Wie sehen Musiker den Mainstream ?

  • Seppel hat mal in einem anderen Thread Celibidache zitiert:


    "Wenn ein Bauer morgens singt, dann macht er reine Musik. Er kümmert sich um nichts, weder um den Text noch um die Noten.
    Er kümmert sich nur darum wie schön dieser Morgen ist.
    Hier liegt die größte Tiefe der Kunst."

  • Hier gibt's auch überhaupt nichts zu diskutieren, das sind wieder 6 Seiten Belanglosigkeit.
    Zunge hat einfach noch nicht gemerkt, dass Geschmack was mit Gewohnheit zutun hat, und kann noch nicht einsehen,
    dass seine Konditionierung eine von Vielen ist; das kommt aber sicher noch.
    Metaller fangen immer an als Musik-Hipster, davon kommt man in der Regel runter. Das ist im Übrigen der Grund für meinen Avatar;
    ich habe nichts gegen Metal, aber viele Metaller gehen mir auf die Eier. Zunge hat sich an dem Teil auch schonmal gestoßen, wenn ich mich recht erinnere.

    ...mh.

  • Ein paar Gedanken dazu.


    Radio tötet Musik (totgespielt) - viele sehr gute Songs werden so oft gespielt dass man sie kaum noch erträgt.
    Musik in den Medien, also Radio und "Hauptsender" spielen was dem Pöbel gefällt.
    Der Pöbel mag das was Ihm gefällt. Und was Ihm gefällt hat er seit Jahrhunderten "gelernt" hat, bzw. worauf er konditioniert wurde (kurz: Harmonik, Form aus dem entsprechenden Kulturkreis)
    EInfache Menschen hören einfache Musik die sie begreifen können - da is dann halt mal Micki Krause oder so angesagt
    (Ob die Menschen nun generell "einfach" sind, oder nur kurzzeitig durch größere Mengen Alkohol sei mal dahingestellt.)
    Musik ist zudem oft einfach ein Geschäft.


    Dort wo Musik Ware ist, die "in Umlauf gebracht wird" um Gewinne zu erwirtschaften
    und wo die Verantwortlichen eher wie "Investmentbänker" denken denn wie Musiker, das ist für mich Mainstream.
    Da ist die Ware auch perfekt und dem Markt angepasst. Sicherlich auch eine Kunstform, das so zu machen und zum Glück
    gibt es auch in dem Metier Könner und Woller...was man auch hört (zum Glück)
    Es geht darum mit möglichst einem Produkt möglichst viel vom Markt zu erreichen. Vom geschäftlichen her ist das nicht viel mehr
    als bei Duschgel oder Nutella, oder was auch immer.


    Zum Glück gibt es dann noch die Spartensender wo Musik läuft die eben nicht "massentauglich" ist, nicht durch extreme Wiederholrate gemurkst wird.


    Wenn ein Künstler Erfolg hat und damit glücklich ist, sei es ihm/ihr absolut gegönnt. Kein Neid von meiner Seite.


    Normales Radioprogramm mit "Popmusik" und immerfröhlichen, überdrehten Morgensendungsmoderatoren ertrage ich kaum.
    Mainstream?


    Was ist nun also Mainstream? Das "Big Business"? Das, was tagein tagaus in der Rotation totgenudelt wird?
    Das ist "DER MAINSTREAM", der allgemeine.


    Es gibt natürlich auch Mainstream in überschaubareren Bereichen der Musik.
    Dort ist vielleicht EST Mainstream im europäischen Jazz, da ist vielleicht Dimmu Borgir Mainstream im Black Metal (oder was das auch ist).


    Lange Rede, kurzer Sinn.
    Ich mach mir das einfach und höre was mir persönlich gefällt. ;) und damit kann ich gut leben...


    Schönes Wochenende.

    nosig

  • Hier gibt's auch überhaupt nichts zu diskutieren, das sind wieder 6 Seiten Belanglosigkeit.


    Vielen Dank. Ganz, ganz ehrlich. Das ist der Abstand sinnvollste Post hier. Was soll das hier alles? Nichts gegen Diskussionen, dazu ist ein Forum da. Aber "Wie sehen Musiker den Mainstream"? BIDDE???? Ich würde hier gerne noch diskutieren: Wie sehen Musiker den Frühling? Wie sehen Musiker die Bockwurst? Und: Wie sehen Musiker aus? Die Threads folgen in Kürze. Bitte um ähnlich engagierte Teilnahme.
    Muss mich jetzt aber mit Gehirnschmerzen erstmal kurz hinlegen.

