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Wild_drums91

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1

Montag, 30. Januar 2017, 20:04

Vorbereitung fürs Studio - Timing Probleme

Hallo liebes Drummerforum!

ich brauche dringend mal euren Rat! Im März gehe ich mit meiner Band ins Studio und irgendwie tue ich mich schwer nach dem Metronom zu spielen.
Eigentlich würde ich mich als relativ guten Drummer bezeichnen mit viel Energie, die ich auch auf meine Bandkollegen übertragen kann.
Live spiele ich ohne Metronom und kann die Band auch ganz gut zusammenhalten.
Allerdings fällt es mir sehr schwer das im Studio zu reproduzieren. Seit unserer ersten Demo vor 1,5 Jahren hat es sich aber schon etwas gebessert. Aber ich bin noch lange nicht da wo ich hin will.
Natürlich werde ich den nächsten Monat nutzen und richtig viel mit dem Metronom üben. Aber ich könnte ein Paar Tipps gebrauchen wie ich das am effektiefsten anstelle.

Z.B. denke ich häufig, dass ich genau "drauf" bin aber auf der Aufnahme hört es sich immernoch lasch an. Ich hänge etwas hinterher aber nur minimal. Wie kann ich während des spielens einschätzen ob ich tight genug bin?
Sind das diese Momente, wo ich den Klick nicht ausmachen kann? Ihn also nicht höre? Und wenn ja, wie kann ich erreichen das dauerhaft hinzubekommen?

Hier mal eine Live-Aufnahme:
https://www.youtube.com/watch?v=0NXelkn4Vio

Hier ein Song von unserer ersten Demo zum vergleich:
https://www.youtube.com/watch?v=uPp40SNR51M

Weitere Songs, bei denen es Teilweise mehr eiert, gibts bei Spotify:
https://open.spotify.com/artist/4EOmYIpOOvd4WQAMFOC3iJ

Über Tipps würde ich mich freuen!

Gruß
Tim

joerchtee

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2

Montag, 30. Januar 2017, 20:19

Hab jetzt nur fragmentweise reingehört...
glaube live is u.u. normal das man evtl etwas schneller wird, is aber nicht immer so.
Hmmm...
Was bei mir geholfen hat, das (ich kanns blöd erklären) der körper mit als metronom fungiert, d.h. ich schunkele im takt, ja - kann man so sagen.
Haste ne vorstellung davon was ich meine ?


joerch
alles granatenquatsch

Wild_drums91

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3

Montag, 30. Januar 2017, 21:21

Hallo Joerch,

ja ich glaube ich weiß was du meinst. Praktisch, dass der Körper durch Bewegung den Takt vom Metronom mitgeht!
Das mache ich teilweise auch, allerdings eher unbewusst. Aber wie gesagt, ich eiere in geringem Maße immer um die richtige Geschwindigkeit. Und kann nicht einschätzen, wann ich genau drauf bin. Beim anhören merke ich das immer erst!


Gruß Tim

4

Montag, 30. Januar 2017, 22:26

Hallo Tim,

die Musik, die ihr macht, lebt in meinen Augen viel von der Attitude. Steven Adler hat sich beim Einspielen von "Appetite for destruction" bestimmt keine Gedanken über den Click gemacht. Ich finde daher die Tipps von Chad Smith gut: http://www.sticks.de/stories/chad-smith-…s-fuers-studio/

Schau dass Du die Songs in und auswendig kennst. Übe mit Click und vergiss dann alles im Studio. Konzentriere dich darauf die Wände wackeln zu lassen...vielleicht sogar ohne Click.

Grüße
Surfkoala

MS-SPO

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5

Montag, 30. Januar 2017, 22:34

Hallo Tim,

hier ein paar Vorschläge für Dich.

