Phantomspeisung für den Bassverstärker gibt Stromschläge für den Sänger

  • Ich habe schon Leisten brennen sehen

    =O =O

    ich hab im proberaum auch zwei 6er-Steckerleisten hintereinander, aber in der zweiten stecken dann nur so Sachen wie Ventilator, Netzteil für KH-Verstärker, usw. drin, also kein Amp oder Heizlüfter. Aber du sagtest ja auch, dass das nix mit der Leistung zu tun hat? Also is egal, ob ich da einen Eisschrank oder ein Handyladegerät reinsteck? Daheim hab ich auch beim Schreibtisch so eine "Serienschaltung" von 2 steckerleisten hintereinander, da wurde mir aber versichert, dass das bei den Dingern, die ich da reinsteck (Bildschirm, Lautsprecher, Laptop) nix macht ?(

    Natürlich betreibe ich weder die daheim noch die im Proberaum unbeaufsichtigt. Trotzdem wärs blöd, wenn da was brennt. Was die Steckerleisten gekostet haben, weiß ich nimma, aber sicher nicht unter 3€, eher so um die 10€

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  • Daheim hab ich auch beim Schreibtisch so eine "Serienschaltung" von 2 steckerleisten hintereinander, da wurde mir aber versichert, dass das bei den Dingern, die ich da reinsteck (Bildschirm, Lautsprecher, Laptop) nix macht ?(

    Wie Beeble ja schon dargestellt hat, besteht Gefahr nur, wenn viel Strom durch einen geringen Leitungsquerschnitt fließen muss. Da entsteht tatsächlich Reibung und im ungünstigsten Fall eben zu viel Wärme. Bei Kleinverbrauchern mit Leistungsaufnahmen im zweistelligen bis unteren dreistelligen Bereich fließt nicht viel Strom - da wird höchstwahrscheinlich auch mit billigsten Leisten nichts passieren.

    Wenn man aus mehreren Leisten eine Multi-Verteilung baut, zählt natürlich die Summe der Leistung/Stromaufnahme aller dort angeschlossenen Geräte.


    Was ich immer wieder feststelle, ist, dass viele Menschen, die "elektrische Laien" sind, überhaupt nicht (also wirklich gar nicht) einschätzen können, ob das Gerät, was sie gerade betreiben, eine hohe oder verschwindend geringe Stromaufnahme hat. Ein Blick auf das Typenschild der Geräte und ein bisschen "Übung" im Einordnen, was Watt eigentlich bedeutet, würde helfen.

    Fragen und Beiträge zu E-Drums können zu heftigen Reaktionen und Nebenwirkungen führen.

  • Da spielen verschiedene Sachen eine Rolle: Bei weitem nicht alle Steckdosenleisten, auf denen „3500W“ drauf steht, haben einen ausreichenden Kabelquerschnitt. Auf dem Kabel sollte irgendwas mit 3x1,5qmm stehen. Alles darunter ist weder sinnvoll noch im Normalfall erlaubt. Aber fast alles, was man bei Amazon etc. kaufen kann, hat einen lächerlichen Querschnitt, aber eine „3500W“ Einprägung. Aus einer einzelnen Steckdosen dauerhaft mehr als 10A zu entnehmen (also 2300W), führt ziemlich sicher mittelfristig zu Asche.

    Der Grund, warum hintereinanderschalten eigentlich nicht erlaubt ist, ist ein anderer. Damit die Sicherheitseinrichtungen korrekt funktionieren, ist es notwendig, dass die Widerstände von L und PE so gering sind, dass im Kurzschlussfall genug Strom fließt. Der Elektriker misst, wenn er eine Steckdose installiert, die Schleifenimpedanz und damit, ob im Fehlerfall die Abschaltbedingung erfüllt ist. Wenn da ein normgerechtes Gerät und ein einzelner Mehrfachstecker dazwischen dranhängen (Schutzleiterwiderstand <300mOhm), dann funktioniert das. Wenn da aber eine Girlande an Mehrfachstecker, Kabeltrommeln, Verlängerungskabeln etc. dazwischen ist, addieren sich die Widerstände, vor allem auch die Übergangswiderstände von nicht mehr taufrischen Steckern. Dann fließt im Fehlerfall genug Strom, um allerlei Unheil zu verursachen, aber die Schutzmechanismen lösen nicht aus.

    Man kann sich da behelfen, indem man so tut, als sei das Ganze eine Installation und an der letzen Steckdose noch mal mißt. Das mache ich oft z.B. am FOH, weil da viele Meter Kabel dazwischen sind.

    Ich habe mal nachgemessen, wie sich das verhält mit den verbreiteten Powercon Durchschleifungen an Scheinwerfern etc.: Nach 7-10 Geräten in einer Kette war üblicherweise Schluss mit akzeptablen Messwerten.

  • Hallo,


    als Elektriker habe ich jahrelang Elektroanlagen und Geräte geprüft. Und zusätzlich habe ich mich auf Sonderfälle spezialisiert, wie z.b. Kunde bekommt Stromschlag zwischen E-Herd und Spüle oder sehr kurios aber wahr, das Licht funktionierte nur, wenn man den Warmwasserhahn aufgedreht hat.


