Fremdwort / Fachbegriff gesucht

  • Ich glaube, in dem Moment, wo man bemerkt, dass man beim Schlagzeugspielen nicht nur Notenwerte spielen, sondern auch ein bestimmtes Feel transportieren will, ist man (geistig) einen Schritt vorangekommen. Diese Erkenntnis dann umzusetzen ins eigene Spiel ist eine andere Geschichte, die viel Zeit und Übung erfordert. Aber sobald man die Erkenntnis gehabt hat, kann man schon mal Songs, die einen vom Feel her ansprechen, anders verstehen und analysieren.

  • Hierzu zwei Fragen: Meinst du nicht eher geshuffelte 16tel? 8tel ergeben irgendwie keinen Sinn mit den ganzen 16tel-Noten ...

    Das zweite ist eigentlich keine Frage 🤣. Meiner Erfahrung nach sind Kombinationen wie hier bei der Hi-Hat-Stimme eher

    schwieriger und unübersichtlicher zu lesen, also eine 8tel plus eine 16tel und dann mehrere folgende "8tel", die aber synkopisch

    sind.

  • Meinst du nicht eher geshuffelte 16tel?

    Natürlich hast du Recht, hab das zwischen Tür und Angel notiert und nicht aufgepasst. Danke für die Korrektur, hab's geändert :)

    Meiner Erfahrung nach sind Kombinationen wie hier bei der Hi-Hat-Stimme eher

    schwieriger und unübersichtlicher zu lesen, also eine 8tel plus eine 16tel und dann mehrere folgende "8tel", die aber synkopisch

    sind.

    Das kann durchaus sein, ich glaube ich bin diese Form der Notierung einfach gewohnt durch diverse Bigband Arrangements. Stell doch mal gegenüber, wie du es notierst, da profitieren ja andere auch davon.

  • Um hier mal reinzuplatzen: Ich würde das auch eher so schreiben - keine Balken über den Grundschlag hinweg. Wenn konkrete Notenwerte (8tel / 16tel) wichtig sind, lieber mit Haltebogen.

  • Zitat

    Stell doch mal gegenüber, wie du es notierst, da profitieren ja andere auch davon.

    So, wie Manuel mir schon zuvorgekommen ist 🙂. Abgegrenzte "Viertelpackungen" sind für mich viel schneller erfassbar. Dass man die Taktmitte nicht überschreiben soll, ist ja eine generelle Notenschreibregel. Ich persönlich weite dies in 90 % aller Fälle auch auf die anderen Viertel aus. Ausnahmen z. B. bei langsamen, einfachen Notenbildern. Beispiel: 1 Viertel, dann 1 Halbe, dann wieder 1 Viertel. Die Halbe dauert zwar über die Taktmitte, der ganze Takt ist jedoch sehr leicht zu erfassen.

  • ja bin noch da. ich habe extra noch nicht geantwortet, sollte nicht undankbar sein. Das hat seine Gründe. Kann ich im Moment ganz schlecht Tippen.

    Hände sind durch Insekten Stich geschwollen.



    o, wie Manuel mir schon zuvorgekommen ist 🙂. Abgegrenzte "Viertelpackungen" sind für mich viel schneller erfassbar. Dass man die Taktmitte nicht überschreiben soll, ist ja eine generelle Notenschreibregel. Ich persönlich weite dies in 90 % aller Fälle auch auf die anderen Viertel aus. Ausnahmen z. B. bei langsamen, einfachen Notenbildern. Beispiel: 1 Viertel, dann 1 Halbe, dann wieder 1 Viertel. Die Halbe dauert zwar über die Taktmitte, der ganze Takt ist jedoch sehr leicht zu erfassen.



    Um hier mal reinzuplatzen: Ich würde das auch eher so schreiben - keine Balken über den Grundschlag hinweg. Wenn konkrete Notenwerte (8tel / 16tel) wichtig sind, lieber mit Haltebogen


    Eine Sache noch. Stichwort Polyrhythmik = Son clave ???





    Das einzige, was ich bisher an dir anstrengend finde, ist das häufige Entschuldigen für irgendwas, was du für potenziell anstrengend hältst

    Dann Entschuldige bitte meine Entschuldigung. Der musste jetzt mal raus. Ne scherz, ist angekommen. :)

  • Das ist seltsam.

    Denn die Bezeichnung "one drop" bedeutet ja wörtlich, dass die Eins weggelassen wird

    Wer weiß, wer alles so Schlagzeugliteratur schreibt. Ob irgendein "Heini Müller" die Referenz für Reggae-Drumming ist, wissen wir ja nicht. Ich kenne One Drop auch nur ohne 1 und hatte mich ebenfalls gewundert. Welches Buch ist das? Ich tu mich schwer bei dem Gedanken, mir ein komplettes Buch über den One Drop vorzustellen, selbst den 3 gängigen Reggae-Rhythmen One Drop, Steppers und Rockers zusammen würde man in der Regel wohl maximal ein Kapitel widmen.

