Ärger im Mietshaus: Recht?

  • Hi!


    Ich wohn hier in einem Mehrfamilienhaus mit insgesamt 9 Mietern. Seit 8 Jahren spiele ich im Keller Schlagzeug. Es ist alles ziemlich zugepolstert mit Matrazen, und in die Fenster hab ich Dämmwatte geklemmt. Zwar hört man trotzdem noch einiges, aber bis jetzt gab es 8 Jahre lang keine Probleme.
    Heute bekomme einen Brief von dem Senioren-Ehepaar im obersten (!) Stock. Sie wären früher so erfreut gewesen über die "harmonische Atmosphäre" in diesem Haus, aber jetzt sei die Lärmbelastung durch "dauernde Schlagzeugüberstunden" (hatte eigtentlich im letzten Monat weniger Zeit zum Üben) nicht mehr akzeptabel, ich solle das auf ein erträgliches Maß reduzieren.
    Ich übe an jedem Wochentag etwa eine Stunde, habe nie länger gespielt! Am Samstag eine halbe Stunde und an Sonn- und Feiertagen gar nicht. Das habe ich damals mit den Mietern so abgeklärt und und immer wieder nachgefragt, ob es so in Ordnung ist. Und gerade das Ehepaar in der Wohnung über dem Keller hat nie Probleme gemacht, im Gegenteil, sie haben immer behauptet, dass man mich kaum hört. Und jetzt beschweren sich ausgerechnet diese konservativen Spießer aus dem obersten Stock, wo man mich kaum mehr hört, und das auch noch hintenrum in einem Brief! Ich kann euch sagen, ich hab sooo einen Hals! :evil:


    Egal, will nur mal wissen, wie die Sache rechtlich ausschaut. Gibt es irgendein Gesetz, dass regelt, wie lang man wie laut sein darf in einem Mietshaus? Hat jemand von Euch auch schonmal solchen Ärger gehabt?


    Hoffe, ihr könnt mir helfen!


    Ciao,
    Jan

    www.mindfold.de


    Hey Schlagzeuger, spiel doch mal dynamisch! - Wie, dynamisch? Lauter kann ich nich'! :D

  • Ich kann's nicht garantieren, da ich kein Jurist bin, aber solange du dich an die gesetzlichen Zeiten und an die Hausordnung hälst (Mittagsruhe, Sonn- und Feiertage), und die Lärmbelästigung einen gewissen Pegel nicht übersteigt (ich denke, das tut er nicht), sollten die dir rechtlich eigentlich nichts anhaben können.


    Klär das aber am besten mal mit deinem VERmieter, denn der sitzt bekanntlich am längsten Hebel, hat das letzte Wort, und muss sich im Zweifelsfall entscheiden, wem ER "Recht" gibt. Wenn der nämlich meint, die alten Leute sind ihm lieber, könnte er dir kündigen, auch wenn man dir wegen dem "Lärm" juristisch nichts anhaben könnte.


    Ich hab' übrigens ein Lärmproblem mit meinen Nachbarn. Das sind jeweils zwei Bungalows, die an die eigentlichen Häuser angebaut sind, und man dachte damals wohl, man könnte sich eine Wand sparen. Und diese Nachbarn haben die Angewohhnheit, nachts ziemlich viel Lärm zu machen, hört sich an, als würden sie Möbel rücken.

    Fell- & Beckenriss wünscht


    Kai aus der Kiste


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  • Hi Jan,


    frage doch die anderen Mieter, ob sie sich belästigt fühlen, wenn ja such Dir einen proberaum, ansonsten schnack mal mit den Senioren, vielleicht kann Opa ja für eine Stunde am Tag das Hörgerät leiser stellen. ;)
    Schenk ihm noch einen Schnaps ein und dann sollte das schon klappen.
    Der rechtliche Weg ist lang und teuer. ausserdem sollte man es sich nicht mit den Nachbarn verderben, wenn es geht.


    Grus


    Knautschke
    http://www.ramblinbluesband.de
    an invitation to the blues


    http://www.rockcyclus.de
    Rock around Fischtown

  • Hi,


    @ Jan:


    Soweit ich weiß steht dir als Instrumentalist pro Tag ne gewisse Zeit zur Verfügung,in der du dein Instrument spielen darfst...natürlich ausserhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten.Und ich denk ne Stunde am Tag ist auf jedenfall zu rechtfertigen!
    Was anderes wäre es glaub ich als Band in nem Mietshaus...was dann ja auch verhältnissmässig lauter wäre...