    Es gibt also nichts was es nicht gibt. Entweder ist die Installation im Haus schon total abgerockt oder die verwendeten Endgeräte, wie z.b. 3-fach Stecker sind schrott. Solche Fehler zu finden kann teilweise sehr aufwändig werden. Dafür gibt es spezielle Meßgeräte, die aber sehr teuer sind, so ab 1300€ aufwärts.


    Für einen Proberaum würde ich im optimalen Fall drei Stromkreise, die über einen separaten FI-Schutzschalter (RCD-Schalter) abgesichert sind, empfehlen. Am besten gleich mit Unterverteilung im Raum, so das man im Gefahrenfall schnell abschalten kann.

    Und Steckdosen an der Wand in zweifach Ausführung (Doppelsteckdose) wo dann jeweils ein Mehrfachstecker angeschlossen wird, am besten auch noch separat an der Leiste schaltbar. Mit Produkten von der Fa. Brennenstuhl habe ich gute Erfahrungen gemacht. Haben natürlich ihren Preis. Aber das sollte einem Sicherheit wert sein.


    Es gibt beim Strom zwei Extreme die passieren können. Entweder kriegt jemand einen elektrischen Schlag und stirbt oder die Hütte (in diesem Fall der Proberaum mit kompletten Inhalt) brennt ab. Und ich denke, das die wenigsten eine Versicherung für Proberäume haben.


    Zur Eingangsfrage des TE habe ich noch einen Thread gefunden, der eine ähnliche Situation beschreibt. → https://de.sci.ing.elektrotech…chlag-durch-e-gitarre-wie


    Ich denke, man sollte sich den Bassverstärker noch mal genauer an sehen. Besonders die Verschalltung der XLR-Buchse. Vielleicht gibt es so eine Art Zwischenstecker, für XLR, der keine Phantomspannung durchlässt. So etwas müsste dann zwischen Mischpult und Bassverstärker geschaltet werden.

  • Da bin ich froh, dass in dem neuen Proberaum, den mein Bruder und ich ab Oktober haben, gerade die Elektroinstallation neu gemacht wird. Der Drummer der Nachbarband ist Elektriker und macht das im Auftrag des Vermieters ordentlich auf Rechnung neu. Da mein Bruder besagten trommelnden Elektriker auch privat kennt, haben wir das abgeklärt, dass das ganze auch entsprechend abgesichert wird, damit wir im Winter im Ernstfall auch zwei 2kW-Heizlüfter parallel betreiben können, wenn wir die Bude mal für 2-3 Stunden bei -10 Grad Außentemperatur aufheizen müssen.


    Das ist quasi das einzige große Manko an dem neuen Raum, der hat keine Heizung, weswegen wir uns da eben so behelfen müssen. Und auf so Sachen wie Heizpilze oder Heizstrahler, die mit Gas betrieben werden, habe ich in einem geschlossenen Proberaum definitiv keine Lust mehr, das hatte ich vor langer Zeit mit einer anderen Band schon durch... Da ist mir eine Elektroheizung tausendmal lieber.


    Das Gute ist aber auch, dass unser Raum einen eigenen Stromzähler bekommt, den wir dann auch selbst auf unseren Namen beim Versorger anmelden. Gibt also nachher keinen Stress bei der Abrechnung und wir zahlen nur das, was wir auch wirklich selbst verbrauchen (+ Grundpreis natürlich). So haben wir die Nebenkosten (neben dem Strom gibt es sonst keine) quasi live im Blick.

  • Vielleicht sollte man die Diskussion um die Einrichtung eines Proberaumes von diesem Thread abkoppeln. Wird mMn. sonst unübersichtlich.


    Zum Proberaum:

    Statt nur Heizlüfter würde ich lieber eine Kombination mit Ölradiatoren empfehlen. Der Radiator übernimmt die Grundlast, (Verhindern, das die Temperatur unter 5°C absinkt, der Heizlüfter macht den Rest).


    Nicht zu unterschätzen ist die Luftfeuchtigkeit im Raum. Es gibt einfache Messgeräte aus dem Baumarkt, so etwas würde ich irgendwo aufhängen. Kombi ais Temperatur und Feuchtigkeit in %


    Lüftung ist auch so ein Thema wegen Lärm und so. Aber auch da gibt es Möglichkeiten. Führt hier jetzt aber zu weit. Stichwort Taupunktlüftung mit Arduino und Schalldämpfer.

  • Hallo,

    die oberen Kommentare kann ich nur bestätigen.

    Proberäume sind bekanntlich ein elektronisches Moloch. Und da wird dann auch nicht die beste Peripherie dazu gekauft, eher das, was zu Hause aussortiert wird.

    Oder billichzeuch vom t€di..

    die das CE-Zertifikat bekommen haben

    Das Frage ich mich auch oft. Schätze, die machen das Zeichen einfach drauf. Ist ja "nur" eine Selbstverpflichtung.


