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Mick

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1

Montag, 4. November 2019, 19:39

Die Qual der Wahl - BD Mics

Hey!

Stehe vor der Entscheidung entweder zwei Sennheiser E901 oder zwei Audix D6 für die Kicks zu kaufen!
Beide gefallen mir vom Sound her gut. Und das 901 braucht keinen Ständer :thumbsup:

Irgendwer noch irgendwelche Pro und Contra Entscheidungshilfen?

Danke und Gruß

Mick
DON`T PLAY THE DRUMS - PLAY THE BAND!

m_tree

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2

Montag, 4. November 2019, 21:13

Irgendwer noch irgendwelche Pro und Contra Entscheidungshilfen?

Grenzflächen Mikros sind m.E. vor allem für Live (und da auch im Cajon) geeignet. Kenne die Shure Grenzfläche auch vom Recording und dafür sind Grenzflächen Mikros m.E. weniger geeignet (wiederrum auch im Cajon :D ).

Dynamische Tauchspulen Mikros wie alle "normalen" BD Mikros sind für Recording m.E. erste Wahl. Der Frequenzgang und druckvolle Sound des Audix D6 ist vor allem für Metal geeignet. Und ich nehme mal an, dass das bei 2 Kicks auch dein Einsatzzweck ist.

Klar, Grenzflächen Mikros brauchen keine Mikrofonstative. Aber gerade für Recording sollte da doch eher der Sound im Vordergrund stehen, nicht ob man 2 Stative einspart.

Es lohnt sich übrigens auch sehr mit der Mikrofonposition zu experimentieren. (Mittig) in der Bassdrum ist der Sound zwar direkter (tendenziell sogar zu direkt), hat aber auch weniger Tiefbass als in Richtung des Resolochs. Steht die Membran direkt auf Höhe des Resolochs, wummerts m.E. zu sehr und klingt zu undefiniert. Ein kleines Stück weiter innen (aber eben noch halb im Resoloch) klingt es dagegen m.E. ziemlich rund, mit ordentlich Wumms im Tiefbassbereich. So spart man sich ein zweites Mikrofon oder "Subkick" vor dem Resofell. Ich beziehe mich bei auf Tests mit einem Shure Beta52 und einer wenig gedämpften 22*18.

Was gegen Grenzflächen Mikros für Recording spricht ist m.E. der künstliche Sound und die mangelnde Flexbilität in der Positionierung, mit der man den Klang (im Falle eines Grenzflächen Mikros nicht) weiter beeinflussen kann.

Beeble

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3

Montag, 4. November 2019, 22:25

Ich würde das D6 der Grenzfläche vorziehen.
Eine Grenzfläche würde ich nur als Ergänzung nehmen, wenn du also beides nehmen kannst wäre das optimal.
Mit der Positionierung bist du mit dem D6 deutlich flexibler.
Wenn du bei dir beide schon probiert hat, nimm das was dir am besten deucht.
»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.«
Chinesisches Sprichwort


orinocco

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4

Montag, 4. November 2019, 22:31

Beides, bei zwei Kickdrums bräuchte er ja dann 4 Mikrofone. Bei nur einer BD wärs keine Frage, dann jeweils Eines.
Ich würds eventl. auch davon abhängig machen wie schnell er mit den füssen unterwegs ist.
Und ob der Anspruch nach Tiefbass dann so groß ist. Vieleicht doch mehr auf attacke setzen.
Ich höre immer, du must..., du brauchst..., "in", "out", "trendy" ... und so

Ich mache das so wie mir es zusagt, Schei.. auf die Säue die laufend sinnbefreit durch die Dörfer getrieben werden.

m_tree

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5

Montag, 4. November 2019, 22:39

@Mick
Lass dir nix einreden - jeweils ein Mikro an/in den Bassdrums reicht vollkommen aus. Wenn die restlichen Faktoren passen: BD Sound, Mikrofon und Mikrofonaufstellung. Mehr als ein bisschen untere Mitten rausnehmen und evtl. Höhen anheben sollte dann nicht mehr nötig sein.

