Bassdrum-Mikrofon Vergleichstest 2021

  • Muss man das?

    Natürlich nicht. Es war aber mein Ziel bei dieser Runde.

    "Spezialmikros" haben halt oft den Vorteil, dass sie nicht mehr viel Nachbearbeitung brauchen. Der Sound ist schon schön vorgeformt und bei Bassdrums will heutzutage sowieso selten noch jemand bspw. den "Plöck", den man von außen mit einem SM57 oder MD421 aufnimmt.

    Für die Bassdrum ist das richtig. Aber der Vorteil dort ist der Nachteil der Spezialmikros im Allgemeinen. Mit einem D6 eine Gesangs- oder Sprachaufnahme machen? Eher nicht…

    Deshalb wollte ich Allrounder wie das RE320 oder das M88TG dabei haben und keine extremen Spezialisten.

    Für Aufnahmen sehe ich da aber ein bestimmtes Problem - zumindest war es beim Beta 52a so.

    Welches denn?

  • Hochinteressant! Meine These, man könnte die mit dem EQ angleichen nehme ich dann gleich mal wieder zurück, die Mikros klingen wirklich erstaunlich verschieden. Ich mag auch das olle Behringer, für 60 Tacken juckt es mir jetzt gehörig in den Fingern. Und nach mehrmaligem Hören finde ich das Beta52a nett, aber das RE320 hat in allen Positionen einen netten Punch, der es von den anderen abhebt. Als Allrounder wäre ich da tatsächlich auch bereit, knapp 300 Öcken für auszugeben.

    Nix da.

  • Oliver_Stein

    Verstehe.


    Meine Aufnahmen mit dem Beta 52a in verschiedenen Positionen brachten zu Tage, dass im Reso-Loch zwar ordentlich Tiefbass kommt und der Sound dementsprechend fetter, moderner und (meistens) Bandmix-freundlicher wird. Allerdings auch, dass ansonsten dann nicht viel Fleisch im Bassbereich übrig bleibt, eher nur noch ein "Plöck" deutlich darüber. In meinem Fall bei ca. 150 Hz, glaube ich.

    Live ist das nicht das Problem, weil der Mix für genau eine Anlage in einer Location gemacht wird.

    Eine Produktion sollte aber möglichst stabil, unabhängig vom Wiedergabegerät, klingen. Das geht schon bei den Aufnahmen los (und der Mix spielt dabei eine weitaus größere Rolle als das Mastering).

    Die Position im Reso-Loch kann also dazu führen, dass die Bassdrum auf Tiefbass-schwachen Lautsprechern und Kopfhörern alles andere als fett klingt, obwohl sie das auf entsprechenden Anlagen durchaus tut.

    Meiner Meinung nach ist für Aufnahmen immer eine Kombination aus zwei Mikros das beste, egal welche.


    Ich würde übrigens auch das RE320 behalten. Zum einen weil du es sowieso favorisiert, zum anderen aber auch wegen seiner speziellen Eigenschaft des unterdrückten Nahbesprechungseffekts. Das macht das Mikro ja schon fast exklusiv.

    Ist das RE20 eigentlich der Vorgänger?

  • Meine Aufnahmen mit dem Beta 52a in verschiedenen Positionen brachten zu Tage, dass im Reso-Loch zwar ordentlich Tiefbass kommt und der Sound dementsprechend fetter, moderner und (meistens) Bandmix-freundlicher wird. Allerdings auch, dass ansonsten dann nicht viel Fleisch im Bassbereich übrig bleibt, eher nur noch ein "Plöck" deutlich darüber. In meinem Fall bei ca. 150 Hz, glaube ich.

    ...

    Die Position im Reso-Loch kann also dazu führen, dass die Bassdrum auf Tiefbass-schwachen Lautsprechern und Kopfhörern alles andere als fett klingt, obwohl sie das auf entsprechenden Anlagen durchaus tut.

