Wie Radfahren - trotz Pause nichts verlernt?

  • Die Tour de France wirst du aber eben nach einer Auszeit nicht mehr gewinnen


    Spielt Ihr denn alle "Tour de France " am Set oder anders gesagt: Spielt Ihr immer überm Limit?


    Für mich ist Schlagzeug Entspannung - für viele von Euch offensichtlich überhaupt nicht.


    .

    Schöne Grüße - Rainer K. aus B. an der W.

  • Na ja...was heißt "Entspannung"???


    Um auf einen Gig hinzuproben...da steckt ja nunmal ne`Menge Arbeit drin. Sei es, um neue Stücke gut rüberzubringen, sei es, um das ständige Repertoire sicher darzubieten. Dies gilt vor allem, wenn die Proben nicht so regelmäßig stattfinden.


    Gruß Ferdi

  • Wenn man kein auf extreme Geschwindigkeiten ausgelegtes Spiel hat, geht da mMn relativ wenig an Kompetenz flöten. Sachen wie Unabhängigkeit und sowas beherrscht man in der Regel nach kürzester Zeit wieder, an Basics dürfte kaum was verloren gehen. Bei sehr langen Pausen (mehrere Jahre), sieht das möglicherweise etwas anders aus, aber allgemein würde ich das sehr entspannt sehen.
    Aber es kommt auch auf die Ansprüche an. Pros merken die Unterschiede nach kürzeren Pausen vermutlich schon stärker, weil sie sich besser selber beobachten und bewerten können; bei mir ist das meistens so, dass wenn wir einen Songs lange (min. ein halbes Jahr) nicht gespielt haben und es dann beim ersten Versuch nicht sehr rund läuft, ich trotzdem denke: Ist ja für ein halbes Jahr nicht spielen gar nicht schlecht :) .


    Grüße, Philip

  • bei mir ist das meistens so, dass wenn wir einen Songs lange (min. ein halbes Jahr) nicht gespielt haben und es dann beim ersten Versuch nicht sehr rund läuft, ich trotzdem denke: Ist ja für ein halbes Jahr nicht spielen gar nicht schlecht .


    ...das nennt man "positives Denken"! :thumbup:


    Gruß Ferdi

  • Probe im Moment aus politischen Gründen nur einmal die Woche mit Band, daheim komm ich z.Z. nicht dazu.
    Daher bin ich jedesmal so aufgeladen, daß ich hinterher fast immer denke :"Man hast Du heute geil gespielt!"

    Haha, absolut identische Situation wie bei mir. Habe dann auch immer das Gefühl, bei den Proben/Gigs supergeil gespielt zu haben.
    Demletzt hab ich das ganze dann mal mitgeschnitten... Ganz große Ernüchterung. :wacko:

  • Hallo,


    Du spielst wenigstens ein Superstar, da brauchst du keiner zu sein


    Sagt der Richtige.


    Spielt Ihr immer überm Limit?


    Ei, sicher, immer Vollgas, wer bremst, verliert.


    Ich bin ja ein Freund von kontinuierlichem Üben und ein Verfechter von Gewebefellen, Neopren- und Gummimatten und Platz ist in der kleinsten Hütte, aber auf mich hört ja keiner/kaum jemand.


    Grüße
    Jürgen
    Superstar (-besitzer)

  • Es wird sicher darauf ankommen, auf welchem Level man vor der Pause war und wie lange schon. Bei mir waren beide Werte niedrig und ich kann jetzt nach einem Jahr Beinbruch-Pause wieder so gut wie von vorne anfangen (die Theorie vergisst man natürlich nicht).
    Fahrradfahren geht besser.

    -
    Gesendet von meinen Babyphone mit Papatalk

  • .................................
    Ich bin ja ein Freund von kontinuierlichem Üben und ein Verfechter von Gewebefellen, Neopren- und Gummimatten und Platz ist in der kleinsten Hütte, aber auf mich hört ja keiner/kaum jemand.


    Grüße
    Jürgen
    Superstar (-besitzer)

    ...... sagt der Mann, der im Gebein eh' eine recht durchtrainierte Muskulatur haben muss, da seine Roto-Toms in Basketballkorb-Höhe aufgehängt sind. Das hält selbstredend - auch ohne Fahrrad- fit. :)


    See

    "Pommes/currywurst hat einfach seine eigenen Gesetze."
    (c) by frint / 2008


    "Es macht so viel Spaß, ein Mann zu sein, das können sich Frauen gar nicht
    vorstellen!" (c) by Lippe / 2006

  • Off-Topic: Naja, bei Herrn K ist das so eine Sache: Er ist nicht der Größte sitzt relativ niedrig und da sind die Wege nach oben dann schon weiter. Abgesehen davon, er radelt desöfteren auch zum Proberaum, zumindest bis 02/12.

    Wer leichter glaubt, wird schwerer klug!