    Das Verbot von hintereinander stecken ist keine Empfehlung, sondern eine Vorgabe. Gerade solche Vorfälle wie "plötzliche Stromschläge" klingen irgendwie nach schlechter Erdung, was auch durch viele Stecker hintereinander sein kann.

    Und ja, die Begründung ist weniger die Last sondern vielmehr die Erhöhung der Übergangswiderstände.

    Bitte, bitte, bitte nehmt das alle ernst.

    wenn der Widerstand zu hoch ist, fließt trotzdem genug Strom, der verdammt weh tut, die Schutzeinrichtung löst aber nicht aus.

    Und die "Sicherung" sichert NUR die Leitung, deshalb Leitungsschutzschalter. Und die macht 16, 18 oder teilweise 20A lange mit, während der Mehrfachstecker da schon lange schmurgelt.

    Auf dem Boden bleiben, sein Leben genießen und trotzdem ordentlich musizieren, dass die Ohren summen.


    Ich 

  • Auf dem Kabel sollte irgendwas mit 3x1,5qmm stehen. Alles darunter ist weder sinnvoll noch im Normalfall erlaubt.

    Jein. Da Verlängerungskabel frei im Raum liegen ist die Wärmeabfuhr besser und ein 1 mm² dürfte mit 15 A belastet werden. Bei kurzen Kabeln geht auch mehr da letztendlich der Spannungsabfall zählt der bis zur Verwendungsstelle abfällt. Bei Verlegten Kabeln in Wänden/Rohren sind die Grenzen enger, das sind meist die Werte die man kennt.

    Aber generell ist es natürlich sinnvoll darauf zu achten dass man 1,5 mm² hat und sich damit keine weiteren Gedanken machen muss.


    Ich denke, man sollte sich den Bassverstärker noch mal genauer an sehen. Besonders die Verschalltung der XLR-Buchse. Vielleicht gibt es so eine Art Zwischenstecker, für XLR, der keine Phantomspannung durchlässt. So etwas müsste dann zwischen Mischpult und Bassverstärker geschaltet werden.

    Genau, im Zweifel eine DI-Box dazwischen stecken.


    martinelli schreib doch mal den genauen Typ vom Bassverstärker und mit welchen Kabeln ihr den angeschlossen habt.

    Ich hätte auch so gern ein Hobby...

    Einmal editiert, zuletzt von 00Schneider ()

  • Ich denke, das Problem hängt mit den symmetrischen bzw. asymmetrischer Beschalltung der Eingänge von Bassverstärker und Mischpult zusammen.


    Die Idee mit der DI-Box ist gut, weil sie für solche Anwendungsfällen konstruiert wird.

    Info → https://de.wikipedia.org/wiki/DI-Box oder Info von Thomann → https://www.thomann.de/de/onli…echnische_grundlagen.html


    Edit: Stichwort galvanische Trennung. Das geht auch mit Optokopplern und LWL-Kabeln.

    Einmal editiert, zuletzt von Dr_Schmoker () aus folgendem Grund: Optokoppler hinzugefügt

  • martinelli schreib doch mal den genauen Typ vom Bassverstärker und mit welchen Kabeln ihr den angeschlossen habt.

    Sorry, hat gedauert. Also:


    Der Bassverstärker ist ein Ampeg SVT 7 Pro; Proberaum-Mischpult ist das Zoom LiveTrak L20.

    Ein neues XLR-Kabel (Standard symmetrisches Mikrofonkabel) ist am 'Direct out' angeschlossen. Da nehmen sich die Veranstaltungstechniker normalerweise auch unser Bass-Signal her. Ob die eine Stage-Box dazwischen machen oder sonst was, kann ich nicht sagen.

    Der Bass ist ein Fender Jazz-Bass, also passiv und Effekte sind keine im Spiel.


    Wie gesagt: Irrtümliches Einschalten der Phantomspeisung auf dem entsprechenden Kanal (nicht aber auf den Gesangsmikros) gab ca. 50V Spannung am Mikrofonkorb des Sängers (der auch E-Gitarre spielt). Nach Ausschalten der Phantomspeisung auf dem Bassverstärker war die Spannung vom MIkrofonkorb wieder verschwunden.


    M.

  • Habt ihr den Ground Lift aktiviert, ändert sich etwas wenn man den zu/abschaltet?


    Also laut Schaltplan ist der Direct Out elektronisch symmetriert, also kein Überträger wodurch es galvanisch isoliert sein könnte.

    Leider bin ich schaltungstechnisch nicht so fit um zu sagen ob sich die Spannung am Ausgang auf die ganze Schaltung auswirkt. Außerdem weiß man nicht welche Bauteile tatsächlich bestückt sind.


    Mikros sind auch alle mit XLR Kabel angeschlossen vermutlich. Wenn ihr das genauer einschränken wollt könntet ihr alles abstecken und nur die Verbindungen dran gelassen die zum Fehler führen.


    Mit was messt ihr die Spannung, Multimeter?

    Ich hätte auch so gern ein Hobby...

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