  • Ich finde ja,


    eine Band die aus 3 unglaublich Untalentierten Jungs besteht, aber dann super geniale Songs schreibt, ist gut.


    Musik die sich gut anhört, hör ich mir auch an, egal ob das Mainstream ist oder nicht. Diese Diskussion was Mainstream ist, finde ich eh etwas affig.


    Denn, wirklich kein Mainstream sind die, ohne Plattenvertrag, die selbst CDs brennen, ...


    Andererseits sehe ich diese ganzen Castingshows (und das was hinten raus kommt) schon kritisch, das ist meistens EInheits - Radio - Musik, die nach 3 Monaten da ist wo sie hin gehört, weg :D


  • Vielen Dank. Ganz, ganz ehrlich. Das ist der Abstand sinnvollste Post hier. Was soll das hier alles? Nichts gegen Diskussionen, dazu ist ein Forum da. Aber "Wie sehen Musiker den Mainstream"? BIDDE???? Ich würde hier gerne noch diskutieren: Wie sehen Musiker den Frühling? Wie sehen Musiker die Bockwurst? Und: Wie sehen Musiker aus? Die Threads folgen in Kürze. Bitte um ähnlich engagierte Teilnahme.
    Muss mich jetzt aber mit Gehirnschmerzen erstmal kurz hinlegen.


    Gefolgt vom schwachsinnigsten. Wunderbar :)



    Eine Diskussion ist das hier für mich nicht, die meisten sagen nur mal ihre Meinung zum Thema.
    Manche sehen es offenbar als ihre Berufung an, auf jeden Fred ab ca. 50 Posts mit den Worten "Voll belanglos, hier gibts nichts zu diskutieren" drauf zu kacken.


    Das ist zwar ganz schnuckelig dass sich da wieder einer hervorbringen will mit seiner schieren geistigen Erhabenheit ohne wirklich was zu sagen, aber verdammt es nervt einfach.

    (19:45:39) _kaotical_: ich wollte schon immermal in irgendwessen signatur
    (01:13:44) seppel: unglücklich sein hat eine ganz besondere qualität. hält länger an als glücklich sein. das muss man auch mal positiv sehen.
    (21:32:33) Drummingguitaris: gube, hast du brüste? wenn ja, hoffe ich dass du ein mann bist

  • Also, ich bezeichne mich mal als Musiker im Hobbybereich und ich bin der Gegenpool zu Dir par Excellence.


    Ich höre auschließlich Mainstream und dann bin ich noch so boniert, dass es sich zu 90% auf die 70-ger und 80-ger beschränkt.
    Ich habe es mit Jazz probiert, ich habe mir die von Dir angegebenen Links angehört und es passiert gar nichts bei mir.
    Zu kompliziert beim Hören, kein gerader Rhythmus, in meinen Ohren "schräge" Harmonien. Weder berührt mich diese
    Musik, noch gibt sie mir was.


    Ich mag lieber einfache, geradeaus gespielte Sachen.


    Ich muss mich auch nicht ständig weiter entwickeln. Das, was ich kann, reicht für die Art von Musik, die ich mag und spielen möchte.



    Inwiefern hilft Dir das jetzt weiter bei deiner Fragestellung?

    Grüße,


    De' Maddin Set
    ________________________________


    Dängdäng-Dängdäng-Dängdäng
    Bababababaaa-baba - Brack........Meet you all the way....dadadab...usw.

  • Moin ;),


    also ich habe mir, nachdem er mich ja schon seit Tagen anlacht auf dem Portal, doch wirklich den ganzen Thread durchgelesen und werde deshalb mal noch was wichtiges dazu geben, was hier noch fehlt: Nämlich meinen Senf! ( Wolle S. und bluechip: Bitte nicht lesen, möchte nicht für eure Gehirnschmerzen verantwortlich sein!) :D


    Zuerst mal scheint es mir so, als ob der TS sich in einer Szene bewegt, in der der MAINSTREAM der ausgemachte Feind und vom Teufel ist (ohne eigentlich genau zu wissen, was das genau ist. Darum kann er das nicht definieren!) Dazu fällt mir gerade ein, während ich SWR3 höre, die vom Parteitag der FDP berichten: Wähltst du, Zunge, eigentlich dann auch diese Partei? Müsste passen, die sind ja nun ohne Zweifel kein Mainstream, sehr zu ihrem Bedauern. :D