(1) Atme
Klingt komisch, hilft aber. Benny Greb erklärt das auf seiner DVD "The art and sciecne of groove" sinngemäß so: "Gerade an schwierigen Stellen, wie Fills, halten wir Drummer gerne die Luft an. Das signalisert unserem Körper: Achtung! Gefahr zu ersticken! Beeil dich!! JETZT !!!" Und schon ist's vertacktet ...


(2) Spannung
Achte auf Deine Körperspannungen. Erst einmal wahrnehmen, wie sie sind, wo und wann sie extrem stark oder extrem schwach sind. Wie bei einem Gummiband hängt die Tonhöhe beim Anschlagen, also unser Drum-Timing, von der Spannung ab. Spannungsschwankungen können da schaden, was man möglicherweise dann auch hört. (Eng verwandt damit ist das Aufwärmen unserer Muskeln, wie bei jeder anderen körperlichen Bewegung ...)


(3) Stimmung(en)
Ebenfalls von Benny: Wie ich mich fühle, oder woran ich denke, beeinflusst, wie ich spiele. Proaktiv kannst Du das wie ein Schauspieler nutzen. Stimmung des Songs vorstellen (fröhlich, traurig, nachdenklich, ...) und dann passen auch Timing und Feeling besser. Reproduktion inbegriffen.


(4) Drum-Check - Patterns
Hast Du bestimmt. Paraddidles, alle 16-tel Kombinationen durchprobiert usw. Da hört man Schwankungen sehr schnell.


(5) Technische Hilfsmittel 1
"Roland RPM-5" Rhythm Coach. Batterie rein, Kopfhörer dran, den Sound überhören und eine der Settings nutzen. Manche zeigen erbarmungslos, wo der Stick nicht stimmt. Hat übrigens viele Pattern, sowie Übungen mit steigendem und sinkendem Tempo. Dieses Angebot scheint gerade relativ günstig zu sein (nun ja) https://www.drum-tec.de/module/roland/10…CFccp0wodUtAOXw


(6) Technische Hilfsmittel 2
Metronomics (ipad/ipod etc.) Es gibt sicher ähnliche Apps, oder halt GitarPro, 'n DAW mit MIDI-Funktion usw. Das Besondere: Du kannst beliebige Pattern einstellen UND Pausen, also lautlose Takte. Wenn Du dann immer noch im Takt bist, bist Du gut im Timing ; -) Hab' ich von meinem Musiklehrer ...

Grüße + viel Erfolge, Michael
"Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie." (Wird Kurt Lewin zugeschrieben) // Was schlechte Theorien unbrauchbar macht ... //

MS-SPO

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  • »MS-SPO« ist männlich

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6

Montag, 30. Januar 2017, 22:40

Was bei mir geholfen hat, das (ich kanns blöd erklären) der körper mit als metronom fungiert, d.h. ich schunkele im takt, ja - kann man so sagen.


Flee, der Bassist der Red Hot Chili Peppers, macht das u.a. mit kleinen seitlichen Kopfbewegungen. Fiel mir 'mal auf ... und scheint zu funktionieren ; -)
"Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie." (Wird Kurt Lewin zugeschrieben) // Was schlechte Theorien unbrauchbar macht ... //

lukashue

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  • »lukashue« ist männlich

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7

Dienstag, 31. Januar 2017, 00:00

Hi,


Was mir sehr geholfen hat im Thema Timing, ist eine Übung von meinem Lehrer..

Dabei stellt man das Metronom auf Viertel in Tempo 40. Ja wirklich 40! Mega langsam....

Dann mal zwei, drei Minuten da drauf jammen, da merkt man sehr schnell wie tight man spielt ;)

Tipp: Mit dem Körper das Tempo aufnehmen und ,,mitgehen'', also im Tempo den Körper bewegen hilft ungemein..

