Welche Fill-In Systeme gibt es? Welches Konzept nutzt ihr und welches gefällt euch am besten?

  • Hey ich arbeite mich momentan durch das Buch "Encyclopedia of Groove". Bisher war es sehr einseitig, monoton, langweilig und vermutlich nur Zeitverschwendung und da kamen mir meine Fill Ins in den Sinn, denn die sind genauso wie das Buch! 😅


    Nun bin ich zu der spannenden Frage gekommen, welche verschiedene Systeme gibt es überhaupt? Ich habe mal von Linear Fillz gehört, wo alles einzeln angespielt wird, klingt eigentlich nicht verkehrt, aber gibt es auch weitere?


    Dass "einfach machen" und "Fill In nach Gefühl" Konzept können wir gerne ausklammern, bzw. habe ich es ja mit eben thematisiert und damit abgehakt.

  • Das gibt's viel.

    BLX´ler hat da schon viel in deinen ausführlichen und kompetenten Videos referiert.

    Kürzlich erst über lineare fills

    Oder auch hier


    Hattest du nicht auch über new breed geschrieben? theoretisch lässt sich das auch vieles für fills herannehmen.


    Gut ist, was hilfreich ist mich auszudrücken

    Es gibt so viel gute Musik auf der Welt.. ..da muss ich doch nicht Musik hören, die "gar nicht so schlecht" ist. - Hennes M. aus C


    Ich

  • Dass "einfach machen" und "Fill In nach Gefühl" Konzept können wir gerne ausklammern, bzw. habe ich es ja mit eben thematisiert und damit abgehakt.

    Das würde ich allenfalls vorerst ausklammern. Natürlich musst du dir erstmal Grundlagen und ein Reportoire erarbeiten. Wenn du später mal "Musik machen" und "dich damit ausdrücken" willst, ist "einfach machen" und "nach Gefühl" aber tatsächlich das Ziel. Improvisieren kann man auch nur, wenn man ein großes Reportoire hat, sehr sicher auf seinem Instrument und "im Flow" ist.


    Ansonsten finde ich so eine Beratung hier immer schwierig. Als Lehrer würde mich zuerst mal interessieren, was und wie du aktuell spielst. Darauf aufbauend würde's dann individuell weitergehen.

  • Ehrlich gesagt halte ich nix davon, nach irgendwelchen Fill-Konzepten zu suchen. Das birgt nämlich das Risiko, Fills nur technisch zu denken statt musikalisch.


    Mir hat es immer sehr geholfen, anderen Drummern zuzuschauen und zu hören, was die so machen. Nicht alles versteht man schon als Anfänger, es empfiehlt sich, sich Licks raussuchen, von deren Umsetzung man zumindest ne ungefähre Vorstellung hat. Ob du es dann technisch wie im Original umsetzt oder aber auf deine Fähigkeiten ummodelst, ist gar nicht so wichtig, denn du weißt ja, dass es passen wird. Denn sonst hätte dir das Fill ja nicht gefallen 😉


    Mein Ansatz war immer schon, von der musikalischen Anwendung her auf die Sachen zu schauen und mir dann zu überlegen, welche Technik ich hierfür vertiefen sollte.


    Du denkst 180° entgegengesetzt, wenn du nach Konzepten vorgehst und dir hernach überlegen musst, wo der Quark dann am besten eingerührt werden könnte. Kann man machen, führt aber evtl leichter zu Overplaying, nur weil man's eben "kann".


    Gerade als Amateur mit begrenzter Übezeit ist es hilfreich, leichtere, für einen selbst und Zuhörer gut verständliche Dinge zu trainieren, denn damit kommst du auch als Banddrummer im Zweifel weiter, als wenn du permanent versuchst, irgendwelche verkopften Licks rauszuhauen, die außer dich wirklich KEINEN interessieren.

  • Es gibt 1000 Konzepte, aber das Leben ist

    zu kurz, die alle zu lernen.


    Ein Vorschlag zur Güte: Suche Dir drei neue Fills,

    die Dir gut gefallen. Die Chancen stehen gut, dass

    sie triolisch oder binär sind. Spiele die triolischen

    binär und umgekehrt. Da muss man meist kürzen

    oder verlängern oder sonstwie in die Materie

    eingreifen. Auch das schult. Baue Akzente in die

    Fills ein. Variiere sie, indem Du jeden Akzent als

    Double spielst oder als Flam oder durch ein kurzes

    Rudiment wie Swiss Triplet ersetzt. Das geht natürlich

    nicht immer. Google mal nach "Collapsed Rudiments".

