Woran erkennt man einen guten Lehrer bzw guten Unterricht

  • Hi,

    Sei immer Trommler, höre immer was in deiner Umgebung abgeht. Wenn ein Zug beim Verlassen eines Bahnhofs über eine Weiche fährt, kommt manchmal ein Rhythmus dabei raus.

    ja, das finde ich gut! Offen bleiben für Reize, die nicht mit Fuma, Double und blablabla zu tun haben. Ich würde aber noch weiter gehen: Sei immer Musiker!


    Mir geht die Selbstbezogenheit der meisten Musiker (mich eingeschlossen) auf die Nerven. Die wahrhaft Großen Musiker haben nicht (nur) auf ihr Spiel/Instrument geschaut, sondern auf das Ergebnis (ich denke da nur an Miles Davis oder Marcus Miller).


    Wenn wir so hören, üben und spielen würden, wäre schon viel gewonnen. Ich würde zum Beispiel schon beim Üben mal versuchen, einige Ghost Notes, Fills und Spielereien wegzulassen. Aber das kann ja noch kommen ... :-)


    Grüße
    Hajo K

  • Nee,

    ...ein guter Lehrer geht den Mädels nicht an die Wäsche

    Einspruch. Das ist kein Qualitätskriterium, das ist ein K.O.-Kriterium und ggf. was fürs Gericht. Von gesetzlichen Mindestvoraussetzungen und Selbstverständlichkeiten sollten wir hier gar nicht erst anfangen. Ich weiß natürlich auch, dass es Menschen gibt, die sich auch daran nicht dran halten, aber das hat mit Qualitätsunterricht nichts zu tun.


    Gruß
    Hajo K

  • ...für mich auch KO...
    ABER auch eine Sache der Seriösität, worauf ich eigentlich hinaus wollte und DAS ist für mich definitiv ein Qualitätskriterium.
    War vll. etwas lapidar und unvollständig in den Raum gestreut... :D


    ...aber Seriösität ....Aussenwirkung empfinde ich als sehr wichtige Eigenschaft. Und wenn es jetzt nur eine Eigenschaft ist.


    Aber natürlich ist auch das Verhalten ggü. Kindern und jungen Menschen sehr wichtig, immerhin "übergibt man seinen Nachwuchs in die Obhut..." - für eine gewisse Zeit.
    Ich weis nicht, ob das Verantwortungsbewusstsein so eine Selbstverständlichkeit für jeden ist, auch, wenn man dies gerne als Selbstverständlichkeit erwartet.
    Den Eindruck erhält man gerne selbst, oder auch durch positiven Zuruf. Daran mag man einen guten Lehrer erkennen, bzw. guten Unterricht.
    Nicht unbedingt durch das Vermögen das Instrument gut zu beherrschen.... sicher wurde das schon angesprochen, ich habe den thread jetzt nicht gelesen, aber das muss ich nicht um meine Meinung kund zu tun.
    Ist auch ohne Bezug zu anderen posts...


    Als Lehrer ist man ja auch im menschlichem Sinne gewissermaßen Vorbild, oder hat Vorbildfunktionen - das muss jetzt nicht einmal mit der inhaltlichen Qualität des Lehrstoffes und dessen Vermittlung zu tun haben, obwohl
    sich das nicht ausschliessen lässt, bzw. mehr oder weniger sogar bewusst Teil des Lehrstoffs/der Unterrichtsmethodik ist.

    5 Mal editiert, zuletzt von °_° MAD ()


  • Da kommt man sowieso immer zu dem Punkt, den ich allen meinen Schülern predige, Tag ein Tag aus:
    Ihr müsst in Bands spielen, mit lebendigen Musikern. Nur für sich üben alleine reicht nicht aus, um ein Instrument zu erlernen und vor allem lernt man dadurch nicht, Musik zu machen.
    Ich finde ja, dass der musikalische Autismus heutzutage eins der grössten Probleme ist.