    Nachdem ich doch jetzt tatsächlich den größten Teil meiner inzwischen 43 Lebensjahre Musik höre und dabei durch die unterschiedlichsten Phasen gegangen bin, viele Bands habe kommen und gehen sehen, Musik gemacht und Musik aus der Sicht des Musikmachenden gehört habe, bin ich inzwischen wieder in der Lage, mir Musik aus der Sicht eines "normalen Durchschnittshörers" anzuhören. Für den spielen das Können der beteiligten Musiker oder auch die Komplexität der Musik nämlich überhaupt keine Rolle. Das ist nur für Musiker wichtig. Ebenso werden sich Maler über verschiedene Techniken eines Gemäldes unterhalten, aber ich als Rezepient sehe das nicht UND es interessiert mich auch nicht. Ein Bild gefällt mir oder aber nicht. Und das tut es, weil es mich anspricht...oder eben nicht.


    Gott sei Dank kann ich das inzwischen mit der Musik wieder genauso halten, wenn sie mich anspricht, gefällt sie mir...auch weil ich als Musiker, der auf dem semiprofessionellen Level unterwegs ist, gelernt habe, meine Scheuklappen abzulegen, weil ich gemerkt habe,was mir alles entgehen würde, wenn ich das nicht tue. Und so höre ich Klassik, Weckl, Jazz, Big Band, RHCP, Saga, Yes, Pink und, und, und...


    Ich wünsche dir, lieber Zunge, dass du da auch wieder hin kommst.


    LG


  • Vielen Dank. Ganz, ganz ehrlich. Das ist der Abstand sinnvollste Post hier. Was soll das hier alles? Nichts gegen Diskussionen, dazu ist ein Forum da. Aber "Wie sehen Musiker den Mainstream"? BIDDE???? Ich würde hier gerne noch diskutieren: Wie sehen Musiker den Frühling? Wie sehen Musiker die Bockwurst? Und: Wie sehen Musiker aus? Die Threads folgen in Kürze. Bitte um ähnlich engagierte Teilnahme.
    Muss mich jetzt aber mit Gehirnschmerzen erstmal kurz hinlegen.

    Es freut mich immer, wenn jemand (inTeilen) meiner Meinung ist. Ich hatte zu der von dir zitierten, bewusst provokanten These so etwas wie
    eine Begründung geliefert. Jetzt muss ich über die letzten paar Beiträge feststellen, dass ich wohl mit in die Ecke deiner stiefmütterlich-sarkastischen
    Ablehnungshaltung gestellt werde.
    Bitte lasst meine Zitate doch zumindest im richtigen Kontext stehen, ja? Ich hatte bis eben hier nämlich keine Gehirnschmerzen.

    ...mh.

  • ..Nur weil ich den Mainsteam ablehne, heißt das nicht, dass ich etwas verpasse. Ich bekomme ja zwangsläufig mit, was in der Branche vor sich geht.
    Sei es auf Partys oder das Firmenradio, ich nehme passiv schon etwas auf, nur ist das eben alles.. "dünn". Der Qualitätskontrast zu dem was ich sonst höre ist so gewaltig, dass ich daraus kein Vergnügen ziehen kann.
    Ich habe über all die Jahre keine Positive überraschung erlebt, von dem, was aus dem Radio kommt. Mit einer Ausnahme: Gnarls Barkley - Crazy. Keine Ahnung was, aber der Song hat was.


    Jetzt möchte ich mal etwas von den "Professionellen" Musikern hier wissen, falls sie die Güte haben zu antworten.


    Wieso Studiert man Musik, legt sich ein riesiges repertuare an Techniken an, wenn man dann doch nur den 4/4 bringen soll ?
    Wenn man sein Können nicht ausleben kann und man auf das Wesentliche reduziert wird, kann man dann Musiker noch einen Traumberuf nennen ?
    Was unterscheidet einen als Musiker von einem Arbeitnehmer einer anderen Branche, ist man wirklich "besser" dran ?

  • Mainstream ist für mich Musik, die mehr vom Zuhörer beeinflusst wird, als vom Musiker selber.


