Drumkabine / Schallschutzkabine - Foto Dokumentation

  • Hi liebe Leute,


    das Forum lese ich zwar schon seit etlichen Monaten, dies hier ist aber
    mein erster Thread mit der Bitte um Euer Feedback, Anregungen, Kritik
    und Verbesserungsmöglichkeiten.


    Es geht mir um den Bau einer Drumkabine im Keller meiner Doppelhaushälfte
    zur Schonung der Nachbarohren vor meinem Sonor A-Set. :-)


    Dazu habe ich schon sehr viel in div. Foren/Threads gelesen und mich über
    versch. Konzepte schlau gemacht, wie man so etwas angehen und erfolgreich
    abschliessen kann.


    Damit's für Euch nicht so langweilig ist, sind hier drei Bilder erstellt mit Google SketchUp.
    (Explosionszeichnung, Kabine zusammengebaut, im Kellerraum platziert)


    Grundidee dabei ist:
    Boden = ~30mm Sylomer + 22mm OSB Platte + Tennisballhälftenschicht + darauf zweite schwimmende
    22mm OSB Platte: sozusagen "doppelt" entkoppelt vom Boden.


    Alle Wände sowie die Decke werden als Sandwich aus 12,5mm Gipskartonplatte + 50mm Flachsplatten
    + 12,5 Gipskartonplatte, das ganze auf einem Holzständerwerk aus 60x60er Balken ausgeführt.


    Die Decke bestet aus fünf separaten Einzelelemente, die zunächst am Boden komplett inkl. Dämmung
    zusammengebaut werden können, um sie anschl. einzeln auf die vorher aufgerichteten Wände hieven
    zu können.


    Dazu kommen noch 1-2 aktive Lüfter + Bühnenmolton & Teppichboden sowie Beleuchtung innen, eine Tür und ein Fenster.


    Freue mich über alle Kommentare zu dem Vorhaben :-)


    Lieben Gruß,
    Callisto




  • Ja, du hast recht. Daher wird die Konstruktion auch völlig freistehend
    mit 65mm Abstand zur Wand aufgestellt werden, um die Übertragung
    von Körperschall auf das Mauerwerk des Hauses auszuschließen. :Q


    Außerdem hat man so zumindest eine gewisse Hinterlüftung der Kabine
    und ich hege die Hoffnung, dass bei ausreichender Zirkulation im Kellerraum
    selbst so auch keine Probleme mit Feuchtigkeit oder Schimmel im
    Zwischneraum entstehen. ;-)


  • net schlecht Herr Specht! Ich hab mich auch mal an dem Google Sketch up versucht aber leider total versagt *lol*
    Die doppelte Entkopplung des Bodens, ob die nötig ist??
    Mehr Sorgen hätte ich dann an deiner Stelle mit der Decke und den Einzelteilen die du wohl unten zusammenbaust und dann oben montierst, wie willst du die Zwischenräume abdichten??
    Die Idee an sich ist gut nur was spricht dagegen den Holzrahmen gleich oben zu montieren, die Rigipsplatten oben verschrauben, die Steinwolle von innen reinstopfen und dann innen die Rigipsplatten montieren?


    Mfg
    Neph

  • Schonmal über Kopf gearbeitet? ich würde das auch nicht freiwillig machen :D Zur Abdichtung zwischen den einzelnen deckenelementen könnte ich mir zB Silikon recht gut vorstellen, oder?


    sieht auf jedenfall interessant aus!


    Gruß Matthias

  • Nephente: Die doppelte Entkopplung des Bodens habe ich nur deshalb vorgesehen,
    weil die FuMa und Bassdrum a) auf dem Boden stehen und ihm b) daher näher sind,
    als der Decke. Bin mir aber über die wirkliche Notwendigkeit nicht voll im Klaren.
    Kann gut sein, dass über Wände und Decke noch soviel Bässe in den Kellerraum
    abstrahlen, dass die Doppelentkopplung des Bodens nicht wirklich etwas bringt. ?(


    Die Decke möchte ich segmentweise aufbauen, weil der Raum nur 237cm hoch ist,
    d.h. ich müsste bei komplett montierter Decke die Rigipsplatten von unten über die
    Balken schieben und auch von unten befestigen. Außerdem rechne ich nicht damit,
    dass sich mein Frauchen im Platten anreichen und halten stundenlang zur Verfügung
    stellen wird :whistling:


    Matthias: Abdichten werde ich die Elemente stirnseitig vollflächig mit Butylband,
    zweiseitig klebend
    .
    Anschließend werden noch die Fugen zwischen den Elementen verspachtelt und die
    Umlaufende Naht zwischen Decke und Wänden mit Silikon verfüllt. Ob das reicht? :rolleyes:


    Hoffentlich denke ich daran, ausreichend Fotos vom Bau zu machen B)

  • Das Problem könnte höchstens sein, dass bei selbstgebauten Kabinen der Schall trotzdem durchdringen könnte. Da hat man dann zwar keine "Riesen" für ausgegeben, aber bei Firmen, die einem sowas einbauen, kann man sich ja drauf verlassen.