  • Hi,

    Ihr müsst in Bands spielen, mit lebendigen Musikern. Nur für sich üben alleine reicht nicht aus, um ein Instrument zu erlernen und vor allem lernt man dadurch nicht, Musik zu machen.

    naja, aber es fühlt sich so an! Ich kann das schon verstehen: Die Technologie ermöglicht mir heute, mit wirklich exzellenten Musikern (hinter dem Playalong, teilweise mit den Mastertapes) zu spielen. Mit erschwinglichen Kameras kann ich mich dann auch noch in Szene setzen, das hätte mich als Jugendlicher vermutlich auch gelockt. Der Start mit anderen Anfängern ist da natürlich ... sagen abenteuerlicher. Aber genau hier beginnt er ja, der steinige Weg zum besseren Musikersein. Tja ...


    Zum Glück gibt's neben Rock 'n' Roll ja noch die beiden anderen Dingsda, wie hieß das noch gleich. Mit den Lockmitteln wird das Live-Mucken wohl nie aussterben. :-)


    Grüße
    Hajo K


    P.S.: Two ... ich hab eben bei Thomann nach diesem Hum-Dingens gesucht aber nix gefunden. ;-)

  • Zitat

    Ich finde ja, dass der musikalische Autismus heutzutage eins der grössten Probleme ist.


    Kann ich nicht nachvollziehen.In dieser Schärfe schon garnicht.


    Frag´doch mal Deine Schüler so zwischen 13 und 18 wie viel Hip-Hopper, Skater, BMX-Radler, World of Wix-Craft, Skyrim, DJ-Fans und Magix Musicmaker-"Artisten" sie in ihrer Klasse oder in Parallelklassen haben.
    Danach bitte mal fragen wieviele in den Klassen bekannt sind die aktiv und engagiert E-Gitarre spielen und in Relation setzen.


    Ich weiß die privaten Musikschulen sind voll von jungen Musikanten. Gleichwohl scheint! (?) sich paradoxerweise der Pool über längere Zeit engagiert musizierender in den öffentlichen Schulen reduziert zu haben bzw. den verbliebenden kaum Freizeitrecourssen für das aktive und wiederholte (Band)Musizieren zur Verfügung zu stehen.


    Vielleicht müßte man mal eine Erhebung machen und alles ist vielleicht ein Mißverständnis oder schwerer Wahrnehmungsbias meinerseits.
    Aber ich kenne zig Schüler die ich bitte (bitten muß) mit ihrem Musiklehrer der Schule das Gespräch zu suchen um herauszufinden ob irgendwo in Altersnähe ein Mitschüler die Schule besucht der Bass, Keyboard oder E-Gitarre spielt bzw. noch einen Nachmittag im Terminplaner Zeit hat.


    Natürlich kann man einwenden Handy und Internet machen die Kontaktaufnahme und Musikersuche doch so leicht wie noch nie.

  • Absolute Zustimmung mit Drumstudio 1! Der Faktor "Zeit" ist für den Schüler von heute so entscheidend wie noch nie und neben Nachhilfe (wer kein Abitur hat, hat keine Chance mehr...), Lerngruppe etc. kommen die wenigsten Kids noch dazu, sich selbstbestimmt einem Hobby zu widmen. Die Zeiten, in denen man (also meine Generation) noch um zwei zu Hause war, ein paar Hausaufgaben erledigt wurden und es dann auf den Bolzplatz (später den Bandprobenraum) ging, sind nach meiner subjektiven Wahrnehmung schon lange vorbei.


    Eine höchst bedenkliche Entwicklung, wie ich finde....

    Lässig kommt von Lassen. Klingt komisch - ist aber so!


  • Eine höchst bedenkliche Entwicklung, wie ich finde....


    Ja.... aber das zieht dann gesellschaftlich allerweiteste Kreise und man muss sehr weit ausholen.


    Diejenigen, die diese Entwicklung nicht mitgehen (können), oder durch das Raster fallen, es nicht packen... werden von dieser Entwicklung "ausgespuckt".


