Messaufbau für den Vergleich von Stimmungen, Fellen und Trommeln (Gemeinschaftsprojekt)

  • In diesem Thread hatte ich kürzlich eine Frage in den Raum gestellt, für deren Beantwortung wohl eine wissenschaftlichere Herangehensweise notwendig wäre.

    nils, Beam und Niop hatten sich schon Gedanken dazu gemacht.


    Nach anfänglicher Skepsis meinerseits fasziniert mich diese Idee jetzt auch aus mehreren Gründen. Man könnte so einen Messaufbau ja für sehr viele Vergleiche nutzen, indem man eine gleiche kinetische Energie für den Anschlag bereitstellt und die anderen Bedingungen wie die Raumakustik und Mikrofonierung möglichst neutral gestaltet. Damit kann man schon mal viele Fehlerquellen ausmerzen und man muss sich "nur noch" über sehr genaue und konstant gehaltene Stimmungen, möglichst "gleich stark verschlissene" Felle und Dinge wie Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit Gedanken machen.


    Darüber hinaus kann man sogar ermitteln, wieviel mehr bzw. weniger kinetische Energie z.B. tiefer / höher gestimmte Felle aufnehmen und das ggf. ausgleichen. Bzw. muss man das sogar für bestimmte Vergleiche, wie in oben verlinktem Thread besprochen.


    Ich finde die Idee auch deshalb gut, weil das Thema Soundunterschiede durch Material, Bauweise, Befellung, Stimmung usw. ja oft kontrovers diskutiert wird. Eben genau deswegen, weil es so schwer ist das vernünftig zu messen und verlässliche, belastbare Aussagen zu machen. Und zu allem Überfluss sind auch bei diesem Thema noch Esoterik und Voodoo im Umlauf.


    Mir fallen dazu aber gerade mehr Fragen als Antworten ein, z.B. ...


    Wo und wie könnte man das realisieren?

    Wer beteiligt sich und kümmert sich um was?

    Lohnt es sich, das nach erfolgreicher Realisierung über Youtube, Bonedo u.ä. publik zu machen?

  • Heikles Thema!

    Ich denke, daß die Industrie an der Entzauberung des Trommelklanges nur bedingt Spaß hätte.

    Finde den Ansatz aber prima!

    Würde ein "fehlendes" Trömmelchen gern zu Testzwecken versenden, hätte Sonor Performer in Buche und Pappel, falls da Interesse besteht.

    Ich habe mit einigen Kollegen auch schon Beckenvergleichstests gemacht, Zildjian, Meinl und Paiste, 16 und 18er, jeweils aus gleichen Serien. Da haben wir das jedoch nur mit unseren Ohren und auch nur bedingt mit Augen gemacht. Ohne Aufnahmen, aber auch Augen- und Ohrenöffnend für ebenfalls gut/ähnlich klingenden Alternativen zum eigenen Material.

  • Heikles Thema!

    Ich denke, daß die Industrie an der Entzauberung des Trommelklanges nur bedingt Spaß hätte.

    Genau dieser Gedanke ist mir nach dem Erstellen des Threads auch gekommen. :D


    Becken sind meiner Meinung nach ein anderes Thema als Trommeln. Ein Becken klingt halt einfach so, wie es klingt. Trommeln dagegen kann man mit Fellen und Stimmungen auf unterschiedlichste Weise klingen lassen. Und auch im Hinblick auf Mikrofonierung und Klangbearbeitung sind da eben sehr viele Missverständnisse und Mythen im Umlauf.

    Davon abgesehen wird - bedingt durch die Konzentration der Energie auf den hohen Frequenzbereich - der Klang von Becken auch oft nicht so stark vom Raum eingefärbt und im Bandmix von anderen Instrumenten und Gesang verdeckt wie der Klang von Trommeln.


    Sollte man Testaufnahmen unter (zumindest ansatzweise) Laborbedingungen realisieren können, kann man die natürlich sowieso auch erstmal nach Gehör auswerten.

    Aber vielleicht lässt eine technische Analyse mit FFT von Wellenform, Spektrum (ggf. sogar frequenzabhängigem Sustain u.ä.) sogar eine Zahlenmäßige Gewichtung der Einflussfaktoren zu. Z.B. was die Spannreifen, Holzart, Kesseldicke, Gratung (...) und natürlich Felle und Stimmungen betrifft.