Sowieso wäre der Einsatzzweck gut zu wissen. Wenn es um die Beschallung von großen Festivalbühnen oder die Produktion eines Albums, das 1000-fach vervielfältigt wird, geht, kann ein versierter Tontechniker mit guten Gegegebenheiten beide Mikros sicher sinnvoll ergänzen. Aber ansonsten? Overkill :whistling:

Mick

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6

Montag, 4. November 2019, 22:47

Hi!
Danke für die schnellen Antworten!
Die Mikros sind nur für den Live-Einsatz gedacht, kein Recording.
Der Stil geht eher in Oldschool Hard Rock, als in moderne Blast Beats.
Der Attack ist mir schon sehr wichtig.
VG
Mick
DON`T PLAY THE DRUMS - PLAY THE BAND!

m_tree

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7

Montag, 4. November 2019, 23:33

Hi!
Danke für die schnellen Antworten!
Die Mikros sind nur für den Live-Einsatz gedacht, kein Recording.
Der Stil geht eher in Oldschool Hard Rock, als in moderne Blast Beats.
Der Attack ist mir schon sehr wichtig.
VG
Mick

Attack bzw. Höhenpräsenz liefern beide Mikros sehr viel. Da gehts eigentlich nur noch darum, dass deine Fell / Beater Kombi auch genug Attack bzw. "Klick" liefert. Also nicht gerade Filz auf Coating o.ä. ...

Die Frequenzgänge der Mikros sind sich übrigens sehr ähnlich (fällt mir gerade erst auf):

Audix D6:


Sennheiser e901:


Für den Live-Einsatz sind Grenzflächen ja sowieso prädestiniert. Preislich kommt es auch aufs selbe raus, rechnet man die Mikrofonstative beim D6 dazu.

Ich rate in dem Fall zum Sennheiser bzw. zur Grenzfläche. Nicht nur, weil so die Mikrofonstative wegfallen, sondern auch, weil der Sound einfacher zu reproduzieren ist. Stellt man ein dynamisches Mikro nicht exakt ins Resoloch, kann man eine gleiche Aufstellung bei zwei Bassdrums nur schwer erreichen. Im Proberaum oder Studio sicher machbar, auf der Bühne aber nervig.

Propeller

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8

Montag, 4. November 2019, 23:49

Hallo Mick,

das Audix D6 ist im Frequenzgang sehr modern gehalten. Soll heißen, dass dieser eine extrem ausgeprägte Badewannenform hat: stark angehobene Höhen und (Tief)Bässe. Das mag bei ausreichend gut dimensionierten PA-Systemen "fett" tönen, ist dafür aber auch weniger flexibel.
Tontechniker haben beschrieben, dass das D6 mitunter zickig sein kann, wenn die PA untenrum (Subwoofer) nicht ausreichend oder falsch dimensioniert ist. Dann kann es passieren, dass entweder kein Druck kommt oder die Bässe der Kick nicht klar und präzise übertragen werden, sonden anfangen, zu "schwimmen".
Das hängt natürlich auch von der Stimmung der Bassdrum sowie der Spielweise des Drummers ab. Man kann wohl sagen: Das D6 funktioniert nur dann richtig gut, wenn alle Bedingungen stimmen. Aber das ist eben nicht immer der Fall. Daher haben Techniker meist immer noch eine Alternative im Mikrokoffer, die die Tiefmitten besser überträgt. Das funktioniert dann bei höher gestimmten Bassdrums oder kleineren PA-Systemen meißt besser.
Du kannst Dir ja mal die Mikrofonvergleiche hier im Forum oder auf Youtube anhören, da bekommt man schon einen sehr guten Eindruck von den Unterschieden.

