Bewerbung als Musikalienhändler

  • Hallo herziges Drummerforum,


    ich wolte mal nachfragen ob ihr Tipps und Erfahrungen habt wenns um das Thema Beruf/Ausbildung habt.


    Ich bin grad an ner Bewerbung zur Ausbildung als Musikalienhändler/ Einzelhandelskaufmann bei einem hiesigen Musikfachgeschäft.
    Da ich einen bombastischen Eindruck schinden will und ich charf wie Cheyenne auf die Ausbildung bin, wollte ich fragen ob ihr mir mit Rat und tat zur Seite stehen könnt. Was denn gut ankommt und was ich denn dringlichst vermeiden sollte.


    Der Chef meinete ich soll meine Erfahrungen und einen quasi "musikalischen Werdegang" mit aufführen.


    Da wollte ich dann mit reinschreiben das ich bereits mit 13 Jahren 2,5 Jahre Klavierunterricht hatte, nun seit 4 Jahren Autodidaktisch Schlagzeug spiele und auch schon Unterricht gegeben hab, ich ab und zu eine Gitarre in den Händen halte, dort meine stärken aber eher im bereich Equiptment und Technik liegen, ich nun seit anfang des Jahres Autodidaktisch Violine lerne und bereits in mehreren Bands in verschiedenen Richtungen (Rock-Heavy-Blues) mit Bühnenerfahrung SZ gespielt habe, Erfahrungen im Bereich "Recordings" habe und:
    Ich wenn ich auf m WC sitze immer ein Stapel Musikstore, Tama, Roland, Meinl und Paiste Zeitschriften griffbereit habe, was manchmal dazu führt das ein WC gang bis zu ner halben Stunde dauern kann. :thumbup:


    Viellecht Arbeitet ja jm. in nem Store und kann mal ein paar Tipps rüberschieben.


    Thx

    Wer den anderen eine Bratwurst brät... ach egal, Freibier für alle

  • sei einfach Du selber, erwecke nicht irgendeinen Schein - das kommt schneller an den Tag als Dir lieb ist.


    Überleg einfach was und wer Du bist und schreib das rein, vielleicht vorher noch Wunschbild und Wirklichkeit abgleichen.

    ..."meine" Musik: Jazz (Big Band bis Free), brasil. Musik, Avantgarde, hin+wieder Klassik ->am Drumset, an den Percussions, am Schlagwerk

  • Klar ist das toll für Dich und Deinen Chef, wenn Du ohne Ende kompetent bist. Aber beziehe Dich auch ruhig mal explizit auf Deine vertrieblerische Seite; gut im zwischenmenschlichen Umgang, kommunikativ, eloquent, angenehmes, souveränes Auftreten... am Ende des Tages soll Deine Kompetenz ja auch dazu führen, dass zwei, drei Trommeln, Gitarren, Geigen oder was auch immer verkauft wurden.

  • Ach das komt noch dazu: Chef in Spé meinte das sie momentan nicht direkt einen Azubi suchen, aber wenn ich nen guten Eindruck mache würd man mich nehmen...


    @ Phillippe das komt dann aber in den normalen Teil der Bewerbung und nicht in den "Musikalischen werdegang", oder???


    Bei so sachen die mir persönlich sehr wichtig sind hab ich immer ganz schnell Muffe.

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  • Tach,


    also ich will mal völlig unromantisch sein. Als Verkaufsleiter, habe ich gelegentlich auch mal mit Personalfragen zu tun. Also mich würde in erster Linie eine fachliche Kompetenz beeindrucken. Deine schulischen Leistungen werte ich erstmal höher ein, als das was Du schon so alles in Deiner Freizeit gemacht hast. Mir wäre wichtig, das Du neben den handwerklichen Grundkenntnissen eines Verkäufers (Rechnen, Lesen, schreiben, reden), auch eine Ausstrahlung hast, die es einem Kunden leicht macht, bei Dir Geld auszugeben.


    Solltest Du daneben natürlich noch Instrumente beherschen, wäre das natürlich für ein Musikalienhandel von Vorteil, aber zwingend notwendig ist es am Anfang nicht. Ich habe auch eine Zeit lang Autos verkauft obwohl ich bis heute nicht genau weiß wie die Teile eigentlich funktionieren. Meine Frau arbeitet auch in einer Bäckerei, obwohl Ihr Kuchen schrecklich schmeckt.