    Das hier sieht aber sehr gut geplant aus, also wird bestimmt hinhauen.


    Gutes Gelingen...


    Falls meine Nachbarn sich noch weiter beschweren, werd ich sowas eventuell auch benötigen.

  • Hi!
    Ein Wahnsinns-Vorhaben hast du da geplant -- Respekt! Auch die Zeichnungen sind sehr gelungen :)

    Bin mir aber über die wirkliche Notwendigkeit nicht voll im Klaren.
    Kann gut sein, dass über Wände und Decke noch soviel Bässe in den Kellerraum
    abstrahlen, dass die Doppelentkopplung des Bodens nicht wirklich etwas bringt. ?(

    Ehrlich gesagt würde ich hier auf "weniger ist mehr" vertrauen: Wenn du dir die Sylomere genau berechnen lässt, ist das eine saubere Lösung -- und schon teuer genug...
    Steck das gesparte Geld lieber in einen "dickeren" Wandaufbau: also zB doppelt beplanken oder sogar 2x16mm Platten wählen. Auch bei den Holzständern könntest du nochmal 2-4cm draufpacken und damit die Luftschicht entsprechend vergrößern. Da würde ich bei dem von dir geplanten Aufwand nicht an der falschen Stelle sparen.



    d.h. ich müsste bei komplett montierter Decke die Rigipsplatten von unten über die
    Balken schieben und auch von unten befestigen.

    Bei meiner Kabine haben wir die Decke am Boden als erstes gefertigt, sprich von oben doppelt mit Rigips beplankt. Dann wurde die Decke auf die Holzständer "angehoben", was natürlich leichter klingt als es war (das Teil wog ca. 250-300kg). Problem ist nämlich, dass du zum Verspachteln und Verschrauben nicht mehr von oben an die Platten rankommst, wenn sie knapp unter der Decke hängen.

  • Ich würde mir bei so viel Aufwand und Investitionskosten auch mal dringend Gedanken über den Sound IM Raum machen. Ob die Konstruktion nach außen gut dämmt kann ich jetzt mangels Wissen und Erfahrung schlecht beurteilen, aber über Raumakkustik habe ich mich mal kürzlich versucht intensiv schlau zu machen.


    Falls also Sound im Raum eine Rolle spielt:
    Regel Nr.1 (wenn man schon die Wahl hat): Keine quadratischen Grundrisse, wegen identischen "Raummoden" (stehenden Wellen) auf der Längs- und Querachse. Führt zu schmalbandigen Erhöhungen und Auslöschungen im Frequenzgang.


    Zitat

    There are a few "ideal" ratios of room height, width, and length that professional studio designers agree should be used if possible.
    Three of these ratios, developed by L.W. Sepmeyer, are shown in Table 2:


    Height - Width - Length
    1.00 - 1.14 - 1.39
    1.00 - 1.28 - 1.54
    1.00 - 1.60 - 2.33


    Quelle: http://www.ethanwiner.com/acoustics.html


    Ich würde mich von der Wandkonstruktion her mal hier inspirieren lassen und überlegen, ob man Schallschutz nach außen und Schallabsorption innen nicht irgendwie besser unter einen Hut bekommen kann. Bei so einem kleinen Raum kann man jedenfalls mit den Reflektionen innen nichts mehr anfangen, das Beste ist vermutlich, man macht den Raum so tot wie möglich. Aber eben nicht nur "obenrum" mit Noppenschaum, sondern möglichst breitbandig und auch im Bassbereich, sonst klingt's einfach nur nach dröhnendem Schuhkarton. Das heißt nicht, dass man zwingend mehr Dämmmaterial braucht, sondern vor allem, dass man dieses geschickt anbringen muss, z. B. mit Abstand zur Wand, um auch im Bassbereich etwas zu bewirken.


    Bei Interesse kann ich gerne noch ein paar Links posten.