    Was ich nicht richtig verstehe ist,dass es 8 Jahre keine Probleme gab...vielleicht haben die auf einmal ein anderes Problem mit dir ?(


    Hatte selbst auch schon Probleme mit Mitmietern und das bei nem TD8! in meiner Wohnung und trotzdem kam ich mit den Mitbewohnern zu nem Kompromiss...allerdings lief das Ganze etwas fairer ab und wir konnten uns auf festgelegte Zeiten einigen.


    @ Kai:


    Entweder deine Nachbarn sind Entwickler bei Ikea oder die tun ganz andere Sachen nachts ;)


    grtz,
    dtone

  • Schau doch mal in den Mietvertrag deiner Eltern....
    Sprich mit den "anderen"(guten) Nachbarn ob es sie *mitlerweile* stört...und setze denen "da oben" das ganze friedlich vor !!!
    Gruß Ötzy

  • Wer selbst Musik machen will, darf das zwar, doch sollten dabei die in der Münchner Hausarbeits- und Lärmverordnung festgeschriebenen Ruhezeiten (12.00 – 15.00 Uhr und 18.00 Uhr – 8.00 Uhr) eingehalten werden, wenn die Musik Zimmerlautstärke überschreitet. Häufig sind aber auch in der jeweiligen Hausordnung Einschränkungen in Sachen Hausmusik enthalten, die dann zu beachten sind. Weder Vermieter noch Nachbarn können allerdings das Spielen (oder Üben!) eines Musikinstruments prinzipiell verbieten, es sei denn, der Mieter hat dies mietvertraglich in Form einer Individualentscheidung ausdrücklich akzeptiert. Ist dies nicht der Fall, hat jeder Mieter – egal ob jung oder alt - Anspruch darauf, in der Regel zwei Stunden pro Tag auf seinem Instrument zu spielen. Bei einzelnen Instrumenten, z.B. Schlagzeug, sind jedoch Einschränkungen möglich, ebenso, wenn mehrere Familienmitglieder gemeinsam musizieren oder gar die ganze Band zum Proben in die Wohnung kommen will.



    glaube aber nicht das diese Einschränkungen gelten wenn du im Keller und die ganz oben wohnen.. kann ich mir echt nicht vorstellen.. Trotzdem, Ärger mit den Nachbarn ist immer Scheiße - viel Glück noch

  • Moinsen!
    Also ich denke was dir am wenigsten hilft sind unerfreuliche Auseinandersetzungen.
    Machs so wie schon vorgeschlagen, versuch dich mit Ihnen zusammenzusetzten und einen Kompromiß zu schließen. Alte Leute wollen manchmal einfach nur, dass man Ihnen zuhört......
    Vielleicht einfach mal ne Rutsche Kuchen und pünktlich zum Kaffeklatsch anklopfen......du wirst staunen wie sie dann reagieren...hab das auch mal so gemacht.....und seitedem hatt ich fast Narrenfreiheit bei meinen Nachbarn.....
    Viel Erfolg.....

    so long, Alex Tromm(l)er

  • Also, ich würd auch sagen, schenk ihnen ne Flasche Wein als "Entschuldigung" und frag sie, wieso es zu laut ist. Vielleicht hat einer in der Zeit ja immer "Mittagsschläfchen" (zwar nicht zu den normalen Zeiten, aber was solls) und du brauchst das ganze einfach nur ne stunde früher oder später machen... Ich denke wirklich, reden ist das Beste in diesem Fall

  • Ich hab übelsten Stress mit meinem Nachbarn wegen dem Drummen, aber jetzt erst mal zur Situation.


