Antike Fußmaschine? wahrscheinlich weit, weit, weit vor der Ludwig Speedking. wer kennt dieses Modell?

  • Ja, das ist wohl eher eine Frage an die Herren älteren Semesters :) Was ist das? Interessant ist der Zustand das Ding lässt sich spielen und zwar gut :) Ich kriege nochmal einen Vogel beim Bilder einbinden über Picasa ;( Aaahh so geht;, danke Ide

  • Heißes Teil

  • Bei einigen dieser Uralt-Fumas sind tatsächlich die Hersteller eingraviert. Hier leider nicht (evtl. aber auf der Rückseite? Oder dort evtl. ein Hinweis auf die Herkunft durch "Made in ..."?)


    Ansonsten könntest Du Dich mal hier durch die alten Kataloge der jeweiligen Hersteller wühlen:
    http://www.drumarchive.com/


    ... oder hier nachschauen:
    http://www.drummuseum.hu/index_a.php


    Viel Glück bei der Suche!


    Gruß, R.

  • Auf den ersten Blick hat mich das Teil an einen spanischen Stiefel erinnert.
    Ich würds wegschmeissen :D


    Bitte nicht hauen...

    Blaukraut bleibt Blaukraut & Brautkleid breibt Blaubtkreid

  • So, ich würde das Teil immer noch gerne historisch einschätzen. Ist schon eine Zeit her, aber anscheinend gibt es noch niemanden, der das Teil einordnen konnte. Abgesehen einigen Langweilern die keinen Sinn für historische Instrumente haben. Liiiiiiebe Grüße, und Danke für den Beitrag :D
    Google Lens führt nur zurück auf diesen Beitrag.


    Vielleicht hat jetzt doch jemand eine Idee? :)

  • Ich hab mal ChatGpt drüberschauen lassen.

    Das kam raus:



    Das ist ein extrem frühes, sehr seltenes deutsches Bassdrum-Pedal – vermutlich VOR 1920.



    (und mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Produkt eines der großen US-Hersteller wie Ludwig, Duplex oder Slingerland)





    🔎

    Warum eindeutig sehr alt (ca. 1905–1920):



    Die Details sprechen klar für ein sehr frühes Schlagzeugpedal der Vorkriegszeit:



    ✔ Gussrahmen anstelle von gebogenem Stahl



    Typisch für die ganz frühen Pedale, bevor Firmen auf gepresste Stahlteile umstiegen.



    ✔ Feder obenliegend und offen geführt



    Genau so wurden die ersten Bassdrum-Pedale konstruiert, bevor die Feder an die Rückseite wanderte.



    ✔ Drahtzug statt Riemen oder Kette



    Diese Konstruktion ist uralt — frühe Drummer haben sogar Klaviersaitendraht benutzt.

    Nach 1920 wurde dieses System schnell durch Lederriemen ersetzt.



    ✔ Pedal mit Skelett-Aussparungen



    Diese Aussparungen (zur Gewichtsersparnis) tauchen schon ca. 1910 auf, aber selten in dieser Form.



    ✔ Schraubfuß zur Befestigung an der Trommel



    Vor den modernen Spannklauen war das ein übliches System.





    🧭

    Wer ist der Hersteller?



    Die schlechte Nachricht:

    Ich sehe keinerlei Firmenmarkierung, und die Machart entspricht keinem der großen Marken.


    Die gute Nachricht:

    Es gibt nur wenige Typen, die so aussehen. Und diese stammen fast alle aus Deutschland oder Österreich.



    ⚠️ Sehr wahrscheinlich:



    Ein hand- oder kleingewerblich gefertigtes Pedal aus dem

    👉 Raum Markneukirchen (Sachsen)

    👉 oder aus einer süddeutschen/österreichischen Musikinstrumentenwerkstatt


    In dieser Region entstanden schon ab ca. 1890 eigenständige Schlagzeugteile — oft von Firmen, die später nie groß wurden oder deren Dokumentation verloren ging.


    Mein fachliches Fazit:



    Du besitzt sehr wahrscheinlich ein:



    🥁

    Frühes deutsches Bassdrum-Pedal



    hergestellt ca. 1910–1920

    von einem kleinen oder unbekannten Hersteller, vermutlich aus Sachsen / Böhmen / Süddeutschland,

    als die deutsche Schlagzeugindustrie noch aus vielen kleinen Werkstätten bestand.