Gruß Bernold

m_tree

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9

Dienstag, 5. November 2019, 02:02

Also im Bassbereich geht das D6 nicht weiter runter bzw. ist nicht extremer als viele andere Mikros: die beiden dynamischen Sennheiser, die beiden populären Grenzflächen und das Shure Beta52 (um nur ein paar zu nennen) sind dem D6 da relativ ähnlich. Es gibt natürlch kleine Unterschiede im Bassbereich / Nahbesprechungseffekt, aber sehr viel Tiefbass liefern die alle. Die Unterschiede belaufen sich da mehr auf den Mitten- und Höhenbereich. Und die sonstigen Klangeigenschaften.

Ich hatte mit der Shure Grenzfläche ja mal Aufnahmen gemacht und was da an Tiefbass kommt, ist sehr extrem. Sicher nicht weniger als beim D6.

Hier ein Vergleichsvideo zu ein paar BD Mikros, Grenzflächen Mikros sind da allerdings nicht dabei:

(Ab 2:30)
https://youtu.be/Ki3UtgNR4C0?t=150

Ich bin kein Livetechniker und beabsichtige auch nicht, einer zu werden. Hierzu dennoch eine kleine Ergänzung:

Dann kann es passieren, dass entweder kein Druck kommt oder die Bässe der Kick nicht klar und präzise übertragen werden, sonden anfangen, zu "schwimmen".

Ganz unabhängig davon, wie die Gegebenheiten bei Bassdrum und PA sind, kann man für maximale Klarheit und Präzision der Bässe eine ganz einfache Regel beachten: Die EQs im Bassbereich flat lassen.

Ich finde übrigens, dass das D6 (und auch andere Audix Mikros) ziemlich gehyped wird.

Zitat

Daher haben Techniker meist immer noch eine Alternative im Mikrokoffer, die die Tiefmitten besser überträgt. Das funktioniert dann bei höher gestimmten Bassdrums oder kleineren PA-Systemen meißt besser.

Tiefmitten will bei modern klingenden Bassdrums eigentlich keiner haben. Auch auf kleinen PAs und mit kleinen Bassdrums nicht. Das "Fleisch" im Bassbereich nah mikrofonierter Bassdrums bewegt sich immer unter 200Hz. Wie das dort genau aussieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Und Bassdrum Mikros wie die o.g., die vor allem Tiefbässe unter 100Hz betonen, können mager klingenden Bassdrums auch zu etwas mehr "Eiern" verhelfen. Die Wahl des Bassdrum Mikros an der Dimensionierung der Subwoofer und an der Größe der Bassdrum zu orientieren halte ich für fragwürdig.


... ich würde jedenfalls die Sennheiser Grenzfläche nehmen, wenn sich die Auswahl strikt auf die deiden o.g. Mikros beschränkt. ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »m_tree« (5. November 2019, 02:09)


Mick

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10

Dienstag, 5. November 2019, 07:55

Wahnsinn, was ihr alles über (BD-) Mikros wisst :thumbsup:

Ich werde vor der Entscheidung vorher nochmal die verschiedenen Mikro Positionen (im Proberaum) testen!
Werde dann berichten!

Besten Dank erstmal!

Mick
DON`T PLAY THE DRUMS - PLAY THE BAND!

11

Dienstag, 5. November 2019, 08:48

Also jüngste Erfahrungen:
Ich besitze ein E901 und ein Subkick und komme damit an meinem eigenen Kit (Aufnahmen) sowie beim Live-Mix (andere Bands) sehr gut klar. Musik geht von Pop bis dezenten Hardrock.
Hier hatte ich mein E901 verliehen und habe trotzdem mal eine Probe aufnehmen wollen. Also habe ich das Sennheiser E606 einfach in die Bassdrum gelegt, am EQ etwas gebogen und hatte auf der Aufnahme einen prima Bassdrumsound. Klar anders als sonst. Aber mich hats überrascht und mir hats gefallen.