  • Heikles Thema!

    Ich denke, daß die Industrie an der Entzauberung des Trommelklanges nur bedingt Spaß hätte.

    Genau dieser Gedanke ist mir nach dem Erstellen des Threads auch gekommen. :D

    Der Meinung bin ich auch. Ich hatte 2011 mal in

    einem Thread u.s. geschrieben, was diese These

    stützt.


    Es gab einen ausführlichen Bericht über eine sehr aufwendige Aufnahmesession der verschiedenen SQ2-Soundmöglichkeiten. Der Bericht erschien in Sticks oder d&p. Leider konnte man nicht erfahren, was letztendlich daraus geworden ist. Ich hatte diesbezüglich auch mal eine Mail an Sonor geschickt...


    Dann hat mir ein Teilnehmer eines Blindtests im Hause Sonor berichtet. Getestet wurden gleich große Toms mit gleicher Befellung in gleicher Stimmung. Die Probanden waren Fachhändler. Das Ergebnis war eindeutig. Keiner konnte sagen, welches Kesselmaterial er gerade hörte. Alles war sehr, sehr ähnlich. Getestet wurde die SQ2-Range: Buche, Birke, Ahorn, Acryl.


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Ich glaube, der Industrie ist so ein Versuchsaufbau herzlich egal - die Marketingmaschine funktioniert auch, wenn es ein Forum in Deutschland gibt, dass aufzeigen kann (vielleicht), dass das Kesselmaterial nicht so ein große Rolle spielt. Die Idee mit der Stahlkugel fand ich irgendwie cool - jemand mit einer 1 in Technischer Mechanik kann bestimmt ausrechnen, wie schwer eine solche Kugel sein müsste, um einen Medium-Hit eines 5A-Sticks zu simulieren. Hätte ich welche hier (Stahlkugeln), hätte ich schon das ganze Wochenende welche durchs Haus gerollt (nach dem Verhunzen der Felle auf der Opfertrommel). :D

    Ich finde das wirklich interessant und verfolgenswert. Ich fürchte aber auch, dass die Tücke im Detail stecken wird...

  • Die Idee mit der Stahlkugel fand ich irgendwie cool - jemand mit einer 1 in Technischer Mechanik kann bestimmt ausrechnen, wie schwer eine solche Kugel sein müsste, um einen Medium-Hit eines 5A-Sticks zu simulieren.

    Geht möglicherweise auch praktisch mit Trial & Error: Man nehme eine Aufnahme mit einem normalen Anschlag mit einem Stick als Referenz und bastelt dann mittels Testaufnahmen so lange an der Masse und der Geschwindigkeit der Kugel, bis es passt.


    Vielleicht ist aber ein automatischer Schlag mit einem Stick doch besser bzw. realistischer. Z.B. könnte man den Stick dafür statt eines Beaters auf einer Fußmaschine montieren. Man bräuchte dann ein Gerät, das das Pedal bzw. die Welle der Fußmaschine entsprechend genau beschleunigt und wie bei einem händischen Schlag den Stick nicht ins Fell drückt, sondern zurückkommen lässt.

  • Die Idee finde ich super.

    Allerdings frage ich mich, ob die Ergebnisse für mich nutzbar wären.

    Eine Stahlkugel halte ich für suboptimal - man könnte auch eine Stick am "fulcrum" durchbohren und hat dann ein Gelenk. Der Stock fällt dann genau so, wie eine Kugel.

    Nur: ein 5B-Stick hilft mir nicht bei der Beurteilung, wenn ich 7A spiele.


    Ich hätte einen anderen Vorschlag:

    Warum untersuchen wir nicht zuerst den Einfluss des Drummers auf den Sound?!

    Versuchsaufbau ganz einfach: Unterschiedliche Drummer spielen das selbe Set mit der selben Mikorphonierung. Sie spielen den gleichen Groove und die gleichen Fill-ins in der gleichen Geschwindigkeit.

    Einziges Problem: Die Drummer sollten alle ungefähr die selbe Körpergröße haben, damit das Set nicht verändert werden muss.

    Wenn hier der Unterschied riesig ist, können wir uns die anderen Versuche sparen, weil der Einfluss des Drummers auf den Sound zu groß ist.

    Le roi - c'est moi! :saint:

    Der Gesunde Meschenverstand liegt bei den Dinosauriern.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!