    - 2 gegenüberliegende Häuser mit Abstand ca. 5 Meter
    - Übungskeller mit speziellem Dämmmaterial
    ausgekleidet, darunter ca. 10 cm Abstand zur Wand
    mit Spezieller Wolle zugestopft.
    - Kellerausgangstür mit Dämmmaterial versehen und
    zusätzlich 2. DICKE Tür eingebaut (Die hält sauviel ab).
    - Übungszeiten: Meistens jeden Tag ne' Stunde jedoch
    nicht in den Ruhezeiten (Ich dürfte sogar bis 22 Uhr
    lärm machen, mach aber nur bis 19)
    - Fenster total mit Styropor Dämmwolle und
    Dämmmaterial zugestopft.


    - Ach ja, und ne vernünftige Decke is auch noch drinne.



    Dies alles interressiert meinen Nachbar recht wenig und ich hatte schon des öfteren unseren "Freund und Helfer" vor der Tür, die es selbst lächerlich fanden was unser Nachbar abzieht. Der is nämlich für seine Pienserei in der ganzen Siedlung bekannt. Als der von einer nahegelegenen straße herzog, waren alle froh das er dort wegzog, ich verstehe jetzt warum.


    Mit der Zeit hat sich das gelegt, weil man vom Schlagzeug eigentlich nur noch gaaaaanz wenig hört.
    ABER als ich mal dieses Wochende mit zwei Freunden im Keller spielte (E-Gitarre/-Bass)
    Telefon: RING, RING: Buähh mecker, mecker; zwischendrinaufleg.
    Kurze Zeit später: Haustür Ding Dong
    Unser lieber Nachbar stand vor der Tür war regelrecht aggressiv und als ich ihm dann diverse Zeitungsartikel unter die Nase hob, das ich das auch darf ist er ganz ausgeflippt und ist abgezischt und will jetzt Messungen durchführen. Nur weis er net wann ich üb :) :) :)


    Das war also mein kleiner Beitrag zum Thema "NETTE" Nachbarn


    Mitch

    Meine Band
    Metalcore aus Ludwigshafen: Rebirth

  • Ich hab relatives Glück mit meinen Nachbarn.
    ich wohne in einem Reihenhaus und übe bei uns im Keller.
    Die Nachbarsfamilie links neben uns ist inzwischen so eine Art persönlicher Fanclub - jedes Mal krieg ich wieder Zuspruch das ich heute doch ziemlich gut gespielt hätte etc. - mit denen hab ich auch die Zeiten von 10-12 Uhr und 15:30-18:00 Uhr ausgemacht.


    Die Nachabrn rechts von uns haben zwar mal durchblicken lassen, daß es manchmal doch schon etwas laut wäre, sonst aber nichts. Beide sind zum Glück auch noch berufstätig und haben keine Kinder - d.h. quasi sturmfrei.


    Am Wochenende spiele ich freiwillig nicht - auch immer ein gutes Argument, um Nachbarn auf seine Seite zu ziehen. :)

  • Ich kenn sowas zum Glück überhaupt nicht, weil wir an der Straße wohnen und auf der anderen Seite des Hauses keine anderen Häuser stehen. Ich kann also so laut spielen wie ich will und es stört niemanden :D


    Ich hab nen Kumpel der ein ähnliches Problem hat wie du, aber wo der Vermieter keinen Stress macht, wenn bestimmte Zeiten eingehalten werden.



    Gruß Dario

  • ich hab das glück das alle nachbarn im einzugsgebiet meiner heissgeliebten lärmquelle (also ca. 2 häuserblocks ;) ) erst eingezogen sind nachdem ich mit dem radau angefangen hatte. wunderlicherweise hat sich in 20 jahren noch niemand beschwert..grundsätzlich ist zu sagen das üben nicht zu verbieten ist. selbst wenn sowas in mietvertrag/ hausordnung steht ist sowas unzulässig. ausnahme: alle mitglieder einer mietergemeinschaft beschliessen so etwas. über die dauer der aktion gibts diverse gerichtsurteile die zwischen 1 und 6 stunden täglich variieren. auch lärmpegel ermitteln seitens des ordnungsamtes ist i.d.R folgenlos. Mitchs lieber nachbar kann also ruhig mit dem db-messer ums haus robben. schwierig wirds eigentlich erst, wenns um bandproben geht. sollte sich darüber jemand beschweren ist der drops gelutscht da da kein rechtlicher anspruch auf verständnis für derartige belästigungen besteht. google kann dir sicherlich helfen schriftliches zu finden.


    stay tuned


    matz™

  • Hailo!


