Stonewalk: Eine Motivationskampagne für Musiker [Update am 15. März]

  • Hallo Forum!


    Ich möchte hier in Kurzform (ich bemühe mich) ein Grafikdesign/Illustrations-Projekt vorstellen, welches ich im Rahmen meines Kommunikationsdesign-Studiums kreiert habe. Vorgegeben war nur das Plakat als Medium, das Thema war frei wählbar. Da das sicher auch für einige hier im Forum relevant ist, möchte ich euch die Arbeit zeigen - der Dozent war heute während der Präsentation recht begeistert.




    Die Idee


    Ich habe mir eine Art fiktiver Motivationskampagne für überwiegend junge, aufstrebende Musiker ausgedacht, was nun schon das zweite Musiker-Projekt in meinem Studium ist. Ausschlaggebend dafür war der Missmut über Castingshows á la DSDS. Jeder kennt diese Shows, ich muss glaube ich kaum Worte darüber verlieren. Mich nervt an diesem Prinzip dieses Plastik-Gehabe, bei dem Sänger zu Superstars erklärt werden, anstatt sich wie althergebrachte Bands oder Künstler erst etablieren zu müssen. Ich finde diesen Prozess sehr unnatürlich und finde es ätzend, das solche Kandidaten für ein, zwei Alben gepusht werden, um bei der nächsten Staffel dann wieder "out" zu sein. Ich bevorzuge da doch eher den steinigen Weg zum Erfolg - der schwieriger, aber umso ehrlicher ist.


    Nach einigem Hin und Her habe ich den Lebenslauf einer fiktiven Band (die keinen Namen trägt, damit man sich besser mit ihnen identifizieren kann) in einer Art Polaroid-Fototagebuch nachgestellt. Der Clou dabei ist, dass die 17 Polaroids handgezeichnet sind (was in insgesamt 8 Tagen Bearbeitungszeit relativ nervenaufreibend wurde) und exemplarische Szenen aus der Karriere der 4 Hardrock-Burschen zeigt. Meine Protagonisten müssen sich im Laufe der "Geschichte" diversen Herausforderungen stellen, die den Weg zum Durchbruch erschweren. In einer vorher ausgearbeiteten Dramaturgie wechseln sich Höhepunkte (z.B. ein erfolgreicher Auftritt, Demo-CD-Aufnahme, und letztendlich ein Plattenvertrag und eine kleine Tour) mit herben Rückschlägen (z.B. ein Bassist, der heiratet und die Band verlässt, ein abgebrannter Proberaum oder ein Handgelenkbruch beim Skaten á la Hetfield) ab.




    Die Umsetzung


    Die Kampagne hört auf den Titel "Stonewalk", was sinnbildlich für den harten Weg eines "ehrlichen" Musikers zu verstehen ist. Unter beiden Plakaten steht der Claim "Wäre es einfach, wäre es nichts Besonderes", was selbsterklärend ist. Das Logo setzt sich aus diversen Rock'n'Roll-Insignien zusammen, die alle etwas bedeuten (was ja wichtig in unserem Studiengang ist, es ist schließlich keine freie Kunst) - z.B. die Aces of Spades für Glücksspiel (im übertragenen Sinne) oder das Wappen und die Schwertlilie für Ritterlichkeit (=Ehrlichkeit, sich selbst treu bleiben). Das erste Plakat zeigt die aufgereihten Polaroids (könnte z.B. im Proberaum der umschriebenen Band hängen), das zweite (nur Logo) ist unterstützend gedacht - und käme erst zum Einsatz, wenn sich die Aktion, bzw. Kampagne etabliert hat.




    Das Ergebnis


    Plakat 1:



    Plakat 2:





    Details von Plakat 1









    Shirts


    Angenommen, eine solche Kampagne wäre real existent, so würde sie natürlich mit entsprechenden bedruckten Textilien begleitet werden. Denn die Bekennung zum "Stonewalk" ist schließlich ein Statement, sich selbst treu zu sein und zu bleiben.


    Variante 1:



    Variante 2:





    Fazit


    Wohlgemerkt, es handelt sich um eine fiktive Kampagne, die eigentlich die Grenzen unseres Grafikdesignkurses nicht verlassen sollte. Sollte aber jemand Interesse an Shirts oder Plakaten haben, wendet euch bitte per PN an mich - oder per Mail an stonewalk@piratesk.de Für Fragen anderer Art bin ich natürlich auch gern da. Hoffe, ein paar Leuten gefällt diese ganze Geschichte, dann hätte ich schon mehr erreicht, als ich angestrebt hatte.