    Und als Beispiel von schlechten Bands mit großem Erfolg: Tokio Hotel.


    Für mich liegt der Mainstream zur Zeit im "Utz Utz Bereich", á la Lady Gaga, David Guetta und wie sie nicht alle heißen. Der größte Teil der Lieder, der auf den üblichen verdächtigen Radiosendern läuft, also ffn, Hitradio Antenne, Radio SAW, Jump, 89.0 RTL (nur um die zu nennen, die hier in meiner Umgebung gehört werden) besteht aus simplen 4/4 Takten bei ca. 120 BPM mit nem Basston auf 1,2,3,4 und einem Ton, der in etwa so klingt, als würde jemand mit einer Zahnbürste gegen eine Feuertonne schlagen, auf 2 und 4.
    Warum das so ist? Weil es das simpelste ist, wozu Leute tanzen können... Die Zielgruppe dieser Radiosender hat sich einfach im Alter nach unten entwickelt. Kennt jemand das 89.0 RTL Nacktrodeln? mit 5000 Leuten hat man gerechnet, 15000 waren dort. Da sind die Atzen aufgetreten. Ich kenne die Musik von Frauenarzt aus der Zeit um die Jahrtausendwende... Ich hab das 6 Jahre lang gehört. Wenn man den Texten von damals Glauben schenkt, würde er niemals auf so einem Konzert auftreten. "F**k die Industrie" wurde da auf einem Werk groß propagiert. Das wird es aber auch nur so lange, bis die Dollarzeichen in den eigenen Augen größer werden, als der Wille den eigenen Fans treu zu bleiben. Gut? Schlecht? Das mag ich nicht bewerten. Auch der Musiker reift mit dem Älter-Werden und so wie sich der Geschmack und die Ansichten eines Trommlers in Bezug auf den Sound seiner Trommeln ändern, so ändert sich auch der Geschmack und die Ansichten des DJs in Bezug auf seine Beats, Melodien und Texte.


    Ein Nicht-Musiker hört Musik, ein Musiker (nicht alle, siehe Reed311, nicht böse gemeint) "fühlt" Musik, bzw. versucht sich in sie hineinzuversetzn. Ich tue das auch, aber ich wäre froh, wenn es mir wie Reed ginge und ich Musik endlich wieder hören könnte, ohne ständig auf den Knien rumzutrommeln oder im Takt der Musik die Tasten meiner Tastatur zu bedienen...



    Ich habe im Chat mal einen Link zu einem Song geschrieben, der mir persönlich sehr gefällt. Als Antwort bekam ich zu hören, dass das banaler Dumpfbackenrock wäre. Für mich ist das eine der besten Bands der Welt, die seit über 30 Jahren ein großes Ansehen in der "Punkrockszene" genießen. Dann überlege ich mir wer, das mit Dumpfbackenrock sagt: Jemand, der Teil einer Gemeinschaft ist, die alle das gleiche Hobby haben, aber dennoch individuelle Personen sind, die andere Meinungen zu verschiedenen Dingen haben.


    Diese Band spielt auf nem Festival im Sommer und ich habe mir extra wegen Ihnen eine Karte gekauft. Als der Veranstalter das bekannt gegeben hat, haben die Leute sich beschwert, wie man eine solche Band als Headliner auf diesem Festival spielen lassen könnte. Sie würden dieses Jahr nicht kommen, weil Ihnen das Line-Up nicht zusagt. Das ist ein (Punk-)Rockfestival und eine Band die seit 30 Jahren im GEschäft ist, ist es nicht wert, dort als Headliner aufzutreten? Hm... Aber genau da ist er, der springende Punkt, dessen Name auch dieses Mal "Geschmack" lautet... Ich persönlich freue mich darüber sehr. Broilers, Betontod, K.I.Z., Social Distortion... für knapp 80 Euro... Was will ich mehr? Das Korn und die Beatsteaks da spielen, ist schön, interessiert mich aber nicht, weil ich diese Musik nicht höre.
    Bin ich jetzt ein schlechter Mensch, weil ich Bands, die von tausenden Leuten als gut empfunden wird, nicht mag? Sind Korn eigentlich Mainstream, weil sie mal bei MTV gelaufen sind? Fragen über Fragen...


