Zu welchem Instrument soll ich das Fill-In bauen? (Pixies - Where is my Mind)

  • Hy,

    Ich übe aktuell einen neuen Song, von Pixies (Where is my Mind), die Strophen habe ich fertig geschrieben und bekomme ich auch gespielt. Nun habe ich ja durch den Lady in Black Song von euch gelernt nicht nur auf der Bassline zu spielen, sondern auch andere Instrumente einzubeziehen, beispielsweise im Refrain.


    So nun stehe ich vor dem ersten Fill-In der nur über einen Takt geht, es handelt sich um Takt 24.


    Dort gibt es folgende Instrumente


    - rechte Gitarre

    - linke Gitarre

    - E-Bass

    - akustische Gitarre

    - Vocal-Line


    - Welche Rhythmik würdest du jetzt verwenden & wieso? 🙂


    Manche von den Instrumenten spielen einen anderen Rhythmus (E-Bass & akustische Gitarre sind unterschiedlich), ich möchte gerne verstehen, wie ich jetzt vorgehen kann, herauszufinden welchen Rhytmus ich jetzt spiele, Fill-In baue ich selber, die frage ist zu welchen Instrument? 😀


    (Es kommt noch ein weiterer Fill-In der länger ist, aber erstmal geht es um den einen).


  • Ich kann zwar mit diesen Tabs nichts anfangen, aber wer hat denn behauptet, dass ein Drum Fill irgendeinem Instrument folgen muss? Ebenso wenig gibt es eine Verpflichtung, Fills ganztaktig zu spielen. Im Gegenteil, oft sind kurze, prägnante Fills wirkungsvoller. Mir reicht oft ein halber Takt, oder sogar nur eine abweichende Orchestrierung auf die "4". (z.B. Flam auf der Snare, Floortom anstelle der Snare, whatever)

    Leider kann ich im Moment nicht in die Nummer reinhören, vielleicht wäre mir dann klarer, worum es dir geht.


    Ich denke, wenn die Rede davon ist, einem bestimmten Instrument zu folgen, bezieht sich das häufig auf den Groove, weniger auf Fills. Aber wichtiger als zu folgen ist es, nicht durch unachtsames "dagegen spielen" den Groove zu zerstören. Ein straightes Viertel-Feel kann man aber beispielsweise immer unter synkopierte Riffs spielen, denn zumindest bei tanzbarer Musik sind es ja genau die Viertel, auf die das Publikum tanzt oder wippt.


    Aber mal ne vielleicht doofe Frage, weshalb spielst du die Nummer nicht einfach nach wie im Original? Wenn erfahrene Profi-Drummer nen Drum Fill auf den Punkt nageln, wird deine "Kreativlösung" aller Wahrscheinlichkeit nach nicht halb so wirkungsvoll sein. Mein Weg war eigentlich immer, zunächst zu verstehen, was andere, bessere Drummer machen. Sonst klingt es schnell wie "gewollt, aber nicht gekonnt".

  • Moin,


    ich kann mich erinnern, dass wir den Song auch schon ein paar Mal aufgeführt haben, von daher: sehr spannender Thread für mich!


    Da ich noch neu hier bin und Dein Niveau nicht kenne, weiß ich nicht, ob meine Ausführungen hilfreich für Dich sein können, aber ich versuchs trotzdem mal.


    Wenn ich mich nicht verzählt habe, dann meinst Du die Stelle im Song, nachdem das Schlagzeug zum ersten Mal die kurze Pause einlegt?


    Ich finde, dass man ziemlich gut raushören kann, was die da (ungefähr) spielen.

    Zur „Hinführung“ zu dem Fill ist es aus meiner Sicht sogar so, wie von Trommla beschrieben: da eignen sich (u.a.) super Flams auf der 2 und 4.


    Bei Takt 24 (?), also wieder beim Einsetzen, habe ich (fast) den normalen Takt (einen weiteren Snareschlag zwischen „2 und“ und „3“ sowie zwi. „3“ und „3 und“ gespielt und dann auf der 4 die ersten 3 16tel auf der Snare gekloppt. Ersteres kannste übrigens für die ersten beiden Takte nach der Pause für das längere Fill genauso machen, plus einen weiteren Snareschlag nach der „4und“.)


