Aufnahme „Orient Metal“ - bitte um Kritik

  • Hallo Gemeinde. Wir haben mit unserem Trio mal eines unserer eigenen Lieder halbwegs professionell aufgenommen,

    Da ich weiß, daß hier immer Klartext gesprochen wird, bitte ich um Kritik in alle Richtungen. Nicht nur drumspezifisch. Positiv - negativ - konstruktiv.

    Bitte her damit.

    Grüße

    Stefan


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  • Servus Stefan.

    Nur kurz, die Zeit drängt und die brutale Hitze schlaucht und da wirklich so nett um eine Rückmeldung gebeten wurde...

    Vorweg: ich bin in Bezug auf spezielle Subgenres eher ein Looser und habe da wenig Ahnung in Bezug auf Zielsetzungen von Musikern oder musikalische Prägungen. Viele meiner jüngeren Schüler sind totale Experten, haben sich reingefuchst in "Postrock" etc. etc. und klären mich manchmal auf, über Genres von denen ich niemals zuvor hörte. Ich komme mir dann vor "wie ein sterbender Dinosaurier" ;)


    Beim Intro mußte ich klanglich sofort binnen Millisekunden an Motörhead (mit einem Hauch der früheren Band Hawkwind) denken. Der ange-"fuzzte" Sound. ;)


    Das ganze Klangbild ist sehr "dreckig" und sehr retro. Irgendwie ein Mix für mich aus Retro-, Stoner, Psychedelic mit vielen hypnotischen Wiederholungen etc. Ich vermute somit das rauhe Klangbild ist intendiert.


    Mit den "dreckigen", verwaschenen Klangbildern tue ich mich persönlich als Zuhörer schwer. Genre-spezifisch sind diese aber mitunter oder gar oft gewünscht, soviel weiß ich. Somit kann man da ohne großen Technikaufwand in Sachen Recording dem Wunschziel eher nahekommen und womöglich habt ihr Euch an Bands mit ähnlichen Klangbildern orientiert.


    So ab 2:57 wird es für meine westlich geprägten Gehörgänge falsch zwischen den Oriental-Scales der Gitarre/Sitar(?) und dem E-Bass. Das mag wer in Ista(n)bul ;) aufwuchs toleranter hören. Ist wahrscheinlich auch so von Euch gewollt.


    Für ein Trio ist die Musik erstaunlich voll und die Klangfülle bzw. Soundwand beeindruckend! Kann das live umgesetzt werden? Oder muß es das gar nicht?

  • Hmmm, ich bin nicht sicher, was ich davon halten soll. Es gibt Parts mit Dancefloorappeal und stark verzerrten Klampfen, die gut tanzbar klingen, und dann wechselt es in eine Richtung irgendwo zwischen Stoner, Crossover und Grunge. Beides für sich finde ich jeweils stimmig, im Wechsel irritiert es mich etwas, weil ich nicht verstehe, wohin die Reise gehen soll. Als Tanznummer mit ordentlich Brett würde das Stück für mich einen Sinn ergeben, ebenso als moderne Grunge-Nummer, dafür müsste aber der jeweils andere Teil stilistisch angepasst werden.


    Beim Mix fällt mir der sehr weit nach hinten gemischte Gesang auf. Ist das Absicht? Ansonsten finde Einspielung und Aufnahmequalität recht gut gelungen. Im Mix würde ich versuchen, die Instrumente mehr zu schichten, ihnen also eigene Frequenzbereiche zuzuweisen und Überschneidungen der Bereiche weitgehend zu vermeiden, dann klingt es aufgeräumter.

  • Vielen Dank schonmal Nils und Gerald. Gerade das Feedback aus Eurer professionellen Sicht weiß ich sehr zu schätzen!

    Ich hoffe natürlich trotzdem, daß sich der ein oder andere noch äußert.

    Bis dahin Grüße an Euch alle.

  • Guten Nachmittag,


    für mich ist das Orient-Pop mit Metallguss überzogen, wobei im Metall eine gehörige Portion harter Kunststoff steckt.

    Für die Zombie-Disko um 3 Uhr morgens ein schöner Ohrenspüler.


    Ältere Leute sind da natürlich schon im Bett.


    Für mich ist das blitzsauber gemacht. Der Dreck ist so steril, dass er gar nicht schmutzig ist. Die Rauheit ist glasklar.


    Fehler finde ich keine.


    Grüße

    Jürgen

  • Auf die Schnelle:

    Der cut bei 0:37 klingt nach cut, wenn es denn einer war. Da ist irgendwas strubbelig
    Den Geang finde ich grenzwertig verständlich und etwas weit hinten. Dem könnte man auch etwas Platz machen, zugunsten der Verständlichkeit.
    Ansonsten doch ein ausgewogener Mix. Auch wenn er mit -7LUFS extrem laut ist.
    Musik, Genre und Arangement sind Geschmackssache und deswegen euer Ding. Ausserdem finde ich es interessant.

    don´t panic

  • Nur als Musikkonsument gesprochen, von angewandter Tontechnik habe ich keine Ahnung: Mir gefällt es wirklich gut (Komposition und Sound). Und mir persönlich ist bei vielen Aufnahmen der Gesang zu laut, für mich passt das hier total gut 🙂

    fka BigSize

  • Sound find ich ok. Mir fehlen die Spannungsbögen. Plätschert alles ein bisdchen vor sich hin. Der lange Orientalpart nach dem ersten Durchgang ist mir zu lang.

