Vibrationsgeräusch/Surren am Zildjan L80 Crash

  • Zitat

    Ich denke, bei der "Leisheit" der Becken hört man tatsächlich das Schaben von Metall auf dem relativ harten Plastik der Auflage, bei normalen Becken eben nicht hörbar, wg der Lautstärke.


    Jein :D


    Um die Geräusche die ein Becken (oder! die Stativkonstruktion oder! beide in Interaktion) am Mitteldorn oder einem Kunststoff-ummantelten Mitteldorn verursacht, wahrnehmbar (also abseits der "regulären Beckenlautstärke") zu machen, gibt es 1-2 super-effektive Methoden.


    1.) Man schlägt mit den Fingern den Beckenrand an (siehe Photo 1). Das Becken entwickelt nun nur minimales Volumen(leiser sind die Gen auch nicht - im Gegenteil: sie sind er lauter, wenn diese mit Sticks angschlagen werden, vs. "normales Becken mit "Fingern am Rand frontal angedatscht" bzw. "vorbeigezogen"). Man hört dann je nach Akribie und je nach Stativ bzw. Serie und Hersteller ab und an sehr leise "irgendetwas". Insbesondere aber vor Jahrzehnten als noch fast alle Hardwarehersteller, "Metallrundlinge" verwendeten auf denen die Filze auflagen, verursachten jene beim Beckenanschlagen durchaus mal störende Geräusche. Die aber auch durch obige Methode eindeutig identifizierbar waren (also woher diese Geräusche stammten)


    Apropos: Ich bin sicher, wenn Dich ein erfahrener Drummer besucht ist die Ursache in unter 60 Sekunden gefunden. Anyway...
    Ich habe aus meinem Archiv "Deinen" Cymbalstand aufgebaut. Ich kann mit meiner Methode und provozierter! weiter Amplitude des Auf- und Abschwingens durch die Finger-Methode (Siehe 1) mit viel! Anstrengung (die armen Finger :D ) ab und zu (selten)mit viel Geschick leise Geräusche am Kunststoff erzeugen. Aber dabei muß ich mir höllisch Mühe geben (also es quasi provozieren). Diese minimalen Geräusche entsprechen keinesfalls dem was man allgemeinhin "in meinem sozialen Umfeld" :D (es gibt für so viele Wörter durchaus zuweilen abweichenden Sprachgebrauch) als "Surren" bezeichnen würde.


    2.) Wem die Fingermethode zu schmerzhaft erscheint :D bzw. zu viel Geschick abfordert, kann auch einfach mit den Fingern das Becken einmal mit Schwung nach unten in Schwingung versetzen" bzw. "in Amplitude versetzen" (wie der Starter bei einer Schaukel) und sofort! loslassen. Hier entwickelt ein Becken fast garkeinen nennenswerten Eigenklang oder gar nennenswerte "Dynamik". Man hört nun wirklich alles sonstige. Alles was sich zwischen Cymbalhole und Mitteldorn an schlüpfriger Reibung abspielt (da sind natürlich immer subtile Dinge hörbar) und auch fast alle Folgeeffekte auf das Stativ werden lokalisierbar. Diese Methode ist insofern für akribische Ohren die bessere, weil man nun nahezu immer etwas entdecken kann. Allerdings eher das übliche, wenn Dinge aneinander reiben. Für mich auditiv umschrieben kein "Surren", aber natürlich sind so (andere) Dinge hörbar. Nahezu immer. Gottgegeben wenn es irgendwo Reibung gibt.
    Siehe Bild 2


    Das Videofile konnte ich leider nicht angemessen abhören.PC-Ausstattungs-Tragik bei mir. Aber ich denke obere Hinweise können vielleicht auch abseits dieses Einzelfalls, Rookies etwas weiterhelfen, Geräuschen "analytisch" etwas besser auf den Grund zu gehen.


    Toi, toi, toi
    Bitte an die netten Kollegen in der Umgebung vom Baumhaus mal ein kollegiales Meeting anzubieten.


    edit: only Rechtschreibung - sonst nix

  • Danke für die Antworten!


    Ich hab mittlerweile den Plastikdorn mit ein wenig Kreppband umwickelt - das Geräusch ist deutlich weniger vorhanden. Werde dennoch in den nächsten Tagen noch andere Materialien austesten. Natürlich vergrößerte sich damit der Umfang des Dorns und das Becken hat es "enger" - ich hoffe das schadet ihm nicht?


    Allgemein schlussfolgere ich für mich dass das in gewissem Maße normal ist, und bei lauten Becken wohl kaum einer wahrnimmt. Dennoch, warum genau auch immer scheint es in meinem Fall nervig laut zu sein. Kennt denn niemand anders der wenigsten Zildjan L80 Besitzer das Problem?