  • ...das nennt man "positives Denken"! :thumbup:

    Nee, ich finde das eher realistisch. Das Tolle ist ja: Nach 3-4 spielen und im dümmsten Fall mal in den eigenen Kram reinhören sitzt das wieder, als obs nie ne Pause gab. Ist natürlich alles wieder rein subjektiv, aber ich bin mir sicher, dass "tief" gespeicherte Dinge nicht so einfach verloren gehen, man muss nur den "Link" wieder aktivieren und macht dann genau dort weiter, wo man vorher stand. Das Anspruchsvolle für einen Profi ist eben, möglichst viele Links permanent aktiv zu halten; als Bandspieler (der nur eine Band oder mehrere stilistisch ähnliche Bands) ist das nicht so wichtig, da reichen gewisse Standards.

  • Bei ir ist das unterschiedlich, hab schon mal 2 Wochen Pause gemacht und gedacht es geht nichts mehr, jetzt habe ich letztens 3 Wochen Pause gemacht und hatte das Gefühl ich bin besser als vorher. Ich glaube das kann man garnicht so genau festlegen.


    edit: Ansonsten finde ich, man ist immer schneller auf dem ursprünglichen Level als man denkt.
    Jeden Tag für 5 Minuten einfach mal die Stöcke in die Hand zu nehmen und auf den Schenkeln zu trommeln hilft auch.

    (19:45:39) _kaotical_: ich wollte schon immermal in irgendwessen signatur
    (01:13:44) seppel: unglücklich sein hat eine ganz besondere qualität. hält länger an als glücklich sein. das muss man auch mal positiv sehen.
    (21:32:33) Drummingguitaris: gube, hast du brüste? wenn ja, hoffe ich dass du ein mann bist

    Einmal editiert, zuletzt von Michelchen ()

  • Ich denke, je höher dein Level ist, desto stärker macht sich eine Spielpause bemerkbar.


    Das wurde ja hier auch schon öfter gesagt, ich wollte aber nicht alle meine Vorredner zitieren.


    Ich sehe es auch so.
    Ich hatte von 1998 bis 2005 eine fast durchgehende Pause, aber anschließend ging es trotzdem ziemlich ohne Probleme weiter.
    Erst später habe ich mich intensiver mit dem Schlagzeug auseinandergesetzt, und ich denke, wenn ich heute eine längere Pause machen müsste, dann bräuchte es wieder seine Zeit, um ordentlich reinzukommen.
    Das heißt jetzt nicht, dass ich auf einem hohen Niveau spiele, aber es ist schon ein höheres als 1998. Hoffentlich.


    Leider spiele ich meistens nur einmal pro Woche in der Bandprobe, und das ist ziemlich wenig. Aber meiner Meinung nach nicht zu wenig, um groß rauszukommen aus der Materie.

  • Also ich kann dir sagen, dass ich nach dem Erlernen eine schöpferische Pause von ungefähr acht Jahren eingelegt habe und so gut wie überhaupt nichts verlernt habe. Ich war selbst erstaunt, dass ich selbst die älteren Sachen noch recht gut beherrsche.

  • Haha, absolut identische Situation wie bei mir. Habe dann auch immer das Gefühl, bei den Proben/Gigs supergeil gespielt zu haben.
    Demletzt hab ich das ganze dann mal mitgeschnitten... Ganz große Ernüchterung. :wacko:


    ...schon wieder lustig: Hab ich letztens auch gemacht - ich fand's aber wirklich ganz OK, vor allen Dingen sind mir Licks aufgefallen, die ich so gar nicht wieder reproduzieren könnte, so aus der Spielfreude heraus.
    Aber glücklicherweise ist mein Anspruch natürlich meinem Level angepasst :whistling:

    An meine CDs lasse ich nur Haut und Wasser... !


    "E.F. stört wiederholt durch unqualifizierte Bemerkungen und widerspricht fortwährend!"
    (Klassenbucheintrag 1983)

  • Ich hatte 2006/2007 zehn Monate, in denen ich weit fern der Heimat - und fern von meinen Drums - gelebt habe. In der Zeit saß ich höchstens 5-6 mal an nem Drumset. Danach hab ich direkt wieder in verschiedenen Bands angefangen und brauchte dann so ca 3 Monate, um wirklich wieder auf das Level zu kommen, dass ich vorher hatte. Natürlich hab ich das trommeln dabei nicht verlernt, aber gerade beim Micro-Timing und der Kontrolle über die Sticks und Pedale in schnelleren Passagen, hat es doch ganz offensichtlich gehakt. Also wäre der Vergleich: Ich konnte noch Fahrrad fahren, aber es war erstmal irgendwie wackelig. Ob das Außenstehenden so auffallen würde, weiß ich nicht, aber ich hab es deutlich gemerkt.


    Im Moment mach ich sowas ähnliches nochmal durch, da ich gesundheitsbedingt einige Zeit komplett ausgesetzt habe. Ich übe nun wieder - zunächst auf geringem Level - und bemerke natürlich wieder, dass es nicht so sauber läuft, nur dass diesmal noch leichte motorische Probleme wegen der Beschädigung dabei sind, und ich nicht immer sicher sagen kann, was jetzt wegen mangelnder Übung verloren gegangen ist, und was "nur" krankheitsbedingt scheiße klingt ;)


    Grundsätzlich würde ich bei mir aber schon sagen, dass es einen riesigen Unterschied zwischen Zeiten mit regelmäßiger Übung, und stinkfaulen Zeiten gibt, und ich kann sicher niemandem raten, einfach mal mit dem Üben aufzuhören.

