Braucht man heutzutage Unterricht bei der Flut von Online-Tipps?

  • Hallo, ich weiß, dass ich Haue bekommen werde wegen dieser Frage, ich finde sie jedoch berechtigt: Braucht man überhaupt noch (oder bald keinen ) Unterricht mehr, angesichts der vielen informativen Seiten, der vielen Filmchen auf YOUTUBE?
    Oder: wird das Internet irgendwann den lebenden Schlazeuglehrer ersetzen?


    Warum ich mich das frage: ich bin gerade dabei, meine Kenntnisse aufzufrischen. Bei diversen Recherchen merke ich, dass ich fast endlos Übungen machen könnte, wenn ich ins Netz gehe und die entsprechenden Seiten aufrufe.


    Klar! Man muss wissen, was man will, ein wenig Selbstverantwortung zeigen. Viele werden einen Lehrer brauchen, der einem die Richtung vorgibt.
    Doch andere Drummer, die wissen was sie wollen, die haben mit dem zumeist kostenlosen Angeboten im Intenet unendlich viel Material, oder etwa nicht?

    Sei es Drum

  • Zitat

    Braucht man überhaupt noch (oder bald keinen ) Unterricht mehr, angesichts der vielen informativen Seiten, der vielen Filmchen auf YOUTUBE?


    Zu der ersten Frage:


    Man wird auch in Zukunft nicht um einen Lehrer verzichten können.


    Zitat

    wird das Internet irgendwann den lebenden Schlazeuglehrer ersetzen?


    Zu der zweiten Frage:


    Nein.


    Die Gründe sind größtenteils identisch. Ein Lehrer korrigiert bei Fehlern, motiviert in Tiefs und kann das Material auf den Schüler anpassen. Wer glaubt mit Material aus dem Internet gleich effizient arbeiten und einen Lehrer damit ersetzen, oder unnütz zu machen mast sich eine Position an, die er nicht vertreten kann. Man geht doch auch in die Schule um Lesen und Schreiben zu lernen. Das lernt man auch nicht im Internet.


    Edith: Rechtschreibung

  • die frage hab ich mir zuletzt auch gestellt. jedoch finde ich dass man sich im internet auch schnell etwas schnell falsch anlernen kann. wenn man dann niemanden hat der auf so etwas achtet und man es immer weiter falsch übt und vergebens auf einen fortschritt wartet ist frust vorprogramiert.

  • Hallo,


    der Rechner hat nicht das Papier vernichtet und auch nicht den Stift.
    Auch haben Synthesizer die echten Instrumente nicht dauerhaft wirksam verdrängen können.
    Und kompetente individuelle professionelle Beratung kann es im Internet nicht geben, da fehlt schon der unmittelbare persönliche Bezug.
    Deshalb werden weder Lehrer noch Lehrbücher aussterben.


    Und Autodidakten gab es auch schon zu Zeiten, als der Normalsterbliche nicht geahnt hätte, dass es mal Computer geben wird.


    Ich (Autodidakt) hätte sicherlich Vieles um Lichtjahre früher gemerkt, was mir so im Laufe der Jahre aufgefallen ist, wenn ich mir denn mal Unterricht geleistet hätte. Und mir sagte mal einer, dass man Unterricht brauche, wenn man was werden will. Der hatte recht. Ich bin Amateur geblieben.


    Es geht gar nicht so sehr um eine Richtung.
    Eher um das schnellere Erkennen von ineffektivem Üben (zu schnell, ohne Metronom ...) und umgekehrt ein paar Anregungen, wie man Kleinigkeiten verändern kann, die einem die Sache wesentlich erleichtern und somit schneller weiter bringen.


    Grüße,
    Jürgen

  • Die Antworten beruhigen mich. Es wäre ja auch schade, wenn der menschliche Faktor auch hier weg gedrängt würde. Das mit dem korrigiert werden, das ist schon etwas, was nicht ersetzt werden kann.


    Also sind die vielen Filmchen und Tipps eine gute Ergänzung zum Unterricht. Ich glaube, darauf kann man sich auf jeden Fall eingen.


    P.

    Sei es Drum

  • Es war nur eine Vision, spät in der Nacht. Alles geht nur noch über Bildschirm, der Mensch lernt und arbeitet vor der Rechenmaschine. Bekommt Unterricht per Webcam und Auftritte verlaufen so, dass die Band nicht mehr vor Ort sein muss, sondern auf eine imaginäre Fläche gebeamt wird. Jeder hockt in seinem Kämmerlein und lässt sich in die Gruppe einspielen. Und klar: die Zuschauer schauen von zu Hause aus.


