Die neuen jungen Amerikaner

  • Aus dem Zusammenhang zitieren ist immer gut.


    Das mit Metallern war eher auf die jungen Wilden bezogen.


    Allerdings zitiert mich typolos völlig falsch. Ich habe geschrieben, dass solche Threads im DF nicht vorkommen, schon gar nicht von Metaljünglingen.


    Jetzt wissen wir, wie Streitereien entstehen.

    "Welches Pumporgan des Menschen ist hauptsachlich für den Blutumlauf verantwortlich?" - "Die Milz!"
    (siehe: Wildecker Milzbuben mit ihrem Hit Milzilein, Milzinfarkt oder Doppelmilz)


    "Ob-La-Di, Ob-La-Da, life goes on, brah"

  • Ich wollte doch kein Streit. Mein lächelnder Smily sollte auch die "nicht ganz ernst gemeint" Aussage unterstreichen.


    Gruß typolos

  • ICH WILL ABER STREIT! :evyl:


    Nein, ich will nur klarstellen, nicht dass mir da wieder einer einen Strick draus drehen will :Q

    "Welches Pumporgan des Menschen ist hauptsachlich für den Blutumlauf verantwortlich?" - "Die Milz!"
    (siehe: Wildecker Milzbuben mit ihrem Hit Milzilein, Milzinfarkt oder Doppelmilz)


    "Ob-La-Di, Ob-La-Da, life goes on, brah"

  • Mir kommt der Jazz oft vor wie die Weltraum-Technik.
    Da werden Dinge ausprobiert und entwickelt, die dann später
    in allen möglichen Formen und Anwendungen verwendet werden können.
    Der Jazz war schon immer ein kreativer Schmelztiegel für Ideen und Trends.
    Dies schon am Anfang des 20. Jahrunderts z.B. in New Orleans.
    Das grosse Geld verdienen jedoch dann meist andere, die dann auf eine interessante
    Idee aufspringen und diese kommerzialisieren.
    Ich glaube, dass der Jazz und seine Musiker & Musikerinnen, auch wenn sie nicht so sehr in den Medien
    erscheinen, nach wie vor für die Weiterentwicklung der Musik eine zentrale Rolle spielen.
    Ohne diese Pioniere und Sucher wäre die U-Musik in ihrer heutigen Form schlicht undenkbar.
    Ich wünschte mir, dass junge Musikfreaks ob aktiv oder passiv ihre Lieblingsmusik vermehrt
    in ihrem geschichtlichen Zusammenhang verstehen würden. Es würde dann nicht mehr gelacht
    über alles, was nicht gerade angesagt ist und etwas mehr Neugier könnte so manche interessante
    Endeckung ermöglichen.

    ol'pete

  • Hallo ol' pete, deinen Beitrag finde ich prima. Aber in einem Forum, in dem die Leute schon fragen, wie sie Musik hören sollen, kann man nicht erwarten, dass auch noch die geschichtlichen Zusammenhänge erkannt werden. Einfacher ist es so: dort ist Metal und dort Jazz (andere Musikrichtungen sind sowieso irrelevant, klare Feindbilder vereinfachen die Auseinandersetzung erheblich!). Wer am schnellsten und lautesten spielt und die meisten China-Signature Snares hat, gewinnt. Also Metal! Du siehst, auch ohne Geschichte kann man Spaß an Musik haben.


    lg
    max

  • Ich find ja das grad der Metal sehr viel von Jazz hat und über ihn inspiriert ist.
    Die alten Metaler (oder sag ich da lieber noch Hardrocker dazu?) sind doch irrsinnig "jazzy",
    alles sehr ternär, oft Shuffle-Beats....
    Und die jüngeren Metaler haben es dann wieder von denen übernommen und weiter entwickelt,
    teilweise natürlich bis ins Extreme. Hör sich doch einer mal die Interviews mit bekannten Metal-Drummern
    an, welch Idole haben die? 99% die alte Garde der Jazzer.


    Ich geh sogar soweit das bei Dave Lombardo der Jazz sogar noch sehr hörbar durchkommt, den Unterschied zu seiner passageren Vertretung Paul Bostaph (welcher meiner Meinung
    zur jüngeren Genaration zählt und metlicer spielt als Lombardo) kann man, wenn man bereit ist auf die Musik zu hören, erkennen. Was hier aber nicht heißen soll das einer besser ist
    als der andere, nur anders.


    Ich find nicht das Metal und Jazz gegensätzliche Positionen sind, Feindbilder sollte es da nicht geben.
    Das eine entwickelt sich aus dem anderen, da hat old Pete schon recht.


    Und wenn ich da an "Animals as Leaders" denk (da gabs erst einen Thread):
    Ist das jetzt Metal oder Jazz (oder nur noch krank :D )?


    PS: Sorry, hat wieder mal gar nichts mit dem Start-Post zu tun, mir war nur grad danach Senf abzulassen :whistling:

  • Spitzen Thread! Ich hoffe nur, dass er nicht wegen Schnärr Tramms Post und/oder den Reaktionen darauf zugemacht wird.


    Es handelt sich nämlich hier um ein Thema, dass ich neulich auch schonmal anprechen wollte: Was ist eigentlich der neue "heisse Scheiss" im Bereich unseres schönen Instruments? Vor ein paar Jahren waren es die "Gospel-Chops" und das von den einschlägigen Haudegen (Spears, Pridgen, etc.) salonfähig gemachte Overplaying bei Mainstream Pop und R'n'B Acts.