    Interessante Diskussion, allerdings muss ich mich jetzt mal outen. Bin Azubi in einem großen Berliner Wohnungsunternehmen.
    Musizieren ist generell erlaubt, allerdings ist das Musizieren innerhalb des Mietshauses etwas problematisch, weil sich eben die Mieter schnell gestört fühlen.
    Für Saxophone, Schlagzeug und andere laute Instrumente gibt es Sonderregelungen. Ich meine, mich an etwa 4 Stunden/Woche (davon max. 2 h zusammenhängend) erinnern zu können, kann mich allerdings auch gern noch mal genau erkundigen. (SM an mich)
    Wenn allerdings alles 8 Jahre ohne Stress i.O. war, kann man davon ausgehen, dass sich entweder die gesundheitliche Situation einer der beiden Rentner verschlechtert hat, oder dass sie tatsächlich ein Problem mit Dir haben. Gerade auch, weil sie schreiben und sich nicht mündlich an Dich wenden.
    Vermieter kontaktieren würde ich erst, wenn die Rentner nicht mit sich reden lassen, nur keine schlafenden Hunde wecken!!!
    Der Schall überträgt sich übrigens auch wunderbar über Heizungsrohre, wenn die also auch durch Deinen Keller laufen, dann am besten mal gesondert isolieren.



    Viel Erfolg beim Reden mit den Rentnern!!


    Benjamin

  • Hab noch was gefunden:



    News
    Wohnen & Bauen


    Gericht: Hausbewohner darf Schlagzeug spielen - Nachbar unterlegen


    Mainz (dpa/lrs) - Ein Hausbewohner darf grundsätzlich bis zu zwei mal wöchentlich ungefähr zwei Stunden lang Schlagzeug spielen und mit seiner Band üben. Dies entschied das Landgericht Mainz. Nach dem Richterspruch gilt dies auch in den frühen Abendstunden zwischen 18.00 und 20.00 Uhr, sofern die Lärmbeeinträchtigung geringfügig sei (Az.: 6 S 57/02).


    Das Gericht wies mit seinem Urteil das Ansinnen eines Klägers ab, dessen Nachbarn das Musizieren zu untersagen. Der Kläger fühlte sich durch das Musizieren des Nachbarn, der im Kellerraum seines Einfamilienhauses ein bis zwei Mal wöchentlich zwischen 18.00 und 20.00 Uhr Schlagzeug spielte und mit seiner Band übte, in seinem Ruhebedürfnis gestört. Er verklagte den Nachbarn daher auf Unterlassung - allerdings ohne Erfolg.


    Das «nachbarrechtliche Gemeinschaftsverhältnis» gebietet es nach Ansicht des Gerichts, dass Nachbarn unter gegenseitiger Rücksichtnahme ihren Interessen nachgehen könnten. Außerdem stellten die Richter fest, dass die Musik bei geschlossenen Fenstern beim Kläger kaum zu hören sei und daher allenfalls zu einer geringfügigen Beeinträchtigung des Klägers führe.

    LG Mainz (Az.: 6 S 57/02)



    Quelle: http://www.anwalt-suchservice.…wohnen_bauen/68_2197.html

  • Hi,


    ich wollte man kurz "meine" Lösung schildern: Ich übe mit "Pads" auf Trommeln und Becken. Das nimmt natürlich ein wenig den "Soundspass", aber für das normale Üben ist das optimal (zumal ich mir auch nicht selbst das Gehör wegblase). Man gewöhnt sich da ziemlich schnell dran. Da muß man sich halt drauf einlassen und (wie beim Brilletragen) IMMER drauf lassen - und nicht permament doch "mal eben ohne" spielen. ;)


    Und für "Soundspass" nehme ich mir dann 1 mal pro Woche (meistens Freitag nachmittag) eine Stunde ungedämpft.


    Das Problem sind dabei gar nicht mal so sehr die Nachbarn als vielmehr die eigene Familie. Direkt über meinem Übungskellerraum ist nämlich unser "Hauptaufenthaltszimmer" und da werden meine Damen wahnsinnig, wenn ich eine Stunde Rudiments übe.


    Gruß,


    Simon2.

    Einmal editiert, zuletzt von Simon2 ()

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