    (Ich hoffe, wir reden über dieselbe Stelle. Später dann bei der Lücke wird es etwas komplexer.

    Ich sollte noch dazusagen, dass ich selbst nicht der „Erfahrenste“ bin. Spiele seit ca. 10 Jahren und eigne mir Songs, die wir aufführen wollen i.d.R. größtenteils durch Anhören und Auswendiglernen an. Mit Noten und Taktzählen habe ich es nicht so. Damit Du in etwa den Wert meiner obigen Ausführungen einschätzen kannst!)


    Ich werd den Thread hier auf jedenfall interessiert verfolgen. Achja, was für den Song unheimlich hilfreich war, ist, die 2 und die 4 gaaaaanz weit „hinter“ der Zählzeit zu spielen. (Kenne kaum „verschlepptere“ Songs.)


    Ein paar hilfreiche wie einfache Highhatfiguren hatte ich noch im Grundtakt, aber da ich nicht weiß, ob Dir meine Sachen nützen oder Du mich eher auslachst, weil Du auf nem ganz anderen Niveau unterwegs bist, höre ich jetzt erstmal auf!

  • Aber mal ne vielleicht doofe Frage, weshalb spielst du die Nummer nicht einfach nach wie im Original? Wenn erfahrene Profi-Drummer nen Drum Fill auf den Punkt nageln, wird deine "Kreativlösung" aller Wahrscheinlichkeit nach nicht halb so wirkungsvoll sein. Mein Weg war eigentlich immer, zunächst zu verstehen, was andere, bessere Drummer machen. Sonst klingt es schnell wie "gewollt, aber nicht gekonnt".

    Weil ich nicht nur nachspielen will, sondern meinen eigenen Stil entwickeln möchte. Und der Profi, hat sich sicherlich was bei seinem Fill-In gedacht, ich möchte die Herangehensweise verstehen & in der Zukunft immer bessere Fill-Ins bauen und meine eigenen Fill-Ins entwickeln.

  • 3 Takte sinds, nicht 2..habe ich oben einmal falsch geschrieben.


    Aber ich seh schon: wenn Du was Eigenes entwickeln willst, sind meine Hinweise vermutlich eher unrelevant und sowieso banal für Dich, in dem Fall sorry! Ich geh dann wieder in den Mitlesermodus und bin gespannt, wie Du es umsetzt!

  • 3 Takte sinds, nicht 2..habe ich oben einmal falsch geschrieben.


    Aber ich seh schon: wenn Du was Eigenes entwickeln willst, sind meine Hinweise vermutlich eher unrelevant und sowieso banal für Dich, in dem Fall sorry! Ich geh dann wieder in den Mitlesermodus und bin gespannt, wie Du es umsetzt!

    Du hast davor geschrieben das du ein paar Hihat-Varianten in den Strophen eingebaut hast, dass habe ich auch (der letzte Takt (nur Crash und Bass auf der 1. ist der 23. Takt, dann soll ein Fill-In kommen und dann geht es wieder von vorne los 🙂

  • Das wars eigentlich schon. (Das was Du, wenn ich es richtig lese - wie gesagt, bin kein Notenexperte - als Ghostnotes scheinbar spielst nur auf der Highhat. Ist aber vermutlich recht egal…Also ich hab die Highhat auf Achtel durchlaufen lassen, aber die 16tel noch mitgespielt, die bei Dir auch markiert sind. Immer am Ende eines Systems glaub ich noch nen offenen HH Schlag auf der „4und“)


    Okay, dann haben wir über dieselbe Stelle gesprochen.


    In Takt 21/22 kannst wie gesagt gut Flams auf der Snare spielen bei jeder 2 und 4. Was ich am Ende noch gemacht hab: die letzte Basedrum eine 16. nach hinten verschoben, also nicht auf „3/3 und“, sondern auf 3 und dann zwischen „3und“ und 4 und dann auf der „4und“ nochmal eine.


    Nun ein „Fill“ zu kreiieren, dabei kann ich nicht wirklich helfen. Wie gesagt: ich habs so gemacht, wie oben beschrieben mit dem einen Takt (24). Das dürfte zumindest nah am Original sein.