    Nein, meine Auffassung ist auch, dass der Mensch auch hier nicht ersetzbar ist. Doch ich sehe, dass im Gegensatz zu früher, die Kids viel mehr Hilfen bekommen, in Form von digitalen Medien, DVDs, Büchern, Internet. Und die frühen Schlagzeuger mussten sich alles selbst beibringen. Aber: deswegen waren sie ja auch so gut und so originell. Not macht schließlich manchmal erfinderisch und Luxus macht manchmal faul.


    Sieh meine Auffassung also als Plädoyer für den Menschen hinterm Schlagzeug.


    P!x!es

    Sei es Drum

  • Für mich ist es auch wichtig einen richtigen Menschen zu haben der mir "im Nacken sitzt". Ich üb die Dinge die ich lernen will auch viel mehr, wenn ich weis dass ich bis zur nächsten Unterrichtsstunde die Sachen einfach draufhaben muss.


    Geht anderen vllt. genau so :D

    2077 wurde eine neue Version der Nuka-Cola, die Nuka-Cola Quantum, eingeführt. Der Werbung nach hatte sie das doppelte an Kalorien, Kohlenhydraten, Koffein und Geschmack.

  • Ich kann Mejastic12 nur zustimmen ;)
    ich glaube nicht das Schlagzeug lehrer ersetzt werden können,
    da sie auch den Unterricht individuell aufstellen.
    Wenn du im Internet was falsches lernst wer soll dich verbessern ? 8o

  • Der Mensch wird nie zu ersetzten sein. Nicht, weil es nicht irgendwann Maschinen geben wird, die das alles besser und schneller können, sondern weil das Menschliche fehlt. Und für die meisten von uns ist das Überlebensnotwendig. Die Computerspiele haben für einen Einbruch im Brettspielemarkt gesorgt - mittlerweile trifft man sich wieder, um Brettspiele zu spielen.


    Im DF gibt es sogar organisierte Treffen zum Trommeln und Austauschen, wenn man der Webflut mal wieder entgehen möchte. Schön, dass es so ist. =)


    Ich hatte mich auch gefragt, ob ich für Sex noch einen Partner brauche, nach dem in den 90-gern die 0190-ger Nummern aufkamen. Die Frage stellte ich mir wieder, als das Internet mit den entsprechenden Seiten samt Webcam kam. Es geht - macht aber mehr Spaß mit jemanden aus Fleisch und Blut :D

    Grüße,


    De' Maddin Set
    ________________________________


    Dängdäng-Dängdäng-Dängdäng
    Bababababaaa-baba - Brack........Meet you all the way....dadadab...usw.

  • Hallo,


    ich bin ja konservativ und fantasielos, aber wie schafft man es, mit dem Rechner koitale oder koital-analoge Methoden zu bewerkstelligen.


    Grüße,
    Jürgen,
    der gerade seine Rechenmaschine mal genau anguckt und dabei ein ziemlich doofes Gesicht macht

  • Zitat

    ich bin ja konservativ und fantasielos, aber wie schafft man es, mit dem Rechner koitale oder koital-analoge Methoden zu bewerkstelligen.


    naja wenn Mensch es schafft die richtigen Nervenleitungen im Gehirn anzuzapfen und entsprechend codierte Information versendent, wer weiss ...


    prinzipiell glaube ich ach das das mit dem Unterricht einfach ne Typfrage ist ... ich selbst habe mich von Musikschulen seit der musikalischen Früherziehung konsequent ferngehalten und bin darüber auch ganz glücklich ...

    Schlechte Lehrer haben mich zum Autodidakten ausgebildet. - Mauricio Kagel

  • Also ich bin 2 Jahre ohne Lehrer ausgekommen (ich hätte ihn eigentlich gar nicht nötig gehabt :D , Videos von great drummers, groovige songs, etc. durch sowas habe ich gelernt :] ), und als ich dann in die Musikschule kam war der Lehrer erstaunt, was ich schon konnte.
    Einige können halt ohne Lehrer, andere nicht ;) . Aber ich finde Lehrer sind immer gut, da sie dir auch mehr beibringen können als im Internet je sein wird, da ein gut ausgebildeter Lehrer so ziemlich alles drauf hat, was mit Schlagzeug, Rhythmik, und allen Verzweigungen davon, zu tun hat (Percussion, Orchester, blablabla....).
    Sie sind Freund und Helfer in Person. Und ich weiß ja nicht ob das in anderen Musikschula auch so ist, aber in meiner Musikschule gibt es viele Veranstaltungen, bei denen jeder Schüler mitspielen kann. Da gibts auch immer Proben und da fühlt man sich richtig intigriert in das Ganze.
    Also, man kann sich das ruhig antun. Schaden tuts sowieso nicht. Und wenn man sich noch super mit dem Lehrer versteht is das natürlich das Beste, was einem passieren kann!!