    Ich muss auch sagen, dass ich mir die meisten Sachen aus der Hörzone nicht anhöre. Das hat auf der einen Seite was mit meiner Internetverbindung und den damit verbundenen langen Ladezeiten zu tun, auf der anderen Seite leigt es daran, dass viele der hier anwesenden Trommler aus der Metalrichtung kommen und mit dieser Musik kann und will ich mich nicht anfreunden. Ja, ich bin engstirnig. Ich höre das, was mir gefällt und sehe mich auch nur in meinem Genre nach neuer Musik um. Wo käme ich hin, wenn ich jeder Sparte nach guter Musik suchen würden? Wer macht das schon? Wir haben ja alle noch n paar andere Kühe zu melken...

    Aber ich möchte fliegen.
    Ganz weit oben, überm Meer.
    Und dann seh' ich all die Scheiße,
    all die Scheiße hier unten gar nicht mehr.

  • ..Nur weil ich den Mainsteam ablehne, heißt das nicht, dass ich etwas verpasse. Ich bekomme ja zwangsläufig mit, was in der Branche vor sich geht.
    Sei es auf Partys oder das Firmenradio, ich nehme passiv schon etwas auf, nur ist das eben alles.. "dünn". Der Qualitätskontrast zu dem was ich sonst höre ist so gewaltig, dass ich daraus kein Vergnügen ziehen kann.
    Ich habe über all die Jahre keine Positive überraschung erlebt, von dem, was aus dem Radio kommt. Mit einer Ausnahme: Gnarls Barkley - Crazy. Keine Ahnung was, aber der Song hat was.

    Du gehst eben davon aus, dass deine Qualitätskriterien objektiv auf Kunst und Musik anzuwenden sind; das ist nicht so. Andere Leute legen andere
    Maßstäbe an, die ziehen dann aus anderen Dingen Vergnügen. Und meiner Erfahrung nach haben Ablehnung und Akzeptanz oft mit
    (dem Fehlen von) Gewohnheit zutun. Was der Bauer nicht kennt, usw.


    Jetzt möchte ich mal etwas von den "Professionellen" Musikern hier wissen, falls sie die Güte haben zu antworten.

    'Tschuldigung, ich nochmal.

    Wieso Studiert man Musik, legt sich ein riesiges repertuare an Techniken an, wenn man dann doch nur den 4/4 bringen soll ?
    Wenn man sein Können nicht ausleben kann und man auf das Wesentliche reduziert wird, kann man dann Musiker noch einen Traumberuf nennen ?
    Was unterscheidet einen als Musiker von einem Arbeitnehmer einer anderen Branche, ist man wirklich "besser" dran ?

    -Frage eins ist wieder von deiner subjektiven Auffassung durchzogen.
    -Musiker wäre in aller Regel das letzte, was ich unter "Traumberuf" verstünde; jedenfalls nicht mehr als andere, "klassische" Berufsformen.
    -Womit deine letzte Frage auch abgedeckt wäre.


    Du müsstest dich evtl. mal von deinem gewissen naiven Idealismus trennen, um die ganzen Gegenstimmen hier zu begreifen, schätze ich.

    ...mh.

  • Wieso Studiert man Musik, legt sich ein riesiges repertuare an Techniken an, wenn man dann doch nur den 4/4 bringen soll ?


    Facepalm.


    Ich befürchte, du hast noch einen weiten Weg vor dir. Und ich befürchte auch, dass du - sollte professionell Musik machen zu deinen Berufswünschen zählen - dir vielleicht was anderes suchen solltest. Zumindest, bis du begriffen hast worum es bei Musik geht.


    Musik ist Sprache. Muss ich mich, nur weil mein Wortschatz und meine Kenntnisse im Satzbau es mir ermöglichen, mit jedem Menschen auf die verschalteltste und komplizierteste Weise unterhalten? Und bin ich deshalb mehr wert als jemand, der das gleiche in simpleren Worten an den Mann bringt? Und wahrscheinlich sogar besser verstanden wird?


    Um die Frage aus deinem Post zu beantworten: Ich für meinen Teil bin professioneller Musiker, d.h. ich bestreite meinen Lebensunterhalt mit dem Spielen von Schlaginstrumenten. Was mich davon unterscheidet, Arbeitnehmer in einer anderen Branche zu sein (neben dem Fakt der Selbstständigkeit) ist, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Und seitdem die beste Zeit meines Lebens habe. Und was besonders wichtig ist: ich fühle mich nach einer intensiven Session im Jazzclub, bei der ich alles aus dem Ärmel gezogen habe, was geht, GENAUSO bestätigt, wie wenn mir ein Produzent im Studio sagt, dass ich einen Take mit straightem 4/4 mit schönem Feel und auf den Punkt eingetrommelt habe.