    Sollte der Chef eher so der Typ "Ich komme sofort, ich rauch nur eben die Tüte noch zuende", der sich mit dem Laden mehr einen Traum als eine Existenz geschaffen hat, dann schick Ihm ´ne CD. :thumbup:


    Sorry....meine Meinung (Scheisse, bin ich alt...grrrr) :wacko:

    Brian: Ihr seid lauter Individuen.


    Menge: Ja, wir sind lauter Individuen.


    Brian: Ihr seid alle verschieden.


    Menge: Ja, wir sind alle verschieden.


    Dennis: Ich nicht.


    ALLES NEU, Guckst DU!

  • Ich wenn ich auf m WC sitze immer ein Stapel Musikstore, Tama, Roland, Meinl und Paiste Zeitschriften


    Alle diese Zeitschriften haben nun so gar nichts mit Musikalien zu tun!


    Bist Du sicher, dass Du weisst, was Du werden willst und was ein Musikalienhaendler tut?



    - Juergen -

    Gaffatape und Chewing Gum kleben die halbe Welt zusamm'

  • @ Phillippe das komt dann aber in den normalen Teil der Bewerbung und nicht in den "Musikalischen werdegang", oder???

    Du hast recht, das war von mir unklar abgegrenzt. Mir war nur wichtig, dass Du - an welcher Stelle auch immer - mal vorsichtig darauf hinweist, dass Du durchaus auch verkaufsfördernd sein könntest.

  • ach ja klar die Schulbildung... Ich hab per 2 Jährigen Kaufmännischen Berufsfachschule die Mittlere Reife erworben... Also stand ich schonmal mit einem Bein drin. :P
    Bei der ausstrahlung: Ich bin so ein Langhaariger Kumpel-Typ der gerne mal plappert und sich besser in nem Musikladen als bei Mercedes macht.


    Und ich finde dass sich das Informieren über neue Produkte, etc. auf jeden Fall zur Fachlichen kompetenz beiträgt...
    Aber mir ist schon klar das da auch gebucht wird, Bilanzen geschrieben, Kontenausgleich, Angebote geschrieben und eingeholt werden müssen, und der kaufmännische Kram natürlich an erster Stelle steht.
    Doch gerade Kundenorientierte Produkte und die passende Beratung gehören doch auch dazu...


    Ich wäre nur zu gerne der Verkäufer gewesen der mir meine Geige verkauft hat und mich froh, stolz und mit leuchtenden Augen aus dem Geschäft gehen ließ ^^

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  • wichtiger als das was du alles spielen kannst, und wieviel stunden du mit diversen werbe blättchen aufm klo verbringst, is dass du dich gescheit gibst und nich da hin dabbst wie der letze mensch.
    wenn man folgende sachen beachtet klappts auch mit dem arbeitsgeber:
    -fester haende druck beim reinkommen


    -grade haltung,
    -aufmerksamkeit,
    -gezieltes ausdruecken (weniger rumlabern is mehr)
    der grund is ganz einfach: dein zukuenftiger chef will niemand einstellen, dem er erst noch ein halbes jahr beibringen muss, wie man sich gegenueber fremden menschen verhaelt.


    ob du den willen - dort zu lernen- den du beim vorstellungsgespräch ans tageslicht legst wirklich durchsetzt willst und vorallem auch kannst stellt sich dann in der probezeit raus.
    wie schon erwaehnt: bleib locker, sei du selbst und geh mit der einstellung da hin, dass du DER Mann fuer diesen job bist.. dann kann eigentlich garnich viel schief gehen.
    !und nun viel spass beim haendeschuetteln ueben und viel glueck beim einstellungstest!

  • chris, das ist alles richtig was du schreibst.
    die scheisshauslektüre des themenstarters zeigt aber eindeutiges interesse an der materie, die er letztendlich nicht nur verchecken will, sondern angebracht an den mann gebracht bringen möchte.
    das ist eben nicht das prinzip: hauptsache irgendeinen scheiss verkauft und beim chef gepunktet.


    gute verkäufer aus käufersicht, und bei klugen chefs auch aus chefsicht, sind solche, die viel verkaufen und gleichzeitig kundenbindung herzustellen vermögen.
    und das geht nur mit guter beratung.
    wenn mir jemand auf anraten zwei mal scheisse empfielt, dann geh ich da nicht mehr hin. ende des geschäfts.


    im musikladen erwarte ich keinen schlipsträger, der sich, wichtigtuend aber ahnungslos, versucht mir was aufs auge zu drücken.


    vieler menschen weltbild ist, dass musiker und ihr umfeld aus freaks besteht. ein bankangestellter wird niemals ne gitarre verkaufen können und ein freak wird niemals optionsscheine an den mann bringen.


    dies sollte zu berücksichtigen sein.

