Gesprächsbedarf: Ein Leben lang Geld verdienen mit Schlagzeug spielen?!

  • Hallo Trommler,
    dieser Post richtet sich vorallem an die studierten Schlagzeuger aus dem "Jazz/Rock/Pop" bereich. Ich fände es super, wenn jemand von Euch die Zeit und das Vertrauen mir gegenüber aufbrächte, um mir ein bisschen über seinen "Leidensweg" zu erzählen und mir Fragen zum Trommlerberuf zu beantworten. Ich würde mich gerne mal durch so ein Gespräch aus erster Hand darüber informieren, wie man dazu kommt Profi zu werden, wie der Weg bis zum Hochschulabschluss aussieht und wie der Alltag danach verläuft, wenn man überhaupt von "Alltag" sprechen kann. Mich würde das sehr interessieren was man denkt oder wie man denkt wenn man seiner Berufung folgt und das Trommeln zum Beruf macht. Was man für Möglichkeiten hat mit einem Abgeschlossenem Studium... usw.
    Mich interessiert das deshalb, weil das Trommeln eigentlich das einzige ist, von dem ich denke, ich hätte Spaß daran Tag täglich damit umzugehen und mein Leben lang viel Arbeit hineinzustecken, im gegensatz zu anderen Berufen. Nur bin ich mir nicht sicher ob es gut ist oder überhaupt im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt dieses Handwerk so zu erlernen, dass es zum Leben reicht.
    Mir fehlen da einfach viele Informationen und deswegen wäre es schön wenn jemand bereit wäre mir von sich zu erzählen und sofern möglich meine Fragen zu beantworten, die sich evtl. auch aus dem Gespräch ergeben.


    Ich kann ehrlichgesagt nicht einschätzen ob diese Bitte zu persönlich ist oder aus sonstigen Gründen evtl. unangebracht und schlecht, also bitte nicht zerreißen, falls ich hiermit grade eine Grenze überschritten habe. :whistling:


    Mit freundlichsten Grüßen
    Cedric

    LG Spielmann

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  • Hi here,
    Ich bin keine professional drummer aber gehe mit vielen um ueber die jahre.
    Keine von denen hat eine gleichen ablauf und sind meistens sehr individual carriere und lebens style.
    Ein pro musician sein mehr ein lebens style dan ein job und seine vor und nachteile.
    Das sind so viele moeglichkeiten von drum lehrer zu rock star und alles dazwischen.


    Alle studioums sind wichtig und lenren deine craft so gut wie moeglich jeden tag.
    Aber auch nicht auf schulen verlassen.
    Du must dich auch selber aufbauen als drummer unabhaenig davon.
    Mit sovielen musicians wie moeglich umgehen spielen.
    Und vor allen mit den besten die du finden kanst weil diese dein nieveau erhoehen.
    Networking nit sovielen wie moeglich.
    Verschiedene musical situations aufsuchen auch solche die am anfang ugewoehnt sind.
    Dadrurch wirst du deinen weg finden weil das deine horizon breiter macht und vieleicht moeglichkeiten auftauchen an die du vorher vieleicht nicht gedacht hast.
    Don’t be afraid to take a chance.
    Du wirst nicht immer wissen vorher was um die naechst ecke kommt aber solange du deine eigene engine bist deine eignene schaerfste critic und fest dein ziel im auge behaellst wirst hinkommen wo du willst.
    Believe in yourself and nether nether let anybody tell you that you can’t do anything. :Q


    Good luck :)

  • Ich kenne einige Drummer die Schlagzeug Studiert haben, und danach keine Jobs bekamen, und ich kenne auch Drummer die nicht studiert haben, und viele Gigs im Jahr spielen, und von der Industrie Supportet werden...

    "Fills bring thrills but grooves pay bills"

  • Musik ist in jedem Fall ein launisches Geschäft. Ich habe etwa 10 Jahre davon gelebt, mal besser, mal schlechter. Für mich alleine hat's halbwegs gereicht, für eine Familie wäre es aber definitiv zu mau gewesen, daher hab ich die Zeit dazu genutzt, auch "was anständiges zu lernen". Hier geistert irgendwo ein Thread herum "Was versteht Ihr unter einem Guten Schlagzeuger" oder so ähnlich. Da kannst Du Dir ein paar Anregungen holen, was neben dem Trommeln noch wichtig sein dürfte, um in der Szene Fuß zu fassen.