    Diejenigen haben dann evtl. die Möglichkeit als Musiker zu Ruhm zu gelangen, da diese Menschen teils mehr Höhen und Tiefen des Lebens kennenlernen musste... eben durch "diese" Entwicklung.
    Tiefere Tiefen und höhere Höhen und verarbeiten das musikalisch.... Beispiele hierfür muss man wohl keine nennen... ob Musikstücke oder Musiker.
    Sex, Drugs & Rock n Roll....


    So gesehen gibt es zu einer "normalen Musikerkarriere" immer noch einen "2ten Bildungsweg" :D ...den von tief drunten :P


    Vielleicht werden viele Erwartungshaltungen schnell zerstört, weil in unsererer Leistungsgesellschaft scheinbar alles nach Schema "Höher, Schneller, Weiter..." gehen soll.
    Irgendwie scheinen nur irgendwelche Extreme einen Wert zu haben, langweilige Normalität interessiert wohl keine Sau....


    Hier wäre vll. ein "guter" Lehrer derjenige, der einem die Freude an Instrument vermittelt und die Trommelei auch als Ausgleich zu den vorkommenden Belastungen vorlebt...


    ...mit dieser man Spaß erleben kann, sich gesund bewegt, schwitzt, soziale Kontakte pflegen kann... die Birne frei bekommen kann - ohne jetzt dabei einem unbedingtem Leistungsdruck zu unterliegen.
    Vll. sollte man als Lehrer die jeweiligen Stärken und Schwächen des Schülers wahrnehmen, so dass dieser hier "regulierend" eingreifen kann.


    Ich habe vor gefühlten Jahrzehnten selbst mal Unterricht gegeben, hab versucht innerhalb kurzer Zeit viel mitzugeben und demjenigen Erfolgserlebnisse zu ermöglichen - da sollte man auf
    die individuellen Möglichkeiten eingehen und eben nicht ultrastier nach schematischem Programm vorgehen.
    ...auf die Leute eingehen... zuhören, selbst geduldsam sein und auch vermitteln, dass Erfolg nicht alles ist, es auch kleine Erfolge gibt und Erfolgserlebnisse natürlich auch gewisse Anstrengungen erfordern.


    Diese sind nicht käuflich, und auch nicht unbedingt durch hohen Geldeinsatz forcierbar, kompensierbar - auch, wenn beispielsweise eine sehr teure Fußmaschine das eigene Spiel sicher nicht behindert...


    Mir kommt es wirklich oft so vor, dass vieles (ist halt in der Internetzeit auch so) endlos ausdiskutiert werden will, zerredet wird, es zu viele einzige Wahrheiten gibt... anstatt sich auch mal
    den kleinen Dingen zu widmen, oder eben auch vielen "Nebensächlichkeiten", die zum Trommeln gehören... man sehr oft abgelenkt wird, vom Ziel abdriftet.


    Das Schlagzeug ist so ein komplexes Instrument, allein mir deren Einzelkomponenten kann man sich lange, bis ewig aufhalten... 8o


    Kurz gefasst ("guter Lehrer"):


    - Seriösität, erfolgsorientiert
    - individuelles Eingehen auf den Einzelnen
    - dem Schööler Erfolgserlebnisse verschaffen
    - zuhören können, volle Aufmerksamkeit widmen u. ggf. reagieren
    - Schwächen/Stärken - erkennen/fördern/entgegenwirken
    - bei Bedarf von der Schematik abweichen können (nicht stier Schema "F")
    - den Unterricht interessant gestalten
    - Freude, Spaß erleben lassen
    - individuelle Aufgaben stellen
    - Erlerntes wiederholen lassen, "prüfen", ob Aufgaben gelernt wurden
    - bei Problemen ggf. alternative Aufgaben vorziehen, oder auch vertiefen lassen
    - Möglichkeit zur Eigenentwicklung geben
    - einen soliden "Grundwissendatenstamm" vermitteln (theo. Wissen, breite Spielpraxis zeigen... =Vielfalt)
    ...und vll. auch etwas abseits Anprechpartner für themenfrende Dinge zu sein..


