Rhythmen sprechen / singen

  • Wenn es in der Ausgangsfrage darum geht, Rhythmik zu erklären, gibt es ja schon ein gewisses Vokabular, welches sich aus bekannten Mustern (z.B. Clave, Tumbao), den Ausgangsformen der Schlagzeugbegleitung bei Tanzrhythmen und typischen Liedern zusammensetzt.
    Für den Fall, dass "tangomäßig staccato", "Beguine-Ride", "Jump-Bassdrum", "Four to Floor" oder "Bossa-Rimclick" nicht reichen, wurden Noten erfunden.


    Übrigens pflegte ein Freund und Berufstrommler eine originelle Bezeichnung "Amsterdam" zu benutzen. Weiß jemand, was damit gemeint ist? Ich lass das mal als Rätsel so stehen. Na?


    M.

  • Übrigens pflegte ein Freund und Berufstrommler eine originelle Bezeichnung "Amsterdam" zu benutzen. Weiß jemand, was damit gemeint ist? Ich lass das mal als Rätsel so stehen. Na?

    Amsterdam - eigentlich Ajax Amsterdam - ist dasselbe wie Pat Boone Debbie Boone :D ich muss gestehen, ich mag diese Fill-Eselsbrücken =)

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


    Don‘t waste your time or time will waste you. (Muse - Knights of Cydonia)

  • Wenn es in der Ausgangsfrage darum geht, Rhythmik zu erklären, gibt es ja schon ein gewisses Vokabular, welches sich aus bekannten Mustern (z.B. Clave, Tumbao), den Ausgangsformen der Schlagzeugbegleitung bei Tanzrhythmen und typischen Liedern zusammensetzt.
    Für den Fall, dass "tangomäßig staccato", "Beguine-Ride", "Jump-Bassdrum", "Four to Floor" oder "Bossa-Rimclick" nicht reichen, wurden Noten erfunden.

    Moin, sorry, ich weiss nicht worauf du hinauswillst, irgendwie stehe ich auf dem Schlauch.


    Zitat

    Amsterdam


    Ist mir als Zählkrücke bekannt, so wi z.B. Gustav oder Schicke die Dicke (um es mal jugendfrei auszudrücken ;) ) aber das meinte ich nicht. :)

    Blaukraut bleibt Blaukraut & Brautkleid breibt Blaubtkreid

  • Übrigens pflegte ein Freund und Berufstrommler eine originelle Bezeichnung "Amsterdam" zu benutzen. Weiß jemand, was damit gemeint ist? Ich lass das mal als Rätsel so stehen. Na?

    AMSTERDAM auf dem Ride durchklopfen - und es ergibt sich dieser swingende jazzy Groove. In der Tat eine altbekannte Eselsbrücke.

    drumming is power

  • Also brabbel ich irgendwas daher. So habe ich das bisher auch versucht, will nur nicht so klappen.

    Daher möchte ich Dir einen anderen Zugang vorschlagen.


    Im ersten Schritt trommelst Du einfach abwechselnd mit der Rechten und Linken Hand: RLRL RLRLR RLRLR RLRLR . Das dient dazu, eine möglichst konstante Zeitbasis zu etablieren, also die Zeit von Hand-zu-Hand. Also: völlig losgelöst von Deinen späteren Noten.


    Im zweiten Schritt müssen wir diese Zeitabstände von Hand-zu-Hand irgendwie sinnvoll deuten. Bei diesen Noten bietet es sich an, sie als 16-tel aufzufassen (erste Datei). D.h. für diesen Teil ist schon einmal die Rhythmik klar, wenn man KEINEN Unterschied zwischen den Schlagflächen macht.


    Im dritten Schritt kümmern wir uns um die Rhythmen der anderen Teile (zweite Datei).


    D.h., Du schlägst weiter so schön konstant RLRL, wie im ersten Schritt. Wenn aber etwa ein L fehlt, schlägst Du in die Luft oder auf Deinen Schenkel, um den Schlag unhörbar(er) zu machen. Alternativ kannst Du auch mit R+L Finger auf den Tisch trommeln (oder eben auch nicht).


    NUN sollten die Rhythmen der verschiedenen Teile klar sein.



    In weiteren Schritten kannst Du weiter auf die Schlagflächen aufteilen, etwa RR für HH, BD und Snare an ihren jeweiligen Stellen. ABER das RLRL-Zeitgerüst aus dem ersten Schritt ist und bleibt das unsichtbare Gewebe. Es wird anders klingen (HH, Sn, BD), ABER die RHYTHMIK wird und muss exakt dieselbe sein, wie in Schritt 3 erarbeitet.


    Und im letzten Schriit kannst Du die Betonungen einführen.



    Wie Du siehst, geht alles auch ohne Zählen, aber mit Konstanz, Logik, Strategie und Disziplin. (Ist ein bischen wie Töpfern, halt nur mit 'nem Drumset :D )


    Gutes Gelingen, Michael


    P.S.: Und wenn Du immer noch brabbeln willst, dann sprich doch den roten Text nach, wobei Pausen dieselbe Länge haben wie der weggelassene Buchstabe:
    R R R RL RLRL usw.