  • vielleicht solltest du zunächst mal in deinem direkten umfeld fragen, sprich doch mal mit deinem lehrer über deine ambitionen. ohne persönlichen kontakt ist es sehr schwer da einen rat zu geben. hier gibt es aber eine rubrik mit interviews da erzählen ne menge leute auch über ihren lebensweg, da sind sehr lesenswerte sachen dabei. zu speziellen fragen kann dir sicher der ein oder andere anwesende per pm weiterhelfen, wenn du gar nicht weiterkommst: schreib mich an, wir könnten die tage mal telefonieren.

  • Danke erstmal für die Antworten, den Interview Thred habe ich kurz nach meinem Eingangspost gefunden und den finde ich auch sehr gut! :thumbup:
    Dass jeder "Leidensweg" wohl anders verläuft dachte ich mir schon, aber grade deswegen wäre es für mich ganz interessant mal so einen Querschnitt zu bekommen um nicht nur eine Seite der Medaille zu sehen.
    Danke auch für die Angebote zu persönlichen Gesprächen ich werde mich jetzt wohl zunächst noch mal ein bisschen durch den Interview Thread lesen und mir ein paar Gedanken machen was für mich Schlüsselfragen sind und dann vermutlich darauf zurückkommen :)
    Falls so ein Gespräch zustande kommen sollte würde ich mir dafür gerne etwas Zeit nehmen und einen Termin absprechen, das muss auch nicht sofort sein, so wies halt passt - ich meld mich nochmal bei Euch


    Gruß Cedric

    LG Spielmann

  • Hi Cedric,


    ich denke ich könnte auch das ein oder andere dazu erzählen.
    Jedoch bin ich eher die Kategorie "Nie studiert, jedoch 1 Jahr viel unterwegs gewesen mit "interessanten" Zukunftsperspektiven" - Schlagzeuger.
    (siehe auch unten aufgeführten Link, mit ausführlichem Text )


    Ich bin kein Profi und kein Perfektionist auf dem Drumsektor, hatte jedoch das "Glück" in unterschiedliche Gebiete zu dem Thema reinschnuppern zu dürfen.


    Über Beziehungen kam meist eins zum anderen, bis es fast mit einem "Burn out" endete. (und unschätzbaren Lebenserfahrungen)
    Nun bin ich glücklicher Industriekaufmann und ärgere meinen Gegenüber mit schönen Preisverhandlungen.


    Das Schlagzeugspiel ist für mich ein wunderschönes Hobby und meine damalige Entscheidung zur Industriekaufmannausbildung bereue ich keine Sekunde.


    Grüße aus dem sonnigen Baden-Württemberg


    Knüppelfreak

    Bin vor kurzem besoffen auf die Bühne gefallen und hab mit schrecken festgestellt, dass ich Superstar bin...
    (üben wird total überbewertet)


    Hier mehr zu mir und zu meinem Kit.... klick mich

  • ich kenne das... :D So einer bin / war ich auch...


    Junge Menschen, die Spaß am Leben und vor allem dem Schlagzeugspielen haben. Und dann haben sie Angst, ihr Hobby nicht mehr ausreichend betreiben zu können,w enn sie einen "anständigen" Beruf wählen. Um das zu vermeiden, liebäugeln sie damit, das ganze zum beruf zu machen... :rolleyes:
    Ich hatte das eine oder andere Gespräch mit meinem Lehrer (ein unstudierter, dennoch ausgebuchter und bester Drummer, den ich persönlich kenne) und der versicherte mir, dass neben dem eigentlichen Drummen auch eine ganze Ecke Glück und die richtigen Beziehungen dabei sein müssen.


    Ich habe mich dann dagegen entschieden, es zu versuchen. Mal ehrlich: Ein Ponyhof scheint mir ein Musikerleben nicht zu sein. Die Latte hängt schon verdammt hoch. Und selbst wenn man "die Latte überspringt" ist deine Existenz nicht in dem Maße gesichert, wie sie es mit einem anderen Beruf wäre. Zumal: wenn man mit 27 merkt, dass es nichts wird, ist man 27 und hat keine Ausbildung. Und dass man am Drummen immer noch so einen gewaltigen Spaß hat wie vor dem Entschluss, es professionell machen zu wollen, ist auch noch nicht gesagt. Man geht echt ein Risiko ein.


    Ich versuche übrigens gerade, meine Existenz mit einem Chemiestudium zu sichern... :rolleyes:


    Ich wünsche dem Threadstarter das richtige Händchen für seine Entscheidung!
    Gruß Matzete

  • ich schließ mich mal mit ran. Das Thema ist wirklich interessant!



