Die häufigsten Gründe für einen schlechten Live-Sound

  • am neunten tage des achten monats des Jahres trug es sich wie folgt zu:


    1.) Anreise...
    soweit, sogut. nichts besonderes, wie immer irgendwas vergessen, in diesem fall: unser banner(dazu später mehr)
    2.) Ankunft...
    propagandiert wurde die Veranstaltung in Funk- und Printmediem als "Wacken des ****waldes"(ich wills mir mit den Veranstaltern ja nicht versauen)
    naja... Bühne: gefühlte 25 Monitorboxen versperren ALLES, es werden wohl 8 bis 10 gewesen sein.
    die bühne viel zu klein und vollkommen unaufgeräumt
    3.) Aufbau...
    "HIER WIRD KEIN BANNER AUFGEHANGEN!!! ICH GLAUB ES HACKT!" so in etwa die Worte des FOH.
    gut. wie du mir, so ich dir:
    "Herr veranstalter? Wir würden gern, wie vertraglich festgehalten unser Banner aufhängen."
    "ja, dann macht mal, jungs"
    "der böse tontechniker hat aber gesagt wir dürfen nicht" SCHNIEF SCHLUCHZ HEUL
    "ich klär das"
    --> das war wohl unser todesurteil für diesen abend.
    wir hängen banner auf.
    4.) Soundcheck
    wir hatten ziemlich viel zeit... die aber leider von der person hinter dem mischpult nunja... sagen wir "wenig effektiv" genutzt wurde...
    soweit zufrieden. war schon besser, war aber auch schon mal schlechter.
    5.) Auftritt
    huch? normalerweise plärrt unser sänger an der stelle: "I'm feelin' mean today...." ist der noch nicht da? doch.
    er bewegt sogar den mund und macht den eindruck als sänge er aus leibes kräften...
    es kommt jemand nach ca 3min(!!!!) gelaufen und schaltet das mikro ein.
    gut. das kann man auch unserm ding-sang-mann ankreiden, aber im eifer des gefächts vergess ich auch schon mal so banale Lösungen in erwägung zu ziehen


    naja. lied vorbei...
    heilige scheiße!!! was zur Hölle kommt da aus den Monitoren????
    oh nein.... es ist der böse matsch!!! besser gesagt, es ist unser intro... volle suppe! ich bring den kerl um!!! ...später
    nächstes lied aus. sängerin plärrt ins mikro: "EY DU IDIOT MACH DAT INTRO AUS" vielleicht nicht ganz, aber so ähnlich.
    die stimmung ist im keller. keiner hat mehr wirklich lust.
    es fällt nicht mehr ins gewicht, dass man auf den monitoren irgendwie entweder nur einen von drei gesängen oder so gut wie garnichts hört...
    woran das wohl liegt??? achja. bestimmt haben die mikros alle wackelkontakte


    6.) Danach
    Mischpultmann zur Sau gemacht, Vollgesoffen, Veranstalter zur Sau gemacht, Taxi, heim.


    7.) Last and very least:
    ein zitat des FOH zu seinem Azubi: "HAST DU ÜBERHAUPT NOCH EINE GEHIRNZELLE DIE BEI DIR FUNKTIONIERT? DU VOLLIDIOT!" so war der umgangston durchweg.
    wen wunderts da, wenn ein ca 17jähriger Azubi alles durcheinander bringt? er war der einzige, der wirklich sein besten gegeben hat und wurdezum dank beleidigt und bloßgestellt


    8.) Und die Moral von der Geschicht:
    Kauft ein Pult mit genug AUX-Wegen. greift alles was abgenommen wird für euch ab, stellt es irgendwo in den letzten ecken der bühne und macht euren eigenen monitor-mix.
    was bleibt einem anderes übrig???


    also war der grund für unsern scheiß-sound eindeutig nur der "techniker"

    "Ezekiel 25-17: The path of the rightious men......"

  • es geht doch nix über entspanntes arbeiten - dieser thread holt viele vergessen geglaubte erinnerungen wieder hoch.
    so ca. spätestens ab seite 5 ertappte ich mich sogar dabei, gar nicht mehr so unglücklich darüber zu sein, jetzt hauptsächlich in der einigermaßen professionellen coverszene mein dasein zu fristen und immer mit eigener (= gleicher) crew & technik unterwegs zu sein...

    Einmal editiert, zuletzt von Sirom ()

  • :) Spannende Story, eins verstehe ich nicht: Habt ihr das Banner jetzt bei der Anreise vergessen, oder nicht, oder wie?

    vergessen schon, aber meine freundin war so nett ihn mitzubringen. aber bis man frauen manchmal am telefon hat können ja jahre vergehen ;)

    "Ezekiel 25-17: The path of the rightious men......"

