Paiste wird neue 602 Serie auf der Namm vorstellen!

  • Interessant. Dann sind die Angaben auf der Herstellerwebsite von wegen "medium top/medium bottom" auch für die Katz. Eine 14" Traditional Medium Light Hi-Hat kommt auf etwa 926/1223 Gramm (Quelle: mycymbal.com) - der Hersteller meint: "medium thin top/heavy bottom". :wacko:


    Blickt da jemand durch? Ich nicht.


    Jedenfalls finde ich es schön, dass die 602 HH nicht schwerer geworden ist. :)

    Das ist fein beobachtet!

  • Mal ein kurzes Wort zu dem Gehampel mit der Legierung: Ich denke, das ist alles künstliche Mythenerzeugung.


    Erstens. Wenn man die Zusammensetzung einer Legierung "vergessen" hat (was in einer vernünftig organisierten Firma, zumal in der Schweiz, nicht passieren sollte), dann macht man eine Messung, und dann weiss man sie wieder. So eine Messung ist Standardmaßig problemlos möglich. Ich mache sowas in meinem Institut in wenigen Minuten.


    Zweitens. Es ist kompletter Unsinn zu behaupten, es hätte keine Firmen gegeben, die die passenden Legierungen machen würden. Giessereien machen Legierungen nach Auftrag. Punkt. Die Zusammensetzungen werden von der Bestellung des Kunden bestimmt und nicht nach eigenem Ermessen. Die Herstellung von B20-Legierungen, auch mit geheimnissvollen Zusätzen wie "Spuren von Silber" und sonstigem mystifizierenden Unsinn sind absolute Standardverfahren, für die man weder besondere Kenntnis, Ausrüstung noch Erfahrung braucht. Rohmaterialien (also Elemente wie Cu und Sn) sind in beliebiger Reinheit auf dem Weltmarkt erhältlich, wobei höherere Reinheiten einfach nur teurer, aber nicht schwerer zu bekommen sind. Glaubt hier wirklich jemand, dass wenn eine grosse Firma wie Paiste eine bestimmte Legierung abnehmen will, dann würde irgendeine Giesserei ablehnen mit dem Hinweis, man mache leider nur mit 2% mehr Zinn und ausserdem ohne Silber? Da lachen ja die Hühner!

  • Ich habe mir gerade die Sounds mal angehört - alle sehr schön und nett, aber klanglich irgendwie nicht anders als all die anderen türkischen B20 Blechscheiben (I./M.Diril, Samsun, Masterwork......).
    Einfach nur eine Firma mehr, die auf den schneller werdenden B20 Zug aufspringt (und das seltsamerweise nach Jahrzehnten der Abstinenz von diesem Material).
    Wie auch Meinl wird Paiste billigst die Rohscheiben in der Türkei (irgendeine kleine Schmiede wird es da immer geben, die solche Aufträge gerne übernimmt (welche ist da eigentlich egal)) gießen, vllt auch gleich noch die Rohdengeleien miterledigen lassen und den "Endschliff" dann in der Schweiz vornehmen ("Made in Switzerland" macht sich immer noch gut).
    Dann kommt das Paiste Logo drauf und eine hochpreisige (weil hochpreisig ist immer gut fürs Image) UVP-Preisliste wird erstellt - den Rest macht dann die Marketingabteilung und das, scheinbar latent vorliegende, Nostalgiebedürfnis der Menschen (s. auch VW Beetle, Fiat CinqoCento,....) - fertig ist die neue, teure Traumserie!!


    Sorry fürs Entglorifizieren, aber so ist nun mal meine Meinung - ich kaufe lieber direkt von einer türkischen Firma, wenn ich gute B20 Becken haben will und spare dabei viel Geld, habe allerdings auch weniger Image am Set hängen - aber das hört man beim Spielen ja glücklicherweise nicht :D


    P.S. Den Beitrag von <Two> fand ich übrigens auch sehr gut und kann das, aus chemisch/physikalischer Sicht, nur bestätigen - alle Becken"köche" kochen letztendlich mit dem gleichen "Wasser".

