Ginger Baker wurde 80 - RIP

  • Habe den Herrn in Paderborn kennenlernen dürfen und war wegen des Videos mit dem Stock auch eher zu ihm distanziert. Er war dort längst nicht mehr der Arsch, für den man ihn halten könnte, sondern ein kranker, alter Mann, der versucht hat sich in das Event einzubringen, auch wenn es ihn viel Kraft kostet, oder er auch Sachen machen musste, auf die er eigentlich keinen oder kaum Bock hatte.

    Auch Legenden altern und passen sich an, manchmal.

    😉

  • Baker war ein von Kleinauf durchgeknalltes, drogensüchtiges, kriminelles Arschloch, das zufällig hinter einem Schlagzeug landete und warum auch immer (zweifelhafte) Karriere machte. Der hätte auch genauso gut als Drogendealer und Schläger bei der Mafia anheuern können.


    Er hielt sich für ein Genie - war aber auch retrospektiv Meilenweit davon entfernt. Und sein musikalischer Einfluss wird immens überschätzt wage ich zu behaupten. Denn der Kopf hinter dem Cream-Erfolg war Bruce. Bakers Überheblichkeit, Arroganz und Widersprüchichkeit mach(t)en ihn für mich früh zum Unsympathen Nr.1. in der Musikbranche. Sein Ablästern über u.a. die Stones, John Bonham, Jack Bruce und Keith Moon (den er 1966 lustigerweise noch überschwänglich in Interviews lobte als "begnadeten Drummer") ist für mich ein Zeugnis dessen, dass er vor Neid zerfressen war. Vor und nach Cream hat er eigentlich nichts geleistet, was irgendwie musikhistorisch relevant war. Alle anderen hingegen schon.


    Und... Jack Bruce konnte im Gegensatz zu Baker Jazz (und vieles mehr, mit wem er später alles zusammengearbeitet hat ist beachtlich). Auch wenn Baker das anders sah. Seine frühen New-Orleans/Dixie-Jazz-Engagements bei Bob Wallis und Terry Lightfoot zeigten einen Four on the floor Drummer inmitten von Schützenfest-Dixie-Afficionados, wirklich simples Buff-Da-Buff-Da.


    Seine späten "Jazz"-Sachen sind zum Weglaufen. Einfach nur schlimm.


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    Sorry, Jazz-Drumming ist was anderes.

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • Zum Thema "Ginger Baker überschätzt":


    Allein die Tatsache, dass wir uns Jahrzehnte nach seinem weltweiten Erfolg mit Cream und Jahre nach seinem Tod immer noch über ihn unterhalten sagt ja auch etwas über ihn... 😉

  • Ginger Baker, wie Moon the Loon, waren zu ihrer jeweiligen Zeit Drum-Freaks, die mit Attitüde und exaltierten Gerühre aus der Masse herausstachen. Baker war gut mit den Rudiments, die er beim Solieren nicht übermäßig inspiriert, aber mit viel Energie und Tamtam auf seinem Set verteilt hat. Damit und mit seiner permanenten Volldröhnung, gepaart mit komplettem Arschlochverhalten, hat er sich einen Namen gemacht. Wirklich von musikhistorischer Bedeutung waren ja nur Cream und mit Abstrichen Blind Faith. Er hat aus diesen drei Jahren das meiste rausgeholt. Ich fand sein normales musikalisches Spiel immer irgendwie hölzern, und echte Signature Grooves fallen mir auch wenige ein.

    Lieber einen sitzen haben und nicht mehr stehen können als einen stehen haben und nicht mehr sitzen können ;)

  • Wir unterhalten uns über ihn, weil er sich und einige Journalisten/Musikkritiker ihn maßlos überschätzten. Ein Leben lang. Dieses Schicksal teilt er sich übrigens mit anderen Personen der Geschichte, deren Bedeutung auch völlig übertrieben dargestellt wird z.B. Christoph Kolumbus, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Jackson Pollock, Joseph Beus, Henry Ford, die Gebrüder Wright, Lady Diana, Helmut Kohl - oder Buddy Rich ("Bester Drummer aller Zeiten" *hust*).

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • Nur mal so am Rande - hast du ihn denn mal persönlich kennengelernt? Oder ist die Antipathie nur über Medienberichte entstanden.

    Würde mich einfach mal interessieren, wieso du einen, für dich, Unbekannten so niedermachst.

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