    Sicher kein Brainstorming mit Vollständigkeitscharakter, da fallen mir heute Nacht gewiss schlagartig wichtigere Dinge zum Thema ein, oder denke... wasn Schwachsinn haste geschrieben :D
    Im Prinzip versetze ich mich in meine Jugendzeit und "forme" mir gedanklich meinen Wunschlehrer, zu dem ich staunend aufschaue, den ich aber in 3 Monaten an die Wand spielen will.... und habs nicht begriffen :huh:


    Zum schlechten Lehrer würden mir jetzt auch viele Eigenschaften einfallen :thumbup:
    ...aber ich will keine Namen nennen :P

    4 Mal editiert, zuletzt von °_° MAD ()

  • Moinsen,


    mit großem Interesse hab ich den Thread hier verfolgt und konnte einiges nützliches für mich herausziehen...


    Das Ding ist aber, was macht man wenn man keinen Lehrer vor Ort findet und man musikalisch gesehen eher im Ödland lebt?
    Ein guter Kumpel von mir arbeitet an einer Musikschule in Köln als Gitarrenlehrer und hat mir da jetzt einen Gutschein für den Schlagzeuglehrer organisiert. Dann bin ich dieses Jahr noch in der Toskana bei nem Seminar...das ist auch alles super und freut mich auch wirklich, aber es fehlt einfach jemand der mich Woche für Woche da abholt wo ich gerade stehe, auf technische Schwächen eingeht uswusf...


    Es gibt YouTube, drumfreaks etc.aber das ist halt alles nicht durch einen Lehrer aus Fleisch und Blut zu ersetzen. ..
    Naja, genug geheult...falls sich bei mir in der Region doch mal was neues auftun sollte, hab ich jetzt ja genug Ratschläge die es zu beherzigen gilt;)


    Gruß,
    Grim

    Ich brauche keine Signatur!

  • Moinsen,mit großem Interesse hab ich den Thread hier verfolgt und konnte einiges nützliches für mich herausziehen...Das Ding ist aber, was macht man wenn man keinen Lehrer vor Ort findet und man musikalisch gesehen eher im Ödland lebt?Ein guter Kumpel von mir arbeitet an einer Musikschule in Köln als Gitarrenlehrer und hat mir da jetzt einen Gutschein für den Schlagzeuglehrer organisiert. Dann bin ich dieses Jahr noch in der Toskana bei nem Seminar...das ist auch alles super und freut mich auch wirklich, aber es fehlt einfach jemand der mich Woche für Woche da abholt wo ich gerade stehe, auf technische Schwächen eingeht uswusf...Es gibt YouTube, drumfreaks etc.aber das ist halt alles nicht durch einen Lehrer aus Fleisch und Blut zu ersetzen. ..Naja, genug geheult...falls sich bei mir in der Region doch mal was neues auftun sollte, hab ich jetzt ja genug Ratschläge die es zu beherzigen giltGruß,Grim


    Hi, Grim, ich wohne auch eher in einem kleinen Kaff und hier gibts insgesamt 3 schulen wovon 2 privat sind.
    Ich wünsche dir viel glück bei der lehrersuche!
    Hab leider noch nicht anfangen können, wegen krankheit. ;(

  • Zitat


    Das Ding ist aber, was macht man wenn man keinen Lehrer vor Ort findet und man musikalisch gesehen eher im Ödland lebt?


    Das macht es natürlich nicht ganz einfach. Es gibt einige gute Lehrmaterialien heutzutage, die einem auch so weiterhelfen, einige Bücher/Anleitungen, Videos von Schlagzeuglehrern, also da geht schon ein wenig etwas. Vor allem sollte man eines, nämlich selbstkritisch sein. Das eigene Spiel aufnehmen, auch auf Video, um später zu sehen, wo es hakt, wo der Körper verkrampft, wo die Körperhaltung nicht stimmt. Ob das, was man spielt zuviel des guten ist, ob weniger mehr ist. Ob der Set-Aufbau überhaupt stimmig ist. Sitzt das Timing? Wer sich ständig hinterfragt, kann sich auch verbessern. Denn letzlich hinterfragt ein Lehrer im Grunde ja auch nur, was du da machst und zeigt dir dann (hoffentlich) wie es besser geht, bzw. wo der Fehler liegt (okay, das ist jetzt sehr vereinfacht, aber ich denke, du weißt, worauf ich hinauswill). Was du natürlich komplett selbst machen musst, ist dir einen sinnvollen Trainingsplan machen. Nicht zuviel auf einmal, sondern z.B. nur Off-Beats üben. Oder Triolen, oder Stärkung der linken Hand, etc.. Ein, zwei Übungen pro Sitzung, das aber intensiv. Und danach 10 Minuten "jammen", für den Spaß und für's lockern und evtl. erstem Anwenden des geprobten.