Wenn du das ein paar mal gemacht hast, und merkst dass es besser wird, kannst du als kleine Erhöhung des Schwierigkeitsgrades

versuchen, so dazu zu spielen, dass das Metronom dein 4. 16tel markiert.. wenn du es schaffst das in dem Tempo gut hinzubekommen,


hast du denke ich einen großen Schritt gemacht.. Zumindest war das bei mir der Fall...

Und dann einfach das Spielgefühl von der Übung auf euren Song übertragen (mitwippen usw.) und dann sollte das von ganz alleine laufen...

Greetz Lukas

Drummerl

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8

Dienstag, 31. Januar 2017, 01:29

Du beantwortest deine Frage doch schon selbst:
"Live spiele ich ohne Metronom und kann die Band auch ganz gut zusammenhalten."
Dann mach das auch im Studio so. Spielt die Rhythmusgruppe gemeinsam ein und ohne Click.

"Aber ich bin noch lange nicht da wo ich hin will."
Die 2. eigene Antwort auf deine Frage. Zum Click zu grooven bedeutet nicht nur viele Jahre üben mit Sequenzen, Click usw. sondern
auch die gründliche Analyse und Optimierung deiner Bewegungsabläufe. Ein Monat hilft dir da nicht weiter. Denke in größeren Zeitdimensionen.

Lieben Gruß
Thomas

st_b

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  • »st_b« ist männlich

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9

Dienstag, 31. Januar 2017, 03:19

Übungen, die ich zu dem Thema empfehlen kann sind z.B. diese:

1/8 HH groove mit BD auf 1 und 3, Snare auf 2 und 4, sprich Standardgroove numero uno. Metronom auf entspanntes tempo stellen, vielleicht so zw. 60 und 80 und mal ne halbe Stunde - oder auch länger - ununterbrochen spielen und genau hinhören. Aber wirklich ohne Fills und so Zeugs, einfach mal aufs Wesentliche konzentrieren.

Buch: Gery Chester - New Breed. Meiner Meinung nach der absolute Bringer wenn's um Genauigkeit geht.

Als gezielte Vorbereitung auf deinen Job im Studio kannst du auch deine Parts einfach mal mit Metronom ne ganze Ecke langsamer üben und dich vor allem mit Problemstellen genauer befassen.

muchulos

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  • »muchulos« ist männlich

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10

Dienstag, 31. Januar 2017, 09:01

Es wurde schon gesagt, aber ich möchte es nochmal bestärken.

Mit Metronom spielen ist schwierig. Da setzt du dich nur enorm unter Druck wenn du da jetzt mit Gewalt was erreichen willst.

Viel wichtiger:
Versucht die Energie rüber zu bringen

Für dich bedeutet das:
Die Songs in und auswendig kennen
Homogen spielen (z.b. Snare immer gleich laut usw.)

Ob dann dann die Songs etwas schneller oder langsamer werden interessiert keinen Menschen mehr wenns geil klingt.
Wackeln darf die Time natürlich nicht.

Schmatzi80

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  • »Schmatzi80« ist männlich

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11

Dienstag, 31. Januar 2017, 10:21

Hi Tim,
es geht in meinen Augen für dich darum tight, homogen und dabei locker zu spielen. Wenn du das mit Metronem erreichen willst, solltest du ausschließlich mit Metronom spielen und die Präzsion des Hilfsmittels gewöhnen. Auch sind es 2 paar Schuhe mit dem Metronom zu spielen und damit zu üben. Für mehr Präzision lohnt es sich viele Clicks, also 8tel oder 16tel einzuschalten und darüber FIguren auf der Snare (Rudiments) oder Beats zu üben. Oft bedingen kleine Timingschwankungen, dass die nächste 4tel oder die 1 nicht präzise ist. Mit der Zeit nach und nach die Unterteilungen abschalten und schauen, ob die Präzsion erhalten bleibt. Übungen, die ein großes Intervall beinhalten bergen die Gefahr, dass sich Fehler im Mikrotiming einschleichen und es dadurch leiert. Ein Vorredner hat Benny Greb ins Spiel gebracht. Für den ambitionierten Hobbytrommler bieten seine DVD´s sehr viele Möglichkeitensein Timing, Feeling und Spiel zu verbessern... Es gibt bestimmt auch viele andere gute Videos und Inhalte, die sich lohnen. Listen findet man bestimmt hier im Forum ;). Und es nützt nix, denn auch hier hilft einfach nur viel üben, eins mit dem Click werden und dann locker sein.
Die Energie, die Lockerheit und das Feeling kommt dann von ganz alleine. Leider ist das ein Prozess mit Höhen und Tiefen. Zudem sind Abkürzungen, wie:"es past irgendwie", möglich und je nach eigenem Anspruch auch ausreichend.

