Mitmusiker einsammeln oder knallhart durchziehen? (Drums in der Band)

  • Das mit "Fels in der Brandung" und nur der Drummer hat Click funktioniert aus meiner persönlichen Erfahrung überhaupt nicht im normalen Band-Kontext. Zwangsläufig ist die Gefahr groß, dass irgendeiner vom Click abweicht und dann hat man als Drummer die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder stur durchziehen und jeder im Publikum merkt, dass die Kapelle unrund läuft oder b) sich dem Rest anpassen. Dann hat man als Drummer im Zweifel halt den Click weiter laufen, der rein gar nichts mehr mit dem zu tun hat, was vorne aus der PA rauskommt. Das ist auch ziemlich nervig.


    Was Abläufe anbelangt, sind meine zwei heißen Tipps: Zuhören und Blickkontakt.


    Es kommt schon ab und zu mal vor, dass bspw. der Sänger bewusst den Refrain verdoppelt oder zu früh aus irgendeiner Bridge, den Auftakt zum Refrain einläutet. Da greift bei uns der Automatismus, dass alle blitzschnell schalten und mitziehen. Das Publikum merkt im besten Fall überhaupt nichts.

    Was für mich allgemein gilt: Bands funktionieren nur, wenn sie eine Einheit bilden. Die Einheit kann auch "imperfekt" sein. Temposchwankungen und andere Abläufe können auch ok sein. Je nach Musik und Setting mal mit mehr oder weniger Toleranz. Mir ist jedenfalls eine Band, die live ihren Emotionen erliegt tausendmal lieber als hörbares Gerangel, wer da gerade im Recht ist, bzw. falsch spielt.

  • Das mit "Fels in der Brandung" und nur der Drummer hat Click funktioniert aus meiner persönlichen Erfahrung überhaupt nicht im normalen Band-Kontext. Zwangsläufig ist die Gefahr groß, dass irgendeiner vom Click abweicht und dann hat man als Drummer die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Deshalb habe ich immer einen "variablen" Klick. Heißt, ich habe ihn in Reichweite und ändere während des Spielens das Tempo mal kurzfristig um +- 1 oder 2 bpm, schalte ihn zwischendurch mal aus oder starte ihn zwischendurch neu. So haben wir die Vorteile des Klicks, können aber falls nötig oder gewollt etwas tempotechnisch dynamischer spielen und müssen nicht alles stur durchziehen. Das macht das Einsammeln natürlich auch deutlich leichter. Da wir keine Samples oder Loops oder Ähnliches haben, geht das eigentlich sehr gut.


    Ansonsten habe ich den Luxus, ein Talkback-Mikro zu haben, mit dem ich ausschließlich auf dem Inear der Bandkollegen bin. Ich bin also der kleine, nervige Mann im Ohr, die Stimme im Kopf. Das macht es sehr leicht, während des Spielens kurze, knappe Ansagen zu machen, um z.B. Verwirrung durch Ablauffehler aufzulösen. Geht der Sänger beispielsweise in einen zweiten Refrain statt in die Bridge ist niemandem klar, ob man die Bridge nach dem Refrain nachholt oder in den nächsten Teil geht. Da ist eine kurze Ansage von mir auch unauffälliger als wenn alle den Blickkontakt suchen, um als eingespielte Band nonverbal zu kommunizieren. Zumal der Sänger ja meist nicht merkt, dass er falsch abgebogen ist und man schlecht vorhersagen kann, was für ihn als nächstes dran wäre.

    "Just beat the devil out of it." - Bob Ross

  • Da wir keine Samples oder Loops oder Ähnliches haben, geht das eigentlich sehr gut.

    Warum braucht man dann überhaupt nen Click?

    Da ist eine kurze Ansage von mir auch unauffälliger als wenn alle den Blickkontakt suchen

    Irgendwie hab ich das Gefühl, bei euch wird versucht, Probleme technisch zu lösen, statt zu üben, miteinander Musik zu machen. Aber so muss das wohl heute in Zeiten, in denen nur noch Einheitsbrei in Perfektion zählt.

  • Das mit "Fels in der Brandung" und nur der Drummer hat Click funktioniert aus meiner persönlichen Erfahrung überhaupt nicht im normalen Band-Kontext.

    Volle Zustimmung!

    Was Abläufe anbelangt, sind meine zwei heißen Tipps: Zuhören und Blickkontakt.