    Das kann ich bestätigen - ich hatte mit dem Signal vom Resoloch in einer sehr tief gestimmten Bassdrum große Probleme, diese auf allen Anlagen hörbar zu machen - genau wie Du schreibst, klang es auf Bass-starken Boxen super, auf allen anderen war die Bassdrum schlicht weg. Allerdings habe ich bei der Aufnahme auch doppelt bzw. dreifach geschlafen: zunächst war die Trommel einfach zu tief gestimmt - dann stand das Beta 52a im Resoloch und das zweite Mic (C414) ebenfalls vor dem Reso. Ergebnis war dann, dass keins der Signale die Durchsetzungskraft für den Bandmix liefern konnte... Ich habe später das Beta52 in die Trommel verlagert (relativ weit zum Batter, aber fast unten auf der Dämpfung und mit der Nase Richtung Beater - das war um Längen besser in den Mix zu bekommen.

    Das Beta52a klingt im Resoloch toll bei Aufnahmen des Drumsets alleine - bei Aufnahmen für den Bandkontext würde ich nächstes mal auch anders aufnehmen (vielleicht dann RE320 in der Trommel und Beta52a vor dem Reso).

    Ich würde übrigens auch das RE320 behalten. Zum einen weil du es sowieso favorisiert, zum anderen aber auch wegen seiner speziellen Eigenschaft des unterdrückten Nahbesprechungseffekts. Das macht das Mikro ja schon fast exklusiv.

    Ist das RE20 eigentlich der Vorgänger?

    Nach dem, was ich bisher so rauslesen konnte, ist das RE320 eine Mischung aus RE20 und RE27N/D - es soll die Kapsel des 27ers haben incl. des Neodym-Magneten, aber das Gehäuse sieht aus wie das des RE20. Dann hat es diesen passiven EQ drin statt des Hochpasses im RE20 und der Schalterorgie im 27.

    Zusammengebaut wird das ganze jetzt in China - daher kostet es nur die Hälfte des RE20 und ein drittel des RE27N/D. Letzteres habe ich ja interessanterweise schon besessen und viele Jahre nur noch für tiefes Gebläse genutzt (Bariton-Sax, Tuba). Dann habe ich es verkauft. Und jetzt kommt es in abgespeckter Form wieder ins Haus. :D Interessant ist noch, dass das RE27N/D (obwohl wirklich hochpreisig und von EV als das beste dynamische Mikrofon auf dem Markt überhaupt beworben) eine sehr ausgeprägte Gehäuseronanz hatte, die gerade bei impulsiven Klängen wie Snaredrum schon mal stören konnte. Das ist mir beim 320er bisher nicht aufgefallen.

    Das Variable-D ist beim RE320 im Vergleich zum M88TG an der Snare deutlich zu hören gewesen - während letzteres bei nahem Abstand schon anfing, boxig zu klingen, war beim 320 nichts davon zu hören. Im Netz liest man allerdings, dass das 320 im Vergleich zum RE20 und RE27N/D einen ausgeprägteren Nahbesprechungseffekt haben soll - das Variable-D also nicht ganz so gut umgesetzt ist wie bei denen. Mir egal, so wie es ist, passt es für mich :)

  • Sehr interessant, das zu den EV Mikros. ;)


    Erinner mich übrigens gerade, das D6 auch mal im Resoloch getestet zu haben. Ich glaube, dass es sich (erstaunlicherweise) dort etwas anders verhielt im Vergleich zu drinnen als das Beta 52a. Hat mir unterm Strich aber nicht so gefallen.


    Mit dem D6 in einer moderaten Position im Inneren kriegt man alleine schon einen sehr fetten Bassdrumsound hin, der zwar aufgeblasen, aber m.E. nicht so aufgeblasen und künstlich wie der von Grenzflächenmikros ist. Hab das Beta 52a nur noch vors Reso gestellt, damit es etwas runder und nicht ganz so steril klingt.

  • Ich hatte bei den Aufnahmen zum Vergleich auch noch eine Kamera mitlaufen - hättet ihr Interesse daran, solche Videos auf YT zu schauen, wenn ihr auf der Suche nach Mikrofonen wärt?


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    Was wäre euch wichtig? Die Bilder z.B. zwischen den einzelnen Film-Sequenzen - sollten die drin bleiben oder raus? Ich würde wahrscheinlich am Ende noch eine Back-To-Back Einstellung reinschneiden, wo schnell zwischen den verschiedenen Mics umgeschaltet wird (jeweils Solo - mit OH - Groove).

    Und - alles in ein Video (das wir dann aber ein Stundenwerk)? Oder sinnvoll in einzelne Videos aufteilen (z.B. Alle Mics im Reso-Loch, alle Positionen eines Mikros, alle Grenzflächen zu einem Mic-Positon)?