    Aktuell habe ich das Gefühl, dass die sogenannten "Dilla"-, oder "Wonkybeats" das Vokabular des Sets enorm bereichern. Beispiel hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=bdfBRN4gDy0&feature=related
    (man beachte auch den faszinierten Jojo Mayer irgendwann links im Bild)


    Also die Umsetzung von Produzenten bewusst verschobener Einzelschläge innerhalb von Grooves, so wie z.b. eine komplett daneben positionierte Hi-Hat Figur über einem ansonsten superstraighten Bassdrum/Snare Beat.


    Adam Deitch wäre ein anderes Beispiel:
    http://www.youtube.com/watch?v=V7QRj9Em4II


    Metaldrumming sehe ich eigentlich nicht so weit vorn in Sachen Innovation, auch wenns für die Blasts jetzt ganz tolle Namen gibt. Denn meiner bescheidenen Meinung nach ist das Erhöhen des menschlich spielbaren Tempos eines bestimmten Grooves jetzt für sich keine musikalische Neuerung.


    My two cents...

    "Never play a note, unless it makes the music better."


    Victor Wooten

  • Noch was vergessen: diese schwarzen, "neuen" Jazzer (sind ja auch nicht nur die Drummer) kommen großteils ebenso aus den schwarzen US-Gemeinden. Allerdings haben die sich eben eher in die Jazzrichtung orientiert, während Leute wie der Teddy Campbell oder Aaron Spears konsequent in die Soul/Funk/Pop Richtung gegangen sind.


    Beide Fraktionen haben jeweils den selbstbewussten und geschäftigen Stil implementiert, der eben die Gospeltrommelei geprägt hat. Die Verspieltheit und technische Avantgarde von den bekannten Jazzgrößen der zweiten und dritten Generation (Elvin Jones, Art Blakey, Max Roach, Tony Williams) hat sich gemischt mit Elektroeinflüssen (z.B. hört man bei denen überall den Jungle und den HipHop heraus) und der damit verbundenen Präzision. Aaron Spears zB kann keines seiner Fills erklären, kommt aber wie eine Maschine auf alle Einsen richtig raus.


    Stlistisch klingen die "neuen Jazzer" leichter, mit weniger schwerem Fuss und mit mehr Luft im Spiel.


    Ich finde das hochinteressant, weil es vieles durchsichtiger und verständlicher macht.


    Und jetzt der Knackpunkt: wer nur eine Musikrichtung hört, wird niemals in den Genuss kommen, zu verstehen, wie sich Musik entwickelt und zusammensetzt. Und der wird auch, gerade als Drummer, nie die Möglichkeit haben, Zitate zu etwas Neuem zusammenzusetzen.


    lg
    max

  • Alles was ich sagen wollte ist: Metal ist nicht mehr nur laut und schlecht, sondern wird immer technischer und melodiöser. Unddas auch bei jungen Leuten.


    Gegen Jazz wollte ich gar nichts sagen, ich wollte eigentlich nur anmerken, dass Jazz zwar in seinen Hochformen sicherlich anspruchsvoller sein kann als Metal, aber die junge Metal Szene zur Zeit viel technisch bemerkenswert gutes raushaut.


    Wollte eigentlich nichts los treten.

  • Alles was ich sagen wollte ist: Metal ist nicht mehr nur laut und schlecht, sondern wird immer technischer und melodiöser.


    So zwischen dem ganzen Schwachfug, gelle? (Sag jetzt besser JAAA ;) )

    (19:45:39) _kaotical_: ich wollte schon immermal in irgendwessen signatur
    (01:13:44) seppel: unglücklich sein hat eine ganz besondere qualität. hält länger an als glücklich sein. das muss man auch mal positiv sehen.
    (21:32:33) Drummingguitaris: gube, hast du brüste? wenn ja, hoffe ich dass du ein mann bist

  • Mir ging es bei meinem ursprünglichen Beitrag gar nicht mal so sehr um Jazz vs. Anderes. Das faszinierende an den genannten Typen ist für mich, dass ich in deren Spiel, welches zwar immer in einem Jazz-Kontext steht (wenn auch oft in ganz weit ausgelegtem Sinne) aus absolut allen Stilen zu schöpfen scheint. Und so viel Musikgeschichte beinhaltet aber überhaupt nicht aufwärmt und traditionalisiert. Und dazu so viel Eier wie Intellekt. Und das alles finde ich zum einen eine absolut moderne Haltung, die viel mit unserer Zeit zu tun hat und zum anderen sehe ich diese Haltung in dieser Konsequenz nirgends so deutlich wie bei diesen Typen.


    Beispiele:


    http://www.youtube.com/watch?v=iO91y4RkVE4 (Giuliana mit Wayne Krantz)
    http://www.youtube.com/watch?v=RNzE2nTCtxE (Justin Brown mit Ambrose Akinmusire)
    http://www.youtube.com/watch?v=d22lNFVezaU&feature=related (Damion Reid mit Rudresh Mahanthappa)


    Keiner dieser Clips kann diese Typen wirklich wiedergeben. Dafür sind sie einfach zu komplex. Ich vermute, was ich sagen will ist: Ich habe zuletzt nirgendwo sonst Drummer gesehen, die mich mehr umhauen und mir mehr über Musik und Drums beigebracht hätten - durchs bloße Zuschauen. Und ich bin überzeugt, DAS sind einige der Namen (es gibt noch so viele mehr), die man sich merken sollte und zu denen man gehen sollte, wenn sie irgendwo in der Nähe spielen. Weil sie einem ganz ganz viel mitgeben, egal ob man Metal, Jazz, Pop oder Ska spielt. Auch wenn, oder gerade weil. die Musik zum Teil harter Stoff ist.

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