    Mit Blickkontakt tue ich mich manchmal schwer, daher stütze ich hauptsächlich auf's Zuhören.

    Was für mich allgemein gilt: Bands funktionieren nur, wenn sie eine Einheit bilden. Die Einheit kann auch "imperfekt" sein. Temposchwankungen und andere Abläufe können auch ok sein. Je nach Musik und Setting mal mit mehr oder weniger Toleranz. Mir ist jedenfalls eine Band, die live ihren Emotionen erliegt tausendmal lieber als hörbares Gerangel, wer da gerade im Recht ist, bzw. falsch spielt.

    Absolut, eine gute Band zeichnet sich u.a. durch "miteinander statt gegeneinander" aus. Ich finde Temposchwankungen grundsätzlich auch nicht sooo problematisch, in der Klassik gehören sie sogar zu den ganz normalen Mitteln des musikalischen Ausdrucks (wie bei einigen Jazzsparten auch). Meine Band Kleinmusikverein funktioiert überhaupt NUR so, weil wir improvisierte Musik spielen, (weitgehend) ohne vorgegebene Abläufe und Strukturen.

  • Warum braucht man dann überhaupt nen Click?

    Ich spiele einfach sehr gerne mit Klick und die Bandkollegen mögen es auch. :) Hat für mich nur Vorteile.


    Irgendwie hab ich das Gefühl, bei euch wird versucht, Probleme technisch zu lösen, statt zu üben, miteinander Musik zu machen.

    Mit der Kernbesetzung spiele ich jetzt seit über 25 Jahren durchgehend in Bands zusammen. Wenn wir bis jetzt nicht eingespielt sind, nützt auch Üben nichts mehr. :)

    Das Talkback-Mikro habe ich im Wesentlichen, um Ansagen bezüglich des Programmablaufs zu machen. Unsere Karnevalsauftritte sind oft sehr strikt getimed. Das ist natürlich eine andere Baustelle als bei eigenen Konzerten oder Festzelt-Abenden mit der Top40-Band. Wenn da ein Sitzungspräsident ins Reden kommt oder sonst irgendwas ist, müssen wir da öfters kurzfristig was anpassen. Das kann soweit gehen, dass man einen Medley kurzfristig nach dem 2. statt 4. Lied beendet oder den Medley während des Spielens komplett umbaut. Mit dem Talkback funktioniert das alles ganz wunderbar "hinter den Kulissen". Und wenn man das Ding schon hat, kann man damit eben auch sehr einfach Missverständnissen vorbeugen, indem ich eben Situationen vorwegnehme, bei denen wir sonst spontan reagieren müssten. Wenn klar ist, dass nicht klar ist, was als nächstes kommt, warum sollte man dann nicht den Luxus des Mikros nutzen, um Klarheit zu schaffen? Man kann auch warten, was der Sänger macht und spontan mitgehen. Anders ist es aber entspannter und man kann sich auf andere Dinge konzentrieren.

    Das war mehr als Erfahrungsbericht und weniger als Must-Have für jeden Proberaum gedacht.

    "Just beat the devil out of it." - Bob Ross

    2 Mal editiert, zuletzt von Korki ()

  • Unsere Karnevalsauftritte sind oft sehr strikt getimed.

    Na sag doch, dass ihr ne Karnevalstruppe seid. Da geht's ja schließlich drum, komische Sachen zu machen :D


    Klar, wer drauf steht, soll das machen. Gibt auch Menschen, die sich in Gebäude verlieben und sie heiraten wollen. Ich glaube aber trotzdem, dass es als Standardlösung nicht dazu führen wird, dass ne Band live eher überzeugt. Perfekte Time als Selbstzweck ist nicht das, was gute Musik ausmacht. Selbst im Studio, wo Click als Referenz zweifelsohne hilfreich sein kann, gab es schon Sessions, die von nem gemeinsam live ohne Click eingespielten Basistrack profitiert hätten.

  • Da stimme ich definitiv zu. Und ergänze das Gegenteil: Es gibt sehr viele Lieder / Sessions / Auftritte, die von einem Timekeeper profitiert hätten.

    Ideal ist es, wenn man sich aus musikalischen Gründen für oder gegen Klick (oder irgendwas dazwischen) entscheidet.


