Multitrack Live-Mitschnitt von Konzerten: Zahlungsbereitschaft

  • Die Profis spielen eher weniger in diesen kleinen Clubs. Wir nehmen denen nicht wirklich den Job weg

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


    Don‘t waste your time or time will waste you. (Muse - Knights of Cydonia)

  • Es gibt Clubs, in denen es klar und üblich

    ist, dass für Backline und Personal gezahlt

    wird. Das wird auch vorher kommuniziert

    und steht so im Vertrag. Und das sind

    jetzt ganz bestimmt nicht die schlechtesten

    Läden, von denen ich das kenne.


    Wo ist das Problem?


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Um noma auf Sevenbs Thema zu kommen:


    Es gibt Läden, da ist alles vorhanden. Da haben

    wir als Band schon öfter die Spuren umsonst

    aufm Stick gekriegt. Ohne Benennung der Spuren

    mit keinem weiteren Aufwand für den Mixer.


    Wenn jemand anrückt, und das extra macht,

    kostetet das natürlich richtig Schotter. Dafür

    habe ich dann aber auch das Material, um eine

    Live-CD daraus zu machen (CD - kennt das noch

    wer?). Ich denke, das man dafür mehrere Hundert

    Euros aufruft.


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Das ist in Wien leider so üblich in den kleinen Clubs.

    Nope :D Zumindest nicht im Viper Room und im Escape.
    Also zumindest nicht in den Clubs in denen ich gespielt habe. Die große Frage stellt sich vermutlich auch immer wer veranstaltet. Derjenige trägt auch die Kosten und es liegt bei ihm ob und wie er das Geld wieder reinbringt. Wenn ihr als Band das veranstaltet, dann passts auch mit den Kosten. Dass die Backline und die Techniker bezahlt werden ist an und für sich gut so, nur würde ich das als Band auch nicht zahlen, es sei denn wie zuvor erwähnt ich veranstalte.


    Genau, dagegen gibts ja auch nichts auszusetzen.


    Ich persönlich finde es aber auch frech das Pay 2 Play auf die Bands abzuwälzen, aber gut ich muss bei sowas ja nicht spielen.

    Ich mag nicht bezahlen damit ich mein Equipment die Proberaumstufen raufschleppen kann auf einen wackligen Riser packen muss, im Vergleich zum Proberaum meine Mitmusiker nicht so gut höre und dann alles wieder zurückschleppen muss. :P

  • Wenn die Modalitäten für einen Gig nicht geklärt

    sind, fahre ich gar nicht erst hin. In allen anderen

    Fällen habe ich die Wahl. Umsonst spiele ich für

    caritative Geschichten oder wenn ich jemanden

    einen Gefallen tun möchte. Ansonsten nicht.

    Und pay to play: no. Es sei denn in der Pause

    des Super Bowls. Aber wer trägt dann die

    Reisekosten?


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Die große Frage stellt sich vermutlich auch immer wer veranstaltet. Derjenige trägt auch die Kosten und es liegt bei ihm ob und wie er das Geld wieder reinbringt.

    genau das ist der Punkt. Wir kümmern uns ja selbst drum, dass wir wo spielen können, es fragt kein Veranstalter bei uns an, weil uns keiner kennt.

    Bis auf einmal, mit den Mädels. War aber auch kein professioneller Veranstalter, sondern einer von einer Band, der halt auch immer so Veranstaltungen organisiert, da haben wir einfach den Hut durch drei Bands geteilt, die Backline (in diesem Lokal 30€, die verlangen sonst nix) wurde davon abgezogen.

    Hätte man einen Veranstalter, der bei uns anfragt, dann würde das wohl anders aussehen.

    Wenn wir aber zu so einem Club/Lokal/Beisl hingehen und fragen "hey, wir würden gerne bei euch einen Gig machen", dann gibts da eben keine Gage. Weil, wenn wir da nicht spielen, krallt sich halt eine andere Band den Slot. Es gibt halt zu viele Lokale und viel zu viele Bands in Wien, da sind die nicht angewiesen auf meine Band(s). Wir bringen ja auch nicht die Massen an Publikum. Wenn da 40 Leute kommen, sind wir ja schon zufrieden.