    Übrigens muss man nicht zwangsläufig einen Lehrer bzw. Unterricht zu haben, um richtig gut zu sein. Keith Moon und Buddy Rich hatten z.B. nie Schlagzeugunterricht. Und so schlecht waren die ja nun nicht. ;)

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • Übrigens muss man nicht zwangsläufig einen Lehrer bzw. Unterricht zu haben, um richtig gut zu sein. Keith Moon und Buddy Rich hatten z.B. nie Schlagzeugunterricht. Und so schlecht waren die ja nun nicht.


    Ohne mich mit diesen beiden vergleichen zu können, trifft das für mich auch zu.....
    Der Grund dafür ist einfach: Die Finger zum Zählen an einer Hand konnte man sich sparen, um Musikschulen für Popularmusik mit heute vergleichbaren Finanzierungsmodellen zu finden.


    Es gab sie zu meiner Anfängerzeit (1968/69) einfach nicht.


    Von den beiden besten Schlagzeugern, die ich in Bremen kannte, hatte einer eine klassische Ausbildung, der andere war Autodidakt wie ich.
    Trotz fehlender pädagogischer Ausbildung wären beide für mich zu teuer gewesen (60,--DM je Std.) Das war zu damaliger Zeit unerschwinglich.


    Letzten Endes nahm ich deswegen keinen Unterricht, da meine "Fähigkeiten" als Hobbytrommler auch immer ausgereicht haben, um in Bands bestehen zu können, deren Mitglieder zu großen Teilen (bis heute) professionelles Niveau hatten und mich neben sich akzeptierten.


    Das hatte einerseits mit viel Glück zu tun, auf der anderen Seite war die Konkurrenz mit heute nicht zu vergleichen. Außerdem war ich nie in "Gefahr", jemals Profimusiker werden zu wollen, da ich ihre Lebenssituationen hautnah miterlebte - das war kein Zuckerschlecken (wie im Übrigen ja heute noch).


    Ich glaube aber, wenn man heutzutage den Wunsch hat, als Drummer (oder überhaupt als Künstler) aus einer Masse herauszuragen bzw. Profi zu werden, man an einer fundierten Ausbildung in jungen Jahren nicht herumkommt und man sich außerdem eine Menge Zeit und Fehler erspart.


    Wenn ich mein Niveau in jungen Jahren mit dem vergleiche, was Gleichaltrige mit Unterricht heutzutage können müssen, um Profi zu werden, sehe ich einen tiefen Graben dazwischen.


    Ich habe überhaupt keinen Grund, mich über meinen musikalischen Werdegang zu beklagen, aber heute würde ich als Jugendlicher mit Sicherheit Unterricht nehmen, wenn ich ernsthaft als Musiker bestehen wollte.


    Um auf das oben zitierte zurückzukommen:
    Wenn man auf die Weltspitze spekuliert, lohnt sich die Lektüre von berühmten Vorbildern, um eine Ahnung davon zu bekommen, welche Entbehrungen einem bevorstehen 8)


    .

    Schöne Grüße - Rainer K. aus B. an der W.