    Grüße und im Sinne von Stonewalk: "Kopf hoch und ab durch die Wand",


    Unas


    Die Ausstellung findet am Freitag, den 06. Februar von 14 bis 19 Uhr und am Samstag, den 07. Februar von 10 bis 17 Uhr statt. Am Sonntag ist Abbau, habe die Daten leider vertauscht. Aber zu der Ausstellung kann jeder kommen und ist herzlich eingeladen. Dabei stellen alle Semester ihre Arbeiten aus den Bereichen Grafikdesign, Typografie, Fotografie, Interaktive Medien, Illustration und Film/Video aus, wobei auch viele Diplomarbeiten gezeigt werden. Das ganze WiSo-Gebäude (Münzstraße 12) wird dabei als Galerie benutzt - da kann man echt von morgens bis Abends durchlaufen und hat nicht alles ganz gesehen.


    Edith fällt noch ein, dass die Arbeit am Freitag, den 06. Februar von 14 bis 19 Uhr und am Samstag, den 07. Februar von 10 bis 17 Uhr im Rahmen der Semesterendausstellung an der Würzburger FH (Münzstraße 12) ausgestellt wird (im Raum 105, soweit ich weiß). Da kann man Arbeiten aus den Bereichen Grafikdesign, Typografie, Fotografie, Interaktive Medien, Illustration und Film/Video (aus allen Semestern) und viele Diplomarbeiten anschauen. Wer Lust hat, komme gern vorbei. Die Ausstellung ist öffentlich und alle sind herzlich eingeladen.


    Update: Die Ausstellung ist nun vorbei und hier zeige ich nochmal ein Extrabild zum Thema, das an der Illustrationswand hing:



    Noch ein Update:


    Kollege Chop hat im Rahmen eines interessanten Geschäftes noch drei Extrabilder für seine Wand bekommen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Dabei handelt es sich um die Fortsetzung des letzten Bildes vom Plakat - der anschließenden Tournee und dem Ausruhen hinterher.




  • 64 Clicks und nicht Eine(r) hinterlässt mal ein "Haste fein gemacht?"


    Ich kann die Begeisterung Deines Dozenten verstehen, ich find's auch klasse!


    Gruß,
    dat Killerkueken

    Wählt man die Zeitkomponente nur lang genug, sinkt die Überlebenschance für jeden von uns auf Null.


    Mein "Leidensweg" :D

  • Es geht auch nicht unbedingt um Realismus - es ist eine Beispielband, die natürlich ein bisschen "mehr" erleben muss als die 08/15-Dorfkapelle, damit es interessant wird. Das mit dem Talentscout ist sicher ein bisschen ein Märchenbeispiel. Ich selber habe mit Plattenfirmen noch nix am Hut gehabt ;)


    Edith hat die Bilder jetzt bei ImageShack hochgeladen - ohne Blaustich.

  • @ Domi: Die Outlines sind handgezeichnet, dann eingescannt und mittels Fotoladen und Farbflächen koloriert (sofern man bei Graustufenbildern von "kolorieren" reden kann). Die Handarbeit überwiegt dabei.

  • Wenn da an dir nicht mal ein astreiner Tattoo-Designer verlohren geht weiss ich auch nicht mehr.

    Wer den anderen eine Bratwurst brät... ach egal, Freibier für alle

  • Mit 20 Jahren sowas in dieser Qualität zu stemmen... ist einfach...


    ... unglaublich!



    UNGLAUBLICH BEEINDRUCKEND.


    Da sind schulterklopfendfe Wortphrasen wie "außerordentliches Talent" oder "weit überdurchnittliche Begabung" noch stark untertrieben. Extrem gut das ganze!


    Nur am Rande sei vermerkt das es in unserem Lande auch im doppelten Alter und mit 10-facher Berufserfahrung zig professionelle Graphik- und Layout-"Artisten" gibt, die Dir nicht ansatzweise das Wasser reichen.

  • wow, extrem cool gemacht!

    for your security, this text has been encrypted by ROT13 twice.


    Silence is golden. Duct tape is silver.

  • Hallöchen!


    Ein großes Kompliment für die Arbeit!
    Sowas ist ein riesen Aufwand.
    Ich finde das alles in sich stimmig.
    Auch, daß das "Logo" als Plakat und T-Shirt funktioniert.... Sehr gut!


    Allerdings muß ich auch gestehen, daß der Stil so gar nicht meins ist.
    Auch kann ich nichts "motivierendes" in der Ästhetik erkennen.
    Auf mich wirkt das eher trostlos.
    Aber das ist mein persönlicher Geschmack, der hier
    a) nix zur Sache tut und deinen Stolz auf keinen Fall schmälern soll und
    b) auf mein Alter zurückgehen mag.... ;)


    lg
    Xian

  • Der Drummer lacht einen jedes mal an, wenn man auf der ODCP-Page ist :)
    Ich habs gestern abend schon angeschaut, noch mit dem "blaustich", und war da schon restlos begeistert. Heute ohne Blaustich bin ich noch begeisterter.
    Ich bin echt beeindruckt von dem Talent! Unbedingt weitermachen!!

    [color=#000000][b][size=8]Schießbude
    In meinem Herz schlagen zwei Brüste.

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