    Ich weiss ja nicht, ob du schon mal von Leuten wie Jeff Porcaro, Jim Keltner oder JR Robinson gehört hast (du hast sie auf jeden Fall schon spielen gehört, dass garantiere ich dir). Von dem Respekt, den diese Jungs unter Profimusikern auf der ganzen Welt genießen, kann man nur träumen. Warum sollte das kein Ziel sein? Thomas Haake kann getrost verzichten auf Fans wie dich, die die Leistung und Musikalität solcher Helden am Instrument nicht zu schätzen wissen.


    Just my two Cents.


    PS: Natürlich gibt es durchkonstruierte und eher unter Berücksichtigung betriebs- und marktwirtschaftlicher Aspekte kreierte Musik der Marke Bohlen und Ballerman. Diese klammere ich hier bewusst aus. Allerdings definiert sich Mainstream nicht durch selbige.

    "Never play a note, unless it makes the music better."


    Victor Wooten

  • Zitat

    Wieso Studiert man Musik, legt sich ein riesiges repertuare an Techniken an, wenn man dann doch nur den 4/4 bringen soll ? Wenn man sein Können nicht ausleben kann und man auf das Wesentliche reduziert wird, kann man dann Musiker noch einen Traumberuf nennen ?


    Technik ist nur ein Teil, im Grunde sogar der unwichtigere. Technik kann man lernen, das ist eine reine Fleißaufgabe. Die Technik einzusetzen, dass es klingt und funktioniert ist hingegen die wirkliche Kunst bei der Geschichte. Trommler, die bei Zappa und bei AC/DC funktionieren würden sind verdammt selten, erheblich seltener als studierte Trommler …

    Wenn man das Knie sieht, ist die Bassdrum zu klein!

  • Ein Song ist wie ein Uhrwerk, wo jedes kleine Zahnrad wichtig ist. Wenn du als der Drummer an so einem Song mit wirken kannst, und das Endprodukt gut ist, obwohl du "nur" die Bassdrum im Takt getreten hast, hast du nen guten Job gemacht und gut getrommelt.


  • Vielleicht solltest du die Posts mal versuchen zu verstehen, bevor du antwortest. Nur "den" 4/4! Welchen? Die Taktart sagt über den musikalischen Gehalt eines Stückes nichts aus! Das haben die anwesenden "Professionellen" in all ihrer Güte doch bereits geschrieben. Wenn du das nicht begreifen willst, sieht es für dich in einem annähernd professionellen Umfeld sehr einsam aus.


    Ich gebe dir einen Tipp: mach doch mal so ein Drumcamp mit, wo wirklich gute Leute unterschiedlicher Nationalitäten eine Woche lang unterrichten und man Gelegenheit hat, mit ihnen zu sprechen. Über ihre Jobs, ihre Motive. Und dann höre solche Leute mal spielen, wie sie diesen ganzen langweiligen Mainstreamkram auf den Punkt nageln, dass einem Hören und Sehen vergeht. Mit den kleinen Feinheiten, den Ghostnotes, der perfekt austarierten Dynamik, der absoluten Tightness, dem absoluten Gefühl dafür, was passt.


    Und danach fragst du sie nochmal, warum nicht auch du, Zunge, das spielen kann und warum der Kollege dafür eigentlich studiert hat. (Bevor sich hier das nächste Missverständnis einschleicht, nämlich, dass diese Mainstreamjobs leicht seien. Sie sind es nicht!)


    lg
    max

  • Eine Diskussion ist das hier für mich nicht, die meisten sagen nur mal ihre Meinung zum Thema.


    Zum Thema: "Wie sehen Musiker den Mainstream"? Ich bitte Dich....

    Manche sehen es offenbar als ihre Berufung an, auf jeden Fred ab ca. 50 Posts mit den Worten "Voll belanglos, hier gibts nichts zu diskutieren" drauf zu kacken.


    Hm, nicht wirklich. Aber Schwachsinn wird nicht dadurch zu etwas sinnvollem, dass sich 60 Leute dazu äußern.