  • Also wenn ich das richtig verstehe, sieht man bei den Tabs die Rhythmik... also z.B. Takt 24: 1+ 2+e 3e+ 4+ (Gitarre links)

    So auch bei den anderen Instrumenten.


    Also wenn du Fills testen willst, dann probiere doch einfach während du den Song spielst verschiedene aus- dann kannst du direkt hören, was dir gefällt und was nicht.

    Sinn macht dazu auch sicher eine Aufnahme, die du dann nochmal "von aussen" anhören kannst.


    Also wenn ich andere Fills spielen will (oder muss, weil mir das Original zu schwierig/ schnell ist), dann probiere ich einfach ein bisschen rum und lass mich spontan überraschen von dem was so kommt und schaue dann ob es mir gefällt oder nicht.

    Schlagzeug in der Rockmusik? ...ist doch nur verwirrend, nervig und bringt die anderen Bandmitglieder völlig aus dem Konzept 8o


    "Üb' erstmal langsam. Ungenau wird es von alleine." [Zitat Jiu Jitsu Trainer]


    "Schlagzeug spielen ist doch ganz einfach. Man muss einfach nur drauf hauen." :pinch:

  • Ich finde deine Herangehensweise seltsam und nicht zielführend, wenn dein Ziel sein soll deinen eigenen Style zu entwickeln.
    Musik ist mehr als Technik und die Aneinanderreihung von Noten.


    Ebenso kannst du Van Gogh, Kandinsky und Dali kopieren und doch nicht verstehen was sie wie warum gemacht und gedacht haben.
    Das ist dann Malen nach Zahlen.

    Genauso verhält es sich bei dem was du treibst.


    Auch denke ich das du noch nicht soweit bist frei zu interpretieren.
    Warum reicht dir das nachspielen nicht?
    Wenn du dich in viele Songs und Genres reinspielst wird das deinen Horizont erweitern und du wirst besser und nicht so verkopft, sondern mit mehr Gefühl spielen.

    Auch eine gute Übung ist zu drumless Tracks zu spielen, deren Original du nicht kennst, bzw wo es gar keine Drums gibt.

    Da kannst du dich ausprobieren und hinhören.

    Das bringt dir mehr als bekannte Cover nachzuspielen und sie auch noch verändern zu wollen, ohne zu wissen wie.

    Hast du einen Lehrer? Dann frag den mal um Rat.

  • Ich hatte den Song das erste mal gehört, als ich den Film "Fight Club" zum ersten Mal gesehen hatte. Zusammen mit dem Song eins der besten Film-Endings überhaupt, find ich.


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    Mein Tipp: Schau dir den Film an. Dann spiel zum Song dazu und lass' laufen. Am besten mit Aufnahme - dann kannst du danach Noten dazu aufschreiben.


    Abgesehen davon würde ich mir erstmal die Originaldrums drauf schaffen. Das schadet nicht. Im Gegenteil.

  • Weil ich nicht nur nachspielen will, sondern meinen eigenen Stil entwickeln möchte.

    Passiert das nicht von ganz alleine? Die großartigen Drummer sind nicht eines morgens aufgestanden mit dem Vorsatz, was eigenes zu erschaffen, sondern sie haben viele Jahre lang die Meister vor ihnen studiert. Ich kenne dich nicht, die o.g. Aussage kenne ich jedoch schon seit Jahrzehnten. Mag Zufall sein, aber sie kam häufig aus dem Mund derer, die am wenigsten Gespür für die Musik hatten und sich musikalisch am wenigsten entwickelten.

  • Ich finde es persönlich interessant wie heute Songs bis auf das kleinste Detail (ob nun Cover mit eigenem Stil oder eigenen Songs) auseinandergenommen werden und der einen Fill jetzt irgendwie perfekt passen muss und genau an diese Stelle gehört. Was ist denn einfach mal mit Gefühl? Ich hab da irgendwie den Anschluss verloren und denke immer nur - hier geht es um Musik - fühl es doch einfach und ja das braucht Zeit bis man Technik und Gefühl unter einen Hut bringt und dieser Lernprozess endet doch nie.


