Beiträge von drumsandbeats

    Wenn Du dich so auf das Gretsch eingeschossen hast, stellt sich mir die Frage, ob Du mit einem Kompromiss wirklich je zufrieden sein kannst.
    Ich würde wohl schauen, ob ich die 400 Euro nicht irgendwie aufbringen könnte - wenn auch mit etwas mehr Wartezeit.

    muss man sich das wie den aus dem kölschen karneval bekannten "sixpack-" oder "bowling-grip" am funkenmariechen vorstellen?


    Das sind nicht meine Beobachtungen. Ich habe das nur mal gelesen, und zwar in "Von Mozart zu Madonna" von Peter Wicke.
    Dort heißt es auf Seite 50 im Kapitel über Tänze:

    Zitat

    1765 will eine würzburgische Tanzverordnung, daß "die ärgerlichen Walz- und Schleifertänze ein für allemal verboten bleiben". Die pikanten Details , die den Reiz dieses Tanzstils auch für die Stände der Bürger und Edelleute ausmachten, hat Curt Sachs recherchiert:
    "Die Drehung erlaubte kein Nebeneinander der Partner. Sie mußten zu einer einzigen Person verschmelzen, sollte nicht die Dame alle Bewegungen rückwärts tun. Die Tänzerin legte daher die rechte Hand auf den Rücken oder Kragen des Tänzers und hielt mit ihrer linken ihr Kleid fest. Für den Tänzer aber lautete die Anweisung: linker Arm um die rechte Hüfte der Dame, linker Schenkel als Drucksteuer an ihren rechten Schenkel, rechte Hand, um ihren Sprüngen nachzuhelfen, unter (!) dem Blankscheit, der platten Vorderseite des Korsetts."
    (...) die gewalzten Drehtänze erfreuten sich bald auch bei Hofe anhaltend großer Beliebtheit.


    PS: Das zeigt übrigens auch, dass Unterhaltung nicht alleiniges Privileg an den Höfen war (wie von Abbot behauptet), sondern vielmehr von der höfischen Gesellschaft aufgegriffen wurde.
    Und um noch auf auf Xian einzugehen:

    Mir ist nicht klar inwieweit für die Frage "saugen für lau ja oder nein" oder ein anderes Urheberrecht eine Unterscheidung zwischen Kunstmusik oder Kommerzmusik relevant wäre....


    Ich halte das auch nicht für relevant. Doch es wird ja oft so argumentiert, dass Kunst nicht aus kommerziellen Absichten sondern aus Leidenschaft gemacht werden soll, und dass es schon immer so war.
    Deshalb wollte ich mit dem Kunstbegriff etwas aufräumen.

    Thema Kunst...


    Ich finde den Begriff "Kunst" in diesem Zusammenhang etwas irritierend, denn Musik ist nicht gleich automatisch Kunst. Auch versteht sich nicht jeder Musiker als Künstler und handelt aus dem Bedürfnis heraus Kunst zu erschaffen. Da stecken bei vielen (vielleicht sogar den meisten?) auch ganz schnöde kommerzielle Interessen dahinter. Und die meiste Musik, die konsumiert wird, würde ich auch nicht als Kunst definieren.


    Fakt ist: Die Menschen möchten Musik hören und es gibt andere Menschen, die diese Musik erschaffen. Um das in guter Qualität zu können reicht es nicht, das nach Feierabend aus purer Nächstenliebe zu tun. Natürlich gehört auch viel Herzblut dazu, um gute Musik zu machen und diese auch gut zu produzieren - und ich glaube, dass man in jedem Beruf ein Mindestmaß an Herzblut mitbringen muss, um gut zu sein.
    Fragt man einen Arzt, warum er sich den Beruf ausgesucht hat, hört man oft die Antwort "um den Menschen zu helfen." Keiner hinterfragt aber, ob er für seinen Dienst am Gemeinwohl der Menschen auch wirklich bezahlt werden sollte. Ob er seine Dienste auch kostenlos zur Verfügung stellt, ist ihm überlassen. Grundsätzlich verdient er aber Geld damit.