    Das ist ein ordentlicher Eimer an Ideen, den Du da

    bekommst. Und dann kann man ja auch noch an

    ein paar Stellen Hände und Füße tauschen. Oder

    spiele Fills und die Zwo und Vier auf der Snare oder

    die Bassdrumfigur läuft durch oder beides oder

    tausche links und rechts. Schau mal nach Rod

    Morgensteins "Filling In The Holes" und und und


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Hattest du nicht auch über new breed geschrieben? theoretisch lässt sich das auch vieles für fills herannehmen.

    Ja New Breed verteile ich gerne auf Floor und Snare!


    Dass "einfach machen" und "Fill In nach Gefühl" Konzept können wir gerne ausklammern, bzw. habe ich es ja mit eben thematisiert und damit abgehakt.

    Als Lehrer würde mich zuerst mal interessieren, was und wie du aktuell spielst. Darauf aufbauend würde's dann individuell weitergehen.

    Ich habe mal viele verschiedene Funk-Grooves auf einem Blatt gesehen und dass hat mich stark an meine Groove erinnert, ansonsten spiele ich JEDEN Groove der unter einer 8tel HiHat läuft, im 3/4 oder 4/4 Takt ist und zusätzlich auch 4 Ghostnotes dazuspielen (aber nur auf der Zählzeit 1e, 2a, 3e oder 4a).


    Ja eben....

    ...was ist eigentlich aus dem Projekt "offline-Lehrer" geworden?

    Ja schwierig, ich würde gerne zu einem Lehrer gehen, der am Anfang 2 Doppelstunden (90 Minuten) Zeit hat.



    Mir hat es immer sehr geholfen, anderen Drummern zuzuschauen und zu hören, was die so machen.


    Mein Ansatz war immer schon, von der musikalischen Anwendung her auf die Sachen zu schauen und mir dann zu überlegen, welche Technik ich hierfür vertiefen sollte.


    Du denkst 180° entgegengesetzt, wenn du nach Konzepten vorgehst und dir hernach überlegen musst, wo der Quark dann am besten eingerührt werden könnte. Kann man machen, führt aber evtl leichter zu Overplaying, nur weil man's eben "kann".

    Meine Herangehensweise sind Bonham Triplets, KRL, RKL, RKL usw. Also ein sehr einseitiges Konzept, wenn man alle Fillz so spielt!


    Ich finde Konzepte wichtig, 99% aller Bücher sind auf einem Konzept aufgebaut.

    Danke, ich kann die beiden Bücher ja mal googlen (falls es Bücher sind).


    Der Hintergrund meiner Frage ist ja der, wenn ich schon ein reines Groovebuch durchspiele und verinnerlichen möchte, wieso nicht noch ein zweites Buch daneben stellen was sich nur mit Fill Ins befasst.


    Wenn ich keine Lust mehr auf Grooves habe, übe ich die Fill Ins und umgekehrt und dann kommt die Symbiose, vom Groove in dem Fill In und wieder zurück zum Groove.

  • Ich bin sehr sicher, dass ALLE Bandkollegen mit denen ich in den letzten 25 Jahren zusammengespielt habe, einstimmig der Meinung sein werden: "Sein bestes Fill war das, das er weggelassen hat"

    Das kann man negativ auslegen, oder man kann davon ausgehen, dass das minimal angelegte Fill immer (oder in 99% der Fälle) das bessere ist und das als positiven Hintergedanken in Betracht ziehen.


    Ansonsten ist das wohl extrem abhängig von der Musikrichtung und dem Setting, in der bzw. in dem man unterwegs ist.

  • Ich habe mal viele verschiedene Funk-Grooves auf einem Blatt gesehen und dass hat mich stark an meine Groove erinnert, ansonsten spiele ich JEDEN Groove der unter einer 8tel HiHat läuft, im 3/4 oder 4/4 Takt ist und zusätzlich auch 4 Ghostnotes dazuspielen (aber nur auf der Zählzeit 1e, 2a, 3e oder 4a).

    Das sagt alles nicht viel aus. Insbesondere darüber, wie du spielst. Das muss man hören und sehen.


    Ja schwierig, ich würde gerne zu einem Lehrer gehen, der am Anfang 2 Doppelstunden (90 Minuten) Zeit hat.

    Das heißt übersetzt, dass du gar keinen Unterricht nehmen willst. Solche sinnlosen und künstlichen Einschränkungen dienen nur als Ausrede.

  • Ich bin jetzt kein Fill-Experte. Ich hab mich bisher eher mit Groove-Pattern beschäftigt. Da kann ich vom Gefühl her schon, auf meine Art, einschätzen was passen könnte.

    Dafür muss man Dinge gespielt, gehört, ausprobiert und selbst gespielt hörbar gemacht haben. Einfach gesagt man muss eine Art Melodie im Kopf haben.

    Daher glaube ich daran, dass es bei den Fill-Inns auch so sein kann.