    Trommelmäßig ist die getretene Hihat in der Pause am Ende des Stückes fehl am Platz.

    Aber alles Geschmackssache....

  • Weil yenzee es gerade geschrieben hat, der Orientalpart…


    Der Oriental Beat ist gewöhnungsbedürftig (da muss ich an türkische Discomusik denken😉), dem Stück fehlt insgesamt ein bisschen Struktur. Die letzten knapp 2 Minuten fand ich cool. Gespielt ist es wirklich gut, finde ich, alles auf den Punkt, Fills und Übergänge laufen. Ich würde euren Sänger nicht noch weiter nach vorne mischen, die Stimmfarbe setzt sich ja durch, zu weit vorn kann es dann zu dominant sein. Mein persönlicher Geschmack isses jetzt nicht, aber ne interessante Idee, ich find es gut gespielt. Insgesamt eindeutig Daumen hoch. Soll aber IstaNbul heißen, oder? 😉

    667 - The Neighbour Of The Beast!!

  • Mir gefällt es auch sehr gut, ansonsten geht es mir wie Martin 0815: zum Mix kann ich nichts beitragen.

    Aber falls Ihr es - die obigen Meinungen miteinbeziehend - nochmal neu abmixt, dann würde ich eine alternative VErsion
    (möglichst unter Angabe, was geänder wurde) gern nochmal hören :)

  • Ich finde das toll getrommelt :thumbup: . Das Genre kann ich nicht einordnen, irgendwo zwischen Killing Joke und Disco, keine Ahnung. Sollte vielleicht eigentlich auch härter klingen, als es tatsächlich rüberkommt?

    Ist nicht ganz meine Musik, aber ich kann mir in jedem Fall vorstellen, dass das beim entsprechenden Publikum live sehr gut ankommt.


    Reine Konsumentenmeinung...

    Der Kragenbär, der holt sich munter // einen nach dem andern runter (Robert Gernhardt)

  • Nicht schlecht gemacht.

    Was mir so auffällt:

    Ganz zu Beginn und beim Break um Sekunde 40 hört man deutlich mehrmals ein "klack". Wo kommt das her? Ist das vom Zusammenschneiden mehrerer Gitarrentakes?


    An manchen Stellen werden mir Parts zu lange. Das ist aber vermutlich auch ein wenig Geschmacksache. Jedoch ist mir etwas zu wenig Spannung vorhanden für nen 5:30 langen Song. Da könnte man probieren, ob sich diesbezüglich mit kürzeren Parts an der ein oder anderen Stelle was ändert.


    Insgesamt kommen mir die Drums mit zu wenig "Biss" daher. Ich kann auf die Schnelle jetzt gar nicht sagen, was genau mich am Drumsound stört. Vielleicht sind die Drums einfach etwas zu brav im Mix mit den doch sehr harten Gitarren? Bassdrum und vor Allem die Snare sind mir oft deutlich zu unterpräsent (besonders im Vergleich zur HiHat).


    Aber alles in Allem ist das nicht komplett verkehrt. Habt ihr das ganz alleine aufgenommen oder wart ihr in nem Studio?

  • Vielen vielen Dank für Euer ganzes Feedback hier!

    Damit können wir jetzt mal Kriegsrat halten im Proberaum. Das ganze ist homerecording im Proberaum. Endmix hat ein Freund des Sängers gemacht.

    Die Snare finde ich im Mix auch etwas zu leise. ghostnotes gehen z.b. komplett unter.

    Aber unterm Strich bin ich zufrieden.

    Sorry, daß ich nich auf jede Frage eingehen konnte.

    Danke nochmal und Grüße an alle

    Stefan

  • Noch kurz etwas Senf von mir dazu:


    Insgesamt sehr interessant, weil einfach nicht tausendmal gehört. Es gibt also ein gewisses "Alleinstellungsmerkmal"...


    Für mich ist der Gesang etwas zu weit hinten und was das "Songwriting" angeht, fehlt mir tatsächlich auch die Dynamik, sowas wie ein Spannungsbogen, so dass es nicht zu dem Eindruck kommt, dass es die ganze Zeit so auf einem Level ballert und gefühlt dann wenig passiert...


    Alle zusammen dauerhaft auf die Zwölf ist nicht immer das beste Rezept!


    Ich hatte beim Hören auch so Vergleiche zu System of a Down (mit den armenischen Anteilen) im Ohr... Das ist positiv gemeint :)


    Für eine Proberaum-Aufnahme ist das wirklich sehr ordentlich... und in meinen Augen habt Ihr Potenzial, weil einfach eigen: Man mag es oder mag es nicht... Bin gespannt, was da noch von Euch kommt...


    Auf der Instrumenten-Ebene finde ich nicht wirklich was zum Beanstanden... MIX-technisch dürfte es gerne etwas differenzierter klingen, aber das wäre wohl eher ein Thema für eine professionellere Studio-Aufnahme...


    Daumen hoch von mir!


    Mein Anregung: Bestimmte Elemente (E-Saz?) einfach mal ganz für sich stehen lassen, ohne komplette Band, also mehr Dynamik zwischen kleinen "Melodie-Bögen" und Volldruck...

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