    Zum mir, ich werde ERST mein Abi machen, DANN studieren (Jura o. Lehramt (Beamtenrang) o. Architekt/Design).
    Ausgehend vom Lehrer ,werde ich dann den Beamtenstand anstreben und danach leHren.



    Bis dahin wird wohl die Musik das zweite Standbei sein. Was danach kommt,...weiß das Set :D
    Bis es aber soweit ist, heißts büffeln, lernen und Musik als ernstes Hobby anzusehen, Kontakte knüpfen (bin eifrig dabei! Mit Erfolg!)

  • Besonders Krass war da New York.
    Da laufen wirklich so viele sau gute Musiker rum, studiert oder nicht, dass da wirklich nur noch Beziehungen weiterhelfen.
    Ein damaliger studierter Kollege, der das Hauptberuflich betreibt, hatte teilweise 14 - 16 Studenarbeitstage. (das war normal)
    Mehrere Jobs nebenher zu haben ist da nichts besonderes.
    Studioaufnahmen, Unterricht geben, Bandauftritte, Straßenauftritte oder auch als Ersatzschlagzeuger einspringen, flexibel sein ist das Motto.
    ( + weitere Nebenjobs)
    Das Glück zu haben sich von einer erfolgreichen Band ernähren zu können haben nicht viele.


    So aus Erzählungen aus meinem Umfeld habe ich den Eindruck, das es leichter ist erstmal einen "normalen Beruf" zu erlernen (gesichteres Einkommen )und sich ein Standbein nebenher auf dem Drumsektor aufzubauen. Gegen später kann man besser abschätzen ob ein VollzeitJob auf dem Drumsektor empfehlenswert ist.


    Wenn man jedoch gleich als Vollprofi durchstarten möchte kommt man, so mein Eindruck, an einem Studium (die Verbindungen die man allein da Knüpft sind schon Goldwert) nicht vorbei.
    Jedoch gilt auch Lerntechnisch danach Stillstand = Rückschritt
    Bitte mich jetzt nicht falsch verstehen, ich will hier nichts negativ quatschen aber auch nichts beschönigen.


    Vor dem professionellen Musikerdasein zieh ich echt mein Hut denn es ist echt knallhart und man braucht einen starken Willen und viel Durchhaltevermögen.

    Bin vor kurzem besoffen auf die Bühne gefallen und hab mit schrecken festgestellt, dass ich Superstar bin...
    (üben wird total überbewertet)


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  • So aus Erzählungen aus meinem Umfeld habe ich den Eindruck, das es leichter ist erstmal einen "normalen Beruf" zu erlernen (gesichteres Einkommen )und sich ein Standbein nebenher auf dem Drumsektor aufzubauen. Gegen später kann man besser abschätzen ob ein VollzeitJob auf dem Drumsektor empfehlenswert ist.


    Meine Rede ;)

  • das ist unglaublich spannend. ich würde so gerne von jedem einzelnen hier wissen wie sein schicksal verlaufen ist. leider habe ich vermutlich gar nicht die möglichkeit mit allen zu telephonieren auch wenn das jetzt total blöd klingt weil ich ja nach einem gespräch gefragt habe :D aber ich komme häufig erst abends nach hause und weil ich schüler bin muss ich ja morgens auch früh raus.
    ich bin ja noch nicht allzu lange hier tätig im forum: gibt es vielleicht sowas wie ein drummerforumgesamttreffen? wo man dann man wirklich gelegenheit hat von angesicht zu angesicht ins gespräch zu kommen?
    ansonsten hat mir das hier schon etwas weitergeholfen und ich werde nächste woche mal meinen lehrer fragen.


    und jetzt erzähl ich erstmal was zu mir vielleciht interessierts ja den einen oder anderen, aber wo ich schon von euch was wissen will, wollt ihr vielleicht auch gerne wissen mit wem ihr es hier zu tun habt :D