  • Hallo Ingo,


    Also ich habe zwischendurch 7 jahre Pausiert und davor 7 jhare täglich bis an die 5-6 Stunden gespielt.
    Was war nach dieser pause? Natürlich konnte ich erstmal nichts mehr...blasen an den Händen gratis dazu.
    Nun bin ich seit gut 2,5 jahren wieder dabei und habe mich fast wieder an das nivieau von damals herangespielt. In vielen dingen bin ich aber auch beseer, weil ich aus damaligen fehlern gelernt habe.


    Es gibt aber immer wieder situationen, wie z.B Akzente, die meine schwache rechte Hand von anfang an besser konnte, als ich wieder dabei war. woher kommt das?
    Ich kann mir nur erklären, dass es immer noch zehrt von der Zeit vor der Pause. Über viele dinge wie koordination musste ich mir nicht mehr so viel gedanken machen.
    Es kommt einem anfangs so vor, als ob nichts funktioniert, aber wenn man es auffrischt und übt ist es dann aber auch recht schnell wieder da.


    Klar kommt man durch länger Pausen nicht weiter, aber Mut machen sollte einem, dass man das, was man gut gelernt hat auch schnell wieder erreichen kann.
    Insofern ist die Analogie zu Radfahren schon sehr treffend. Zum glück müssen wir keine sporlichen höchtleitungen erbringen. Schließlich machen wir musik und da gewinnt man die rundfahrt nicht unbedingt durch geschwindigkeit ;) .


    Also Kopf hoch. Ich kann zur zeit auch nicht ganz das pensum der letzen 2,5 jahre Halten. Es kommen aber auch wieder bessere Zeiten welche ich nutzen werde.
    Versuch vielleicht zumindest täglich 1/2 Stunde am pad zu sielen. Das is nicht viel, lässt das das Zwischentief aber weniger drastisch ausfallen. Wenn ich wähend der woche mal wenig Zeit habe veruche ich maximal 2 tage pause zu haben und sei es, dass ich an dem tag dazwischen nur 1 Sunde übe.
    Es bringt nicht viel 5 tage zu pausieren und zu versuchen am WE die ganzen Stunden nachzuholen. (Das ist der Radsportler, der nicht trainiert und nur am WE einen Wettkampf hat....irgendwann macht der schlapp) Die Zeit, die mir zu verfügung steht verteile ich möglichst gleichmäßig auf die woche. So kann man am WE an neuem arbeiten, ohne sich erstmal wieder geschmeidig spielen zu müssen.


    Ich hofffe das hilft


    LG


    Matthias

  • Ja, es hilft! Am Freitag konnte ich endlich mal wieder spielen. Fahren kann ich noch, aber ja, die Tour de France wäre nichts für mich. Es lief also nicht ganz rund. Das ist meinen Mitspielern aber nicht so aufgefallen, da ich immer wieder zum Groove zurück gefunden habe. Einfachere Sachen waren kein Problem. Aber, es war echt toll, mal wieder zu spielen!

    Wer leichter glaubt, wird schwerer klug!

  • Die ganzen Drummer der Bands die ständig auf Tour sind üben nicht ohne Grund 3-4 Stunden am Tag...sosnt würden sie ein ganzes Live-Set weder von der Ausdauer noch von der Spielgenauigkeit durchhalten. Ich habe leider auch das harte Los, dass der Proberaum meiner Band zu weit weg ist, um jeden Tag reinzukönnen...ich wünsch mir bei den Proben dann immer, dass ich mehr Zeit zum Üben hätte :(
    Wobei ich sagen muss, Technik ist dabei eine gute Brücke. Ich hab ne ziemlich effektive Sticktechnik von meinem Lehrer beigebracht bekommen. Leider konnte er mir keine so effektive Technik für die Double Bass beibringen, da er nur Singlepedal spielt. Daher ist das bei mir so - eine Woche kein Schlagzeug:
    für Hände kein Problem; für die Füße allerdings ein riesiger Stolperstein...
    Was ich damit sagen will, wenn man nicht regelmäßig üben kann, ist eine brauchbare Technik eine durchaus gute "Krücke". :)


    (Ich habe jetzt nicht alle Beiträge vorher gelesen, falls das schon so gesagt wurde - ich will nicht klugscheißen)

  • Ich habe nun noch einmal einige Antworten hier durchgelesen und habe den Verdacht, dass es vor allem wohl die Double-Bass-Spieler sind, die nach längeren Pausen Probleme haben. Oder liege ich da falsch? Ich selber finde es nicht so schlimm, zwischen den Proben eine Woche zu pausieren, und ich glaube nicht, dass das so ist, weil ich der geniale Schlagzeugüberflieger bin. Ich denke vielmehr, dass es bei der Musikrichtung, die ich mit meiner Band spiele (Rock im Stil der 70er), nicht so hoch hergeht wie bei dem Metalzeugs. :huh:

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