    Wenn's aber nur um den Schallschutz nach außen geht:
    Ich habe nichts gesagt :)


    Gruß, cameo

    musique: LLLL
    Suche Optimount-Halterungen in verschiedensten Tiefen, einfach alles anbieten

  • Hi liebe Leute,


    Jimmy: Es soll eine massive Zimmertür rein, die aber
    ebenfalls noch mit einem Holzrahmen versehen, Flachs
    oder Steinwolle gedämmt und abschließend mit Gipskarton
    verschlossen wird. Falls das nicht reicht, kaufe ich
    nötigenfalls noch eine echte (und teure) Schallschutz-
    tür.


    @huhust: Ich gehe von 1000-1500€ aus. Hängt ein wenig
    davon ab, was das Sylomer und das Lüftungssystem kosten
    werden. Wenn fertig, präsentiere ich ne Kostenübersicht.


    noVocals: Doppelte Beplankung habe ich auch schon
    in Erwägung gezogen, zumindest für alle Innenseiten.
    Aber ich fange zunächst mal einlagig an. Wenn ich dann
    im Bereich 40-100Hz schon -25dB erreiche, ists prima.
    Falls nicht, kann ich problemlos noch ne zweite Lage
    nachlegen. Müsste doch gehen oder?


    cameo: Danke für den Hinweis. Werde nochmal recherchieren
    was diesen Aspekt angeht. Sicher ist, dass innen noch ein
    gehöriges Maß Schallabsorption nötig wird. Schräge Wände
    wollte ich auch erst optional vorsehen, falls tatsächlich
    üble Flatterechos auftauchen. Mit dem dicken Bühnenmolton
    in Falten gelegt innen habe ich die Hoffnung, dass es
    erstmal gehen wird. Ggf. Helmholtz-Resos rein, ich denke
    bis auf die Raumdimensionen kann man nachträglich noch
    einiges am "Innen Sound" feilen. Danke für die "ideal ratios".


    Maddin: Danke für den Link. Den Thread hatte ich bereits
    gefunden und komplett durchgelesen. Waren einige sehr
    interessante Anhaltspunkte für mich drin. Lediglich die
    Metallkonstruktion ist mir zu aufwändig. Soll ja auch kein
    Proberaum werden, sondern ein Drum Übungsraum, ggf.
    mit Recordingmöglichkeit für den Eigengebrauch. :)


    Danke Euch allen für die vielen Kommentare. Bin gerade dabei,
    den Keller vorzubereiten, sprich Schränke umräumen etc.
    Werde euch auf dem laufenden Halte. Wenn es nach mir geht,
    möchte ich bereits am Wochenende die Bodenkonstruktion
    beginnen. Aber jetzt erstmal Gute Nacht :thumbup:

  • Ich klink mich mal schnell ein und hoffe noch fix eine Antwort zu kriegen.
    Ich bin ebenfalls dabei morgen früh anzufangen, wenigstens das Podest und dann mal sehen wie lange es dauert.


    Hab die Tage nun den Keller vorbereitet, Set weggeräumt und Platz geschafft, Tennisbälle halbiert.
    Nun bin ich etwas unsicher, mein Vorhaben war ein Holzgitterrahmen mit 4x4cm Vierkanthölzern und da drauf OSB Platten und dann ein Teppich als Grundpodest!


    Nun bin ich verunsichert ob das ausreicht?
    Sollte der Boden auch unten OSB-mitte Holzwolle und dann oben OSB platten haben also ähnlich dem Masse/Luft/Masse Prinzip bei den Wänden oder reicht es aus wie ich vorhabe mit Holzgerüst und OSB oben drauf?


    Bräuchte da bitte eine fixe gut gemeinte Antwort denn wenn das mal steht ist es aus und gelaufen, an die Wände kann man immer mal noch ne Lage Rigips hinspaxen aber beim Boden???
    Da kann man ja net mal eben das Ding hochheben und unten noch ne Lage randübeln ;)


    Danke und Gruß
    Martin

  • Meine Bodenkonstruktion besteht (von unten nach oben) aus
    Sylomerstreifen, Verlegespanplatte mit Quer- und Längsbalken
    ausgesteift, ~1t Quarzsand und anschließend noch eine Lage
    Verlegespanplatte drüber. Prinzip: Entkopplung der Kabine
    vom Boden bzgl. niederfrequentem Körperschall durch Masse-Dämpfer-
    System (Masse=Sand+Holz, Dämpfer=Sylomer)


    P.S.: Habe meine Konstruktion gegenüber dem oben gezeigten Entwurf
    nochmal etwas vergrößert und hinsichtlich Fenster / Wandschräge modifiziert.
    Heute habe ich dann endlich die Baustelle anfangen können. Fotos vom Bau
    und der Ausführung folgen hier nach und nach. :-)

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