muchulos

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  • »muchulos« ist männlich

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12

Dienstag, 31. Januar 2017, 11:07

Nur so am Rande bemerkt, und es ist ja auch kein Geheimnis:

Eine Hammer Timing Übung ist es das Metronom auf die + laufen zu lassen. Also nichtauf die Viertel sondern immer dazwischen.

Probieren! Ist am Anfang gar nicht so einfach!

Wild_drums91

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13

Dienstag, 31. Januar 2017, 19:19

Vielen Dank für die ganzen Tipps!

Am liebsten würde ich das Metronom natürlich auch weglassen! Nur leider handelt es sich um eine wirklich professionelle Produktion und ich bin nicht sicher,
ob das da so einfach geht!

@muchulos: Meinst du mit + die Note zwischen der 1 und der 2? Also eins und?

Ansonsten werde ich versuchen 2h pro Tag zu spielen um mich so gut es geht draufvorzubeiten.

EDIT: Ich habe grade gelesen, dass John Bonham(einer meiner absoluten Vorbilder) nie einen Clicktrack benutzt hat! Ich bin natürlich nicht John Bonham aber das beruhigt mich etwas!

Gruß Tim

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Wild_drums91« (31. Januar 2017, 19:27)


Schoppe

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14

Mittwoch, 1. Februar 2017, 07:59

Hallo.

Im professionellen Bereich ist das auf Click, bzw. GENAU im Timing spielen Pflicht.

Das macht auch Sinn, wenn man z. B. in Formationen spielt die sich (fast) nur zu Auftritten treffen. Da kann nicht der Drummer etwas schneller/langsamer werden, der Bassist vielleicht dann auch noch und der Keyboarder sowieso ^^ .

Auch im Studio bei der Arbeit mit "vorgefertigten" Songteilen muss es natürlich ein Kriterium geben an das sich ALLE halten müssen -> der Takt.

Im Amateur/Semiprofessionellen Bereich ist das m. E. was anderes. Da hat man, meistens, Formationen die länger miteinander spielen und man kann sich als Mitmusiker (vielleicht auch Publikum) darauf einstellen, dass es an der ein oder anderen Stelle mal etwas schneller/langsamer wird.
(Was natürlich niemanden davon abhält das zu verbessern).

Dabei spielt der, auch oben schon angesprochenen, "geistige" und "körperliche" Zustand mit eine Rolle. Wenn man eine Ballade spielt und an etwas trauriges denkt wird man vielleicht auch etwas langsamer.

Nun denn, das ist halt auch EIN Unterschied zwischen einem Amateur und Profi.

Ob und wie dir das jetzt konkret weiterhilft ?(

Wollt's nur mal sagen, ähh schreiben.

Gruß
Ralf
Bier und die Pfalz, Gott erhalt's ;)

muchulos

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15

Mittwoch, 1. Februar 2017, 08:43

Vielen Dank für die ganzen Tipps!

Am liebsten würde ich das Metronom natürlich auch weglassen! Nur leider handelt es sich um eine wirklich professionelle Produktion und ich bin nicht sicher,
ob das da so einfach geht!

@muchulos: Meinst du mit + die Note zwischen der 1 und der 2? Also eins und?