    Ist nur meine Sicht. Ich habe das nie gebraucht und kann theoretisch nach Noten spielen. Aber das macht doch mehr Sinn, sollte man 1 zu 1 covern bzw. irgendwie aushelfen. Takt 24....Die eins ist unser Freund 8o

  • Deine Vorgehensweise zum "eigenen Stil" erinnert mich sehr stark an einen Menschen, dem ich mal (als ich vor ca. 10 Jahren noch in einer Samba-Gruppe war) beibringen durfte/sollte/musste, Caixa zu spielen.

    Der Wille war sicherlich da. Heute läuft er mit seiner HighEnd-Digitalkamera ständig auf sog. "Lost Places" herum.

  • Unabhängig von einem Song

    somit womöglich slightly out of topic:


    Best gehütetes Geheimnis:

    Diverse bis massig geschmackvolle Fills folgen dem Gesang, genauer der rhythmischen Gesangsphrasierung "in gewissen Momenten", oder den Adlips oder lauern in manchen Fällen genau auf Lücken des Gesanges zum "einparken". Natürlich existiert auch der umgekehrte Weg, dass an diversen Stellen schöner Songs die Gesangsphrasieerung den Drums bzw. einem Drumfill folgt.


    Es gibt unendlich viele (und andere) Ansätze mehr. Nur da hier nach Instrumenten gefragt wurde, mußte geradezu ;) einer der wichtigsten Ansätze und oft übersehenen (der Gesang) genannt werden.

  • Hier noch mein Senf aus Sicht des Schlagzeuglehrers dazu.


    Erstmal würde ich mir anschauen, wie du spielst und ob deine Fähigkeiten ein rudimentäres Level übersteigen. Da geht's um so Sachen wie Körperhaltung, Stickhaltung, Flüssigkeit der Bewegungsabläufe, Timing (!), Dynamik, ...

    Ansonsten wird es grundsätzlich eher schwierig mit dem eigenen Stil. Das ist dann eher "Malen nach Zahlen" bzw. einfach "graue Theorie". So könntest du dir auf dem Papier z.B. allerlei schöne Fills ausdenken, diese aber nicht spielen.


    Und es geht nicht nur darum, was man spielt. Auch darum, wie man es spielt. Zwei gestandene Drummer, die einen eigenen Stil entwickelt haben, werden beim Spielen des selben Grooves / Fills unterschiedlich klingen.


    Bei Musik geht's letztendlich um's Gefühl. Bzw. sollte es darum gehen. Gewisse Grundlagen muss man natürlich drauf haben und es ist wichtig und richtig, sich mit Theorie zu beschäftigen und sich vorher mal zu überlegen, was man spielt. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das auch oft Prozesse sind. "Punktlandungen" sind da nur durch Erfahrung möglich. Damit meine ich Spielpraxis.


    Wenn du dich kreativ austoben willst, such dir Leute, mit denen du eigene Musik machst. Ansonsten rate ich dir, Covers erstmal vernünftig und am besten 1:1 nachzuspielen. Das macht mitunter Arbeit, erweitert aber auch deinen (spielerischen) Horizont.

  • Wenn du dich kreativ austoben willst, such dir Leute, mit denen du eigene Musik machst. Ansonsten rate ich dir, Covers erstmal vernünftig und am besten 1:1 nachzuspielen. Das macht mitunter Arbeit, erweitert aber auch deinen (spielerischen) Horizont.

    Bei der Nummer ist allerdings insofern Vorsicht geboten, als dass sie mit schwankendem Tempo eingespielt wurde. So zu spielen, ist in der Regel nicht das Ziel, dass man sich als TrommerIn setzt.

  • Es gibt viele ältere Sachen, die ohne Klick und mit schwankendem Tempo eingespielt wurden. Temposchwankungen können durchaus musikalisch sein. Ist das der Fall, sehe ich keinen Grund zur Vorsicht. Zumindest nicht, wenn man in der Lage dazu ist, mit Metronom zu spielen und ein Gefühl für konstantes Tempo hat.

  • Es gibt viele ältere Sachen, die ohne Klick und mit schwankendem Tempo eingespielt wurden.

    [Voll-OT: Hierzu prominente Beispiele zu sammeln, wäre fast einen eigenen Thread wert. Hancock´s Chameleon z. B. von 93 auf 114. Auch sein Cantaloupe Island: von 110 auf 120. Pink Floyd´s Money von 117 auf 140.]

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