    Das ist zwar ganz schnuckelig dass sich da wieder einer hervorbringen will mit seiner schieren geistigen Erhabenheit ohne wirklich was zu sagen, aber verdammt es nervt einfach.


    Schnuckelig würde ich das nicht nennen. Und von geistiger Erhabenheit meinerseits kann nun wirklich nicht die Rede sein, wie Du ja selbst festgestellt hast. Du gibst mir sicher recht, dass es balanglose und sinnfreie Threads gibt, richtig? Nun darf man sicher darüber streiten, ob dieser Thread hier dazu gehört. Ich meine: Ja. Allein schon deshalb, weil es keinen Mainstream gibt, zumindest nicht nach allgemein gültigem Verständnis. Und deshalb ist die Frage des TO nicht zu beantworten.


    Stephan

  • Nur weil ich den Mainsteam ablehne, heißt das nicht, dass ich etwas verpasse. Ich bekomme ja zwangsläufig mit, was in der Branche vor sich geht.


    Aber es besteht ein Unterschied zwischen "ich bekomme das mit" und "ich setze mich damit auseinander." Das eine hat mit dem anderen nix zu tun, wenn man aber den letzteren Schritt vollzieht, können sich einem neue Welten erschließen, die man auf Grund der Scheuklappen nicht sehen kann und wollte. Es gibt natürlich auch Musik, die mir nicht gefällt und die ich nicht gerne oder überhaupt höre, trotzdem muss ich sie nicht mehr abqualifizieren, sondern kann sie auch unkommentiert stehen lassen und zugestehen, dass es eben Leute gibt, die das gut finden. Und ich brauche das auch nicht mehr für mein Selbstwertgefühl, mich von denen abheben zu müssen, nur weil ich "Musiker" bin. Wir haben nicht die Aufgabe, das Volk zu (in unseren Augen) guten Musikgeschmack zu erziehen, sondern die Leute zu unterhalten und ihnen zu einem guten Gefühl zu verhelfen. Wenn wir das hinbekommen...Mission accomplished. ;)


    Wieso Studiert man Musik, legt sich ein riesiges repertuare an Techniken an, wenn man dann doch nur den 4/4 bringen soll ?


    Weil man als professioneller Musiker auch gerne mal was essen möchte und Miete und Strom bezahlen muss, bringt man gerne den 4/4, wenn er verlangt wird, ich auch als Semiprofi. Trotzdem übe ich bei Gelegenheit und versuche mich zu verbessern...für mich, weil ich einfach das Schlagzeug weiterhin erforschen möchte, weil es das ist, was mich am Instrument fasziniert. Der Weg ist das Ziel...


    Wenn man sein Können nicht ausleben kann und man auf das Wesentliche reduziert wird, kann man dann Musiker noch einen Traumberuf nennen ?


    Wenn du mit etwas Geld verdienen kannst, was dir Spaß macht, hast du einen Traumberuf. Musiker gehört mit Sicherheit nicht dazu, da musst du eben auch mal die Ar***backen zusammen kneifen und Sachen machen, die keinen Spaß bringen, aber Brot und Butter. Trotzdem macht dir das Musizieren überwiegend Spaß, also vielleicht hast du dann doch ...?


    Was unterscheidet einen als Musiker von einem Arbeitnehmer einer anderen Branche, ist man wirklich "besser" dran ?


    Nein, s.o.


    Ein Nicht-Musiker hört Musik, ein Musiker (nicht alle, siehe Reed311, nicht böse gemeint) "fühlt" Musik, bzw. versucht sich in sie hineinzuversetzn. Ich tue das auch, aber ich wäre froh, wenn es mir wie Reed ginge und ich Musik endlich wieder hören könnte, ohne ständig auf den Knien rumzutrommeln oder im Takt der Musik die Tasten meiner Tastatur zu bedienen...


    Ich fasse das auch nicht böse auf, Silvio, aber ich denke, da besteht noch ein Unterschied. Gerade Nichtmusiker "fühlen" Musik eher, wir neigen sofort zum Analysieren. Das hat aber nix mit Gefühlen zu tun. Eher, wenn Billy Joel es schafft, mir mit Leningrad einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen. Und dies ist für Nichtmusiker, glaube ich, viel entscheidender. :)


    LG

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