Moin, spannendes Thema.
Kurze Antwort: lass es, selbst 0,3 mm werden wohl ok sein und Du wirst viel Spaß mit den Trommeln haben.
etwas mehr Senf dazu: ich hab beruflich mit Tischen zu tun, die besser als "±0.1 mm over 600 mm square" sind.
Darauf hab ich meine neuen Gußreifen gespannt und den vom Schlagfell behalten den vom Reso umgetauscht, weil der knapp 2 mm krumm war.
Mit neuen, nur noch papierblattdünnen Fehler behafteten Reifen klingt die Snare einfach umwerfend.
Einen Ebenheitsfehler von 0,3 mm wird sich vermutlich gleichmäßig über den gesamten Kessel ziehen und nicht sprungartig erscheinen.
Das sollte sich problemlos durch Stimmen ausgleichen lassen: eine 7/32 Stimmschraube hat ca 1 mm Hub/Umdrehung, also mit ca 1/3 Drehung erzielt man einen Ausgleich der 0,3(3) mm. Für ein gutes Tuning gibt es auch mal weniger als 1/3 Drehung.
Was also bleibt ist die Frage, ob Du/man es schafft ein Fell nach der Auflage mit exakt den gleichen Turns auf exakt das richtige Maß zu spannen und so unterhalb der 0,3 mm zu bleiben damit der Effekt der möglichen ungeraden Gratung relevant wird (wenn er nicht sogar kompensiert werden kann).
Was dann noch bleibt ist die Frage des Einflusses dieses Tuningunterschiedes auf die Entwicklung der einzelnen Schwingungsmoden des Fells.
Im Woodworkerforum wird die Längenänderung von Multiplex (=Trommelkörper) mit 0,1% bei typischen Feuchtigkeitsänderungen genannt, das macht 0,3 mm bei einer 30 cm tiefen Trommel (12 Zoll) ... Temperatur macht auch was, aber weniger...
Eine normale Trommel lebt und typische Änderungen der Dimensionen im Bereich von sub 0,3 mm sollten keinen relevanten, nicht kompensierbaren Einfluss haben.
Und zur Not kannst Du den wenn überhaupt vorhandenen Fehler mit einem hauchzarten Nachschliff auf einem Teleskopspiegel ausgleichen... wenn Du es nachprüfbar messen kannst. Aber da war ja was mit dem Mist. ... mist.
In Ergänzung zu oben: Wer Mist misst, misst Mist, ... Mist. Und wer viel Mist misst, misst viel Mist.