  • Zitat von »Moe Jorello«Übrigens muss man nicht zwangsläufig einen Lehrer bzw. Unterricht zu haben, um richtig gut zu sein. Keith Moon und Buddy Rich hatten z.B. nie Schlagzeugunterricht. Und so schlecht waren die ja nun nicht.Ohne mich mit diesen beiden vergleichen zu können, trifft das für mich auch zu.....Der Grund dafür ist einfach: Die Finger zum Zählen an einer Hand konnte man sich sparen, um Musikschulen für Popularmusik mit heute vergleichbaren Finanzierungsmodellen zu finden.Es gab sie zu meiner Anfängerzeit (1968/69) einfach nicht.Von den beiden besten Schlagzeugern, die ich in Bremen kannte, hatte einer eine klassische Ausbildung, der andere war Autodidakt wie ich.Trotz fehlender pädagogischer Ausbildung wären beide für mich zu teuer gewesen (60,--DM je Std.) Das war zu damaliger Zeit unerschwinglich.Letzten Endes nahm ich deswegen keinen Unterricht, da meine "Fähigkeiten" als Hobbytrommler auch immer ausgereicht haben, um in Bands bestehen zu können, deren Mitglieder zu großen Teilen (bis heute) professionelles Niveau hatten und mich neben sich akzeptierten.Das hatte einerseits mit viel Glück zu tun, auf der anderen Seite war die Konkurrenz mit heute nicht zu vergleichen. Außerdem war ich nie in "Gefahr", jemals Profimusiker werden zu wollen, da ich ihre Lebenssituationen hautnah miterlebte - das war kein Zuckerschlecken (wie im Übrigen ja heute noch).Ich glaube aber, wenn man heutzutage den Wunsch hat, als Drummer (oder überhaupt als Künstler) aus einer Masse herauszuragen bzw. Profi zu werden, man an einer fundierten Ausbildung in jungen Jahren nicht herumkommt und man sich außerdem eine Menge Zeit und Fehler erspart.Wenn ich mein Niveau in jungen Jahren mit dem vergleiche, was Gleichaltrige mit Unterricht heutzutage können müssen, um Profi zu werden, sehe ich einen tiefen Graben dazwischen.Ich habe überhaupt keinen Grund, mich über meinen musikalischen Werdegang zu beklagen, aber heute würde ich als Jugendlicher mit Sicherheit Unterricht nehmen, wenn ich ernsthaft als Musiker bestehen wollte.Um auf das oben zitierte zurückzukommen:Wenn man auf die Weltspitze spekuliert, lohnt sich die Lektüre von berühmten Vorbildern, um eine Ahnung davon zu bekommen, welche Entbehrungen einem bevorstehen .


    Stimmt! :thumbsup:
    Und ich weiß ja nicht wie gut, der Grim als Autodidakt ist/sein wird, aber ich z.B gehöre zu denen die es ohne Lehrer einfach nicht hinkriegen und von einem Fehler zum anderen rennen. 8|
    In den Videos wird nicht gesagt:"Das ist falsch und führt so evtl. zu Problemen mit Sehnen und Gelenken..."
    In einem Video auf YouTube hat jemand gesagt, dass man NICHT den kleinen Finger abspreizen soll, wenn man nen' Stock in der Hand hat, dieser Fehler sich aber bei ihm "eingebürgert" hätte und er so "mehr Kontrolle über den Stock" hätte.


    jetzt ratet mal, was dann passiert ist.
    genau, ich habe mir das auch angewöhnt. :rolleyes:

  • Gewöhnungssache. Alles was man sich angewöhnt hat kann man sich auch wieder abgewöhnen. Man muss sich angewöhnen es nicht mehr zu tun.


    Das mit dem kleinen Finger hatte ich auch.
    Dann erschien mir Jojo Mayer auf dem Bildschirm und sagte, der kleine Finger sei wichtig weil er am weitesten vom Drehpunkt des Stocks in der Hand weg ist und somit am meisten Kontrolle ausüben kann, auch wenn er nicht so kräftig ist.
    Alles ganz logisch... wenn man es denn begriffen hat. Das Abstellen hat gedauert aber ich hatte dieses Erfolgserlebnis der viel besseren Kontrolle bei leisem und/oder schnellerem Spiel, das ich wohl nicht gehabt hätte,
    wenn ich mir diesen Fehler nie angewöhnt hätte.


    Mit Lehrer wäre das gar nicht erst passiert und ich wäre zum selben Zeitpunkt handwerklich viel besser gewesen.
    Ich bezweifle aber, dass ich dadurch an meinem Hobby mehr Spass gehabt hätte, sondern denke es wäre wohl eher weniger geworden.

