Swing Pattern am Pad üben?

  • Moin,

    jetzt ist es passiert. Ich habe die Schlaghölzer eines (Beginner) Jazzsextetts übernommen (freu). Da ich nicht damit gerechnet habe, dass dies so "schnell" passiert, habe ich meinen Übefokus in den letzten Jahren aber anders ausgerichtet und nur dann und wann mal etwas Swingpattern zu Playalongs mitlaufen lassen. Und so hör ich mich eben auch an. Triolisches Zeug ist jetzt kein Neuland für mich, aber auch nicht der Kern meiner Komfortzone. Wie dem auch sei, jetzt heisst es dies verstärkt zu üben.

    Da ich zum alleinigen Üben nur begrenzt ans Set komme (2-4 Mal/Woche), frage ich mich ob ich mein Swingpattern nicht auch am Pad üben kann. 2 & 4 tappe ich (zart) auf dem Teppich mit, linke Hand und rechter Fuss haben Pause. Macht das Sinn? Oder ist das am Pad doof. Tönt ja auch anders. Wie macht ihr das?

    Grüsse

    hr808 heisst jetzt dani808 - sonst ändert sich nix

  • Ich mach das sogar überwiegend am Pad und "begleite" irgendwelche Jazz-Aufnahmen.


    Rein technisch ist ja so ein Swingpattern kein Hexenwerk (Uptempo lass ich mal außen vor), sondern es lebt vom richtigen Feeling, und davon, an den richtigen Stellen zu compen.


    Das hat sich, zumindest bei mir, vor allem durchs Hinhören entwickelt, und da hat ein Pad ja sogar Vorteile ;)

    Wünsch dir auf jeden Fall viel Spaß mit der Combo. Jazz ist ne tolle Herausforderung.

  • Du kannst am Pad (oder auf dem Schenkel) auch mit links compen und die "Bassdrum" mit rechts feathern (um mal gleich den Jäzzzsprech zu üben, Stallgeruch und so :Q ). Bzw. kannst du nat. auch Koordinationssachen mit "BD" und linker Hand über das Pattern am Pad üben.


    Beim Swing-Pattern würde ich die 2 + 4 immer leicht betonen (swingt und groovt einfach mehr). Dann noch das ganze Pattern mit Hand / Fingern auf (auf 2 +4) und die anderen beiden Schläge aus den Fingern bzw. die Hand dabei schließen. Auch das kann man am Pad gut üben,

  • Also ich übe zur Zeit die Comp Exercise 4 aus John Rileys "Art of Bop Drumming" fast auschließlich auf dem Pad (mit einem zusätzlichen Fußmaschinenpad). Das empfinde ich auch als Vorteilhaft weil man dann viel besser hört wenn es einen "flam" zwischen rechter und linker Hand gibt und auch für die BD hört man das ganz gut. HH kann man in Socken auf 2+4 auch mittreten.

    Ich bin nur einmal die Woche im Bandraum am Set und mache den Rest nur mit diesem Pad+BdPad Setup zuhause.


    Grüße,

    Walter

  • RLL RLR ist eine gute Übung am Pad, um die Triolen sauber zu kriegen.

    Besen sind auch super für die Technik und das Spielen mit der Band - ein altes Fell oder ein Pizzakarton tun's zur Not auch falls Du zu Hause nur ein Gummipad hast.

    Und am Besten auch zu echten Aufnahmen mitspielen und nicht nur zu Playalongs ohne Schlagzeug. Die sind erstens oft recht steril und zweitens lernt man viel nebenbei wenn man guten Drummern zuhört.

    Beim Swing-Pattern würde ich die 2 + 4 immer leicht betonen (swingt und groovt einfach mehr). Dann noch das ganze Pattern mit Hand / Fingern auf (auf 2 +4) und die anderen beiden Schläge aus den Fingern bzw. die Hand dabei schließen. Auch das kann man am Pad gut üben,

    Ich finde diese Technik am Anfang ehrlich gesagt nicht so wichtig. Ich habe das schon öfter gesehen (auch bei mir selbst...), dass Drummer zu früh diese Uptempo-Technik lernen und dann Alles außer 2 und 4 eiert oder in der Lautstärke komplett absäuft. Ed Soph empfiehlt in "Musical Time" einen klaren Viertel-Puls und Skipbeats durch Fingerschließen / Anheben (Hinger-Technik). Solange nicht die 1 und 3 am stärksten betont sind, funktionieren aber natürlich verschiedene Akzente.