  • vergessen schon, aber meine freundin war so nett ihn mitzubringen. aber bis man frauen manchmal am telefon hat können ja jahre vergehen


    Wie gemein ... Sie hat euch den Auftritt gerettet, und du beschwerst dich über telefonische Erreichbarkeiten ...


    The path of the righteous sound techs is beset on all sides with the iniquities of the selfish and the tyranny of evil drummers. Blessed is he who in the name of charity and good will shepherd the drummer's girlfriends through the valley of darkness, for he is truly a frauenversteher and the finder of lost banners. And I will strike down upon those with loose contacts and with furious monitoring those who attempt to poison and destroy my gig. And you will know that my name is the FOH when I lay my vengeance upon thee. ;)


    Gruß - Peter

    -
    Gesendet von meinen Babyphone mit Papatalk

  • Um das hier nochmal klarzustellen: "verbrennen" habe ich direkt 2 Posts weiter unter dem Post der Streitigkeit entschärft.


    des weitere habe ich darauf hingewiesen dass ich bis Dato auch nur eine seite der Sache gesehen und vor allem gelesen habe: Scheiss faule Techniker die mit herblassendem Blick verkünden "Ohne meinen Kaffe dreh ich den regler nicht...Nö..Püh..."...


    so kam es vorher von BEIDEN Seiten rüber...


    Das Übrigens ein matzdrums als Moderator und mensch der mich sogar Privat kennt UND als jemand der sich vorher Kubikmeterzeilenweise über unfähige Tonmenschen ausgelassen hat mir trunkenheit im Forum unterstellt und dieses auch auf meine Bitte nicht zurücknimmt finde ich herabsetzend und absolut unangebracht - Genau wie mein "verbrennen" - Was aber a) in einerm anderen Kontext zu sehen war, nämlich o.g., und ich wie gesagt b) nach Klärung wieder zurückgenommen habe.


    N'Abend.


    PS: ein "es geht halt nicht" und "Eigenverpflegung ist nicht machbar" halte ich auch für relativierbar. Tontechniker sind nicht die einzigen Menschen die harte Jobs machen....Nur wedelt nicht jeder damit rum und entschuldigt damit irgendetwas was nicht so läuft wie es sollte. Wer essen MUSS oder aufs Klo MUSS der wird das auch irgendwie hinbekommen....Sollte euch euer Arbeitgeber wie ein Affe behandeln haltet Ihm doch mal §1,(1) GG unter die Nase. Zur Not hat man auch nen Mund und kann irgendwen in der Nähe fragen ob er einem für n Bier was zu essen holt...Aber Hey...Muss ja echt ein Käfig sein so ein Mischpult...


    Aber wahrschienlich werde ich wieder für meine Meinung bestraft. Kürzen wir das doch ab.


    *mich selbst hau* danke, weiter.

  • "trunkenheit im forum" ist nicht verboten. ich hätte auch schreiben können "du weisst offenbar überhaupt nicht worüber du dich da auslässt". du hättest auch einfach schrteiben können"oh, meine unangemessene und unbegründete äusserung nehme ich zurück, lasst euch nicht weiter beim plaudern stören". statt dessen machst du einen auf beleidigte leberwurst und möchtest eine meinung verteidigen die keine ist. ich lasse mich nicht aus. ich berichte mit stark subjektiver färbung über dinge die mir so wiederfahren. du hingegen fantasierst dir da da ein- oder andere zusammen. das ist ein kleiner unterschied.
    relativieren kann man alles, das ändert aber leider nichts an tatsachen. von denen du keine ahnung hast weil du in der hinsicht über keinerlei erfahrung verfügst. und jetzt reg dich ab und hör auf hier künstlich was aufzupumpen was auf deinem mist gewachsen ist.
    danke.

  • Oh kinder kinder.....


    Kommt mal wieder runter!!!


    Ich fand Nanos erste Bemerkung daneben, aber seine Klarstellung auch mehr als deutlich!
    Insofern sollte das doch mal gut sein.... :S


    Eigenverpflegung sollte eigentlich immer gehen.
    Auch unterwegs.
    -Im Hotel vom Buffet einfach drei Brötchen mehr einpacken... (Tour-Tupperdose dabei haben?)
    -Vor´m Job beim Bäcker vorbei oder notfalls an der Tankstelle etc.
    oder eben dann auch mal jemanden fragen.


    Die meisten Bands bzw. Musiker werden ja nicht narrisch, wenn ein Tonmann mal fragt oder sagt
    "Baut schon mal auf, ich muß eben aufs Klo und bin in 5 MInuten wieder da"
    sondern die Kombination "Rummaulen-Nixhinbekommen-Nixshehn-20Minutenwegsein" ist dann ja eher das Problem.