Ansonsten werde ich versuchen 2h pro Tag zu spielen um mich so gut es geht draufvorzubeiten.

EDIT: Ich habe grade gelesen, dass John Bonham(einer meiner absoluten Vorbilder) nie einen Clicktrack benutzt hat! Ich bin natürlich nicht John Bonham aber das beruhigt mich etwas!

Gruß Tim



Hallo Tim,

Zu deinen Punkten:
- Ihr als Band müsst entscheiden wie ihr aufnehmen wollt. Das Ton Studio ist Dienstleister. Wer zahlt schafft an!

- ja genau, so meine ich das ...richtig verstanden

- Viele legendäre Aufnahmen wurden ohne Metronom eingespielt, hier ein sehr markantes und bekantes Beispiel
www.youtube.com/watch?v=UbkqE4fpvdI

16

Mittwoch, 1. Februar 2017, 08:45

Im professionellen Bereich ist das auf Click, bzw. GENAU im Timing spielen Pflicht.


Das ist eine Aussage, die in meinen Augen, was die Musikrichtung von "Purple Rhino" angeht, zu generell ist: Direkt fallen mir die White Stripes, die Chili peppers und Nirvana ein, die dafür bekannt sind/waren im Studio keinen Click-Track zu verwenden. Steve Albini sagt in verschiedenen Interviews, dass er gerne ohne, aber auch mit Click aufnimmt. Und auf der Bühne ist es sogar eher unüblich einen Clicktrack für diese Art von Musik zu verwenden, selbst wenn die Band als Headliner bei Rock am Ring auftritt.

Schoppe

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17

Mittwoch, 1. Februar 2017, 11:12

Hallo.

Ich meinte mit GENAU im Timing spielen, dass man keinen Click verwendet aber das Tempo, im Rahmen der menschlichen Fähigkeiten, exakt hält.

Vielleicht ist das "mit Klick und supergenau spielen" auch erst in den letzten Jahren so extrem geworden (zum Teil auch wegen der vereinfachten "Klick"-Technik und den von mir im vorherigen Post schon angesprochenen Punkte).

Die von dir angesprochenen Bands sind ja schon etwas älter und ich denke mal zu der Zeit war das mit dem "Klick" noch nicht so verbreitet/gefordert.
Weiterhin haben die ja nicht unbedingt direkt als "Profibands" begonnen, sondern von Schul-/Amateur-Bands "hochgearbeitet" und sind es einfach nicht "gewohnt" mit Klick zu arbeiten (nicht negativ gemeint !!!).
Das betrifft ja nicht nur den Drummer sondern alle in der Band.

Mit "professionellem Bereich" meinte ich z. B. Engagements im Studio oder bei Gründung/Aushilfe.... in Bands/Formationen die direkt einen professionellen Anspruch haben und bei denen auch die anderen Musiker diesem entsprechen.
Das sind nicht die bekannten Top-Bands in der "ersten" Reihe bei denen ein Wechsel eher selten ist, aber in der 2. und 3. Reihe der Profi-Bands ist es doch heute üblich mit einer "kleinen" Stammformation zu arbeiten und sich die Musiker nach Verfügbarkeit, Finanzierbarkeit .... dazu zu holen.

Ich finde Musik ohne Klick irgendwie "lebendiger" und es gibt auch Situationen/Titel bei denen man, wenn das Publikum gut drauf ist, z. B. am Schluß das Tempo erhöhen kann um die Stimmung noch mal anzufachen.

Und das es natürlich von allem Ausnahmen gibt sieht, liest oder hört man (auch hier im Forum) immer wieder. =)

Gruß
Ralf
Bier und die Pfalz, Gott erhalt's ;)

  • »Crashi das Fetzige Becken« ist männlich

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18

Mittwoch, 1. Februar 2017, 12:08

Mit Metronom spielen ist schwierig. Da setzt du dich nur enorm unter Druck wenn du da jetzt mit Gewalt was erreichen willst.


