Einrichten des Unterrichtsraums bzw. Vorstellung meines Kinderschlagzeugs

  • Liebe Forenmitglieder,


    zum Ende der Heizperiode werde ich anfangen meinen Unterrichtsraum einzurichten. Wir haben vor einem Jahr ein altes Bauernhaus gekauft mit einer Sommerküche, worin ich meine Musikschule eröffnen will. Die letzten Wochen habe ich damit verbracht einzelne Trommeln bei Kleinanzeigen zu kaufen und mir ein buntes Kinderset zusammenzustellen.


    Überlegungen:

    Meine bisherigen Erfahrungen beim Anleiten von Kindern am Schlagzeug habe ich zum Anlass genommen mir eine X-Hat zu kaufen und die HiHat mittig der Snare zu platzieren, so dass die Körpermitte nicht zwingend überkreuzt werden muss. Kreuzen der Mittellinie ist aus Entwicklungssicht zwar eine super Sache, für manche Kinder aber auch ein Hemmnis, was die ersten so wichtigen Erfolge ausbremsen kann.


    Desweiteren wollte ich ein Set zusammenstellen, welches mir auch Spaß macht. Also hab ich in ein Paar 12" HiHat Becken von Masterwork und einen Satz Evans Hydraulic investiert. So konnte ich die Toms (8/10/13) schön tief stimmen. Die Snare ist eine Gretsch Mighty Mini 10" für eine 10er recht tief gestimmt, die sich super einfügt.

    Die gleiche Snare hab ich auch noch in 12".

    Zusammen mit der X-Hat ist sie auf einem Stativ, was es mir ermöglicht die beiden gleichzeitig in Sekunden anzuheben, wenn ich spielen will 😀 Ich nutze dieses Set zur Zeit als einziges Übeset.

    Eine richtige HiHat steht natürlich jederzeit bereit.


    Ein zweites Set mit 10/12/14 Toms, 18er Bassdrum 13er Snare und selbstverständlich einer richtigen HiHat würde ich dann so aufbauen, dass der Schüler und ich uns sehen können. Eine Bose S1 dient als Abspielgerät für Play-Alongs, Notenpult und ein A4 Tablet auf einem Stativ beim Schüler auf dem ich dank Apple Air Play meinen Bildschirm teilen kann sorgen dafür wahlweise altbewährten oder aber modernen Unterricht anbieten zu können ;)

    Die Becken sind dünn und recht leise, ich bin der Meinung man kann Kindern gerade im Einzelunterricht durchaus beibringen so zu spielen, dass einem nicht die Ohren wegfliegen. Zur Not hab ich Kapselgehörschutz bzw. geschlossene Kopfhörer.


    Neben den beiden Sets kommt noch ein großer Spiegel und 2 Pads, bzw. Eine Meshhat Snare.


    Hab ich was vergessen?


    Ich freue mich auf eure Ideen :)


    Liebe Grüße, Felix

  • Meine bisherigen Erfahrungen beim Anleiten von Kindern am Schlagzeug habe ich zum Anlass genommen mir eine X-Hat zu kaufen und die HiHat mittig der Snare zu platzieren, so dass die Körpermitte nicht zwingend überkreuzt werden muss.

    Spricht denn was dagegen, gerade Anfängern gleich open handed nahezulegen?

  • Meine bisherigen Erfahrungen beim Anleiten von Kindern am Schlagzeug habe ich zum Anlass genommen mir eine X-Hat zu kaufen und die HiHat mittig der Snare zu platzieren, so dass die Körpermitte nicht zwingend überkreuzt werden muss.

    Spricht denn was dagegen, gerade Anfängern gleich open handed nahezulegen?

    Jein. Körpermitte überkreuzen ist ein riesen Fass, was eher aus der Entwicklungssicht und vielleicht Ergotherapie kommt. Auf meine Art ist das Kind dann wirklich frei in der Wahl der Händigkeit. Linkshändern und Füßern müsste ich ggf. dann noch eine Doppelfußmaschine bereitstellen. Mein Gedanke, der sich über die Jahre bewährt hat, ist schnelle Erfolge im ersten Jahr als Motivation und gute Schüler/Lehrer Bindung als Grundlage für alles Weitere. Den Fuß abzulegen kann man jederzeit lernen. Ein großes didaktisches Missverständnis ist, dass es besonders schwierig wäre Technik umzulernen.

    Bestimmte Dinge werden von Schülern über Jahre vermeintlich ignoriert und irgendwann machen sie es dann doch. Das Größere Problem sind dann oft Lehrer, die ihr gutes Verhältnis zum Schüler riskieren, nur damit der macht "wie es gemacht wird".


    Ich werde mir bezüglich HiHat auch nochmal mit befreundeten Schlagzeuglehrern Rat holen. Wie schon erwähnt, eine HiHat Maschine steht im Unterricht direkt daneben und ist ggf. in 1min umgebaut.


    Grundsätzlich spricht nichts gegen open Hand, es muss vom Kind aber "angeboten werden" und keine Notlösung sein, weil das Kind nicht überkreuzen kann.

  • Grundsätzlich spricht nichts gegen open Hand, es muss vom Kind aber "angeboten werden" und keine Notlösung sein, weil das Kind nicht überkreuzen kann.