    Edit: ich glaube, die Groove Sequenz kürze ich ein - der ganze Ride Part kommt weg. Oder braucht man das mit Ride auch, um das Mic zu beurteilen?

  • Ich finde Klangvergleiche nur brauchbar wenn auch direkt verglichen wird.
    Ich würde alles ausser BD leicht runterfahren im Mix. Dann einfache 2-4taktige pattern spielen die sich gut loopen lassen.
    Erst jedes Mikro einzeln, dann alle zu einem Track zusammenschneiden wo zb. in jedem Takt das Mic wechselt ohne den durchgehenden Beat zu verlassen.

    don´t panic

  • Ich möchte mich hier mal einklinken. Oliver_Stein, vielen Dank für dieses Werk. Da ich sowas in der Art in einem anderen Kontext mal gemacht habe, weiß ich, welch immenser Haufen Arbeit das ist. Dazu noch das YT-Ding.. Wirklich große Klasse!

    Durch das Gesamtwerk haben, habe ich mich noch nicht in Ruhe mal durchhören können (da melde ich mich zu gegebener Zeit), allerdings möchte ich auf die Fragen deines Post #26 antworten.


    Letztlich habe ich mein E902 über Threads hier im Forum auserkoren und im Internet mir u. a. auch Vergleichsvideos angesehen, da es keine File-Sammlung dazu gab. Die YT-Videos können natürlich nur einen mäßigen Eindruck geben, ich denke aber, dass viele primär dort nach solchen Vergleichen suchen würden.

    Wenn man den Aufwand sich machen möchte, weil man bspw. zur Dokumentation sowieso die Position des Mikros fotografisch festhalten möchte, so würde eine Zweitverwertung für Slideshow + Soundfile durchaus reichen. Es bedarf wohl auch insoweit für den komfortbedürftigen Endnutzer zur Beurteilung des allersten Eindrucks und einer möglichen Sondierung weniger Arbeit und Zeit, sich einfach nur ein Video anzusehen ohne alles downzuloaden, in die DAW zu laden und durchklicken zu müssen. Gleichwohl gibt es natürlich auch jene, die die ganzen Infos möchten, die sich auch der DAW gewinnen lassen (bspw. mittels Analyzer oder die Bearbeitung des Signals mit dem EQ).


    Die Länge pro Mikro würde ich auf max. 2 Takte Setkontext begrenzen, da ich denke, dass man die beim danach folgenden Mikro noch im Gedächtnis hätte. Bei BD solo würde ein Takt für meine Begriffe reichen. Da bleibt ja nicht viel anderes, worauf man sich konzentrieren müsste. Zur Sortierung im Video würde nach meinem Gusto wohl erst die BD Solo innerhalb 1 Position, dann die Setkontextserie wählen. Marker oder Timecodes wären in jedem Falle vorteilhaft.


    Statt der HH würde ich wohl die Ride-Szene wählen, da die Transienten und der Attack des Rides weniger stark scharf und schnell sind, als die der HH. Das würde es meines Erachtens etwas mehr Platz schaffen und es so einfacher machen, die Art der Attackdarstellung des BD Mikros beurteilen zu können. (Evtl. würde sich auch anbieten, die BD einen Ticken lauter zu mischen.)


    So viel erstmal zu den Darstellungsfragen. :)

  • Danke euch Beeble und greb - das sind gute und wertvolle Hinweise. Mich nervt es auch immer, wenn bei YT noch irgendwas zwischen zu vergleichenden Klangbeispielen ist. Also werde ich die Fotos rausschmeißen und das Audiomaterial raffen und direkt hintereinander weg schneiden - das sollte bei vertretbarem Aufwand möglich sein.

    Was ich nicht machen werde, ist eine neue Mischung zu machen (Bassdrum lauter) - nicht, weil es an sich schwer wäre (ist ja nur ein Anpassen in der DAW), sondern weil ich dann alle Files neu schneiden müsste - das hat mir das eine mal gereicht... :D Was ich vielleicht anbieten werde, sind die Spuren aus der DAW als Stems (Testmikro zzgl. die drei Grenzflächen in eigene Spuren, Rest des Schlagzeugs OH, Snare und Raum zusammen als ein Stem). Wer sich das in seine DAW lädt, kann beliebig hin und herspringen und vergleichen nach Gusto. Da man Wavefiles nicht richtig mit Metadaten bestücken kann, müsste ich es allerdings nach Takes auseinandernehmen (z.B. Beta 52a Resoloch, dann Beta 52a halb drin usw.).