    Üben, es gibt keine Abkürzungen.

  • Hi Moe Jorello,

    Übrigens muss man nicht zwangsläufig einen Lehrer bzw. Unterricht zu haben, um richtig gut zu sein.

    stimmt. Nicht zwangsläufig.

    Keith Moon und Buddy Rich hatten z.B. nie Schlagzeugunterricht.

    Und natürlich genau so wenig zwangsläufig anders herum. Es ist halt eine sehr individuelle Sache. Für mich ganz persönlich hängt es an drei extrem wichtigen Faktoren:

    • Tempo: Allein bin ich dramatisch langsamer in meinem Fortschritt. Ich halte mich für sehr, sehr selbstkritisch. Dennoch entgingen und entgehen mir allein selbst grundlegende Fehler (Handhaltung, Fußbewegung etc.) Ergebnis: Ich muss es durch Brute-Force-Üben, also maximalen Zeiteinsatz, wett machen, weil ich nicht so nicht genau am Problem üben kann.
    • Motivation: Videos sind toll. Für die Zeit, in der mein Fernseher/Computer läuft. Danach verblasst der Einfluss schon. Ich bin sehr dankbar, dass es sie gibt - als Ergänzung, als Anregung. Aber die Impulse, die mir ein *mir persönlich zugewandter* Lehrer geben kann, sind (für mich) nicht im entferntesten damit vergleichbar.
    • Spaß: Auch wenn für manche wohl der Unterricht eine Spaßbremse ist, für mich ist das eines der größten Vergnügen, das ich mir für Geld gönne. Es gab Stunden, da ging ich mit hängendem Kopf rein ("Nix geübt, krieg nix hin, alles Mist.") und kam Liedchen pfeifend wieder raus.


    Eigentlich ist die Sache ja klar: Wenn man konsequent, diszipliniert, planvoll und methodisch durchdacht übt, kommt man auch allein extrem weit. Es sprich ja auch z. B. nichts dagegen, erfahrene Trommlerkollegen mal auf die eigene Technik, auf Hände und Füße schauen zu lassen und um Feedback zu bitten.


    Viele Grüße
    Hajo K

  • Und ich weiß ja nicht wie gut, der Grim als Autodidakt ist/sein wird, aber ich z.B gehöre zu denen die es ohne Lehrer einfach nicht hinkriegen und von einem Fehler zum anderen rennen. 8|

    Das weiß ich auch nich...löppt würde ich sagen xD

    Es sprich ja auch z. B. nichts dagegen, erfahrene Trommlerkollegen mal
    auf die eigene Technik, auf Hände und Füße schauen zu lassen und um
    Feedback zu bitten.


    Viele Grüße
    Hajo K

    Stimmt, und dafür braucht es ja heute auch nicht mehr als ein Smartphone und vllt einen youtube account, für den Fall das man wirklich keinen erfahrenen Schlagzeuger kennt oder vor Ort hat.
    Wird schon werden, auch ohne Lehrer.


    Beste Grüße,


    Grim

    Ich brauche keine Signatur!

  • Grim, wie hast du denn bisher gespielt?

    Zitat von »Punkgirl«Und ich weiß ja nicht wie gut, der Grim als Autodidakt ist/sein wird, aber ich z.B gehöre zu denen die es ohne Lehrer einfach nicht hinkriegen und von einem Fehler zum anderen rennen. Das weiß ich auch nich...löppt würde ich sagen xD Zitat von »Hajo K«Es sprich ja auch z. B. nichts dagegen, erfahrene Trommlerkollegen malauf die eigene Technik, auf Hände und Füße schauen zu lassen und umFeedback zu bitten.Viele GrüßeHajo KStimmt, und dafür braucht es ja heute auch nicht mehr als ein Smartphone und vllt einen youtube account, für den Fall das man wirklich keinen erfahrenen Schlagzeuger kennt oder vor Ort hat.Wird schon werden, auch ohne Lehrer.Beste Grüße,Grim

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!