aber allgemein lässt sich schon sagen, dass das Pedal bei Heel-Up Spiel nicht nur aus dem Bein heraus bewegt werden sollte.

  • Unabhängig von der Lehrer- Diskussion ....


    Ich finde die Videos von Drumeo klasse. Wenn man dafür bezahlt, gibt es noch ein paar modernere.

    Hier Links auf Videos für Kick-Doubles. Das ermöglicht Dir schnelleres Kick-Spiel. Für mich haben die Kick-Doubles auch den Bewegungsablauf meiner Kick-Singles erheblich voran gebracht.


    Drumeo über Slide-Technik (aus meiner Sicht für die Heel-Up-Fans)

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    Drumeo über Heel-Toe-Technik (aus meiner Sicht für die Heel-Down-Fans)

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    Slide und Heel-Toe sind auf jeden Fall Deine Suchwörter auf YouTube, um zu dem Thema Videos zu finden.


    Für Double-Kick jenseits der 160 hat mir Marthyn geholfen (der hat noch die Drum Academy oder so Videos auf YouTube, da gibt es ganz viel zu Ankle usw)

    Marthyn
    Still stuck below 150 BPM with your double bass drumming? Let’s fix that — fast. Join Marthyn’s Drum Camp here 👇 https://www.skool.com/marthyn/about
    www.youtube.com


    Ich würde mich, wenn Du gerade aus dem ganzen Bein spielst, entweder Slide oder Heel-Toe widmen. Schau, was Dir mehr liegt. Das andere kannst Du später lernen.

    Ankle würde ich erst nach Kick-Doubles der einen oder anderen Variante machen. Ankle taugt unter 160 BPM (also Sechzehntel in einem 160-BPM-Viertel-Song) IMHO nicht.


    Ich stimme allen meinen Vorrednern zu. Im Endeffekt greift alles irgendwann ineinander. Wir Autodidakten sollten uns am Weg erfreuen. Schneller zum Ziel kommt man verm. mit dem richtigen Lehrer.


    Noch was zum Thema Kick-Technik, das mir allerdings 0 geholfen hat :D

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    2 Mal editiert, zuletzt von cornibu ()

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