Letztes Wochenende einen Gig gespielt in einer Location die etwas problematisch zu beschallen war. Der betreuende Techniker kennt mich und mein Kit und wollte gerne mal das Beta 52 in die Bassdrum packen statt meinem E901. Wir haben am Ende beides probiert und entgegen seiner Erwartung hat hier das E901 ihm besser gefallen.

Das D6 und das E901 sind beides prima Mikrofone aus meiner Sicht. Wen man live mit einem der beiden keinen guten Sound für Rock-Musik hinbekommt, liegt es aus meiner Sicht nicht am Mikrofon. Es stimmt natürlich, dass man mit dem D6 auf einem Stativ mehr Möglichkeiten bei der Positionierung hat. Beim E901 hat man diese Option nicht. Die Frage ist halt, ob man diese Option braucht bzw. haben will. Je näher man mit dem D6 dem Schlagfell kommt, desto mehr Kick/Klick/Attack im Sound. Je weiter man sich vom Schlagfell entfernt, desto mehr Schub und weniger Attack bekommt man.

Klares Votum für das D6, wenn man auch mal eine Bassdrum mit geschlossenem Resonanzfell abnehmen möchte oder des Loch im Reso zu klein ist, so dass man das E901 nur in die Bassdrum bekommt, indem man das Fell demontiert.

Ich bin mit dem E901 zufrieden. Ich bin auch faul und freue mich, wenn ich keinen Mikrofonständer auf- und abbauen sowie transportieren muss.

Jürgen K

PS: Mitglied

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12

Donnerstag, 7. November 2019, 09:04

Hallo,

auf der Bühne zählen oft Zeit und Pragmatik.
Auch wenn es nicht meine Lieblingsmikrofone sind, ich würde nehmen, was problemlos funktioniert.
Eine Grenzfläche habe ich auch schon erlebt, das geht sehr einfach (ein Loch vorausgesetzt).
Alles andere geht auch, ist aber schon fehlerträchtiger (ich sehe da immer irgendwelche Spezialisten,
die versehentlich den Ständer durch unachtsame Berührungen manipulieren.

Selbst benutze ich das M 88 TG.
Das liegt daran, dass ich es habe und ich es einfach schön finde. Allerdings ist es für die Bühne eigentlich
zu schade.

Grüße
Jürgen

olly

Mitglied

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Registrierungsdatum: 2. März 2005

Wohnort: Stuttgart

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13

Donnerstag, 7. November 2019, 09:19

Hallo,

auf der Bühne zählen oft Zeit und Pragmatik.
Auch wenn es nicht meine Lieblingsmikrofone sind, ich würde nehmen, was problemlos funktioniert.
Eine Grenzfläche habe ich auch schon erlebt, das geht sehr einfach (ein Loch vorausgesetzt).
Alles andere geht auch, ist aber schon fehlerträchtiger (ich sehe da immer irgendwelche Spezialisten,
die versehentlich den Ständer durch unachtsame Berührungen manipulieren.

Selbst benutze ich das M 88 TG.
Das liegt daran, dass ich es habe und ich es einfach schön finde. Allerdings ist es für die Bühne eigentlich
zu schade.

Grüße
Jürgen


Ich benutze entweder auch ein Beyerdynamic M88 (allerdings ein N, da schon sehr alt das Gerät) oder ein EV PL 33.
Beide sowohl live als auch zum Aufnehmen.
Beide prima.
Wo Dummheit herrscht, ist das Selbstbewußtsein König.

Mein Krempel

Grebfruit

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Registrierungsdatum: 10. Dezember 2008

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14

Donnerstag, 7. November 2019, 11:30

Ich würde statt der Grenzfläche ebenfalls auf ein dynamisches Mikrofon gehen. Statt dem D6 habe ich das E902 von Sennheiser genommen. Vor einigen Jahren hatte Matzdrums hier einen guten Direktvergleich gemacht, in denen sich mir das E902 klarer und flexibler darstellte, als das D6. Hier im Direktvergleich bestätigte sich dies: Das E902 klang weniger schmalspurig.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Grebfruit« (9. November 2019, 09:47)