Hieber Lindberg insolvent

  • Soeben musste ich erfahren, dass der nächste große Musikladen vor dem Exitus steht. Hieber Lindberg aus München musste Insolvenz anmelden.


    Persönlich war ich zwar noch nie dort, gabe aber schon einige Snares dort aus der Ferne gekauft.




    Musikhaus Hieber Lindberg: Münchner Traditionsgeschäft muss nach 150 Jahren Insolvenz anmelden
    Das Musikhaus Hieber Lindberg gilt als Institution und „Leuchtturm für eine lebendige Innenstadt“. Wie es zur Pleite kam und wie es weitergeht.
    www.sueddeutsche.de

  • Ja, leider.

    Im Sommer 2025 sind sie ja schon mal ein paar Meter umgezogen, damit die Mietfläche geringer wird. Sie hatten damals eine Miete in sechsstelliger Höhe! Wahnsinn!

    Im Moment können sich Musikgeschäfte halten, die eine eigene Immobilie haben und eine angeschlossene Musikschule oder andere Alleinstellungsmerkmale haben, wie z.B. Harfenbau oder anderes.

    Einmal editiert, zuletzt von JohnDrum ()

  • Ach man, das ist so schade!

    War selbst ein paar mal dort und hab Kleinigkeiten gekauft. Was halt in den Koffer oder die Tasche passt, wenn man einen Kurztripp nach München unternimmt.


    Nicht mehr lange und großen zwei in Köln und Treppendorf teilen sich den Einzelhandel so gut wie allein.


    Ich drücke die Daumen, dass ein Investor gefunden wird. Aber das wird sicher schwierig 😞

  • Verdammt, und ich drücke seit Jahren die Daumen, dass er sich als letzter größerer Händler in München halten kann. Hat nicht geholfen.


    Der Vollsortimenter hat wohl selbst in den Metropolen ausgedient. Und wenn ich über die letzten 10 Jahre addiere, was ich wo gekauft habe, dominiert vermutlich (abgesehen von Gebrauchtkäufen) auch bei mir T., obwohl ich die beiden einzigen vollwertigen Instrumente vor Ort beim Hieber Lindberg ausgesucht und gekauft habe. Nur besteht der größte Teil meiner Anschaffungen nun mal aus Ersatzmaterial, Zubehör und Kleinkram, die wenig Test- und Beratungsaufwand erfordern. Und dann ist Onlinekauf nun mal deutlich bequemer, wenn man nicht gerade in Fußweite eines Geschäfts wohnt.


    Ob man besser den Händler vor Ort hätte supporten sollen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Industrien waren schon immer von Wandel betroffen, und niemand im Ruhrgebiet würde sich ernstlich eine Rückkehr zu Bergbau und Stahlindustrie wünschen, zumindest im Hinblick auf Emissionen. Einzelhandel hält sich in den Innenstädten mehr oder weniger nur bei Mode, Kosmetik und ähnlichem, aber auch da sind es die Konzerne, die die Innenstädte beherrschen.


    Persönlich finde ich den Verlust großer Musikhäuser traurig, aber fehlen tun sie mir im Alltag im Grunde nicht. Was ich brauche, lässt sich online ohne Nachteil, und meist sogar schneller und günstiger, bekommen. Früher musste ich planen, wann ich es mal wieder in die Stadt zum Musikladen schaffe, heute klicke ich mich nach Feierabend schnell durchs Sortiment. Das Event für begeisterte Hobbymusiker, 3mal im Jahr durch Ausstellungsflächen zu schlendern, reicht offensichtlich nicht, um Mieten und Personalkosten zu stemmen.

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