Vollholz-Drums, was ist das? Wer baut das? Wer spielt das? Pro & Contra?

  • Wird eine trommel als solid bezeichnet so ist diese meistens aus einer dampfgebogenen Vollholzplatte gefertigt. Wird eine trommel (und jetz kommt der unterschied) als true solid bezeichnet so ist diese aus einem ausgehölten Baumstamm gefertigt. denn true bedeutet in dem Kontext dass man eine aus tatsächlichem volholz gefertigte trommel meint. Ein kleiner aber dennoch gravierender Unterschied.

  • Ich habe eine Noble&Cooyle Snare, die laut Vorbesitzer eben aus einem Stück Holtz gefertigt ist. Ob die aus einem Baumstamm gefräst oder ein Stück Holz gebogen und zusammengeleimt, habe ich mich leider nie genauer damit befasst. Die habe ich damals in den 90ern zusammen mit meinem Tama Artstar Cordia mitgekauft.

    Klingt die besser/schlechte als meine anderen Snares? Am Ende ist es Geschmack aber ehrlich gesagt klingt (klang) die mir immer zu fu.ztrocken, sodaß sie bei mir nie die Bühne gesehen hat und ich immer auf andere Snares zurückgegriffen habe.

    Wenn ich mal wieder Zeit habe, werde ich die Snare auseinandernehmen und versuchen herauszufinden, wie die gebaut ist und werde paar Fotos machen.

  • Ein kleiner aber dennoch gravierender Unterschied.

    Dann erklär doch bitte, weshalb der Unterschied so gravierend ist. Handwerklich ist es mir klar, aber bezüglich der fertigen Trommel?

    ein aus dem stamm gefräster kessel wird in der regel wohl vermutlich zentral ausgefrässt, die schnittrichtung ist

    radial, ähnlich aber nicht unbedingt annähernde "paralell" (je nach durchmesser der trommel und des entsprechendes stammes).

    Je nach einschnittart, bei der herstellung des brettes, und der nachträglichen verformung des brettes ( z.b. unter heissdampfbiegung ö.ä. etc.), sind plastische kriechverformungen, je nach umgebungsverhältnissen feuchte temperatur), trotzdem noch gegeben.

    Spannungen innerhalb des holzes können mitunter, unterschiedlich groß (je nach schnitt winkel zur faserrichtung), eben je nach einschnittart des holzes auftreten.

    Spannungen wiederum im material, beeinflussen die "festigkeit" elastizitätsmodul etc.


    edith: bei interesse siehe auch unter anisotropie holz

    ich höre immer du musst, du brauchst.....ist "modern", "out", "in", "trendy" und so....
    ich mach`s wie`s mir passt, schei.. auf die Säue, die laufend sinnbefreit durch
    die Dörfer getrieben werden.



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  • Ein kleiner aber dennoch gravierender Unterschied.

    Dann erklär doch bitte, weshalb der Unterschied so gravierend ist. Handwerklich ist es mir klar, aber bezüglich der fertigen Trommel?

    ein aus dem stamm gefräster kessel [...]

    Ich bin fast so mutig zu behaupten, dass es müßig ist, die Diskussion Richtung Klangeigenschaften aufgrund von Schnittrichtungen zu lenken - das hat mich das Forum nach unzähligen Abhandlungen über Kesselmaterial gelehrt. :)

    Die Frage nach der Stabilität scheint allenfalls "The Who" zu interessieren. :D

    Also muss der gravierende Unterschied ja in der Herstellung liegen und allem, das dieser vorangeht und was danach kommt (Beschaffung, Lagerung, Werkzeuge, Zeitaufwand, ...). Wer keine Einrichtung zum Schichtverleimen oder Fassbauweise von Kesseln hat, dem reicht vielleicht schon eine einzige Feile. :S Und der Schreiner ist mit Sicherheit stolz, wenn er eine Trommel aus einem Stück gewonnen hat. Für die große Industrie scheint ein Vollholzkessel, aus welchen Gründen auch immer, nicht rentabel zu sein. Sonst würde man aus den Marketingbüros jede Menge Argumente für Vollholzkessel hören und lesen.

    Der Threadverlauf sagt mir eher, dass es sich um wertzuschätzende Handwerkskunst und Liebhaberei handelt.

    Die Bauern spinnen? Na gut, Musik gibt's auch bei Spotify.

  • Ich bin fast so mutig zu behaupten, dass es müßig ist, die Diskussion Richtung Klangeigenschaften aufgrund von Schnittrichtungen zu lenken - das hat mich das Forum nach unzähligen Abhandlungen über Kesselmaterial gelehrt. :)

    da könntest du viiieleicht recht haben.

    aber die unterschiedlichsten kreuzverleimnten (in sachen richtungen) der furniere magst doch nicht in frage stellen,

    damit wird doch auch nicht selten ge- und beworben. ;)

    und ob die unterschiedlichen schichten und lagen evtl. ne akkustische klangliche "" grenzfläche "" (in doppelten anführungszeichen) suggerieren - ... könnten. :) ;)

    halt - vooodoo



    l.g.

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  • Ein kleiner aber dennoch gravierender Unterschied.

    Dann erklär doch bitte, weshalb der Unterschied so gravierend ist. Handwerklich ist es mir klar, aber bezüglich der fertigen Trommel?

    Also der Unterschied ist das true solid kessel keinen Leim an irgendeiner stelle haben und der Kessel somit komplett einheitlich ist während der steambend Kessel an der verbindungsstele der Enden der Holzplatte geleimt werden muss und somit ist dieser nicht ganz einheitlich.