    Auch bei der Frage: "Kann mir jemand währen wir Drums & Bass checken eben ne Bratwurst holen?"
    dürfte im Normalfall funktionieren, sofern für die Musiker was greifbar ist.


    Aber ich finde nachwievor, das es gravierendere Fehler gibt.
    Z.B. die Prioritäten der Mikros, wenn man mit 4 Kanälen auskommen muß.


    Meine Prioritätenliste wäre da:


    1. Bassdrum
    2. Overheads
    3. Snare


    Bei vielen Tonleuten ist es aber (egal wie groß der Event ist)
    1.Bassdrum
    2.Snare
    3.Toms


    Die Becken sind ja eh laut genug.


    Daß das Set dann total unnatürlich klingt (in meinen Ohren)
    wollen die einfach meistens nicht hören....


    Solche Sachen halte ich für viel gravierender.... :)


    lg
    Xian

  • Hallo,


    ich liebe es, wenn unsere Gemeinde nicht nur das Buch rudimentär zitiert, sondern auch versteht. Peter, vielen Dank. I had a good laugh.


    Die Grundlage für schlechte Ergebnisse sind unprofessionell agierende aufgeblasene Möchtegerns. Die können als alles und überall tätig sein.
    Der professionell Agierende macht aus jeder Scheiße das Beste. Egal, wer schuld ist.


    Grüße,
    Jürgen

  • Bei kurzen Linechecks kommt's auch häufig auf den Mischer an, wie der das organisiert. In 15 Minuten ist viel und auch wenig möglich.
    Meine Erfahrungen diesen Sommer:


    - Ich habe festgestellt, dass mein Monitormix letztes Mal sehr gut kam, als der Mischer die Fader erst mal sehr fest angehoben hat, dass man sieht was geht, wieder zurückschrauben ist da viel einfacher, als wenn man nicht weiss, ob er wohl schon am Limit ist und man kämpfen muss um jeden Millimeter, den er lauter machen sollte. Nur wird das selten so gemacht, hab's jetzt einmal so erlebt und fand's sehr gut. Vielleicht hat's ja einen guten Grund, dass es nicht immer so ist.


    - Mischer, die eine gute Kommunikation mit der Band haben, vereinfachen vieles. Meistens spielt man kurz einen Song an nach dem Einstellen der Mikrophone um die Monitore zu checken, dann sagt man was auf dem Monitor noch geändert werden sollte. Jeder der Band soll das zuerst sagen, der Mischer stellt alles ein, dann nochmal spielen, dann wieder alle "wünschen" bis alle soweit zufrieden sind. Klingt eigentlich einfach und simpel, ab und zu aber soll man nach dem der Gitarrist mehr Gesang wollte gleich nochmal spielen, so spielt man einige mal, obwohl man wenn jeder kurz hätte "wünschen" können, einiges an Zeit gespart hätte. Während der Gitarrist dann zufrieden ist, sind die anderen noch "nirgends". Noch besser finde ich, wenn ich sage: Gesang lauter und der dann sagt "Sing mal, dass der Drummer hört, ob's besser ist". Ich kann sowas zumindest nur im Kontext entscheiden und alle sollten dafür wieder den Song spielen.


    - Von Seiten der Band kann man zum Beispiel den Soundcheck Song optimieren, indem man das lange Intro weglässt und gleich die wichtige Stelle, wo alles vorhanden ist, spielt.


    - Und noch dies: Auf einem grösseren Festival mit Monitormixer auf der Bühne: "Nein, das kann doch nicht sein, dass du noch weniger Bassdrum willst auf deinem Monitor, jeder will so viel"... Ein kleines bisschen runter ist er dann noch. Es war auch weniger die Bassdrum als der Kick der Bassdrum, der einfach hässlich laut war... hehe

  • Da kann ich nur dazu sagen, das ich froh bin das wir fast immer die gleiche Technik(leute) dabei haben. Da ist der Umgangston
    beiderseits spitze und man hilft auch der Tontechnik bei einem Teil des Auf- und Abbauens.


    Außerdem erwähnen wir auch immer den FOH
    und Technik bei der Bandvorstellung.


    gibt aber auch unrühmliche Ausnahmen wie überall.