  • Der Vorschlag mit "BD lauter" war deshalb auch in Klammern gesetzt und zudem wäre es auch etwas verfälschend, da innerhalb eines homogenen Mixes auch nicht der Fall wäre. Insoweit alles gut! ;)

  • Hi,

    ich möchte mich auch ganz herzlich für diese "Doktorarbeit" bedanken. :thumbup:

    Bin noch nicht ganz fertig mit dem Durchhören, finde aber jetzt schon großen Gefallen an den Aufnahmen.

    Interessieren würde mich jetzt, mit welchem Rohmaterial sich am besten mixen läßt. :/

    Evtl. lade ich mal bissel was und probiere ein wenig damit rum.

    Vielen Dank nochmal, das muss ja eine wahnsinnige Arbeit gewesen sein, echt toll von dir das hier zu teilen. :)

    Lieben Gruß

    Bruzzi

    Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.

  • Bin noch nicht ganz fertig mit dem Durchhören, finde aber jetzt schon großen Gefallen an den Aufnahmen.

    Interessieren würde mich jetzt, mit welchem Rohmaterial sich am besten mixen läßt.

    Danke Bruzzi! Das mit der MIschbarkeit das Rohmaterials würde ich ja gerne mit euch teilen, aber die Playbacks, die ich verwendet hatte, sind leider Coverversionen von geschütztem Material, die ich deshalb nicht öffentlich zum Download stellen kann.


    Nach den Anregungen oben zum Prototyp eines Videos ist jetzt der erste Teil einer Serie fertig - dort werden erstmal nur die dynamischen Mikrophone im Resoloch vorgestellt und verglichen im Back-To-Back Teil.


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    Die weiteren Parts folgen so nach und nach, wenn mich nicht irgendwann die Lust am Schnippeln verlässt. Heute habe ich die Mikrofone, die ich nicht behalten werde, wieder eingetütet und für den Rückversand verpackt - ein bisschen schlechtes Gewissen dabei bleibt, obwohl ich dem Händler vorher ganz klar geschrieben hatte, dass es sich um eine Auswahlbestellung zum Testen handelt. Ein Mikro von dem Versender (das EV RE320) habe ich behalten, weil es mir gut als Kontrast zum existierenden Bestand gefallen hat. Daher BA19a hatte ich von einer anderen Quelle bezogen - das bleibt auch.

  • Ich trau mich fast gar nicht zu fragen, und hör vielleicht auch die Flöhe Husten.

    Will aber doch mal zur Sicherheit nachfragen, also Bitte nett falsch verstehen.

    Ist mir auf der PC abhöre schon Aufgefallen bisher auch nur ohne Kopfhörer gehört.


    Die Bilder das Video dazu kam ja erst später.

    Ich sehe zwar das für die Kabel Führung übers/am Reso, der Einführung mit Flies o. ä. unterfüttert wurden,

    aber die Bewegen sich doch teilweise ganz schön "rhytmisch" mit. Schlagen die sogar evtl. teilweise ans Reso.


    Und geh ich richtig in der annahme das bei den Aufnahmen immer alle drei, Grenzflächen gleichzeitig in der Trommel verweilten.

    Gut annähernd gleiche Bedingungen für Alle, aber die Kabellage und auch das "Mitwippen", scheint doch auch teils unterschiedlich.

    Drei so Kabel da kommt doch auch ganz schön Was zusammen.


    Selbst vielleicht irgend etwas, seltsames aufgefallen im eventuellen Zusammenhang damit?

    ich höre immer du musst, du brauchst.....ist "modern", "out", "in", "trendy" und so....
    ich mach`s wie`s mir passt, schei.. auf die Säue, die laufend sinnbefreit durch
    die Dörfer getrieben werden.