    Jürgen
    Ja ist es 8)
    Und nein, ganz normal ist das /hoffentlich/ doch nicht - Das Schaben ist laut wahrnehmbar und hält länger an als der hörbare Sustain des Low Volume Cyms. So macht das Crash keinen Spaß. :thumbdown:


    Drumstudio1
    Danke! Deine Methoden funktionieren logischer Weise, dennoch kleine Anmerkung: Das Becken schwingt und vibriert in sich selbst ja auch durch den Anschlag mit einem Stick oder Rod. Dadurch wird es deutlich lauter, da das in sich vibrierende Becken auf den Plastik trifft und dort in der Schwingung schabt. ;)

  • Kennt denn niemand anders der wenigsten Zildjan L80 Besitzer das Problem?

    Ich bin L80-Besitzer und kenne das Geräusch auch (ohne dein Video gesehen zu haben). Es stört mich allerdings weniger, da ich sowieso mit einem dämpfenden Kopfhörer spiele, durch den die Modulsounds der Snare/Tom/BD-Pads kommen. Es passt bei mir gerade so, dass die gedämpften Sounds der L80 von der Lautstärke zu meiner üblichen Lautstärke des Moduls passen. Die Soundqualität spielt bei mir sowieso eher eine untergeordnete Rolle, meine Prio liegt auf einer bezahlbaren Lösung für ein leises Übungsschlagzeug mit möglichst realistischem Spielgefühl.


    Ich meine mich zu erinnern, ich hätte schonmal testweise einen Moongel-Pad auf ein L80-Crash gelegt, und das hätte etwas geholfen. Kann ich gerne nochmal ausprobieren und hier berichten.

  • Moin,


    was noch sein könnte: die schwarze Plastikhülse ragt nicht sehr weit über den Beckenfilz hinaus. Wenn man diese Hülse bewegen kann, würde ich sie etwas weiter nach oben schieben. Falls nicht. zusätzlich eine weitere Hülse aufsetzen bzw. beispielsweise Tama-Hülsenschrauben verwenden.



    Grüße, Frank

  • Zitat

    Danke! Deine Methoden funktionieren logischer Weise, dennoch kleine Anmerkung: Das Becken schwingt und vibriert in sich selbst ja auch durch den Anschlag mit einem Stick oder Rod. Dadurch wird es deutlich lauter, da das in sich vibrierende Becken auf den Plastik trifft und dort in der Schwingung schabt.


    Ja, aber es ändert nix daran, dass man mit diesen "Methoden" seit Jahrzehnten fast jedes klitzekleine Nebengeräusch super lokalisieren kann. Selbst kleinste Beckenrisse. Die Methoden ermöglichen schon feinste "Störungen" (fast zwanghaft... hihihi) im Ansatz zu lokalisieren. Wie stark das Becken schwingen soll und wie leise oder laut, kann ich durchaus mit dem Auftreffverhalten und Impact! der Finger oder der Handfläche steuern.


    Man kann auch einen weichen Gongschlegel nehmen. Das Becken hat dann fulminant viel! "Eigenschwingung" aber der Attack des Anschlags ist sehr leise so dass viel hörbar wird (was sonst verborgen bleibt). Das kann ich alles mit Fotos nicht so schön demonstrieren :D . Für mehr fehlt mir die Zeit da ich solche Beiträge immer schnell zwischen Drumschülern in die Tasten hacke :D . Ich denke aber das Prinzip ist klar geworden. Es ist simpel aber ziemlich effektiv. Man kann damit auch mal hören welche Frequenzen alleine durch die verschiedenen Stativkonstruktionen entstehen (was den meisten Drummern im Alltag verborgen bleibt) etc.


    Wirklich wichtig ist sowas freilich nicht ;) . Es ist etwas für Spezialfälle bzw. Hardcore-Freaks bzw. um ab und an Kleinstschäden im Frühstadium am Becken zu lokalieren oder eben bei subtilen Akustik-Aufnahmen klanglich störende Hardware-Teile. In aller Regel stören diese in den letzten Jahren aber nicht mehr (siehe vorherigen Beitrag) . :D

  • Zitat

    Ich bin L80-Besitzer und kenne das Geräusch auch (ohne dein Video gesehen zu haben). Es stört mich allerdings weniger, da ich sowieso mit einem dämpfenden Kopfhörer spiele, durch den die Modulsounds der Snare/Tom/BD-Pads kommen. Es passt bei mir gerade so, dass die gedämpften Sounds der L80 von der Lautstärke zu meiner üblichen Lautstärke des Moduls passen. Die Soundqualität spielt bei mir sowieso eher eine untergeordnete Rolle, meine Prio liegt auf einer bezahlbaren Lösung für ein leises Übungsschlagzeug mit möglichst realistischem Spielgefühl.