    Alles wird gut

  • Um bei Zimi einzuhaken:
    Wie schnell und gut ein Soundcheck (besonders bzgl. Monitormix) läuft, kommt sehr stark auf die Band an!
    Da gilt es, die richtigen Lieder bzw. Ausschnitte zu spielen und dann müssen von den einzelnen Bandmitgliedern kurze und klare Ansagen kommen, welcher Regler hoch oder runter muss. Das bedeutet natürlich auch, dass man sich beim Check stark aufs hören konzentriert. Und dann einer nach dem anderen(!) eine klare Ansage macht. Dabei also auch nicht (teils tatsächlich aus naiver Freundlichkeit und Rücksicht ;) ) um den heißen Brei redet, im Sinne von "also eigentlich ist ja echt schon alles super auf meinem Monitor! Aber wenn ich mir noch was aussuchen dürfte, dann wärs echt totaaal super, wenn ich meinen Gesang noch bisschen lauter hätte, aber echt nur ganz bisschen lauter, ich hör den sonst schon wirklich total gut! Und wenn du noch Zeit hast, kannst du vielleicht versuchen, das Keyboard bisschen lauter zu drehen, das kam glaub ich noch gar nicht, aber ganz sicher bin ich mir da grad echt nicht mehr!" (leicht übertriebene Darstellung von selbst Erlebtem)
    Aber auch das will geübt sein!


    Insgesamt sind wir hier wieder beim Punkt "Kommunikation". Erleichtert wird das ganze natürlich erheblich durch einen eigenen Mischer, also einem eingespielten Team.

  • Ein jeder FOH ist ziemlich dankbar und auch gleich viel freundlicher zu den Musikern, wenn der Soundcheck generell sehr geregelt abläuft.


    - Bassdrum
    - Snaredrum
    - Tom 1
    - Tom 2
    - Tom 3
    - Overhead
    - Bassist
    - Beide zusammen
    - Gitarre
    ..... etc. pp.


    Am nervigsten ist es wohl, wenn die anderen Musiker während des Checks ihre Finger nicht von ihren Instrumenten lassen können.


    Um wieder zum eigentlichen Thema des Freds zurück zu kommen, schließt sich hier der Kreis: Entspannter Soundcheck --> mehr Konzentration des FOH für den PA-Sound. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege

  • Und wenn der Schlagzeuger gebeten wird nach den Einzelinstrumenten mal das komplette Set zu spielen, dann ist es erfahrungsgemäß sinnvoller einen simplen Rhythmus auf HH/Ride, Bass und Snare zu spielen und alle 4 Takte strukturiert die Toms mit einzubeziehen, anstatt sofort zu versuchen möglichst viele Instrumente in kurzer Zeit zu treffen. Schließlich interessiert den Mischer nicht was man spielen kann, sondern wie die Instrumente zusammen klingen.

  • Völlig richtig @ premier_drummer.


    Weiter:
    Zügiger Aufbau spart Zeit für den Check, bzw. trödeln geht von der eigenen Check-Zeit ab.
    Nach dem Aufbau steht man am besten testbereit am Instrument, Mikrofon und spielt & singt nur dann, wenn man vom Techniker dazu aufgefordert wird. Nichts ist nerviger als den Bassisten erst vom Wurststand holen zu müssen, damit er 4 Takte zum Soundcheck anspielt.


    Best Practice:
    Pünktlich erscheinen an der Location.
    Sich bei Veranstalter/Techniker anmelden bzw. Guten Tag sagen und die Hand geben.
    Fragen wann man auf die Bühne kann, ob der Rider angekommen ist, ob es Unklarheiten oder Fragen gibt etc. --> Immer nett und freundlich


    Zügig aufbauen und dann wie gesagt auf Standby und nur auf Wunsch des Technikers spielen & singen. Nach dem Einzelcheck am Instrument bleiben. Manche Techniker wollen zB Drums und Bass zusammen hören für den Check. Bis der Techniker die gesamte Band entlässt sollte jeder an seinem Instrument sein und eben nur dann spielen, wenn er dazu aufgefordert ist. Wenn es heißt: "Spielt mal was zusammen" solle klar sein welcher Song angespielt wird und nicht eine 10 minütige Diskussion enstehen ("Ich muss aber das Solo hier nochmal durchspielen" / "Wenn ich die Nummer jetzt singe bin ich heiser").


    Wünsche bezüglich des Monitoring sind organisiert und vor allem nacheinander und auch freundlich vorzubringen. Also nicht alles durcheinander!


    Der Soundcheck dient natürlich nur der Band um ordentlich im Zuschauerbereich zu klingen. Um das sicherzustellen ist der Soundcheck zuerst einmal Wunschkonzert des Technikers. Er sagt an, die Band macht. Wünsche der Band gibt es dann, wenn es ans Monitoring geht

  • Ouuuuh Seven, das dürfen wir Techniker uns nur denken!


    Jetzt bekommst Du sicher Haue von einigen... "Wunschkonzert des Technikers"... Der Trick ist, die Musiker dazu zu bringen, das wie von Dir beschrieben machen zu lassen, während sie weiterhin glauben, es wäre ihre Idee!


    8)


    MfG TZw

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