    Bei den komischen Sachen stimme ich auch zu. Komisch ja, lustig nur manchmal. :D

    "Just beat the devil out of it." - Bob Ross

  • Ich stelle da mal noch eine vllt. etwas überspitzte These auf. Es gibt Musiker, die durch Übung oder dank gottgegebenen Talent total safe sind, mit Click zu spielen. Die haben aus meiner Sicht aber auch generell ein gutes Gefühl für Timing und schaffen es auch so halbwegs im Takt zu bleiben. Dann gibt es die mit weniger Gefühl. Die tun sich aber auch mit Klick schwer und rennen weg, bzw, schlafen ein. In beiden Fällen ist der durchlaufende Click nicht das Allheilmittel. Die einen kommen ohne klar, die anderen auch nicht mit. Und während des Songs den Click zu verstellen, untergräbt ja auch ein Stück den Sinn des Clicks. Studio ist was anderes, Proberaum zum üben auch, fest programmierte Samples sowieso.


    Was anderes ist das grundsätzliche Gefühl für das richtige Tempo bei jedem Song. Das kann je nach Stimmung/Tagesform/Uhrzeit unterschiedlich sein. Dann fängt man ohne Click schonmal hier und da einen Song zu langsam oder zu schnell an. Wir nutzen daher schon einen Click, den ich aber ausschließlich vor dem Song nutze, um die Band auf das richtige Tempo zu eichen. Das hat bei uns, die wir alle relativ timingsicher sind, trotzdem enorm geholfen ohne zu steif zu werden.

  • Man kann auch ohne zu spielen mit dem Klick sein Timing üben. Den Klick so einstellen, dass er nur jeden zweiten Takt zu hören ist oder sogar 2 Takte stumm ist und dazu klatschen. Ziel ist es, mit dem nächsten hörbaren Takt die 1 zu treffen mit dem klatschen.


    Kann man auch mit der Band mal ausprobieren. Alle stellen sich mit dem Rücken zueinander im Kreis auf und man lässt den Klick laufen. Klatschen dann nur auf der ersten hörbaren 1. wer daneben liegt, darf daheim üben

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


    Don‘t waste your time or time will waste you. (Muse - Knights of Cydonia)

  • Man kann auch ohne zu spielen mit dem Klick sein Timing üben. Den Klick so einstellen, dass er nur jeden zweiten Takt zu hören ist oder sogar 2 Takte stumm ist und dazu klatschen. Ziel ist es, mit dem nächsten hörbaren Takt die 1 zu treffen mit dem klatschen.


    Kann man auch mit der Band mal ausprobieren. Alle stellen sich mit dem Rücken zueinander im Kreis auf und man lässt den Klick laufen. Klatschen dann nur auf der ersten hörbaren 1. wer daneben liegt, darf daheim üben

    Klingt auch nach nem schönen Trinkspiel

  • Aber wie m_tree ja schon schrieb, fängt ja nicht jeder Song mit den Drums an. Also muss ich mich dann ja an das was vorher anfängt orientieren.

    Wir haben das immer so gelöst, dass ich mit den Stöcken "vorgeklickt" habe, denn ich war der einzige mit dem Klick im Ohr.

    Wenn das Stöcke-Klicken akustisch gestört hat, dann habe ich mit den Stöcken eingezählt (z.B. vier mal, so wie man das von 4/4 her kennt) und anschließend "in der Luft", also ohne dass die Stöcke sich berührt haben, weitergeklickt. So konnte sich der jeweilige Musiker vom Tempo her an mich halten, denn:



    Sollten sich die anderen Musiker bei einem Live-Auftritt geschwindigkeitsmäßig vergaloppiert haben (was sie aber erstens nie bemerkten und zweitens auch nie für möglich gehalten hatten und deswegen hinterher grundsätzlich vehement abstritten), dann habe ich situativ die Entscheidung getroffen:

    1. Ich schraube das Tempo langsam runter, gerade so, dass es im Publikum nicht auffällt, aber das Tempo allmählich doch wieder auf die festgelegte Geschwindigkeit gebremst wird.

    ...oder...