    Die Zeit ist das grausamste in der Musik, denn sie läuft unbarmherzig weiter! ;(

    Einmal editiert, zuletzt von totofan ()

  • Für mich persönlich würd Unterricht glaubich nur dann Sinn machen wenn ich schon wüsste was ich wollte ...


    sonst haste da n Lehrer sitzen der von dir verlangt irgendein Stück zum nächsten mal zu üben das dich nur sehr bedingt interessiert (irgendwelche klassiker die ja auch jeder unbedingt und auch mal gespielt haben muss und überhaupt ... NEIN ich kann keine Klassiker weder den Rosanna-Groove noch sonstwas nachspielen und es interessiert mich auch gar nicht ... )


    macht man das nicht kann er nix mit einem anfangen weil er nichts hat worauf er seinen unterricht aufbauen kann ...


    es gibt manchmal die Momente wo einem irgendwer irgendwas (manchmal nur eine Kleinigkeit) zeigt, was einen genau in dem Moment um einiges weiterbringt, aber das entsteht eher durch Zufall, was für micht noch kein grund wäre, ständig zur Musikschule zu rennen damit mir da jemand erzählt was ich spielen soll ... irgendwelche Klassiker spielen ist das was mich meiner Meinung nach am wenigsten weitergebracht hat, egal auf welchem instrument ...

    Schlechte Lehrer haben mich zum Autodidakten ausgebildet. - Mauricio Kagel

  • Also ich hatte 3 Jahre unterricht als ich so 11-14 war. Hatte damals keine Lust mehr und hab aufgehört.
    Jetzt hab ich mit 20 wieder angefangen und muss sagen, dass ich echt dankbar bin das ich früher mal Unterricht hatte. Ich denke das man sich ziemlich leicht ne falsche Technik aneignet (z.b. mit weniger Finger spielen).

    Lies die FAQ und benutze die Suchfunktion!

  • hmm mir hat eigentlich gereicht das mir jemand einmal gesagt hat: schon gut, benutz nur ein bisschen mehr die Finger ... danach hab ich mehr die Finger (war nur ne logische Fortsetzung des bisher genutzten) benutzt und gut ... dafür brauchte ich nicht extra wen bezahlen ...


    was mir dazu noch einfällt: gerade im gehobenen Amateurbereich finde ich hört man einigen Leuten (selbst wenn sie ihre eigenen Stücke spielen) an das sie viel zu viel Zeit damit verbracht haben zu Spielen was ihnen ihre Lehrkraft gesagt hat ...

    Schlechte Lehrer haben mich zum Autodidakten ausgebildet. - Mauricio Kagel

  • Mein Problem mit Schlagzeugunterricht:


    99% der Dinge, die ich von meinem Lehrer gelernt habe, stehen 1:1 so in meinem Schlagzeugbuch.


    Und ich denk mir, verdammt, schon wieder 10€ für ne halbe Stunde in denen man Sachen gemacht hat die man sich auch selbst beibringen könnte.


    Redrum

  • Mal abgesehen von der was-brauch-ich-eine-musikschule-Einstellung:
    Ich versteeh dich irgendwie nicht, du willst keine Klassiker, wie den Rosanna-Groove (den ich kann :D ) nicht beherrschen ? Solche Sachen sehe ich als Spezialitäten des drummings.

    Zitat

    Original von jd1293
    es gibt manchmal die Momente wo einem irgendwer irgendwas (manchmal nur eine Kleinigkeit) zeigt, was einen genau in dem Moment um einiges weiterbringt, aber das entsteht eher durch Zufall


    Ganz genau! Aber bei mir waren diese Momente einfach öfters da...
    Auch in der Musikschule gibt es auch viel Lehrreiches zu erfahren. Nicht nur übers drumming sondern auch Musik-Geschichte wenn man so will.
    Aber die Musikschule ist eine Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen MUSS und ich will jetzt keine Werbung oder so etwas hier machen.

    Die Zeit ist das grausamste in der Musik, denn sie läuft unbarmherzig weiter! ;(

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