Suche Drumset für Bigband UND Jazz-Combo

  • Hallo zusammen,


    ich bin auf der Suche nach Empfehlungen für ein Drumset, das ich sowohl in einer Bigband als auch in einer Jazz-Combo (Quartett plus Sängerin) einsetzen kann. Ich bin grundsätzlich ein fortgeschrittener Drummer, habe aber einige Jahre nicht gespielt und bin jetzt wieder trommelnd unterwegs.


    Ich suche ein eher kompaktes Set (Bassdrum, 1 Hängetom, Standtom, Hihat, 1 Crash, 1 Ride - Snaredrum ist vorhanden) mit warmem Sound und feiner Ansprache, das für kleinere Combo-Gigs gut funktioniert und nicht zu laut wird, andererseits aber auch in der Bigband (mikrofoniert) ordentlich Druck macht.


    Hat jemand Empfehlungen?


    Ich bin für jeden Hinweis dankbar!


    Viele Grüße,

    Ben

  • Gretsch Catalina Club 20BD/12T/14FT/14SD Sahara Sparkle | 73632
    Das Set besteht aus:- 20x14 Bass Drum- 12x8 Tom Tom- 14x14 Floortom- 14x5,5 Snare Drum- inkl. Tomhalter- Vintage-Sound und moderne Konstruktion- 7-lagige…
    musik-meisinger.de


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    (oder halt die Bop-Konfiguration mit 18" BD, je nach Bedarf/Gusto)


    Wie ist denn so dein Preislimit?


    VG Johnny

    "Das Leben ist nicht immer nur Pommes und Disco" (Christian Steiffen)

  • Neu oder gebraucht?


    Der Gebrauchtmarkt ist eigentlich sehr groß und wenn man jetzt nicht zwingend eine bestimmte Farbe will, dann gibt es da gutes Zeug zu vernünftigen Preisen zu kaufen.


    Unter kompakt würde ich jetzt auch, wie der Vorredner, eine 20" Bassdrum plus 12,14 Toms empfehlen. Das sind so die Standardgrößen.


    Bei den Becken gibt's von jedem Hersteller was passendes. Da ist letztlich der Geldbeutel entscheidend.


    Wenn Du uns dein Einzugsgebiet verrätst, kann man auch mal in den Kleinanzeigen kucken, ob es aktuell was hübsches gibt.

  • oder halt die Bop-Konfiguration mit 18" BD

    Mein erster Gedanke war, bloß keine 18" Bassdrum. Die Dinger sind transportfreundlich, keine Frage. Aber ohne Mikrofonierung kommst du gegen eine Bigband nicht durch. Da aber erfahrungsgemäß nicht jede Bigband jeden Gig mikrofoniert, und Proben ja auch stattfinden müssen, sollte genug Hubraum vorhanden sein. Hans Dekker von der WDR-Bigband schrieb mal irgendwo, er habe bei seinem DW- Dienstset 20" und 22" zur Auswahl, je nach Anforderung. Mit diesen Größen sollte sich also arbeiten lassen.


    Meine persönliche Wahl wäre eine 22x14 (maximal 22x16). Für mich noch ausreichend transportabel, klanglich aber mächtig genug für alles, was ich sobrauch. Der Hersteller oder gar das Holz wäre mir eher egal, viele Mütter haben schöne Töchter. Der passende Sound entsteht eh durch die richtigen Felle gepaart mit guter Stimmung.

    Ein Gretsch Catalina kann man nehmen, allerdings ist ein 12er Tom mit nur 5 Stimmschrauben ungewohnt zu stimmen. Und bei den günstigen Drumserien ist häufig die mitgelieferte Snare ein Schwachpunkt. Gerade bei jazzigem Kontext muss eine Snare aber in allen Dynamiken überzeugen.


    Ansonsten schließe ich mich Fl0gging an, 20, 12. 14 (und schöne Snare dazu) kann man ziemlich universell einsetzen. Für konkrete Empfehlungen wäre noch ein Gesamtbudget hilfreich.

    Hihat, 1 Crash, 1 Ride

    Keinesfalls im vorkonfigurierten Set kaufen!!! Die bestehen dann nämlich i.d.R. aus 14" Hihat, nem kleinen 16" Crash und nem 20" Ride. Total kann zwar ein Anfänger damit erst mal spielen, was im Lehrbuch steht, Musik macht man damit aber nicht. Für Bigband würde ich zudem über ein Extrabecken nachdenken, da sollte man schon 1 Ride, 1 großes und ein kleineres Crash haben.


    gut funktioniert und nicht zu laut wird

    Da, mein Lieber, ist nicht das Drumset verantwortlich, sondern alleine der Drummer 😉

  • das verlinkte Gretsch Catalina ist super (oder anderes Finish: klick, klick ) insbesondere wenn du eine Snare schon hast. Dann kannst du die oft kritisierte Setsnare ignorieren.

