Wie haltet ihr es mit Produzenten?

  • Ein mit meiner Band Filux befreundeter Gitarrist und in den 1980er ausgebildeter Toningenieur hatte angeboten, unser letztes Demo (siehe Hörzone) neu abzumischen. Er hatte uns letztes Jahr schon live erlebt und ich gab ihm damals die Rohspuren vom Konzert. Leider hat es bis diesen Januar gedauert, bis ihn in seinem Homestudio besuchen konnten. Er hatte einen Mix fertig, allerdings lag dieser nicht mehr als Projekt in der DAW vor, sodass ich nicht nach Details und Einstellungen fragen konnte. Das war nicht so schlimm, da mir es sowieso nicht so gefiel.

    Als er dann, wie oben erwähnt, anbot, unser Demo vom Februar zu remixen, hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Jedenfalls kopierte ich die einzelnen WAV-Spuren, um sie ihm bei der nächsten Probe zu geben. Kurz bevor ich losfahren wollte, erhielt ich die Nachricht, dass er doch nicht zur Probe kommen würde und nicht mehr abmischen wolle. Etwa eine Woche später rief er mich an und er erklärte mir u.a., dass er Probleme mit meiner Art zu trommeln hätte und er, wenn er einen Song öfters hören müsste, den Spaß verlieren würde. Ich möchte noch mal betonen, dass es sich hier um sein Angebot handelt und keine finanziell von uns vergütete Auftragsarbeit!

    Ok, dachte ich mir, kann er so sehen, aber, ich habe mir bei jedem Songs etwas gedacht und vor allem empfunden! Ich habe ja in verschiedenen Projekten auch im Studio getrommelt und habe keine Probleme mich unter zuordnen. Aber, bei eigener Musik, die ich zum Teil mit komponiert habe, sehe und fühle ich das anders!

    Mittlerweile habe ich ja einen Mix der vier Songs erstellt und diesen möchte er zu meiner Überraschung mastern. Am Telefon gestern konnte ich mir den Kommentar dann nicht verkneifen, ob meine Art der Interpretation unserer Songs für ihn weniger schlimm sei, als wenn er den kompletten Mix machen würde.

    Sollte ich in Zukunft weniger kritisch sein und ihn direkt bei der Aufnahme der nächsten Songs als Produzent machen lassen oder aber eine weitere Zusammenarbeit nicht eingehen, da er völlig anders das Schlagzeug haben möchte? Ich sollte noch erwähnen, dass seine Art sehr belehrend auf mich wirkte, er hat mehre Male betont, dass er seit vielen Jahren mit Profis schon gearbeitet habe.

    Langer Schwede, kurzer Finn:

    Wie haltet ihr es mit Produzenten gerade bei und mit euren eigenen Songs?

    Wer leichter glaubt, wird schwerer klug!

  • Sorry, wer nen Mix bearbeitet, ist noch lange kein Produzent. Produzent eurer Aufnahmen seid ihr in meinen Augen selbst, denn neben den Kompositionen stammen auch die Arrangements komplett von euch. Ein Produzent ist in meinen Augen jemand, der Aufnahmen finanziert und sich dann natürlich in den kreativen Prozess mit einbringen kann, um eure Aufnahme "marktkonform" zu machen.


    Er ist halt der Mann am Pult und somit reiner Dienstleister, und mit einer solchen Arbeitsweise

    Er hatte einen Mix fertig, allerdings lag dieser nicht mehr als Projekt in der DAW vor, sodass ich nicht nach Details und Einstellungen fragen konnte.

    disqualifiziert er sich für mich unmittelbar. Wer das Projekt von der Platte schmeißt, ehe die Band den Mix freigegeben hat, würde von mir kein zweites Mal engagiert. Und spätestens nach so einem Kommentar


    Etwa eine Woche später rief er mich an und er erklärte mir u.a., dass er Probleme mit meiner Art zu trommeln hätte und er, wenn er einen Song öfters hören müsste, den Spaß verlieren würde.

    stelle ich in Frage, ob der "Kollege" jemals auch nur auf 10 Meter an einen echten Profi herangekommen ist. Als Dienstleister muss man in der Lage sein, sein Ego auf die Seite zu schieben, ob nun Gage im Spiel ist oder nicht. Für mich klingt das nach einem in die Jahre gekommenen Selbstdarsteller, der sich selbst einen Mythos seiner erfolgreichen Vergangenheit gebastelt hat. Ich glaube, die meisten von uns sind solchen Typen schon begegnet.


    Langer Schwede, kurzer Finn:

    Mach in Zukunft nen weiten Bogen um den Herrn.

  • … Aussagen über „die Art“ (zu trommeln), die einer anderen Person nicht gefällt, sind in den allermeisten Fällen direkt in die Tonne zu kloppen.

    Unser aller Lebenszeit ist zu kurz um sich mit den Dauernörglern abzugeben, suche einen anderen der konstruktiv arbeitet.

    Relevanter ist vielleicht auch, wie ihr vertraglich zueinander steht: ist das alles mündlich, was sagen die anderen Bandmitglieder…? Gibt es klare Regelungen?

    Auf Vertrauensbasis zu arbeiten ist super solange es klappt und alle „ein gutes Gefühl“ haben. Die nicht passende Art klingt leider anders.

    Kläre für dich: Aus welcher Motivation heraus hat er das angeboten und wann taucht der gute Freund des Typen auf, der zufällig auch trommeln kann?

  • Vertraglich ist da garnichts festgelegt und wird es auch nicht, weil es ja auch nicht um Geld geht. Das mit dem befreundeten Drummer ist ein interessanter Gedanke. :/

    Wer leichter glaubt, wird schwerer klug!

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