Jaki Liebezeit – Zeit als Struktur

  • Birgit Berger, die Threadstarterin und Autorin

    des Buchs, ist auch bildende Künstlerin und,

    nach kurzer Recherche, nicht ganz unbeleckt

    von der Materie.


    Sie ist die Witwe von Jaki Liebezeit und widmet

    sich seinem musikalischen Erbe.


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Ich habe mich nicht näher mit Jaki Liebezeit und/oder Can befasst, kann mir zu seinem Spiel also kein Urteil anmaßen.


    Die Fragestellungen, die die TS in ihrem Startpost aufwirft, klingen für mich aber wie das typische Künstlergeschwafel, das mich schon zu Zeiten meines Kunst-LK bis zum Abi eher abgestoßen als zur Auseinandersetzung mit Kunst animiert hat. Für mich waren das meist recht durchschaubare Versuche, besondere künstlerische Begabung, vielleicht sogar Bedeutung, noch dadurch zu überhöhen, dass man dem Werk irgendwelche "höheren" Attribute zuschrieb.


    "Wie organisiert er rhythmische Zeit?" geht für mich in genau diese Richtung. Warum kann man nicht einfach honorieren, dass Jaki Liebezeit mit seinem Talent und seiner musikalischen Ausdrucksweise einen ganz eigenen Flow erzeugt hat? Selbst wenn man hier eine weitergehende Dimension identifiziert, wem würde das helfen? Wäre irgendein Drummer deshalb in der Lage, wie Liebezeit zu grooven? So funktioniert Kunst doch nicht! Man orientiert sich an Vorbildern und entwickelt durch eigene Interpretation mit genügend Fleiß und Talent eine eigene Sprache.


    Vielmehr waren solche Überhöhungen immer ein Bestandteil des Kunst- und Kulturbetriebes, in dem es eben NICHT nur auf die kreative Einzigartigkeit ankommt, sondern - nicht unwesentlich - um den Mythos, der sich um Künstler und Werk rankt. Oder ganz profan, je interessanter man sich macht, umso besser fürs Geschäft.


    Insofern sehe ich diesen Thread als eine Werbeveranstaltung ohne Mehrwert, und in Firmen-News ist er gut aufgehoben.

  • Nur zur Einordnung: Der Ansatz des Buches ist keine spieltechnische Anleitung und auch keine Überhöhung von Jaki Liebezeit. Untersucht wird wie Rhythmus, Wiederholung, Reduktion, Zusammenspiel und Wahrnehmung musikalische Zeit organisieren.


    Wer damit nichts anfangen kann muss den Zugang natürlich nicht teilen. Sachliche Kritik an Begriffen oder Thesen ist jederzeit interessant - persönliche Abwertungen dagegen nicht.

  • persönliche Abwertungen dagegen nicht.

    Wo beginnt für dich denn persönliche Abwertung? Jaki Liebezeit und seine Bedeutung stehen hier doch außer Frage.


    Nur:

    Untersucht wird wie Rhythmus, Wiederholung, Reduktion, Zusammenspiel und Wahrnehmung musikalische Zeit orgorganisieren.

    das ist für mich eine Terminologie, die ich als total an der Sache vorbei und einfach abgehoben empfinde. Vermutlich werden selbst etliche Schlagzeugprofessoren die Fragestellung als zu akademisch betrachten. In einem Forum für begeisterte Amateure und durchschnittliche Berufsmusiker erreichst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht deine Zielgruppe.


    Um es ganz einfach zu formulieren: ich organisiere keine musikalische Zeit, ich versuche zu grooven. Ob mir das gelingt, erkenne ich an den Reaktionen von Publikum und Mitmusikern. Simpel, nicht wahr?

  • Liebe Birgit Berger!

    Du bekundest Interesse, die "Kunst, die musikalische Zeit zu organisieren" im Kontext des Schlagzeugens zu verstehen.


    Dann empfehle ich Dir "The Art&Science of Groove" von Benny Greb. Dort erklärt er das Thema sehr anschaulich im Rahmen der Kapitel "Time, Feel, Sound, Body, Mind".


    Aber Vorsicht: es könnte dazu beitragen, Deine Sicht auf Jaki Liebezeit und sein Trommeln zu entmystifizieren. Ich befürchte, das entspricht nicht Deinem Interesse. Anderseits: Was spricht dagegen, einen Menschen Mensch sein zu lassen und gleichzeitig seine Fähigkeiten zu verstehen und wertzuschätzen!

    Vielleicht bringt es einfach nur zusätzliche Aspekte...Kunst und Handwerk...zumeist sind die Übergänge fließend!

    BG

  • Du bekundest Interesse, die "Kunst, die musikalische Zeit zu organisieren" im Kontext des Schlagzeugens zu verstehen.

    Ich denke eher, sie möchte unser Interesse daran wecken. Ihr Interesse dürfte den Verkaufszahlen ihres Buches gelten 😉

    (Zumindest würde ich die Reihenfolge so wählen, erst recherchieren und verstehen, dann verfassen, veröffentlichen und verkaufen)

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