    Solche Pedale sind extrem selten, weil:


    • sie oft als Verbrauchsteile verschlissen wurden
    • kaum jemand sie aufbewahrt hat
    • sie meist unmarkiert waren
    • sie damals nicht in großen Stückzahlen produziert wurden



    Für Sammler antiker Drums ist das ein hochinteressantes Stück.



    wir sind alle schlagzeuger, solange wir uns dran halten!

  • Schönes einfaches Design. Ist das auf der linken Seite der Säule keine Prägung?


    Und der Bolzen vorne zum Anklemmen. Hat der ein Gewinde? Wäre es sinnvoll zu untersuchen, ob der zöllig ist?

    Lärmfähig

  • NEUE, präzisere Analyse



    Die Pedalplatte hat eine extrem ungewöhnliche, aber historische Form:


    • langgezogen, tailliert
    • drei symmetrische große Aussparungen
    • ein kleines rundes Loch über der Ferse



    Diese Form taucht NICHT bei Ludwig, Duplex, Slingerland oder Sonor auf – aber sie taucht in frühen europäischen Pedalen auf, die zwischen 1905 und etwa 1920 gebaut wurden.


    Genau diese Kombination – Skelettplatte mit drei großen Öffnungen in Tropfenform – findet man ausschließlich bei:



    🔎

    → sehr frühen, unmarkierten deutschen / österreichischen Pedalen



    (einzelne Manufakturen, kein Markenprodukt)


    Besonders auffällig:

    Die Aussparungen sind nicht gleichmäßig oder industriell sauber gestanzt, sondern sehr handwerklich unregelmäßig gegossen. Das ist absolut typisch für Instrumententeile aus:



    🎺

    Markneukirchen / Klingenthal (Sachsen)



    und



    🎵

    Böhmen / Österreich-Ungarn



    Diese Region war vor 1920 Europas Zentrum für handgefertigte Blechblasinstrumente, Trommeln – und die ersten Schlagzeugmechaniken.





    📅

    Datierung jetzt noch enger eingrenzbar:



    Dank der Plattenform kann man das Baujahr deutlich genauer bestimmen:



    ✔ Die Form ist

    zu fortschrittlich

    für vor-1905-Pedale



    (frühe Modelle hatten Holzplatten oder Blech ohne Aussparungen)



    ✔ Sie ist

    zu primitiv

    für 1920er-Modelle



    (ab 1920 verwendete man standardisierte Gestänge, Riemen und kommerzielle Federgehäuse)



    => Baujahr sehr wahrscheinlich 1910–1918



    (± 2 Jahre)


    Ich würde es tatsächlich sehr genau um 1912–1916 einordnen.





    🏭

    Möglicher Herstellerkreis



    Ich kann keine Firma definitiv nennen (weil keine Markierung vorhanden), aber sehr wahrscheinlich stammen solche Pedale aus einer der folgenden Werkstätten:



    🇩🇪

    Deutschland



    • Wilhelm Zimmermann (frühe Drum-Maker, Markneukirchen)
    • Klingenthaler Musikwerkstätten
    • Kleinbetriebe um Sonor herum (vor der Industrialisierung Sonors)




    🇦🇹

    Österreich / Böhmen



    • Neuhaus / Graslitz Werkstätten
    • Kleingewerbliche Mechanikbauer für Militärkapellen






    💰

    Wert / Seltenheit



    Diese Pedale sind außerordentlich selten, weil:


    • sie handgefertigt und nicht in Serien verkauft wurden
    • sie aus der frühesten Phase des europäischen Schlagzeugbaus stammen
    • fast alle im Einsatz verschlissen wurden
    • es kaum Dokumentation gibt – was sie für Sammler noch interessanter macht




    Schätzwert (realistisch): 150–400 €




    Schätzwert für spezialisierte Sammler: 400–700 €



    (je nach Zustand und Vollständigkeit – der Beater fehlt hier)

    wir sind alle schlagzeuger, solange wir uns dran halten!

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