    Satellite of Love

  • im musikladen erwarte ich keinen schlipsträger, der sich, wichtigtuend aber ahnungslos, versucht mir was aufs auge zu drücken.


    Diese Kundenabschrecker will ich eigentlich nirgends sehen, auch nicht bei den grossen Multimediamärkten, die rennen da aber trotzdem rum und halten sich wacker.
    Meine Eindruck: Je grösser der Laden desto weniger kompetent und mehr Verkäufer musst du sein. Einfach die Zettel vor den Produkten schneller vorlesen als der Kunde sie lesen kann.
    Investiert man lediglich 10-15 minuten Internet Recherche zu dem Thema, welches einen interessiert, ist man dem Verkäufer im Grossmarkt schon überlegen und kann ihn
    geschmeidig auszählen. Einfach mal ausprobieren, kann Spass machen, ist aber gemein.


    Der kleine Laden wird also jemanden suchen, der kompetent ist und freundlich ist mit dem Ziel Kunden zu gewinnen, die sich erinnern und wieder kommen.
    Im grossen Laden sollte man typischer Verkäufer sein um möglichst viel Kram an inkompetente Kunden zu verkloppen.

  • Ein wichtiger Aspekt wäre da noch die Rechtschreibung, Bewerbungen mit Fehlern können dir die Aktion vermasseln. Auch, wenn das viele hier nicht so praktizieren, eine gute Schriftsprache ist ein Ausdruck von Zuverlässigkeit, Respekt und Seriösität.

    Wer leichter glaubt, wird schwerer klug!


  • Da ich einen bombastischen Eindruck schinden will und ich charf wie Cheyenne auf die Ausbildung bin...


    Sag deinem Chef genau das (vielleicht besser "hinterlassen" als "schinden") und Du hast den Job.


    Natürlich auch Dinge wie gerade Haltung und auf Fremde zugehen können.
    Aber 2.tes musst Du haben, da Du Dich sonst kaum für einen solchen Job interessieren würdest.


    Sei freundlich, aufgeschlossen und zeig Interesse. Dann sollte das klappen !!
    (Das Thema Rechtschreibung nochmals angucken :D )
    Good luck...

  • Moin moin,


    ich hab selbst eine Ausbildung zum Musikalienhändler/Einzelhandelskaufmann gemacht und geb Dir mal folgenden Tipp:


    Vielen Chefs von kleineren Geschäften ist es sehr wichtig, dass Du ein Allrounder bist und dich in fast allen (in allen geht nicht) Bereichen gut auskennst.


    Ich hatte damals das grpße Problem, dass ich null checke von Keyboards hatte und mich die scheiß Teile auch bis heute nie interssiert haben. (Frauen und Keyboards haben den Rock n Roll kaputt gemacht)


    Also musst Du bereits sein auch mal die ein oder andere Stunde damit zu verbringen dich mit Instrumenten zu beschäftigen die Du blöd/unwichtig etc. findest.


    Bestes Beispiel: Die Blockflöte :) Das ist kein Scherz


    Desweiteren musst Du daran denken, dass 50% deiner Kundschaft leider nicht aus collen Musikertypen die voll die checke haben und sich mit Dir wie auf nem Konzert unterhalten sind.
    Der Großteil sind z.B. Elter/Hausmuttis die EXTREM Nervig und skeptisch sein können. Sowas kann echt Nerven kosten. Tanzmucker können auch schlimm sein, da die immer feilschen wie sau :)


    DAS WICHTIGETSE!!!


    Fang die Ausbildung nur an wenn Du


    a: Danach bereits bist weit weg zu ziehen für einen Job


    oder


    b: Von Deinem Chef ne Garantie bekommst, dass Du danach bei Ihm festangestelleter wirst. Am besten schriftlich...


    Varianten b wirst Du aber zu 99,99% nicht bekommen.


    Die großen wie Store, Thomann, MP machen den kleinen einfach die Hölle heiß die letzten Jahre. Deswegen studiere ich jetzt BWL...

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