    ich bin 16 jahre alt und gehe in die zehnte klasse auf einem gymnasium. im herbst spiele ich seit 4 jahren schlagzeug unterricht habe ich bei gunnar hoppe. im herbst möchte ich auch zum zweiten mal die prüfung zur studienvorbereitenden aus bildung machen. beim ersten mal hat das leider nicht geklappt, denn das war meine erste prüfung dieser art und ich war falsch vorbereitet. klavierspiel und gehörbildung habe ich nicht gekonnt und auf dem schlagzeug habe ich wohl nicht das rüberbringen können, worauf die prüfer wert gelegt haben. seitdem habe ich mich ein wenig mit gehörbildung beschäftigt und versucht ein klavier zu besorgen, was mir letztenendes auch gelungen ist und ab kommender woche werde ich unterricht bekommen. mein schlagzeugspiel habe ich nach der prüfung vielseitiger gestaltet und mich intensiver mit jazz und latin befasst, sodass mein schlagzeuglehrer mich vorschlug um in der jazz-combo der städtischen musikschule zu spielen. dort spielen wir ältere standarts: latin, blues, swing und funk. ab sommer werde ich auch in einer coverrock band spielen in der blues, funk, pop und rock aller arten gespielt werden wird. um mein gehör und meine stimme zu entwickeln und einzusetzen zu lernen bin ich seit einigen wochen in unserer domsingschule in der jugendkantorei und bekomme gesangsunterricht.
    ich liebe es musik, wenn musik so groovt, dass man die musik nicht mehr "macht" sonder sie einfach aus einem rauskommt und man völlig leer wird und in ihr versinkt.
    ich habe zwar eigentlich noch zeit, aber irgendwann kam einfach der gedanke "das wird dein beruf" und dann habe ich begonnen mich damit intensiver zu beschäftigen, war auf uniseiten, habe mal mit meinem lehrer ein bisschen darüber geredet und habe mir auch gedanken über vor und nachteile gemacht und über alternativen nachgedacht. ich glaube ich könnte nicht mein ganzes leben am schreibtisch sitzen. schlagzeug ist irgendwie eine tolle mischung aus körper und geist. eine materie die so goß ist, dass sie wohl nie langweilig wird. ich persönlich schwanke im moment zwischen schlagzeug, lehramt und ingenieur. aber wer will heutzutage schon noch lehrer werden? wenn ich sehe was an unserer und auch an den anderen schulen so läuft und wie es sich entwickelt (hat), dann möchte ich mir das nicht mein leben lang geben, auch wenn es eigentlich was gutes ist. und ingenieur ist mir dann irgendwie wieder zu emotionslos und trocken. ist ja quasi n schreibtisch job und auch kein leichter, wobei ich auch noch nicht wüsste was ich da überhaupt machen wollen würde. darauf bin ich eigentlich nur gekommen weil ich physik als einzige naturwissenschaft so spannend finde, dass ich einen leistungskurs draus gemacht habe.


    bisher sieht mein plan also in etwa so aus:
    zuerst abitur machen (möglcihst gut natürlich :D)
    dann ein jahr zivi
    parallel dazu hoffentlich die studienvorbereitung, bands, kontakte knüpfen, musik machen,...
    dann würde ich gerne in mainz, hannover oder dresden studieren, wobei man sich das ja nicht unbedingt aussuchen kann
    mit dem abschluss "bachelor of musical arts" fürs jazz/rock/pop drumset würde ich dann nach circa 3 jahren studium erstmal meinen rucksack packen und mit einer kleinen angesparten geldreserve nach lateinamerika reisen und mir kuba, brasilien und argentinien angucken. dort mit vielen leuten ins gespräch kommen, musik machen und den lebensstil kennenlernen der dahinter steht. mit den informationen und erlebnissen würde ich weiterreisen nach afrika, indien und russland je nachdem wie gut das klappt und wie ich dabei überleben kann mit irgendwelchen gelegenheitsjobs. ich brauch ja nicht viel mehr als essen trinken und evtl nen platz zum schlafen.
    wenn ich damit fertig wäre käme ich wieder nach deutschland und würde einen master studiengang absolvieren wollen.
    und wenn ich das habe mit den erfahrungen und fähigkeiten, dann würde ich hoffen damit überleben zu können und mein leben mit dem auszufüllen, was mir spaß macht: schlagzeug spielen.
    ...und irgendwann dann vielleicht mal ne familie und zusehen dass ich an irgendeine musikschule oder uni komme wo ich rente bekomme :D vielleicht wird man ja mit 50 und viel glück professor oder so das wär natürlich der burner :rolleyes:
    soweit mein traum, nehmen tu ich das was kommt ^^