    Seit wir diese Challenge's durchführen muss ich mich auch Fill-Inns beschäftigen.

    Mein Problem dabei ist erstmal herauszufinden wann und wo man ein Fill spielt. Ich probiere einfach rum. Später kann ich mir dann anhören was anderes erdacht haben und natürlich bei Aufnahmen mich selbst. Das hilft mir bisher am meisten. Dann kommt natürlich die Frage was man an der "Richtigen" Stelle spielt.

    Ich mag z.B. diese Hand-Fuß Dinger. deinschlagzeuglehrer hat gerade was hochgeladen. Das sind zwar vorerst nur Übungen, aus denen man aber was gescheites besteln kann. Wobei die eigentlich schon was Gescheites sind.

    Jost gibt in seinen Büchern-hab selbst noch keins-Anregungen für Ideen.


    Benny Greb hat mal was mit "The Language of Druming" gemacht. Das Buch heißt auch so.

    Fängt mit dem Rhythmus-Alphabet an.

    Daraus hab ich mir Magnetkärtchen gemacht, die ich wild durcheinander gewürfelt habe. Da kommen manchmal ganz knorke Dinge raus. Oft manchmal auch nicht.

    Ich bin oft der Meinung, dass Dinge selbst auszutesten gegenüber dem Nachspielen überwiegen sollten. Klar kommen da auch mal nicht brauchbare Dinge bei raus.

    Ich denke die Großen am Schlagzeug haben möglicherweise auch nicht anders gemacht.

  • Ich bin oft der Meinung, dass Dinge selbst auszutesten gegenüber dem Nachspielen überwiegen sollten.

    Jeder Mensch lernt durch Imitation, das beginnt mit der Geburt und ist im Menschsein gewissermaßen angelegt. Ich versteh immer nicht, weshalb man im Erwachsenenalter dann regelmäßig denkt, es wäre schlauer, das Rad neu zu erfinden, statt weiterhin Dinge zu imitieren. Imitieren und Kopieren sind schließlich verschiedene Dinge.


    Oder ist's am Ende doch einfach ne bequeme Ausrede unter Hobbymusikern, nicht zugeben zu müssen, dass die Lernkurve durch Imitation mangels Begabung zu flach verläuft? 😉

  • Ich spiele gern Songs nach, die mir gefallen. Besonders, wenn der Schlagzeuger der Band Vorbild und Inspiration für mich ist und mich das Drumming des Songs begeistert. Damit zusammenhängend habe ich in den letzten Jahren einige Youtube-Covers gemacht, wo ich i.d.R. penibel genau alles nachspiele.

    Dadurch habe ich mich in vielen Hinsichten weiterentwickelt, auch was Know How bzgl. Stimmen und Sound betrifft.


    Und diese Weiterentwicklung hilft mir auch, mich persönlich / kreativ vielschichtiger und differenzierter am Schlagzeug ausdrücken zu können.

    Darauf möchte ich natürlich nicht verzichten und ich will auch wieder mal in Bands mit eigener Musik spielen und am besten auch Alben einspielen (momentan ergibt sich das nicht).


    Ich spiele ansonsten auch immer noch gern einfach mal frei drauf los und verbinde das mit Warmspielen. Das hatte ich früher schon gern gemacht. Bei guten Sessions komme ich in einen Flow mit viel Improvisation. Früher auch kombiniert in Jamsessions mit anderen Leuten.

  • Fills sollten m.M.nach in erster Linie musikalisch sein...das ist wohl das wichtigste Konzept 😉

    D.h. der Kontext in dem sie gespielt werden muss passen. Stilistisch, vom Energielevel her passend, die Länge muss stimmen....Er muss einfach "funktionieren", d.h. seine musikalische Aufgabe erfüllen!

    Ansonsten verwende ich gerne Interpretationen von rhythmischen Figuren oder Stickings oder auch sehr gerne in Kombination mit 3er, 4er und 5er Gruppen. Hand-Fuß-Kombis sind auch gerne mal integriert...

    "Die Sprache ist natürlich im ersten Moment immer ein Hindernis für die Verständigung."



    Marcel Marceau (*1923), französischer Pantomime

  • Fills sollten m.M.nach in erster Linie musikalisch sein...das ist wohl das wichtigste Konzept 😉

    D.h. der Kontext in dem sie gespielt werden muss passen. Stilistisch, vom Energielevel her passend, die Länge muss stimmen....Er muss einfach "funktionieren", d.h. seine musikalische Aufgabe erfüllen!