    Ich habe eine Noble&Cooyle Snare, die laut Vorbesitzer eben aus einem Stück Holtz gefertigt ist. Ob die aus einem Baumstamm gefräst oder ein Stück Holz gebogen und zusammengeleimt, habe ich mich leider nie genauer damit befasst. Die habe ich damals in den 90ern zusammen mit meinem Tama Artstar Cordia mitgekauft.

    Klingt die besser/schlechte als meine anderen Snares? Am Ende ist es Geschmack aber ehrlich gesagt klingt (klang) die mir immer zu fu.ztrocken, sodaß sie bei mir nie die Bühne gesehen hat und ich immer auf andere Snares zurückgegriffen habe.

    Wenn ich mal wieder Zeit habe, werde ich die Snare auseinandernehmen und versuchen herauszufinden, wie die gebaut ist und werde paar Fotos machen.

    Du brauchst die snare nicht auseinander zu nehmen. guck einfach vom Resonanzfell in den Kessel hinein da kann man es sehen.

  • Also der Unterschied ist das true solid kessel keinen Leim an irgendeiner stelle haben und der Kessel somit komplett einheitlich ist während der steambend Kessel an der verbindungsstele der Enden der Holzplatte geleimt werden muss und somit ist dieser nicht ganz einheitlich.

    Richtig, das gehört zu den handwerklichen Besonderheiten. Aber meine Frage bezog sich ja auf die Unterschiede bei der fertigen Trommel. Bei meiner Stave-Snare von Pommerenke sagte mir Pommes beispielsweise mal am Telefon, dass das Holz im Vergleich zu Laminat mehr arbeitet und es deshalb gelegentlich zwischen den Dauben zu feiner Rißbildung kommen kann, ohne dass die Trommel deshalb kaputt sei.


    Klanglich ist mein Stavekessel eher rund und voll und eher trocken, was aber ebenso an der runden Gratung liegen könnte. Ob ein Vollholzkessel sich davon rein wegen des Kessels nochmal hörbar unterscheidet, das wär eigentlich die Frage. Und da scheint es nach den bisherigen Einschätzungen eher keine eindeutigen Zusammenhänge zu geben. Is halt anders aufgebaut, hat aber klanglich keine bestimmbaren Vorteile, technisch aber durchaus potenzielle Nachteile (Gewicht, Rundheit, Aufwand beim Biegen oder ausfräsen).


    Ich halte also fest: für Fans des Besonderen abseits der Sachargumente ne schöne Anschaffung, aber nicht völlig grundlos nicht der heutige Standard beim Schlagzeugbau. Würdet ihr da mitgehen?

  • Die am besten klingenden Toms, die ich bisher unter den Stöcken hatte, waren alle aus normalem Schichtholz, während meine Lieblingssnares alle einen normalen Metallkessel haben. Bisher bin ich an vier verschiedenen Troyan-Sets gesessen, sowas ist schon ganz nett - richtig gefallen hat's mir aber ehrlich gesagt nie. Früher hatte ich ofters mit sowas geliebäugelt, weil das halt ein edles Möbelstück ist. Aber mittlerweile bin ich völlig weg von diesem Film. Als Haupt-Musikinstrument ist das für mich eher nix.

    Das ist fein beobachtet!

  • Ich halte also fest: für Fans des Besonderen abseits der Sachargumente ne schöne Anschaffung, aber nicht völlig grundlos nicht der heutige Standard beim Schlagzeugbau. Würdet ihr da mitgehen?

    Ich gehe da absolut mit. Was für mich persönlich keinen hörbaren Unterschied ergibt, brauche ich (also nur ich...der Ralf) nicht.


    Ich kann aber verstehen, wenn Menschen eine Leidenschaft für das Besondere haben und kann mich da mitfreuen.


    LG Ralf

  • Kurz mal OT: Ich habe am Sonntag an einem Basix Custom gesessen, 20er Bassdrum, 12 oben, 14 unten. Die Kiste war derart klasse gestimmt und mit neuen Fellen ausgestattet, wenn das ne Blindverkostung gewesen wäre, hätte ich Gott weiß was gedacht, an welchem Oberklasse-Set ich gesessen hätte.

  • Aber meine Frage bezog sich ja auf die Unterschiede bei der fertigen Trommel.

    Ich denke der gravierendste Unterschied wird in der Wahl der Kesselstärke sein

    Die Dampfkessel sind in ihrer Wandstärke irgendwo begrenzt und werden mit einem Verstärkungsring ausgestattet. Sie verformen sich leicht bei Lagerung. Wenn man dann ein Fell aufzieht zentrieren sie sich in der Regel wieder. Klanglich werden sie sich dann bezüglich der Kesselstärke unterscheiden und da wird man bei Kesseln aus dem vollen Stamm mehr Freiheit haben.

    Ob da irgendwo eine Leimnaht ist sollte fast egal sein. Sobald man bohrt und die Anbauten montiert, ist so eine Naht Nebensache.

    So eine Naht muss natürlich perfekt sein. Ungenauigkeiten an den Stoßkantem oder der Verleimung selbst sind unschön und führen dazu, dass man nochmal Hand anlegen muss.

    Einmal editiert, zuletzt von Lexikon75 ()

  • Klanglich wird man da nur den unterschied wirklich nur hören wenn man einen ungeborten Kessel der jeweiligen Bauart miteinander vergleichten würde. ansonsten ist der klangunterschied zu gering da die vibrationen gedämpft und verändert werden.

  • Wo bleiben die Leute, die nach eigener Aussage Holz von Holz unterscheiden können? ^^

    SUCHE:

    - Sonor Designer Toms in Birdseye Maple/Birdseye Amber

    - Zildjian K Sweet 19" Crash


    "Wenn man das Knie sieht, ist die Bassdrum zu klein!", Ballroom Schmitz (RIP)

  • Ist das 'ne 14er Bass? :/

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