    so und jetzt da natürlich ein gewisser zwispalt: einerseits das musikerdasein, das wohl sehr hart und anstrengend sein wird, wo man keine sicherheiten hat, nicht unbedingt einen festen job und ständig gucken muss wo man bleibt und sich am ende auch nicht einfach hinsetzen kann und sagen fertig!
    andererseits das leben als bürohengst wo ich meinen festen (guten) lohn bekommen, eine familie haben und ein haus bauen kann, ein nettes auto fahre und jeden tag das gleiche mache. am ende bekomme ich rente und hab son angenehmes spießerleben unterhalt emich über börse und politik. dafür habe ich dann evtl. 40 jahre meines lebens etwas getan wo jeder tag gleich ist, etwas das mir vielleicht nichtmal spaß macht.
    meine gedanken haben mich dazu gebracht eher ein leben zu leben, dass mich täglich glücklich macht mit höhen und tiefen, als ein leben zu führen in dem das beste zu schluss kommt. wer weiß schon wann das eigene leben endet, wäre doch doof wenn ich auf mein glück nur hinarbeite und dann vor dem ziel schon sterbe.
    ich sehe in jeder art sein leben zu führen vor und nachteile und um das ganze mal etwas besser einordnen zu können habe ich diesen thread eröffnet um mir nämlich mal wirklich ein bild machen zu können wie denn das leben eines trommlers wirklich aussieht. denn "hart" und "anstrengend" sind irgendwie auch wieder nur leere begriffe, die es zu füllen gilt.


    vielleicht mag der ein oder andere offen und ehrlich sagen, was er von meinen gedanken hält. oder vielleicht mag ja auch schon jemand hier rein schreiben oder mir ne mail schreiben wie der ablauf bei ihm ist und war, was er über meine gedanken denkt und und und... ich würde so gerne soooo viele gespröche führen, aber ich glaube das ist einfach nicht machbar.


    gruß cedric

    LG Spielmann

    Einmal editiert, zuletzt von spielmann5bn ()

  • auf der einen seite bin ich beeindruckt, dass du dir mit 16 schon so viele gute und reife gedanken über die Zukunft machst und das ganze auch wirklich anschaulich und schön rüberbringst. Andererseits zeigt dein "Masterplan", dass du vielleicht noch ein bisschen naiv an die Sache rangehst und das Schlagzeugen etwas zu sehr romantisierst. ;)
    Aber du scheinst n cleverer Typ zu sein und mit der Konsequenz, wie du die Sache hier angehst, solltest du da eigentlich keine fatalen Fehltritte machen.


    Was ich übrigens allgemein für wichtig halte, besonders im Musikerberuf: den Rückhalt von Freunden und Familie!!

  • danke ich sehe das mal allgemein als lob an. der "masterplan" das wäre natürlich so das ultimativ beste was passieren kann aber mir ist auch klar, dass es auch ganz anders kommen kann. das ist der übergeordnetet traum (jeder hat ja seinen eigenen großen traum oder?), wenn der sich nicht erfüllt, dann nehme ich das was kommt und suche mir was neues zum träumen. :D

    LG Spielmann

  • Hallo Cedric,


    gute, wichtige und v.a. durchaus berechtigte Fragen, die Du da anbringst.


    Kurze Zusammenfassung meines bisherigen Musiker- und Privatdaseins:


    Schlüsselerlebnis gegen eine Vollzeitbeschäftigung als Schlagzeuger war im Alter von 25 die Frage meines damaligen Lehrers: "Was machst Du mit 45?"


    Ich hab dann jobmäßig alles Mögliche gemacht und bin jetzt in der IT-Branche beschäftigt. Darüber bin ich zwar manchmal recht unglücklich, kann aber davon meine Familie mit Frau und zwei Kindern ernähren. Und für sie tu' ich das gerne. Ich will und kann keinesfalls behaupten, dass das als Vollzeit-Musiker nicht geht.


    Es gibt sicher sehr viele Randbedingungen, die eine Entscheidung für oder gegen eine Laufbahn als Vollzeit-Musiker sprechen. Meine Randbedingungen lassen mir aus finanzieller Sicht im Moment keine andere Möglichkeit. Um mein derzeitiges Gehalt beispielsweise mit Schülern und/oder Gigs zu kompensieren (und dementsprechend meinen Lebenstandard halten zu können), müßte ich 40-50 Schüler unterrichten und trotzdem 2-4 mal im Monat einen entsprechend bezahlten Gig haben. Ich bezweifle, daß ich unter jenen Umständen mehr Zeit für Projekte hätte, die mich musikalisch wirklich interessieren.