    Genau so ist es. :thumbup:


    Und manches (wenn nicht sogar das meiste) ist auch einfach Geschmackssache. Wär' ja langweilig, wenn alle immer das gleiche machen würden. Besonders die unterschiedlichen Schlagzeug-Arrangements machen unsere Challenges hier auch so interessant, find ich. :)

  • Hi,

    finde an der Stelle auch immer weniger konzeptionelles relevant. Meine Perspektive hier ist auch: Du kannst nicht alles können / verdauen, was es alles an Ansätzen gibt.


    Für mich hat sich als sinnvoll herausgestellt, mir Zeugs aus der Vielzahl des gebotenen rauszusuchen, dass zu mir und meiner Denke passt und v.a. variabel einsetz- und "verbiegbar" ist. Gibt tolles Zeug, dass sich für mich einfach scheiße anfühlt oder irgendwie total reduziert einsetzbar ist...anderes passt dann vielleicht einfach gut zu mir und inspiriert mich zum Modifizieren und Experimentieren...da kommt dann auch automatisch das zum Zuge, was andere schon geschrieben haben : Deine Individualität ! Du suchst raus, Du modifizierst und experimentierst dann...


    Vor jedem "Konzept" ist vor allem eines wichtig (so meine bescheidene Conclusio): Lieber wenig das dann aber traumhaft sicher auf den Punkt in der Phrasierung, die Du rüber bringen willst, als die 1000 licks, die Du dann nicht auf die Straße bekommst. Also Qualität vor Konzept. Im Ernstfall willst Du ja auch die Schublade einfach aufmachen und nicht innerhalb eines Taktes irgend 'ne Schrödingergleichung lösen...auf jeden Fall: Qualität 1st !

    Und: Aus keinem "Konzept" hüpft automatisch was cooles raus...dazu braucht es dann eben wieder einen kreativen Kopf, der/die das erst cool umsetzt.

    "If you don't have ability you wind up playing in a rock band" (Buddy Rich)

  • Bin ich ja dabei, wenn es heißt, in erster Linie musikalisch und von mir aus Imitation von etwas "lebendigem" ist besser als ein "totes" System zu führen. gleichzeitig sag ich aber auch: "wenn man gar nicht weiß, was man tut, ist es immer schlecht."

    Ich unterstelle Tama_Classic , schon ein/zwei fills ala Pat Boone Debbie zu können. Falls nicht, unbedingt nachholen.

    Wenn man aber weiß, wie manche fills sich aufbauen, dann kann man auch besser hören.


    Das Fill book hätte ich jetzt auch vorgeschlagen.


    Das heißt übersetzt, dass du gar keinen Unterricht nehmen willst. Solche sinnlosen und künstlichen Einschränkungen dienen nur als Ausrede

    So oder so ähnlich denke ich auch. Kann mir nicht vorstellen, dass es IRGENDEIN Lehrer in dein Konzept unterbringt, an Anfang Doppelstunden zu machen?

    Warum auch? Ich bin in den ersten Wochen Unterricht dermaßen zugesch***en worden mit Ideen, dass ich gar nicht nachgekommen bin. Warum also 1,5h?


    Und Unterricht sei die wirklich empfohlen, denn ich bin bestimmt nicht der einzige, der den Eindruck hat, dass du manche Fragen nicht stellen würdest, hättest du Unterricht.

    Es gibt so viel gute Musik auf der Welt.. ..da muss ich doch nicht Musik hören, die "gar nicht so schlecht" ist. - Hennes M. aus C


    Ich

  • Das heißt übersetzt, dass du gar keinen Unterricht nehmen willst. Solche sinnlosen und künstlichen Einschränkungen dienen nur als Ausrede.

    Ich habe heute rumtelefoniert. 2 Schulen sind nur wenige Kilometer von mit entfernt aber andere Landkreise und weil ich dort nicht wohne darf ich dort kein Unterricht nehmen.


    Die Musikschule in meiner Stadt hat 2 Lehrer, einer ist ein Proberaum neben mir, mit seiner Band. Wir haben schon öfters miteinander gequatscht und schonmal einen Abend zusammen bei mir im Proberaum verbracht und gespielt. Aus meiner Sicht macht es wenig Sinn ihn als Schlagzeugleher zu nehmen.


    Beim zweiten Lehrer in der Schule konnte ich 2 Erkenntnisse gewinnen und danach kam kein Input mehr, deshalb habe ich den Untericht beendet.


    "wenn man gar nicht weiß, was man tut, ist es immer schlecht."


    Ich unterstelle Tama_Classic , schon ein/zwei fills ala Pat Boone Debbie zu können. Falls nicht, unbedingt nachholen.

    Leider weiß ich nicht wer Pat Bone Debbie ist, für mich ist ein Fill In die 8tel von der HiHat runterzunehmen und dann auf den Toms zu verteilen oder eben Bonham Triplets.


    Okay danke, ich werde es mir anschauen 👍

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!