    Und wie gesagt, meist übersteigt das Hutgeld eh diese Kosten und es bleiben dann 100€ oder so in der Bandkasse.

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  • Es gibt halt zu viele Lokale und viel zu viele Bands in Wien,

    Eins davon muss mehr sein, sonst gäbe es dieses Gleichgewicht nicht. :D


    Aber ja, ist alles schwierig in der Hinsicht. Ich würde den Lokalbetreiber dann eher vorschlagen, wenn ich für PA und Tontechniker zahlen muss, dann trinke ich gratis. :D


    lg

  • wenn ich für PA und Tontechniker zahlen muss, dann trinke ich gratis.

    Wir bekommen tatsächlich in den meisten Lokalen 3 Getränkebons pro Musiker

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


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  • Es gibt Clubs, in denen es klar und üblich

    ist, dass für Backline und Personal gezahlt

    ...


    Wo ist das Problem?

    Das Problem ist, das diese Läden von ihrem Getränkeumsatz leben. Du machst denen die Butze voll und sie machen Umsatz.
    Du finanzierst denen ihr unternehmerisches Risiko.

    Bleibt der Laden leer haben sie dein Geld. Ist es voll, haben sie dein Geld + den durch dich erzielten Umsatz.
    Sie haben so nichtmal Interesse Werbung zu machen. Kosten durch die Band entstehen ihnen nicht.

    Die Band schaut immer in die Röhre.
    Das ist für mich hochgradig asozial.



    Wir bekommen tatsächlich in den meisten Lokalen 3 Getränkebons pro Musiker

    Das ist ja noch der Hohn on Top! Zahlen für nen Gig und Essen und trinken noch dazu!?
    Freigetränke sind wohl das mindeste wenn es sich ihm Rahmen bewegt und man nicht die Champangnerbar lerrsäuft.

    Sowas habe ich noch nicht gehört.



    Zum Topic: nein ich würde kein Geld für einen einfachen Mitschnitt auf mitgebrachtem Speichermedium zahlen.

    Tracks benennen kann man auch selbst.

    Klar schon wenn extra jemand kommt oder ein zusätzlicher Aufwand nötig wäre, was bei einer Digikonsole nicht der Fall ist.

    don´t panic

  • Ich wäre bereit für Einzelspuren zu bezahlen

    Kann aber keine pauschale Summe nennen die ich zahlen möchte,

    das wäre von verschiedenen Faktoren abhängig


    Die "Verrechnung" sollte aber auch fair sein, da in den meisten Fällen die benötigte Hardware ja bereits vor Ort ist und ggfs sogar durch die Miete bereits bezahlt ist.


    Das zusätzliche recorden von einer Stereo Atmos-Spur halte ich für sinnvoll, da dies dem Livecharacter der Aufnahme zuträglich wäre

    Mein Set
    Klick

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  • Wir haben auf der letzten Tour 2 Shows mitschneiden lassen inkl. Einzelspuren, aller Benennungen etc. Das hat 150 € gekostet und war mit Sicherheit ein Freundschaftspreis - der Mischer ist sonst auf allen großen Festivals etc unterwegs. Es ist eben ein gewisser Spagat und eigentlich ähnlich wie bei Musikern - man stellt teures professionelles Equipment bereit (im falle eines Recordings zusätzlich) und hat know how (welches man sich dann irgendwann eben bezahlen lassen sollte).


    Wir kriegen tatsächlich relativ oft Stereosummen unserer Gigs als Mitschnitt - oft kostenlos. Das geht dann aber meist vom Mischer aus. Für eine Stereosumme an sich würde ich natürlich weniger bezahlen wollen als für Einzelspuren, ist ja auch weniger Aufwand.



    2017 konnte man bei Snarky Puppy eine Download-Karte des jeweiligen Konzerts welches man besucht hat kaufen und hat einen professionell gemischten Mitschnitt bekommen - für nen 10er. Das ist wieder etwas anderes - aber gemessen am Aufwand doch extrem günstig gewesen.....