  • Hallo dani808,


    viel Erfolg bei den Ausflug in die Welt der Dreiteilung. Vielleicht ist es interessant für dich (und deine neue Band) Swing mit den Besen zu spielen.


    Ich übe das swingende Kreisen und „Tapsen“ auf einer Zeitung. 😀


    Hier ist meine kurze Beschreibung mit Grafik, Noten und Video zum Einüben der Basis zu finden.


    Übung – Kreisen mit dem Jazzbesen – historical drumming


    Viele Grüße und viel Spaß mit der Band wünscht


    Christian

  • Danke für eure Tips und den Zuspruch. :thumbup:

    Besen hab ich bisher noch verdrängt :D Oh mann, das wird ne Baustelle. Ich freu mich aber sehr.

    hr808 heisst jetzt dani808 - sonst ändert sich nix

  • Besen sind anfangs vielleicht etwas zäh, aber wenn Ihr alle noch eher neu im Jazz seid, kannst Du Dich ja erstmal an ein paar Standard-Patterns halten. Meiner Meinung nach helfen Besen auch für die normale Stocktechnik und das Timing, weil man sich um die Notenlänge kümmern muss. Rechts Ride-Pattern auf der Snare, links Halbkreise (1 3 und 1 2 3 4), hin und wieder ein Splash mit der getretenen Hi Hat und schon hast Du einen anderen Sound ohne gleich die ganzen Independence-Sachen üben zu müssen. Schau doch auch mal bei youtube nach Quincy Davis, Ed Soph, Clayton Cameron oder Rick Dior - die haben sehr gute Besen-Tutorials.

  • Ich finde diese Technik am Anfang ehrlich gesagt nicht so wichtig. Ich habe das schon öfter gesehen (auch bei mir selbst...), dass Drummer zu früh diese Uptempo-Technik lernen und dann Alles außer 2 und 4 eiert oder in der Lautstärke komplett absäuft.


    Das sehe ich ganz anders.

    In der Tat ist die Auffassung von 2 und 4 als die "eigentlichen" Schläge und die Ausführung der 1 und 3 und der Skipbeats erst im Uptempo lebensnotwendig. Aber: wenn man die ganzen Koordinations- und Comping-Übungen bei langsamen Tempi im Kopf als gleichwertige Viertel oder sogar als 1&3-orientiert wahrnimmt, lassen sich diese nicht ohne massive Umstellung auf höhere Tempi übertragen.


    Und ich stimme Chuck zu, dass auch bei langsamen Tempi eine (dezente!) Betonung von 2 und 4 einfach besser klingt und groovt. Traditionell wird daher oft gelehrt, die 2 und 4 auf einer etwas anderen Stelle des Ride oder etwas mehr aus dem Arm zu spielen, als die anderen Schläge.

  • Ich meine damit auch nicht, dass die Hand starr in einer Position bleibt und es keine Akzente gibt. Ihr habt ja beide von leichten Betonungen geschrieben.

    Ich habe das eben bei mir selbst erlebt, dass ich lange zu schnell geübt habe, rhytmisch zu unkontrolliert gespielt habe und die Akzente auf 2 und 4 zu stark waren. Bei anderen neueren Jazz-Drummern habe ich das wiedererkannt. Im schlimmsten Fall klingt es wie ein komischer Reggae - schwimmende Triolen und sehr starke Akzente wie bei Funk und Rock. Auf die Gefahr wollte ich hinweisen, wenn man (nahezu) immer so spielt.

    In diesem Video sieht man hoffentlich, wie ich es meine (bei 50% Geschwindigkeit sieht man es ziemlich gut): kontrollierter Viertel-Puls, solide ryhtmische Unterteilung, dezenzte Akzente, kleine Variationen der Akzente und des Becken-Patterns bei ca. 240 bpm - viel schneller braucht man in den ersten Jahren (oder überhaupt) eher selten. Da finde ich die Flexibilität der Akzente und des Becken-Patterns interessanter, auch um z.B. 3/4 zu spielen oder Melodien mit Akzenten zu unterstützen.

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