  • Du hörst die Flöhe husten! :D

    Drei Kabel über die Kante des Resolochs sind natürlich nicht ideal, aber durch die Fleece-Auflage waren sie schon beweglich gelagert. Mir ist nicht aufgefallen, dass irgendwo Geräusche der Kabel auf einer Aufnahme zu hören wären - ich halte das auch für sehr unwahrscheinlich, denn die Pegelverhältnisse sind "sehr laut" zu "sehr leise, wenn überhaupt da".

    Du hast mit Deiner Annahme recht, dass die drei Grenzflächen immer bei allen Takes in der Trommel waren und immer mitliefen bzw. aufgezeichnet wurden.


    Der zweite Teil ist übrigens gerade fertig geworden:


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  • Etwas late to the party, aber ich habe mich in der DAW und Studioabhöre durch die Files gehört.


    Dynamische BD Mikros:

    • Für mich kämen, müsste ich noch suchen, von den klassischen BD-Mikros aus deiner Mikrofonauswahl das Beta 52a und das RE320 in Frage. Das Beta 52a klingt moderner, das RE320 konservativer, sodass die Auswahl letztlich eine Frage des gewünschten Sounds und des Kontextes wäre.
    • Das TG D70 konnte mich als Solo-Mikro überhaupt nicht überzeugen. Für 215 Euro Ladenpreis liefert mir das einfach kein besseres oder gefälligeres Ergebnis, wenn ich das mit dem um 46 Euro günstigeren Shure vergleiche. Anders hingegen das RE320, dessen überschaubaren Aufpreis sich dann auch in einem sehr breit funktionalen Einsatzbereich bezahlt machen würde.


    Grenzflächen:

    • Bei den Grenzflächen hat mich tatsächlich das BA19a wirklich überrascht. Für grade mal ca. 60 Euro ist das wirklich beachtlich. Meine Wahl fiele/fällt für die Bassdrum dennoch auf das Shure Beta 91A, da das klanglich erheblich kompakter daherkommt. (Das BA19a bleibt für mich dennoch interessant für die Mikrofonierung eines Klaviers.)
    • Den Kandidat von Beyerdynamic kannte ich schon von einem Test vor längerer Zeit, denn ein Kollege hat vor ein paar Jahren das Teil mal testweise geordert. Damals wie heute gefällt mir das Ding überhaupt nicht. (Es wurde für den Kollegen dann ein komplett neues Setup mit Beta 52a). Es mag aber sein, dass das für die anderen Anwendungen daher besser funktionieren könnte.


    Kombinationen:

    • In den Kombinationen überzeugte mich des MT88 + Beta 91A bzw. RE320 + Beta 91A, da sie kurz und kontrolliert sind, dennoch ausreichend Bass haben. Dennoch beindruckend im Lowend war dafür die Kombination MT88 + BA19a, wenn gleich man da im Mix schon mit bedacht arbeiten muss. Es wäre aber indes auch eine Stilfrage, welche Richtung man denn haben möchte.
    • Das Beta 52a + Grenzfläche wäre mir wohl etwas zu viel.
    • Das M201TG gefiel mir in den Kombinationen mit Grenzflächen nicht. Ich empfinde es als etwas zu hart.

    4 Mal editiert, zuletzt von greb ()

  • (Das BA19a bleibt für mich dennoch interessant für die Mikrofonierung eines Klaviers.)

    Hierbei müsste man dann das Rauschverhalten nochmal anschauen. Das BA19a rauscht signifikant mehr als das Beta91a oder das TGD71.

    In den Kombinationen überzeugte mich des MT88 + Beta 91A bzw. RE320 + Beta 91A, da sie kurz und kontrolliert sind, dennoch ausreichend Bass haben. Dennoch beindruckend im Lowend war dafür die Kombination MT88 + BA19a, wenn gleich man da im Mix schon mit bedacht arbeiten muss

    Würdest Du mir verraten, welche Positionen der dynamischen Dir am besten gefielen?

    Das Beta 52a + Grenzfläche wäre mir wohl etwas zu viel.

    Das Beta52 schiebt schon ziemlich bloß untenrum, das stimmt. Ich werde für mich jetzt nochmal das RE320 innen mit dem Beta52 vor dem Reso testen. Das RE320 ist am Ende wegen seiner Vielseitigkeit geblieben von der Auswahl.

    Das M201TG gefiel mir in den Kombinationen mit Grenzflächen nicht. Ich empfinde es als etwas zu hart.