    22" sind mir in der Combo zu mächtig, genauso 16" Floortoms. 10" sind mir in der Bigband zu klein. 18" BD kann funktionieren. 20 BD/12TT/14FT ist perfekt.

    Becken mag ich 14" HiHat (mittelleicht, nicht zu dünn, sonst unhörbar in der Bigband), 18" Crash (sehr dünn, ggf. auch als feines Ride verwendbar) und 21" oder 22" Ride (mittelleicht, siehe HiHat). Die Becken würde ich gebraucht zusammensuchen und dafür was besseres nehmen.


    Und immer dran denken: außer dir ist allen egal, was du spielst ;)


    Edit: falls Geld keine Rolle spielt: whoa!

    2 Mal editiert, zuletzt von Daniel S ()

  • Vorsicht beim 14"x12" Standtom, das sieht nicht nur aus wie ein Hängetom auf Stelzen - es ist auch eins. :Q

    Für Leute, die nicht extrem niedrig sitzen, kann die Aufbauhöhe u.U. zur Herausforderung werden.

    Für mich sind schon 14" tiefe Standtoms grenzwertig.

  • Vom Stil und den Kesselgrössen könnte ein Pearl President gut in das Konzept passen - das nötige Kapital und den Willen etwas Neues zu kaufen vorausgesetzt.


    Pearl President Deluxe 20" Oc.Ripple
    Pearl President Deluxe, 75th Anniversary Drum Set, Limited Edition, Farbe: Ocean Ripple, 6-lagige / 7,5mm Lauan (Mahagoni) Kessel, Konfiguration: 20"x14" Bass…
    www.thomannmusic.ch


    Keine Ahnung wie es klingt, aber optisch sehr ansprechend. :love:

    Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher. - Albert Einstein

    Meine Lieblinge: Schattinho's Arsenal...

  • wo ist denn ein 14x12 Floortom?

    In diesem Fred bleistiftsweise beim Sonor Vintage, nachdem ja zuvor von 20 12 14 gesprochen wurde.
    Flache Standtoms gibts jedenfalls viel zu häufig. Ich verstehe den Sinn dahinter nicht.
    Natürlich ist das auch alles Geschmacksache. Ich finde, man kann auch mit 22 13 16 wunderbar in einer Jazzcombo spielen

    Das ist fein beobachtet!

  • Am Ende sollten es Kessel sein, die sowohl mit hoher, resonanter Stimmung für die Combo als auch etwas tieferer und ggf. anderen Fellen für die Bigband zurechtkommen. Das Kit sollte also vor allem gute Hardware und eine saubere Verarbeitung besitzen.
    20/12/16 wäre ein guter Kompromiss, optional noch mit 14" Floortom dazu, dann kannst du je nach Aufgabengebiet wechseln.

    Bigband habe ich schon mit meinem Mapex Saturn in 22/10/16 gespielt, das würde ich aber niemals für die Combo einpacken.
    Mein Gretsch New Classic in 18/12/14 (Gußspannreifen) hatte ich für beide Anlässe schon dabei, für Combo natürlich super, in der Bigband dann zu schwach um die Kick sowie die Floortom, wenn es um Songs mit mehr Wumms ging.

    Einen guten Kompromiss hatte ich bisher z.B. mit einem alten Sonor Phonic (20/13/16). Die Sind halt sackeschwer und beim Transport nicht so angenehm wie ein leichteres Catalina. Wenn man dann noch bereit ist, optisch Abstriche zu machen und ein etwas aus der Zeit gefallenes Finish nimmt, bekommt man die Dinger eigentlich recht preiswert.




  • Tja, also ich oute mich als Fan von flacheren (Stand)Toms. :)

    Mein Sonor hat ein 14x13er und bei meiner alten Pearl-Rockschlampe hatte ich das 16x16er sogar mal auf 16x14 gekürzt. Zum einen mag ich generell flachere Aufbauten, zum anderen auch den etwas perkussiveren/"knalligeren" Sound. Die bessere Transportabilität ist noch ein zusätzlicher Bonus.


    Kommt aber natürlich auch Immer alles auf die persönlichen Vorlieben an - wenn man jetzt tiefe, grollende Tom-Sounds bzw. "Bonzo-Sound" bevorzugt, man 2 Meter groß ist o.ä. ist das natürlich eher nix.