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  • Die Twenty-Serie besteht ebenfalls aus B20. Für mich gibt es nicht DEN B20-Sound.
    Es gibt bei den türkischen Herstellern, die B20 benutzen, sehr,sehr unterschiedliche
    Sounds. Das reicht vom samtig bis harsch. Und die Giant Beats aus B 8 kommen
    auch recht weich daher. Der entscheidende Punkt ist die Verarbeitung. Und da gibt
    es schon Unterscheide bei den Herstellern. Und klar, die teuersten müssen nicht
    die besten sein. Ich sollte besser sagen, die, die mir am besten gefallen. Ich kann
    für mich auch keine Regel erkennen. Die unverschämt teuren Paiste Traditionals
    gefallen mir oft sehr gut, genau so wie einiges aus der Zildjian Constantinople-
    Serie. Und dann gibt es Becken von Ibrahim Diril, Agop und auch eines von Orion (!),
    die mir genau so gut gefallen und locker die Hälfte weniger kosten. Einen Zusammen-
    hang zwischen Preis und Qualität kann ich nicht erkennen.


    fwdrums



    Btw.: Die HH aus obigem Soundbeispiel gefällt mir sehr gut. B 20 halt. :)

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Zitat

    Dann kommt das Paiste Logo drauf und eine hochpreisige (weil hochpreisig ist immer gut fürs Image) UVP-Preisliste wird erstellt - den Rest macht dann die Marketingabteilung und das, scheinbar latent vorliegende, Nostalgiebedürfnis der Menschen (s. auch VW Beetle, Fiat CinqoCento,....) - fertig ist die neue, teure Traumserie!!


    Da tust du den Paiste Leuten Unrecht. Die haben das Original wieder aufgelegt, bei den von dir aufgezeigten Auto Beispielen handelt es sich Retro Kopien, welche nur vom Namen und von der Optik etwas mit dem Original zu tun haben.


    Marketingmäßig auf jeden Fall ein kluger Schachzug die alte 602 Serie wieder aufleben zu lassen. Die HiHats und Crash Becken dieser Serie klangen schon immer superb, auch hatte Paiste schon damals irgendwie den Bogen raus, praktisch ein Becken wie das andere klingen zu lassen.


    Auf deutsch, der Griff ins Klo ist bei der 602 Serie wesentlich geringer als z.B. bei der ähnlich teueren Zildjian K Serie.

  • fwdrums: Stimmt, die Twenty Serie hatte ich ganz vergessen, aber die ist ja auch erst seit ein paar Jährchen auf dem Markt (und war da nicht irgendwas mit Dirl??) - aber davor gab es ca. 30 Jahre B20-Enthaltsamkeit bei Paiste.
    Und stimmt, nicht alles was aus hochwertiger B8 oder B20 (oder mittlerweile auch B10, B12 und B15) Bronze ist, ist automatisch gut oder schlecht - natürlich rein subjektiv gesehen.
    Der Preisunterschied ist da wirklich noch der geringste, nutzbare Bewertungsmaßstab.

  • .....
    Da tust du den Paiste Leuten Unrecht. Die haben das Original wieder aufgelegt, bei den von dir aufgezeigten Auto Beispielen handelt es sich Retro Kopien, welche nur vom Namen und von der Optik etwas mit dem Original zu tun haben.
    ......


    Naja, so wie ich oben lesen konnte ist zumindestens das Gewichtsverhältnis des Top zum Bottom bei der neuen 602 HiHat auch etwas anders, als beim Ur-Original (Hochis HiHat, alt: 862/998 Gramm, Herr Vogelmann, neu: 834/ 1004 Gramm und die Konstanz auch nicht so exakt: Schlagsaite: Top: 810 gr, Bottom: 1010 gr).
    OK, das ist natürlich eher marginal - aber der Unterschied ist schon vorhanden (scheinbar auch bei den neuen HiHats untereinander).
    Aber grundsätzlich habe ich sowieso das Gefühl, dass B20 Bronze Becken schon schwerer, immer exakt gleich, zu reproduzieren sind, als z.B. B8 Becken.


    P.S. Wie gesagt, die Becken aus den Klangbeispielen gefielen mir auch durchaus sehr gut, aber angesichts des zu erwartenden hohen Preises nicht sooooo viel besser, als die preiswerteren Becken anderer türkischen Beckenschmieden - nur das wollte ich angemerkt haben.