    2. Mir ist es egal, die Stimmung ist gut, die Geschwindigkeit heute gefühlt doppelt so schnell, aber what shells..... long live Rock n`Roll.... :)

  • Kann man auch mit der Band mal ausprobieren. Alle stellen sich mit dem Rücken zueinander im Kreis auf und man lässt den Klick laufen. Klatschen dann nur auf der ersten hörbaren 1. wer daneben liegt, darf daheim üben

    Ich dachte ein Gitarrist klatscht nur wenn der Bassist Bier mitbringt ;)

  • Glaube nicht, dass sich das vergleichen lässt. Bei Recording Sessions kommen Musiker zusammen, um etwas neues zu schaffen. Mal ausnotiert, mal nicht, mal gibt/gab es nicht mal eine exakte Vorgabe, was zu spielen ist. Klar, früher konnte man ja nicht in der DAW alles vorproduzieren, und viele Stars der jeweils modernen Musik konnten wohl eher keine Partituren aus der Vorstellung schreiben. Zumal auch nicht jeder große Musiker im Rock und Jazz perfekt Noten las.


    Orchester reproduzieren meist Werke anderer, die komplett notiert und schon häufig aufgeführt wurden. Ein Orchestermusiker hat also so manches schon im Repertoire und kann den Rest mit Noten und Aufnahmen vorbereiten. Das Feintuning kommt dann vom Dirigenten. Nicht zu vergessen, die meisten Stimmen sind mehrfach besetzt.


    Da habe ich mich missverständlich, bzw. gar nicht ausgedrückt.

    Ich wollte die Aufnahme-Session von Musikern nicht mit der Darbietung eines Sinfonieorchesters vergleichen. Wäre auch ein bisschen daneben, denke ich.


    Eigentlich waren das einfach nur zwei Gedanken, die mir so nacheinander durch das Gehirn waberten, als ich überlegte, wo Leute gemeinsam Musik machen.

    "Ambition is a dream with a V8 engine" - Elvis Presley

  • Hallo,ein Wort zum Click. Es gibt ja auch Tempo sensible Songs, die eben bei einem bestimmten Tempo besonders gut funktionieren.Sei es das Git. Solo in der Mitte bei dem der Musiker sich besonders wohl fūhlt und genau deshalb ein gutes Solo spielt.Ich benutze immer ein Click um das exakt vorher geimeinsam bestimmte Tempo vorzugeben, der Rest des Songs lāuft dann ohne. Desweiteren gibt es einem etwas bestātigende Sicherheit wenn man auf Tour jeden Tag unter anderen Bedingungen spielt.Und wenn die gesamte Band anzieht oder abfāllt ist das ok.Ist aber ein Musiker immer am ausbrechen , werde ich nicht lange mit diesem Spielen.Und ja all das kann und muss man ūben.

    lg

  • Wenn man das Glück hat eine Band zu finden, die von der Einstellung und der Herangehensweise der einzelnen Musiker her harmoniert, und dann noch jeder ungefähr auf dem gleichen Level spielt, ist es wahrscheinlich ja auch ein bisschen einfacher.


    Ich könnte mir aber vorstellen, dass man nicht unbedingt eine große Auswahl an Bands hat, z.B. in ländlichen Gebieten, und dann vielleicht eher Kompromisse eingehen muss, oder? Man möchte vielleicht nicht so schnell aufgeben, wenn die Alternative "keine Band" bedeutet.

    "Ambition is a dream with a V8 engine" - Elvis Presley

  • Das mit "Fels in der Brandung" und nur der Drummer hat Click funktioniert aus meiner persönlichen Erfahrung überhaupt nicht im normalen Band-Kontext.

    Echt? Praktizierten wir seit Jahren und alle finden's gut.

    Zwangsläufig ist die Gefahr groß, dass irgendeiner vom Click abweicht

    Also wer hat jetzt den Klick? Alle oder nur das Schlagzeug?


    Ich hab tatsächlich schon mit einigen Leuten zusammen gespielt und da waren sicher meist nicht so versierte Leute dabei. Aber zu nem Schlagzeugbeat spielen konnten alle. Klar geht Mal was daneben, Fehler passieren, aber das ist dann jedem auch bewusst.

    Gut wir machen jetzt absolut keine verrückten Sachen.


    Ich benutze einen Klick, weil ich mich damit einfach "sicherer" fühle und ich halte es dann so wie im Bild von Tom.

    Auf dem Boden bleiben, sein Leben genießen und trotzdem ordentlich musizieren, dass die Ohren summen.