    VG Johnny

    "Das Leben ist nicht immer nur Pommes und Disco" (Christian Steiffen)

    3 Mal editiert, zuletzt von Johnny B Goode ()

  • Ich finde, man kann auch mit 22 13 16 wunderbar in einer Jazzcombo spielen

    +1

    Ansonsten geht der Trend mal wieder dahin, dass im Grunde jeder das empfielt (oder davon abrät), womit er selbst Erfahrung hat. Somit hast du zumindest schon eine Erkenntnis: vieles funktioniert, wenn man weiß wie ;)


    Meine Empfehlung wäre eine andere Herangehensweise. Such dir ein komplettes Setup nach Gusto und Budget raus, das dir gefallen würde, und frag uns dann, ob man damit Bigband und Combo abdecken kann, oder ob es ernsthafte Einwände dagegen gäbe. Denn für Empfehlungen ist der Markt einfach zu groß, und die allermeisten Hersteller und Sets unterschiedlicher Qualitätsstufen wurden schon auf Bühnen gesichtet, ohne dass der Schutzpatron der Schlagzeuger und Tontechniker hätte einschreiten müssen. Es ist so verdammt viel möglich, wenn man will.


    Zur Kostenkalkulation, und weils schon mehrfach genannt wurde: beim Gretsch Catalina und anderen günstigen Serien ist die Snare nicht so dolle, da braucht's mit hoher Wahrscheinlichkeit ne Alternative dazu. Auch nen Satz Schlagfelle würde ich immer kalkulieren, denn nicht immer entsprechen die Werksfelle dem eigenen Geschmack, und bei billigen Sets sind sie häufig einfach schlecht. Bei Becken kann man statt bei den "Großen Vier" (Zildjian, Sabian, Paiste, Meinl) bei weniger bekannten Brands schauen, dort bekommt man schon für vergleichsweise wenig Geld tollen Sound (z.B. Zultan, Masterwork...). Und nen guten Hocker nicht vergessen. Viele kaufen sich zum neuen Set dann so ein Klapperstühlchen, da kann man sich eigentlich nur wundern. Es gibt exakt ein Teil am Schlagzeug, welches man ständig nutzt, das ist der Stuhl. Nen guten Stuhl bekommt man aber kaum für 100 Euro oder darunter.


    Edit: ach ja, früher hätte ich gesagt, eher dünne Kessel in Standardmaßen, aber seit ich letztens auf Hochi 's neues Signature aus den 80ern hauen durfte, weiß ich, dass auch die Dinger super dynamisch und feinfühlig zu spielen gehen, und das sind glaub ich die größten und schwersten Kessel, die je gebaut wurden.

  • Zur Kostenkalkulation, und weils schon mehrfach genannt wurde: beim Gretsch Catalina und anderen günstigen Serien ist die Snare nicht so dolle, da braucht's mit hoher Wahrscheinlichkeit ne Alternative dazu.


    Naja, er schrieb ja im Ausgangspost, dass er bereits eine Snare habe...

    "Das Leben ist nicht immer nur Pommes und Disco" (Christian Steiffen)

  • Irgendein Mittelklasse 20-12-14er Set von einem bekannten Hersteller und dann passt das. Ob das nun Yamaha Stage Custom, Gretsch Catalina, Tama Superstar oder Mapex oder Pearl oder oder oder ist, ist echt wumpe. Ambassador coated o.ä. als Felle drauf (Damit man Spielrum Klang hat (Dämpfen/nicht dämpfen)) für den warmen Klang und fertig ist die Kiste.

    Bei Becken - da sind die Geschmäcker sehr verschieden - und auch die Budgets. Kommt also drauf an, ob man z.B. warm und trocken ober eher brillianter und höher im Klang mag und natürlich wieviel Kohle man ausgeben kann. Tipps für Becken sind über die Suchfunktion zuhauf zu finden. Zu empfehlen bei begrenztem Budget sind türkische Hersteller wie z.B. Turkish, Masterwork, Anantolian usw. (Achtung: Istanbul Agop/Mehmet ist eine deutlich höhere Preiskategorie!)

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • Von Billo-Neuware würde ich in jedem Fall die Finger lassen.

    Das derzeitige Catalina Club aus dem Link ist ein absolutes Rotstift-Instrument mit billigster Verarbeitung.
    Die Snare ist nix, die Felle sind nix, die Tomaufhängung ist nix.

    Natürlich kann man damit wunderbar spielen - das liegt daran, dass man mit nahezu jedem Schlagzeug wunderbar spielen kann.
    Es rollen tagtäglich hunderte Trommeln in China vom Fließband. Wer braucht diesen ganzen Müll?

    Alle reden immer von Nachhaltigkeit - hier könnte man als Musiker mal ansetzen.

    Neuware ist dann geil, wenn man genauestens weiß, was man will, pro Trommel im Schnitt 1000 € parat hat und Nägel mit Köpfen machen will.

    Ansonsten würde ich IMMER gebraucht kaufen.

    Das ist fein beobachtet!

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