    Unvoreingenommene Kinder (d. h. solche, die auch noch keine überkreuzenden Schlagzeuger gesehen haben), spielen m. W. intuitiv offen. Auch sonst kommt ja kaum einer auf die Idee, überkreuz zu spielen (Pianisten, Gitarristen, Bläser …). ;)

    Ein großes didaktisches Missverständnis ist, dass es besonders schwierig wäre Technik umzulernen.

    Besonders schwierig vielleicht nicht, aber erst mal eingeübte Verhaltensweisen bzw. Bewegungsabläufe zu ändern, ist nach allgemein herrschender (auch und natürlich gerade didaktischer) Meinung zumindest nicht leicht. Vielleicht hast du ja was anderes gemeint?

  • Zum thema open-handed: Ich bin da etwas in konservativ und unterrichte die Schüler zielführend möglichst ohne Umwege.

    Man kann auch über Umwege zum Ziel kommen, nur sehe ich meine Aufgabe als Lehrer erstmal darin den direkten Weg aufzuzeigen....


    Die Hände (bzw. eigentlich eher Sticks) zu kreuzen ist nun mal Standard beim Drumset lernen...


    Ansonsten hört sich das Konzept von Felix erstmal ganz gut an würde ich sagen😎👍

    Wünsche viel Erfolg!

    "Die Sprache ist natürlich im ersten Moment immer ein Hindernis für die Verständigung."



    Marcel Marceau (*1923), französischer Pantomime

    Einmal editiert, zuletzt von rhythm memory ()

  • Grundsätzlich spricht nichts gegen open Hand, es muss vom Kind aber "angeboten werden" und keine Notlösung sein, weil das Kind nicht überkreuzen kann.

    Unvoreingenommene Kinder (d. h. solche, die auch noch keine überkreuzenden Schlagzeuger gesehen haben), spielen m. W. intuitiv offen. Auch sonst kommt ja kaum einer auf die Idee, überkreuz zu spielen (Pianisten, Gitarristen, Bläser …). ;)

    Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Ein Aufbau, der nicht standarisiert ist, stellt sich auch später in der musikalischen Praxis eher als Hemmnis heraus.

  • Ich spiele seit 30 Jahren und hab' am Anfang sowieso mehrere Jahre gar kein Schlagzeug gehabt, sondern eine geliehene (geile) Lefima Snare. Und sonst nix.

    Die Keune Schule durfte ich mit Metronom durchackern. Ohne Unterlass, bis ich dort dann bei den ganzseitigen Etüden bzw. Solo-Stücken angelangt war.

    Da war ich ORDENTLICH beschäftigt. Kein Mensch hat da gemeint, ich müsse unbedingt mich an einem kompletten Drumset vergreifen.

    Natürlich wollte ich unbedingt ans Set, aber die Vorgabe, dass ich alles inkl. All-American-Drummer, Marschmusik und Blasorchester Snare Drums Parts lernen sollte, hat sich doch als SEHR SEHR gesund herausgestellt. Ich tat mich mit allem, was in den Händen zu tun ist dann sehr leicht, als ich schließlich aufs volle Set wechselte und das Dazunehmen meiner beiden Haxn war quasi nur eine kleine Erweiterung von dem was ich schon mit den Händen gut konnte.


    Macht man das so heute überhaupt nicht mehr?

  • Macht man das so heute überhaupt nicht mehr?

    Eher nicht, weil der Spaßfaktor doch ziemlich gering ausfällt. Jahrelang nur kleine Trommel - da hätte ich sicherlich bald wieder aufgehört.

    Ja, das war wie eine Prüfung - ob es mich WIRKLICH interessiert und meine Eltern dann in ein Force 2000 Set investieren sollten. Das haben die sich auch vom Mund abgespart, mehr oder weniger.

    Dementsprechend gab es nicht die Möglichkeit, dass man zum Probieren gleich ein komplettes Set anschafft.

    Ich würde es heute bei meinem eigenen Kind wahrscheinlich nicht anders machen.

  • Macht man das so heute überhaupt nicht mehr?

    Eher nicht, weil der Spaßfaktor doch ziemlich gering ausfällt. Jahrelang nur kleine Trommel - da hätte ich sicherlich bald wieder aufgehört.

    Ja, das war wie eine Prüfung - ob es mich WIRKLICH interessiert und meine Eltern dann in ein Force 2000 Set investieren sollten. Das haben die sich auch vom Mund abgespart, mehr oder weniger.

    Dementsprechend gab es nicht die Möglichkeit, dass man zum Probieren gleich ein komplettes Set anschafft.

    Ich würde es heute bei meinem eigenen Kind wahrscheinlich nicht anders machen.

    Pädagogische Konzepte haben sich weiterentwickelt. Ich finde das sollte man nicht unberücksichtigt lassen. Früher war eben nicht alles besser. Im Gegenteil, vieles war eher schlechter. Aber auf jeden Fall anders.


    Was kostete ein brauchbares Schlagzeug damals im Vergleich zu heute?


    Allerdings geht das mE doch sehr am eigentlichen Thema vorbei.

    Blaukraut bleibt Blaukraut & Brautkleid breibt Blaubtkreid

  • Das wäre vermutlich einen eigenen Thread wert (den es bestimmt schon gibt) und es gibt sicherlich lokale Unterschiede, aber man hat dann doch erkannt, das klassisches (Orchester)-Schlagwerk und Drumset zwei verschiedene Paar Schuhe sind, die sich gelegentlich die Schnürsenkel teilen.

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