  • Ich hatte auch ein paar Gigs, die unterm Strich Pay 2 Play waren. Wenn es 100 EUR Fahrkosten/Gage gibt, die Kosten für Benzin aber schon darüber liegen... Würde es im Nachhinein betrachtet aber immer wieder so machen, da es immer sehr große Bühnen und tolle Gigs waren.

  • Das Problem ist, das diese Läden von ihrem Getränkeumsatz leben. Du machst denen die Butze voll und sie machen Umsatz.
    Du finanzierst denen ihr unternehmerisches Risiko.

    Bleibt der Laden leer haben sie dein Geld. Ist es voll, haben sie dein Geld + den durch dich erzielten Umsatz.
    Sie haben so nichtmal Interesse Werbung zu machen. Kosten durch die Band entstehen ihnen nicht.

    Die Band schaut immer in die Röhre.
    Das ist für mich hochgradig asozial.

    Irgendwie sprechen wir von verschiedenen "Läden".


    Beispiel: Du spielst im Colos-Saal in Aschaffenburg.

    Du hast Deinen vereinbarten Einnahmen-Deal, zahlst

    den vorher bekannten Betrag für Personal und Technik

    und gut ist's. Für das Geld kriegst Du 1a Equipment

    und professionelles Personal, das genau weiß, was

    es tut.

    Und der Laden verkauft natürlich Getränke, aber der

    größte Teil des Umsatzes sind die Eintrittseinnahmen.

    Und Werbung macht der Laden auf allen Kanälen.


    Da ich nicht bei den Stones spiele, gibt es für die Bands

    in denen ich spiel(t)e dort Deals, wie oben beschrieben.

    Dass das bei den richtig fetten Acts anders aussieht,

    ist auch klar. Und noch klarer ist, dass ich in keinem

    Laden spielen werde, bei dem ich Geld mitbringen

    muss. Ich habe auch schon meine schlechten Erfahrungen

    gesammelt. Ich bin bestrebt, dass jeweils nur einmal

    zu machen.


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Gage hatten wir keine, nur Hutgeld, davon mussten wir den Tontechniker und die Miete für die backline zahlen (150€) und eben die Aufnahmen

    Sorry für das OT aber wer zum Geier macht denn sowas? Die Künstler die Backline und den Tontechniker bezahlen lassen. Das ist echt das allerletzte und ganz ehrlich kann ich auch nicht verstehen, wie man als Band sowas auch noch mitmachen kann.

    Dass man als unbekannte Band nach Abzug der Kosten (Benzin, etc.) nicht unbedingt noch plus macht, geschenkt. Aber noch dafür bezahlen, dass man auftreten darf ist mir völlig unverständlich.

    Pay 2 Play. Wenn Du die Wahl hast zwischen nicht auftreten und auftreten gegen Bezahlung, dann kann ich verstehen warum manche das tun. Weil es Spass macht oder weil man sonst die Karriere nicht pusht.

    Ja klar und weil die Veranstalter immer wieder Bands finden die das machen gibt es sowas immer mehr. Wenn einfach mal alle solidarisch sagen würden da spielen wir nicht würde es das nicht geben. So machen Bands die das mit machen den anderen die Preise kaputt. Jeder der da mit macht darf sich nicht beschweren sondern ist Teil des Problems.

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  • Sorry für das OT aber wer zum Geier macht denn sowas? Die Künstler die Backline und den Tontechniker bezahlen lassen. Das ist echt das allerletzte und ganz ehrlich kann ich auch nicht verstehen, wie man als Band sowas auch noch mitmachen kann.

    Dass man als unbekannte Band nach Abzug der Kosten (Benzin, etc.) nicht unbedingt noch plus macht, geschenkt. Aber noch dafür bezahlen, dass man auftreten darf ist mir völlig unverständlich.

    Pay 2 Play. Wenn Du die Wahl hast zwischen nicht auftreten und auftreten gegen Bezahlung, dann kann ich verstehen warum manche das tun. Weil es Spass macht oder weil man sonst die Karriere nicht pusht.