    Ich habe viel mit Vollzeit-Musikern zu tun. Die wenigsten davon befinden sich in einer Situation mit Familie. Aber auch hier muss man mit Pauschalisierungen vorsichtig sein. Falls die Ehefrau z.B. voll im Berufsleben steht, Eigentum vorhanden ist, usw.
    Auch die Hinweise auf einen zunächst zu erlernenden "Beruf" sind nur bedingt sinnvoll: ohne Berufserfahrung wirst Du nach 10 Jahren Beschäftigung als Vollzeit-Musiker wohl kaum einen Job in Deinem erlernten Beruf kriegen.


    Bei mir persönlich bestimmen also wie Du siehst reichlich Gefühlsschwankungen sowohl mein Leben als "normaler" Angestellter als auch mein Leben als Musiker. Ich schwanke ständig zwischen dem Frust, den Fähigkeiten, die ich am besten beherrsche nicht mehr Aufmerksamkeit widmen zu können und der Erleichterung darüber mich in einer sicheren finanziellen Situation zu befinden.


    Das war jetzt alles nur Brainstorming. Vielleicht konnte ich Dir ja schon was "mitgeben".


    Gerne kannst Du mich anrufen und/oder mir Fragen per PM stellen.


    Gruß
    Daniel


    P.S. Ich bin jetzt 40... ^^

  • es kann einem auch durchaus die Motivation nehmen, wenn man das Hobby zum Beruf macht. Ich bin zwar kein prof. Musiker, Anfang bis Mitte der 90er wäre es aber fast soweit gewesen. Nach etlichen Studiosessions bei einem sehr namhaften Produzenten und unseren ersten Kontakten zu EMI, Sony etc. hat sich am Ende die ganze Band dagegen entschieden, den letzten Schritt zu machen. Was hat man schon davon, für ein, zwei Hits in den Charts mit einer meist schnell vorübergehenden Berühmtheit alles aufzugeben, Studium, Berufskarriere etc.?


    nun kann ich auch noch feststellen, dass ich viele Freunde habe, die Berufsmusiker sind, aber alle sind sie täglich am saufen und von erheblichen Selbstzweifeln geplagt, gut genug dafür zu sein. Meine Kollegen decke da die ganze Palette ab, vom Musiklehrer, über Tanzmucker, Chartmusiker oder Komponisten für andere bekannte Bands. Was sie auch tun, den Alc und einen gewissen Frust haben sie alle gemeinsam :o


    als ich 16 war, habe ich geangelt wie verrückt und was lag da näher, als Fischer zu werden. Gesagt, getan, nach 4 Jahren hing mir das Wasser, das Boot, die Netze und die Sonnenaufgänge doch so dermaßen zum Hals raus, das ich privates angeln und den Fischerjob wieder an den Nagel gehängt habe. Als wir Jahre später vom Hobbiemusiker immer mehr Richtung Profilager wechselten, merkte man richtig, wie so nach und nach bei allen in der Band die Lust aufs musizieren verschwand. Ich bin dann erstmal in die Tropen abgedüst und habe 1 Jahr kein Schlagzeug mehr angefasst, nur noch nen Übungspad. Als ich zurück kam, kam die alte Lust wieder. v.a. wuchs die Einsicht, dass Musikmachen über einen anderen Job finanziert einen weiteren sehr großen Vorteil hat. Man kann spielen was man will und muss sich nicht beim Markt anbiedern

  • Ich stimme meinem Vorredner zu 100% zu und möchte noch ergänzen, dass die genannte Frustrationsgefahr bei vielen "gewöhnlichen" Berufen deutlich geringer ist. Als Maschinenbauingenieur hatte ich jedenfalls in 13 Berufsjahren noch nie das Problem, dass mir das was ich tue zum Hals heraushängt - und ich glaube auch nicht, dass das in den verbleibenden 29 Jahren zum Problem wird.


    tonsel

  • was wenn der verstand sagt "lass bleiben!" und das herz sagt "na los, mach's!" ? :D


    Ich stimme meinem Vorredner zu 100% zu und möchte noch ergänzen, dass die genannte Frustrationsgefahr bei vielen "gewöhnlichen" Berufen deutlich geringer ist. Als Maschinenbauingenieur hatte ich jedenfalls in 13 Berufsjahren noch nie das Problem, dass mir das was ich tue zum Hals heraushängt - und ich glaube auch nicht, dass das in den verbleibenden 29 Jahren zum Problem wird.


    tonsel


    darf ich interessehalber (weil du nen beruf hast den ich mir irgendwie evnetuell vielleicht auch vorstellen könnte) fragen wie viel stunden deine arbeitswoche hat und wo und was du arbeitest? :whistling:

    LG Spielmann

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