Im Bezug auf das, was Benny zu dem "Mindset" deines Spielens gesagt hat. Muss man sich eines verinnerlichen und dann klappt das mit dem auf den Klick spielen von ganz alleine.

Der Klick ist dein Freund, nicht dein Feind. Du brauchst nicht kämpfen, go with the flow.

Ich persönlich spiele Live nie mit Klick, egal ob Jazz, Pop, Rock.

Im Studio spiele ich meistens auf Klick, je nach Song finde ich es unterstützend oder eben behindernd. Komm immer darauf an wie ich den Song für mich persönlich Zähle / wie gut ich ihn kenne aus meiner Sicht.
Mein Zeug

Meine Band

"I'm not something like a talker, I'm a drummer" Michael "Moose" Thomas

"I am not the best drummer, sue me! Well..just kidding don't sue me I hate paperwork"

Wild_drums91

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19

Mittwoch, 1. Februar 2017, 13:44

Was ich vielleicht noch dazu sagen sollte ist, dass geplant ist eine Drums und Bass live einzuspielen. Eventuell auch die Gitarre.
Loops und Keys sind nicht geplant. Wir sind schließlich ein Retro-Rock-Trio.
Ich weiß selber, dass ich ein guter Live-Drummer bin und eher "Oldschool" spiele. Ich unterscheide mich in der Spielart deutlich zu vielen anderen modernen Drummern. Vielleicht ligt das ja auch daran, dass ich nie viel mit Click geübt habe.

Wenn ich mir unsere Live-Aufnahmen anhöre denke ich häufig "wenn ich das so doch mal im Studio gespielt hätte".
Mittlerweile denke ich ernsthaft drüber nach einige Songs ohne Click einzuspielen. Trotzdem werde ich natürlich mit Metronom üben!

Mattmatt

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  • »Mattmatt« ist männlich

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20

Mittwoch, 1. Februar 2017, 17:36

Hi,


Was mir sehr geholfen hat im Thema Timing, ist eine Übung von meinem Lehrer..

Dabei stellt man das Metronom auf Viertel in Tempo 40. Ja wirklich 40! Mega langsam....

Dann mal zwei, drei Minuten da drauf jammen, da merkt man sehr schnell wie tight man spielt ;)

Tipp: Mit dem Körper das Tempo aufnehmen und ,,mitgehen'', also im Tempo den Körper bewegen hilft ungemein..

Wenn du das ein paar mal gemacht hast, und merkst dass es besser wird, kannst du als kleine Erhöhung des Schwierigkeitsgrades

versuchen, so dazu zu spielen, dass das Metronom dein 4. 16tel markiert.. wenn du es schaffst das in dem Tempo gut hinzubekommen,


hast du denke ich einen großen Schritt gemacht.. Zumindest war das bei mir der Fall...

Und dann einfach das Spielgefühl von der Übung auf euren Song übertragen (mitwippen usw.) und dann sollte das von ganz alleine laufen...

Greetz Lukas

Ergänzung: Man kann auch das Metronom auf 40 stellen, aber so dazuspielen, als wären es 80, d.h. es werden dann vier HiHat-Achtel gespielt
pro Metronomschlag. So kann man trotz langsamem Metronom auch schnelle Tempi spielen.

Allg.:
Es ist in meinen Augen absolut normal, dass jemand ein ganz gutes Time (und Energie) hat ohne Metronom, aber mit Metronom Schwierigkeiten.
Ohne Metronom kommt die Time "von innen", man ist Chef und gibt an. Mit Metronom übergibt man die "Chefposition" und muss die Timevorgabe
von aussen "nach innen" ins Körpergefühl bringen. Eine Frage der Übung, würd ich sagen - vor allem, wenn das Time-Gefühl ohne ganz gut ist.