    Ich meine mich zu erinnern, ich hätte schonmal testweise einen Moongel-Pad auf ein L80-Crash gelegt, und das hätte etwas geholfen. Kann ich gerne nochmal ausprobieren und hier berichten.


    Ich hab das auch. Finde das aber ebenfalls nicht schlimm. Der Sound ist nicht gut...dafür ists leise.


    Gesendet von meinem Lenovo TAB 2 A7-30F mit Tapatalk

  • Ich habe bei mir gestern Abend nochmal meine L80-Crahes (in 14" und 16") getestet. Meiner Ansicht nach kommt die Vibration von einer Schwinungsresonanz, die normale Becken nicht haben. Grund sind vermutlich die Löcher. Wenn man die Becken ganz normal aufhängt und das obere Filz ziemlich locker lässt, klingt diese Schwingung sehr langsam ab, deutlich langsamer als der eigentliche Crash-Sound. Mit einem Moongel-Pad klingen beide Soundkomponenten schneller ab. Irgendeine Art Dämpfung könnte also bei deinem Problem helfen.


    Um diese Vibrationen stark zu unterdrücken, müsstest du meiner
    Einschätzung nach aber eine Dämpfung verwenden, die speziell diese
    Frequenz dämpft. Das zu finden, dürfte nicht leicht sein.


    Was mir auch noch aufgefallen ist: Ich hatte den Eindruck, dass irgendwelche anderen Teile an meinem E-Drum-Rack mitschwingen, konnte das aber nicht lokalisieren.


    Alles in allem sind mMn die Vibrationen ganz normal für ein L80-Crash und daher als Tradeoff für die Lautstärkereduzierung zu sein. Schön klingt ein L80 einfach nicht. Dafür spielt es sich deutlich realistischer als Gummi-E-Cymbals.

  • Vielen Dank für die Antworten!
    Mit diversen Versuchen den Dorn zu ummanteln ohne ihn wesentlich dicker zu machen habe ich nun eine Lösung gefunden.


    Für all die Interessierten:
    Probiert aus was ihr finden könnt, Kreppband tut es (vermutlich nicht auf ewig), weicher Plasterstreifen ebenfalls (aktuelles Mittel der Wahl), und gewiss auch jegliche Gummischläuche etc.
    Hauptsache das Becken kommt nicht mehr mit dem Plastik in Kontakt. Ganz wegisoliern lässt sich das Geräusch zwar (noch) nicht, aber ich habe es wenigstens reduziert.


    Es scheint ja auch ganz offenbar an den L80ern zu liegen, die ich dennoch aktuell jederzeit wieder kaufen würde. Sie sind tatsächlich super leise (Mietsetagenwohnung tauglich), vermitteln ein realistisches Spielgefühl an das meiner Meinung nach ein Gummipad nie kommen würde und vor allem bieten sie auch eine realistische Optik!


    LG, Baumhaus :D

  • Zitat

    Probiert aus was ihr finden könnt, Kreppband tut es (vermutlich nicht auf ewig), weicher Plasterstreifen ebenfalls (aktuelles Mittel der Wahl), und gewiss auch jegliche Gummischläuche etc.


    Ausdrückliche Warnung meinerseits!
    Kleiner Hinweis: macht bei ähnlichen "Problemen" den Mitteldorn bzw. das "reversable Bottom" Teil (so nennt es Tama) aus Kunststoff nicht! dicker. Keinen halben Millimeter. Gummischlauch schon garnicht über das Kunsstoffteil `drüberziehen.
    Dann schmiert lieber Bienenwachs `drauf. :D


    Alles andere birgt womöglich Folgen für die Lebenserwartung des Cymbals, weil es beim auf- und abschwingen ("Aufschaukeln") gehindert wird und nicht selten die Schlagenergie nicht mehr schnell und ungehemmt genug vom Cymbal "in die Umgebung abgeleitet wird". Dies wird bei Cymbals die ohnehin... hust... ist ja auch egal.


    Gerade für Rookies ist die Relativierung meinerseits (auch wenn ich nun wie ein Spielverderber wirke ;) ) wichtig.
    Nicht! machen oder eben mit erhöhtem Risiko leben. ;)


    Sorry für die Intervention. Manchmal muß es (aus gutem Grund) sein ;) .

  • Sie sind tatsächlich super leise (Mietsetagenwohnung tauglich)


    Auch, wenn es dabei natürlich auf die Hellhörigkeitseigenschaften der Mietwohnung ankommt und die Mietwohnungstauglichkeit daher definitiv zu relativieren ist ... darin liegt das Problem, glaube ich, am ehesten begraben. Es gibt ziemlich sicher bei allen Becken Nebengeräusche, und bei den leisen fallen sie mehr auf.