    Das M201TG wäre für mich auch nur ein absoluter Notnagel in der BD. Ich wollte eigentlich auch nur mal den Vergleich mit dem M88TG haben. Ich hatte mal gedacht, die Kapseln wären mehr oder weniger identisch (so wie beim SM57 u. 58) - dem scheint aber nicht so zu sein. Beide Mikrofone strauchelten mit dem Schalldruck im Resoloch, trotz großem Windschutz beim M88. Ich bin mir nicht sicher, ob das MIC dort auf Dauer überleben würde…


    Danke Greb für Deine detaillierte Auseinandersetzung mit den Files!

  • So detailliert war das mit Hinblick auf die wirklich umfassende Soundsammlung nicht. ;)


    Bei den dynamischen Mikros beschränke ich mich mal auf das Beta 52A und RE320.


    Ich habe mir erlaubt, eine Analyzer-Übersicht der beiden zu erstellen.


    Das subjektive Empfinden wäre wie folgt:


    Beim Beta 52A wäre es die Reihenfolge: Reso, Außen, 2/3, Mitte, Nah

    • Resoloch: Das ist wohl das, was man mit einem BD Sound am ehesten verbindet. Sehr modern, allerdings auch problembehaftet*
    • Außen: Aufgrund des Bassanteils ist das hervorragend, um es mit einem zweiten Mikro zu verknüpfen, dass sich um den Anschlag kümmert.
    • 2/3: Das erinnert klanglich in etwa dem Versuch, mit nur einem Mikro eine Mikrofonierung aus 2 für "Außen + Anschlag" zu erhalten.
    • Mitte: Meines Erachtens ist das inkonstant. Bspw. klingt der erste, siebte und achte Schlag anders als bspw. der zweite und dritte Schlag.
    • Nah: Es ist ähnlich wie "Mitte", hat aber zudem auch etwas mehr Resonanzen.


    Beim RE320 sieht es wiederum völlig anders aus und zudem exakt gegensätzlich:

    • Nah: Etwas mehr Bass, dennoch sehr konservativ. Find ich sehr toll!
    • Mitte: Ebenfalls konservativ. Vielleicht tendenziell etwas patschig und schmatzend, dafür aber kompakt.
    • 2/3: Recht resonant, allerdings sehr knochig.
    • Außen: Äußerst weich, was vielleicht für eine schöne Jazz-BD sehr passend wäre, hier aber mir zu schwammig ist.
    • Resoloch: Omnipräsent und indifferent.

    Mich erinnert der Vergleich von Beta 52A und RE320 etwas an meine Erfahrungen mit E902 und dem Vintageklassiker AKG D12.

    Mtrees Feststellung zur Problematik mit 52A und tiefen gestimmten BDs würde ich aus meiner Beobachtung zum E902 auch so unterschreiben.

    Ich war anfangs wirklich sehr begeistert vom E902, jedoch milderte sich das , als ich die Gelegenheit zum D12 hatte und ein Subkick recht mittig vor die BD platzierte, habe ich dann den Haken manchen können.


    Von deiner Auswahl hätte ich das RE320 behalten (und das Beta91A - weniger wegen dem Zusammenspiel als Mehrheitlich der Optionen wegen.)



    Bzgl. zum M88TG und anderen empfindlichen Mikrofonen, wie bspw. Bändchen oder Vintagekram: Es hilft enorm, wenn man die Membran nicht direkt auf die Schallquelle sondern etwas abgewinkelt ausrichtet, bspw. wie hier. Auch habe ich zusätzlich vor manchem Vintagemikrofon und Bändchen in solchen Anwendungsfällen zwei Popfilter hintereinander, um möglichst die Membran nicht zu überstrapazieren - grade und insbesondere vor Resolöchern.

    10 Mal editiert, zuletzt von greb ()

  • Ein weiteres Video ist fertig:


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  • sehr schön gemacht, so kann man schön vergleichen.


    Meinen eindeutigen Gewinner kann man nicht überhören.
    Ich finde das 52A als Solomikrofon ganz hervorragend. Je nach Größe auch im Resoloch.
    Das D70 wäre meine 2. Wahl, vielleicht noch mit einer zusätzlichen Grenzfläche für mehr low end.
    Mit den Beyer kann ich nix anfangen.

    don´t panic

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