    Ein Musiker würde auch immer sagen, dass er seinen Beruf "aus Liebe zur Musik" ergriffen hat. Als Konsument kann man deshalb aber doch nicht fordern, dass dieses aus purer Nächstenliebe zu geschehen hat, wenn gleichzeitig die Nachfrage nach neuer Musik riesengroß ist. Und die Musik nach der verlangt wird, ist hauptsächlich Kommerz und keine Kunst!



    Ich bin teilweise etwas grob und könnte noch mehr ins Detail gehen, aber nutz ja nix.


    Mach doch mal. Einen Furz in die Ecke stellen und dann verschwinden gehört wirklich nicht zum guten Ton. Meine Meinung!

    Ich habe leider nicht mehr jeden einzelnen Post hier im Kopf, aber ich kann mich nicht daran erinnern gelesen zu haben, dass sich irgendjemand in dieser Diskussion den totalen Überwachungsstaat wünscht.


    Die Abschaffung von Urheber- und Patentrechten ist aber kein probates Mittel gegen die totale Überwachung. Acta dient hier doch nur als reißerischer Aufhänger um die Interessen einiger zu legitimieren, denen Urheber- und Patentrechte ein Dorn im Auge sind. Das ist jedenfalls mein Empfinden.


    Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass sich irgendeiner (ein Pirat z.B.) freuen würde, wenn Facebook sich die Nutzungsrechte für eins seiner hochgeladenen Partybilder krallt und dieses Bild an einen Spirituosenhersteller verkauft, der dann öffentlich damit wirbt. Oder sind die da doch so generös?
    Nur mal so als Gedanke...

    Nils, den Vergleich kann ich nicht wirklich nachvollziehen, denn:


    - Der Endverbraucher ist bereit für Drogen Geld zu bezahlen, für Musik etc. oftmals jedoch nicht.
    - Musik und andere urheberrechtlich geschützte Werke sind nicht verboten und man kann sie auf legalem Weg erwerben. Drogen - mit Ausnahme von Alkohol und Zigaretten - nicht.
    - Auch liegt das Verbot von illegalen Drogen ganz anders begründet, denn es geht dabei neben den wirtschaftlichen auch um gesundheitliche Interessen.


    Ich verstehe, worauf Du hinaus willst, glaube aber nicht, dass das irgendwie vergleichbar wäre.
    Nur weil immer mehr Minderjährige sich gerne mit Hartalk betäuben sollte man doch auch nicht den Verkauf ab 14 Jahren zulassen. Ich würde auch keinen 14-jährigen mit Vodkarausch in den Knast schicken sondern den, der ihm das Zeug zugänglich gemacht hat. Dennoch muss sich auch der 14-jährige bewusst sein, dass er etwas verbotenes tut, was zumindest die Konsequenz einer Verwarnung und einem Gespräch mit den Erziehungsberechtigten nach sich zieht, wenn er erwischt wird.

    Jetzt lese ich auch schon seit geraumer Zeit interessiert mit, habe mich aber bisher zurückgehalten, weil ich nicht das Gefühl habe, noch was produktives beisteuern zu können, da einerseits bestimmt schon alles ausgesprochen ist und ich persönlich auch wenig mit Urheberrechten zu tun habe und meine Einkünfte auf dem Gebiet gen null tendieren.


    Was mich jedoch immer wieder irritiert ist die Argumentation (u.A. der Piraten), dass Internetnutzer (insbesondere 15-jährige), die Daten saugen, nicht kriminalisiert werden sollen.
    Da frage ich mich, wer denn da wen kriminalisiert. Meines Erachtens ist sich doch jeder, der Torrentdienste oder P2P-Netzwerke benutzt, bewusst, dass das nicht legal ist. Oder zumindest insofern bewusst, dass man sich da auf einem schmalen Grat bewegt. Auch 15-jährige sollten das wissen, sonst ist bei der Sozialisation etwas fürchterlich schief gelaufen.
    Über das Strafmaß lässt sich sicherlich verhandeln, aber doch nicht über die Tatsache, dass man bei einem Gesetzesverstoß mit Konsequenzen rechnen muss.
    Dass ein Gesetzesverstoß möglich und gang und gäbe ist, kann doch nicht zu dem Schluss führen, dass er automatisch legalisiert wird. Was für ein absurder Gedanke!