    Ja klar und weil die Veranstalter immer wieder Bands finden die das machen gibt es sowas immer mehr. Wenn einfach mal alle solidarisch sagen würden da spielen wir nicht würde es das nicht geben. So machen Bands die das mit machen den anderen die Preise kaputt. Jeder der da mit macht darf sich nicht beschweren sondern ist Teil des Problems.

    Man sollte nicht vergessen, dass wir in dem Kontext hier (Kneipen, kleine Clubs, schlechte Slots auf großen Bühnen) in der Regel nicht von Profis mit Gewinnerzielungsabsicht sprechen, sondern von Amateuren, die wie der Begriff schon ausdrückt ihr Hobby lieben. Ich habe in den Nuller Jahren zahlreiche Auftritte für 200-300 EUR Gage gespielt. Davon sind mir heute ein paar wirklich noch im Kopf geblieben. Die handvoll Gigs auf großen Bühnen ohne nennenswerte Gage sind mir heute alle noch präsent im Gedächtnis. So gesehen habe ich für mich alles richtig gemacht, auch mal ohne Gage auf die Bühne gegangen zu sein.


    Letztlich hat man das Thema immer, wenn es für die einen ein Hobby und für die anderen ein Beruf ist. Das gilt z.B. für die Veranstaltungstechnik oder auch für den Bereich Webdesign. Und es ist definitiv nicht immer so, dass die Hauptberuflichen das bessere Ergebnis als die Nebenberuflichen oder Amateure liefern. Auf der anderen Seite könnte man ja auch sagen: Wer das Hauptberuflich macht, muss auch bessere Ergebnisse liefern als der Amateur.


    In meinen Augen hat sich am Ende in der Regel - bestimmt nicht in jedem Fall - dann doch die Qualität durchgesetzt und die hat bekanntlich ihren Preis.

  • Ich finde die Diskussion um die Gagen sehr müßig. Vor ungefähr 10 Jahren hatte ich öfter Gigs ohne Gage gespielt, z.T. auch selbst organisiert. Das hatte auch einfach den Grund, dass mich Covern nicht so interessiert hat. Denn als junge Band mit eigenen Songs war man z.T. froh, sich mal auf einer ordentlichen Bühne präsentieren zu können.


    Mittlerweile sieht das anders bei mir aus. Ich achte aufs Geld und auch darauf, ob's mir Spaß macht. Also im Extremfall geht's nur ums Geld ohne Spaß oder es geht halt nur um den Spaß ohne Geld. Das ist ganz bewusst übertrieben formuliert - die Realität findet sich dann meist irgendwo in der Mitte.


    Also es ist schon ein Unterschied ob man als dreiköpfige Newcomer-Band mit Anfang 20 mal ein paar Eigenkreationen zum Besten gibt oder ob man als achtköpfige Proficoverband ggf. mit Tänzerinnen auf dem Oktoberfest oder Firmenfeiern spielt.


    Bei so einem Mitschnitt darf man auch nicht vergessen, dass da noch zwei elementare Bestandteile für ein gutes Ergebnis fehlen: eine gute Performance und eine passende Aufbereitung und Nachbearbeitung der Multitracks. Ersteres liegt bei der Band, aber letzteres ist für amtliche Ergebnisse mit viel Arbeit verbunden, die Know How erfordert.

  • So machen Bands die das mit machen den anderen die Preise kaputt. Jeder der da mit macht darf sich nicht beschweren sondern ist Teil des Problems.


    In meinen Augen hat sich am Ende in der Regel - bestimmt nicht in jedem Fall - dann doch die Qualität durchgesetzt und die hat bekanntlich ihren Preis.

    This. Wenn eine bezahlte Band sich nicht von den unbezahlten abhebt, sollte sie sich mal selbst die Sinnfrage stellen. Ebenso sieht die Zukunft des Kneipenbesitzers, der den Unterschied nicht zu würdigen weiß und für lokale Heros mit Fangemeinde nichts blechen will wohl auch eher düster aus.

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