  • ich


    Zum One Drop. Es ist ein Buch von Dengue Felix. Die Noten sind im Stil von Carlton Barrett.

    ich kann wenn ich eh schon dabei bin, euch ein paar Auszüge aus dem Buch zeigen. Mich verwundert es nämlich genauso.

    Dengue Felix ist Drummer und Kulturmanager. Der Typ wuchs in Südamerika auf und hat wie es scheint viele Musikschulen gegründet, hat

    in Hildesheim studiert und seine Ausbildung am Prinz Claus Conservartorium in den Niederlanden gemacht. Mehr weiß ich nicht.


    Die Rezesionen scheinen aber gut zu sein. Auszug:


    "Dengue`Felix` Buch über Carly Barretts One drop Drumming ist eine Arbeit mit erstaunlicher akademischer Präzision. Es ist ein Muss für jeden Musikschüler und Musikstudenten, der beginnen möchte, den Genius von Bob Marley`s Schlagzeuger zu verstehen und die Tür zu Roots Reggae öffnen.


    Nö.

    .aber rein theoretisch ist doch Son clave , durchlauf 2-3 oder 3-2

    Wenn ich das aber nicht nacheinander sondern gleichzeitig spiele dann hätte ich doch rein theoretisch betrachtet einen Polyrhythmus?

    Wenn du jetzt wieder nö schreibst, ok akzeptiert, dann gebe ich auf. :)

  • Ja, wenn Du mit einer Hand die Son-Clave 2-3 spielst und mit der anderen Hand die Son-Clave 3-2, dann kann man von Polyrhythmik sprechen. Das mag eine nette Übung sein, aber sonst auch nix. Es hat mit afro-kubanischer Musik nicht direkt zu tun, außer, dass kubanische Mitmusiker Dich wahrscheinlich steinigen würden, wenn Du das machst. Bin aber auch kein Insider.


    Wenn Du Dich mit Polyrhythmik beschäftigst, landest Du (per Literatur etc.) oft in der afro-kubanischen Musik. Das liegt daran, dass dort die verschiedenen Rhythmusinstrumente oft sehr eigenständige Rhythmen spielen, die dann zusammen den jeweiligen Stil/Tanz ergeben. Schlagzeuger, die gleichzeitig mehrere dieser Stimmen spielen, betreiben zwangsläufig Polyrhythmik. Dazu gehören auch die Kapriolen, die El Negro" so oft über der per linkem Fuß durchlaufenden Rumba-Clave macht.


    Um Deine Frage zu beantworten, ob Polyrhythmik das gleiche wie Son-Clave ist: Nein.

    Polyrhythmik ist das Überlagern (gleichzeitige Spielen) mehrerer sebständiger Rhythmen.

    (Son-) Clave ist ein zweitaktiger Clave-Rhythmus, der vielen afro-kubanischen Tänzen unterliegt.

    M.

  • Hallo

    Eigentlich wurde schon alles gesagt.

    Vielleicht wäre dieses Buch von Udo Dahmen interessant.Fängt eigentlich ganz einfach an. Im Verlauf des Notenbuches durchläuft man die verschiedensten Stilistken. Viele Dinge auf die man immer wieder trifft kommen darin vor. Hat man seinen Stil zu spielen noch nicht gefunden,dann findet man ihn möglicherweise dort.

    Was ich persönlich gut finde sind diese Automatismen, die simpel sind, aber angewendet richtig knackig werden können.

  • Was ich persönlich gut finde sind diese Automatismen, die simpel sind, aber angewendet richtig knackig werden können.

    Apropos simpel: Ich würde da gar nicht so weit ausholen und mir Lateinafrikanische Stilistiken und komplizierte Rhythmen draufschaffen. Ich finde das hier gar nicht so zielführend. Naja, Richtung Ziel schon, aber doch weit darüber hinaus. Generell ist natürlich klar: Je mehr Vokabeln du kennst, desto besser kannst du frei sprechen. Deshalb ist systematisches Üben mit Lehrbüchern effektiv und wichtig. Aber man erzielt auch schon einen sehr großen Effekt mit kleinen Variationen des Rhythmus, ohne ganze Lehrbücher durchgearbeitet haben zu müssen.