    "Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie." (Wird Kurt Lewin zugeschrieben) // Was schlechte Theorien unbrauchbar macht ... //

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  • Hallo Michael, das ist eine interessante Herangehensweise um einen neuen Rhythmus zu erlernen. Das werde ich mal ausprobieren.

    Zitat

    Und wenn Du immer noch brabbeln willst, dann sprich doch den roten Text nach...

    Genau das mache ich. Und es wird tatsächlich schon etwas besser. :)
    Schön war auch die Erkenntnis, dass ich durch die Art und Weise meines Gebrabbels einem Groove eine bestimmte Attitüde mitgeben kann, bzw. dies mit Gebrabbel einfacher und deutlicher klappt.


    Grüsse

    Blaukraut bleibt Blaukraut & Brautkleid breibt Blaubtkreid

  • Moin!


    Das hat in den 80er der begnadete deutsche Trommler George Kranz gut vorgemacht und hat mit dem „Trommeltanz“ sogar einen Chart Erfolg gehabt!


    https://m.youtube.com/watch?v=thqPrIR2W8M


    Musst mal bei YT stöbern!


    Aber auch Steve Smith hatte sich diesem Thema auf einer seiner DVDs gewidtmet.


    Mick

    DON`T PLAY THE DRUMS - PLAY THE BAND!

    Einmal editiert, zuletzt von Mick ()

  • AMSTERDAM auf dem Ride durchklopfen - und es ergibt sich dieser swingende jazzy Groove.


    Guten Morgen,


    das kommt darauf an, wie man es spricht.


    Ich halte von solchen Ideen wenig, spätestens seit wir einen Computer in der Straßenbahn haben, der die Haltestellen ansagt (ich sage nur "Blutspendedienst" mit Betonung auf "Spende" statt auf "Blut") ist mehr als deutlich, wie verwirrend schon Sprache sein kann.
    Und dann hat noch gar niemand getrommelt.


    Man muss schon musikalisch sprechen, wenn es Musik werden soll.
    Das ist bei Sprache an sich nicht immanent.


    Grüße
    Jür-gen


  • "Amsterdam" hätte ich mal als "Dreiergruppe" interpretiert, die am Set als triolisch bzw verdoppelt als Sechstole im Sinne von z.B. "tagiditagidipaff" (1x tagidi entspricht einem "Amsterdam") umgesetzt werden kann. Mit "musikalisch sprechen lernen" befasssen sich wohl vor allem singende Menschen. Und da klappt es ja auch regelmäßig. Da aber auch bei jedem Instrumentalisten die Idee seines Tuns im Kopf entsteht und die meisten Menschen zunächst im Sprechen/Singen geübter sind, als eine Klangvorstellung - insbesondere den rhythmischen Aspekt betreffend - mit Händen und Füßen umzusetzen, halte ich den Ansatz "Singen" auch für sehr nützlich. Ob nun lautmalerisch oder tatsächlich die Silben der jeweils gedachten Mikrotime, kommt auf die Situation an. Zusätzlich kann man dann auch noch den Körper durch mehr oder weniger komplexe Klatsch und Stampfeinlagen involvieren. Im Gegensatz dazu sehe ich z.B. Schlagzeuger, die mit verkrampften oder teilnahmslosen Körpern versuchen, sound und groove ausschließlich mit Händen und Füßen erzeugen wollen. Ich bin jedenfalls ziemlich überzeugt davon, dass "singen und Zeugs" gut hilft.
    https://www.youtube.com/watch?v=1u37-MmecQE

  • Genau das mache ich. Und es wird tatsächlich schon etwas besser. :)
    Schön war auch die Erkenntnis, dass ich durch die Art und Weise meines Gebrabbels einem Groove eine bestimmte Attitüde mitgeben kann, bzw. dies mit Gebrabbel einfacher und deutlicher klappt.

    Das freut mich :thumbup:


    In weiteren Schritten kannst Du weiter auf die Schlagflächen aufteilen, etwa RR für HH, BD und Snare an ihren jeweiligen Stellen. ABER das RLRL-Zeitgerüst aus dem ersten Schritt ist und bleibt das unsichtbare Gewebe.

    Mit diesem Schritt, der sog. Instrumentierung, steht es Dir dann frei, denselben Schlagrhythmus auch anders auf Deine Schlagflächen zu verteilen. Beispielsweise könntest Du SN und BD vertauschen, und es klingt anders. Bietet sich hier vielleicht nicht an, aber Du ahnst, welche klanglichen Möglichkeiten sich Dir bei gelichbleibender Rhythmik öffnet :D



    Weiter gutes Gelingen, Michael

    "Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie." (Wird Kurt Lewin zugeschrieben) // Was schlechte Theorien unbrauchbar macht ... //

    Einmal editiert, zuletzt von MS-SPO ()

  • fürs mikro- und makrotiming ideal:
    "ta ka de mi" (16tel binär)
    "ta ki ta" (ternär)


    zur Orientierung innerhalb eines Taktes das übliche "ein se und de ... "


    wenn man das bei egal was man macht mitlaufen lässt, wird es zur zweiten Natur und kann einem timingmässig den A... retten, wenns unübersichtlich wird


    dann gibts noch die üblichen Eselsdinger wie x-xx = Pfannkuchen usw.


    mir hilfts, :)

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