    Ich 

  • Unbek.Pferd

    Entscheidend ist ja, dass es für alle funktioniert. Trotzdem stelle ich mal in den Raum, das is ne Notlösung. Keiner außer dem Drummer ist so richtig temposicher, und statt dass alle üben, verlässt man sich drauf: der Drummer wird's schon richten. In einer guten/sicheren Band kann jede(r) das Tempo halten, und man trägt sich gegenseitig. Während bei guten Musikern bildlich gesprochen der Schwerpunkt in der Mitte zwischen allen Musikern liegt, ist er bei euch am Schlagzeug, und alle versuchen sich dran festzuhalten. Welches Gebilde klingt stabiler? ;)

    Am Ende wird man nie sagen können, dass eins von beiden "besser" ist, aber mehr Freiheit bietet die Sichheit, es solide ohne Click zu beherrschen. Daher schadet es sicher keiner Band, aktiv gemeinsam (mit Click ;) ) zu üben, damit man lernt, es ohne zu können.

    Ich benutze immer ein Click um das exakt vorher geimeinsam bestimmte Tempo vorzugeben,

    Das mache ich häufig, denn es gibt Nummern, die sich für mich zu langsam anfühlen, die aber keinesfalls schneller sein dürfen, weil sonst den Bläsern die Puste ausgeht oder Sänger nur noch Buchstabenkauderwelsch rausbringen. Nach dem Einzahlen wird dann aber auch ohne Fangnetz gespielt.

  • Uns ist bei uns (aber auch bei anderen Bands) aufgefallen, dass wir live gelegentlich das Tempo anziehen. Das machen wir unbewusst und gemeinsam und es fühlt sich beim Spielen für alle einfach vollkommen richtig an. Oder besser: Es fühlt sich nicht falsch an. Es ist nicht so, dass einer die anderen mitziehen würde.

    Bei Aufnahmen merken wir dann aber, dass es einfach zu schnell war und dem Lied nicht so gut getan hat, wie es uns beim Spielen vorkam. Klar, das Publikum nimmt das bei guter Stimmung auch anders wahr als wir nachher in Ruhe vor dem Kassettenrecorder. Trotzdem muss nicht jede Dynamik, die man auf der Bühne für künstlerisch wertvoll hält, auch das beste Ergebnis liefern. Ich behalte deshalb gerne die Referenz im Blick (Klick in Ohr). Objektiv betrachtet ist das die Geschwindigkeit, die für Lied und Musiker am besten funktionieren. Ich gebe mir live dann Mühe, dass sich alle in der Band mit dem Tempo wohlfühlen, egal welche Umstände sonst zum Treiben verleiten würden.

    Der Klick als Leitplanke macht mir, einem nur mäßig begabtem Feld-, Wald- und Wiesen-Trommler, den Kopf frei für andere Sachen.

    "Just beat the devil out of it." - Bob Ross

  • Das mit dem Klick möchte ich nochmal aufgreifen.

    Wenn ich zu Hause in Ruhe meine Sachen übe, seien es "Trockenübungen", einfach das zu Übende immer wieder in Schleife oder auch zu Songs spielen, wo schon ein Klick mit läuft, ist es gar kein Thema dass der Klick da ist.

    Grade bei den Sachen, die ich seit einigen Wochen neu hab (Grundbeat "Bummtschack"mit 8teln in der HH im Wechsel mit binär-ternär gemixten Fills) hilft mir der Klick ungemein und ich nutze ihn fast täglich zum Üben.

    Aber im Bandkontext habe ich festgestellt, dass ich mich dann mit dem Klick schwer tue. Ich höre den Klick im Ohr, muss gucken, dass ich weiter passend dazu spiele und parallel muss ich ja auch hinhören, was die anderen machen.


    Also im Moment proben wir ohne Klick, aber ich hatte es bei der vorigen Band mal ausprobiert und fand das dann echt schwierig (ich war die Einzige mit Klick, die anderen wollten es nicht).


    Die Idee finde ich daher gar nicht schlecht, den Klick nur zum Einzählen/ am Anfang des Songs zu nutzen, das wäre mal nen Versuch wert. Ich habe zum Glück in der jetzigen Band Leute, die ein sehr gutes Timing haben und auch ohne mich nicht rumeiern.

    Aber gut, wir hatten jetzt auch noch keine Live- Aktionen, da sieht das sicher doch anders aus.

    Schlagzeug in der Rockmusik? ...ist doch nur verwirrend, nervig und bringt die anderen Bandmitglieder völlig aus dem Konzept 8o

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