    Wenn du es systematisch angehen willst: Schreib dir den Rhythmus auf, den du spielst. 3 Takte. Für den 4. Takt schnappst du diesen Rhythmus und nimmst kleine Änderungen vor. Das kannst du mit Plan und Musikverstand machen (z.B. HiHat-Figur durch eine andere ersetzen, statt Snare Backbeat jetzt 3-2 Clave,...) oder einfach ganz mechanisch (z.B. alle Snare-Schläge um eine Achtel vor oder zurück verschieben, jeden 2. HiHat Schlag weglassen oder eine Achtelnote vor jedem Snare-Schlag eine Bassdrum einfügen). Da gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Einfach mal jede Menge aufschreiben und rund spielen. Gerne bei einfachen Veränderungen bleiben und es nicht unnötig kompliziert machen. Die Wirkung ist trotzdem groß. Was gut klingt, merken. Dann Kombinationen aus Veränderungen zusammen ausprobieren. Je nach Grundrhythmus funktionieren dann auch andere Sachen gut. Immer auch aufschreiben, das macht es leichter. So hat man sich sehr schnell viele schöne Ideen gebastelt. Und wenn man sich damit beschäftigt, dann hat man die kleinen Änderungen bald problemlos griffbereit und kann sie intuitiv einstreuen. Und wenn man sich noch etwas mehr damit beschäftigt, kreiert man bald solche Änderungen direkt beim Spielen.

    Einmal editiert, zuletzt von Korki ()

  • Der Sinn der clave (= Schlüssel) ist nicht, diesen zu zerlegen oder zu überlagern. Die clave ist die Schlüsselfigur, die Richtlinie, an der sich alle anderen orientieren. Je nach Größe der Band hört man sie oder allenfalls im Hintergrund. Für die Musiker ist sie aber präsent. Nur so laufen die komplexen polyrhythmischen Figuren nicht aus dem Ruder. Die clave wird in aller Regel konsequent durchgespielt.

    Ein Mann vom Schlag eines Zeugers!

  • Ich glaube, in dem Moment, wo man bemerkt, dass man beim Schlagzeugspielen nicht nur Notenwerte spielen, sondern auch ein bestimmtes Feel transportieren will, ist man (geistig) einen Schritt vorangekommen. Diese Erkenntnis dann umzusetzen ins eigene Spiel ist eine andere Geschichte, die viel Zeit und Übung erfordert. Aber sobald man die Erkenntnis gehabt hat, kann man schon mal Songs, die einen vom Feel her ansprechen, anders verstehen und analysieren.

    ich verstehe was du meinst und wie wichtig dieser Aspekt ist


    Ja, wenn Du mit einer Hand die Son-Clave 2-3 spielst und mit der anderen Hand die Son-Clave 3-2, dann kann man von Polyrhythmik sprechen. Das mag eine nette Übung sein

    So meinte ich das auch in etwa,

    Da musst du dich einfach (musik)geschichtlich schlaumachen, die Informationen sind alle vorhanden.

    Das muss ich wohl.

  • Zitat

    Das muss ich wohl. Denn einfach mal plakativ gedacht in Namibia ist vom Trommeln und Tänzen her eine ganz andere als z,b in Peru. Warum dann allg, immer von Latin und Afrika gesprochen wird ? Und die Musikgeschichte zeigt ja auch das alle Stilistiken nicht im ganzen Kontinent verbreitet sind.

    Natürlich weiss ich was damals in Kuba passiert ist, wie es dazu kam und auch was die Musik und Kultur betrifft, Da passt es schon eher.

    Da muss ich mich noch ein bisschen rein arbeiten. Stimmt man muss hier nicht jede noch so blöde frage stellen. man kann auch mal selber

    ein wenig recherchieren. ;)

    Wenn man von Afro-Cuban spricht, meint man ja auch nicht, dass in Afrika und in Kuba dieselbe Musik gespielt würde.



    Das mit der Clave und dem Polyrhythmus hat sich erledigt zwischenzeitlich, oder? Für einen Polyrhythmus braucht es zwei gleichzeitig gespielt Figuren, und zwar zwei jeweils gleichmässige. Das heisst, die Clave einmal in 3-2 und einmal in 2-3 gleichzeitig gespielt ergeben NICHT einen klassischen Polyrhythmus. Es gibt zwar den wohl berühmtesten Polyrhythmus 3:2 resp. 2:3, bei dem 2 und 3 Schläge gegeneinander gespielt werden. Die ersten beiden Schläge sind gleichzeitig, und beide Grüppchen brauchen quasi gleich viel Zeit, bis sie wieder von vorne beginnen. ABER: Der 3-er-Teil muss triolisch sein, also alle 3 Schläge im selben Abstand, was beim 3-er-Teil der Claves NICHT der Fall ist. Kleiner, aber feiner Unterschied ☝️.

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