    Von weicherem Kunsstoff würde ich mir auch am meisten versprechen, allerdings würde ich das ganze Hartplastikteil rauswerfen und mit Aquariumschlauch o.ä. ersetzen, anstatt es noch dicker zu machen.


    Edit: Ahh, Gerald warnte schon verlässlich :)

    -
    Gesendet von meinen Babyphone mit Papatalk

  • Hallo,


    wem Plastik zu hart ist, kann ja stattdessen (und eben gerade nicht zusätzlich, s. o.) mal den Schlauch von seinem
    Fahrrad wechseln und den alten neuen Aufgaben widmen.
    Aber auch da gleich die Warnung: zu weiches Material (Gummi) geht in nullkommanix kaputt, da muss man sicher sonntags
    nach dem Kirchgang evtl. mal auswechseln.


    Meine Lösung wäre es, die Ohren einfach zu dämpfen, damit habe ich hier in der Großstadt tausend Fliegen mit einer
    Klappe geschlagen und ob da noch irgendwo eine vor sich hinsurrt oder nicht, höre ich einfach nicht.
    Wer natürlich unbedingt den vollen Klangumfang des Übeschlagzeugs in sinfonischer Pracht hören will, hört halt jeden
    Luftzug. Mir wäre das zu stressig, mein Metronom habe ich sowieso grundsätzlich im oder auf dem Ohr, also interessieren
    mich diverse Ober- oder Untertöne nicht so sonderlich.


    Ansonsten übe ich auch selektives Hören, das ist dann später im Proberaum und auf der Bühne auch sehr hilfreich.


    Grüße
    Jürgen

  • Okay.. aber was dann? 8)


  • Hier noch ein paar Ergänzungen mit Kaufbarem und mit Hausmitteln.


    Hammu's früher Vorschlag, den Dorn gegen eine elastische Röhre auszuwechseln, ist schon gut.


    Die Lösung aus "6) Schrabbeln beseitigen" gibt es schon im Elektronikfachhandel und heißt dort Kabeldurchführung. Wenn Du ein geeignetes Exemplar, ähnlich wie unten, im Beckenloch platzierst und den Plastikdorn entfernst, hast Du den nötigen Abstand, eine elastische Lagerung, sowie so gut wie keine Spannungsbelastungen.


    Das wäre das optimale nietenartige Design (Gumminiete). Dem kann man sich auch mit Hausmitteln nähern. Wir haben z.B. noch einige Fingerlinge herumliegen. Über den Dorn gezogen hast Du unten das erwünschte elastische Lager. Das Latex selbst schafft einen elastischen Abstand zwischen Plastikdorn und Becken. Ist aber schon mächtig eng. Ob man jetz oben die Kappe abschneidet, oder kurz auf ihr natürliches Verschwinden am Becken wartet, ist eher nebensächlich. Funktioniert jedenfalls. - Ein Luftballon könnte auch funktionieren, wird aber wohl nicht so lange halten, wie ein Fingerling.

    Falls keine da sind, hast Du vielleicht einen Gefrierbeutel? Dann kannst Du am geschlossenen Ende eine genügend große Ecke abschneiden (ergibt ein kegelartiges Gebilde) und die Spitze etwas einkürzen (ergibt dann eine kegelstumpfartige geschlossene Folienstruktur). Die erfüllt denselben Zweck und federt ggf. etwas durch Einknittern am Dorn. Das könnte und müsste wohl auch völlig ohne Plastikdorn gehen. - Ansonsten tut's auch eine auf gleiche Weise bearbeitete Papiertüte. Oder ein genügend dünner Stoffrest.


    Latex und Polyäthylen werden sehr strapazierfähig sein, beim Papier kommt es darauf an. Naja, jedenfalls gibt es 'ne Menge wirksamer Möglichkeiten, das Schrabbeln mit wenig bis keinen Nebeneffekten zu unterbinden.


    Welche Variante Du auch wählst, oder weitere erkennst, sie alle erfüllen die 6 Suchrichtungen mehr oder weniger gleichzeitig: 1) DORN MODIFIZIEREN, 2) DORN ISOLIEREN, 3) BECKEN MODIFIZIEREN, 4) DORN ENTFERNEN, 5) DORN-BECKEN INTERAKTION VERÄNDERN, 6) SCHRABBELN (ÜBER-)KOMPENSIEREN.


    Grüße, Michael



    Bilder:
    Für den Beckeninnenrand Als Näherungslösung für eine echte Kabeldurchführung


    P.S.: Wenn man diese Bilder auch mit dem "img"-Tag kleiner skalieren kann, tue ich das nachträglich gerne. Muss nur wissen, wie ; -)

    "Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie." (Wird Kurt Lewin zugeschrieben) // Was schlechte Theorien unbrauchbar macht ... //

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