    Einmal editiert, zuletzt von Hammu ()

  • Genau DAS ist der Unterschied von Paiste zu anderen Herstellern - da klingt ein Becken wie das andere. Wenn ich
    meinen Sound bei Paiste gefunden habe, kann ich blind nachkaufen, dass neue Becken wird wie das alte klingen.

    Grüße,


    De' Maddin Set
    ________________________________


    Dängdäng-Dängdäng-Dängdäng
    Bababababaaa-baba - Brack........Meet you all the way....dadadab...usw.

  • Genau DAS ist der Unterschied von Paiste zu anderen Herstellern - da klingt ein Becken wie das andere. Wenn ich
    meinen Sound bei Paiste gefunden habe, kann ich blind nachkaufen, dass neue Becken wird wie das alte klingen.


    Sorry, aber das glaube ich bei den B20 Becken nicht, denn grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass B20 Bronze Becken schon schwerer, immer exakt gleich, zu reproduzieren sind, als z.B. B8 Becken.
    Aber in 20 Jahren, wenn es die Serie solange gibt (was in der schnelllebigen Zeit heute eher nicht der Fall sein wird) wissen wir dann hoffentlich mehr, wenn der eine oder andere mal ein Becken nachkaufen mußte. ;)

  • Naja, so wie ich oben lesen konnte ist zumindestens das Gewichtsverhältnis des Top zum Bottom bei der neuen 602 HiHat auch etwas anders, als beim Ur-Original (Hochis HiHat, alt: 862/998 Gramm, Herr Vogelmann, neu: 834/ 1004 Gramm und die Konstanz auch nicht so exakt: Schlagsaite: Top: 810 gr, Bottom: 1010 gr).


    hochis original wird nicht wegen 52g respektive 12g gewichtsunterschied (lächerlich) anders klingen als ein neues, sondern durch die materialalterung, welche becken meist geschmeidiger und weniger spitz klingen lässt ....ich hatte mal zwei 2002 crashes, eines 20 jahre alt, eines neu ... zwei komplett unterschiedlihe becken ...manch einer versucht sowas ja sogar durch verbuddeln im garten zu beschleunigen ... ich bezweifel aber, dass man das "aging" dadurch erreichen kann

    now, this little number is in thirteen. it's subdivided 5 8 and 4 4, if you wanna clap your hands: one two one two three one two three four .... pretty good! FZ (1940 - 1993)
    Mein Spielzeug im Einsatz Hueni for Sale

    Einmal editiert, zuletzt von hueni ()

  • Naja, so wie ich oben lesen konnte ist zumindestens das Gewichtsverhältnis des Top zum Bottom bei der neuen 602 HiHat auch etwas anders, als beim Ur-Original (Hochis HiHat, alt: 862/998 Gramm, Herr Vogelmann, neu: 834/ 1004 Gramm und die Konstanz auch nicht so exakt: Schlagsaite: Top: 810 gr, Bottom: 1010 gr).
    OK, das ist natürlich eher marginal - aber der Unterschied ist schon vorhanden (scheinbar auch bei den neuen HiHats untereinander).

    Da möchte ich einwerfen: Mein Exemplar von 1977 würde demnach vom Gewicht her aus dem Rahmen fallen: Top 915 gr., Bottom 1007 gr.
    Scheinbar gab es also auch damals schon Abweichungen. Die Differenzen von Top und Bottom sind aber bei den bisher genannten Fällen bei den älteren tatsächlich geringer. Aber ich vermute, dass es auch da, damals genau wie heute, Unterschiede gibt.

  • Auf deutsch, der Griff ins Klo ist bei der 602 Serie wesentlich geringer als z.B. bei der ähnlich teueren Zildjian K Serie.


    Da sagt er (Hilite freak) was...


    Ich habe schon sehr oft wunderbar klingende Becken gehört, und das waren meistens die mit dem "K" drauf.


    Andererseits habe ich ich auch schon häufig Becken mit dem "K" gesehen, da hätte ich Stein und Bein geschworen: "Das ist kein Jim Beam!"


    .

    Schöne Grüße - Rainer K. aus B. an der W.

  • alle Becken"köche" kochen letztendlich mit dem gleichen "Wasser".


    Der entscheidende Punkt ist die Verarbeitung


    Genau DAS ist der Unterschied von Paiste zu anderen Herstellern - da klingt ein Becken wie das andere.


    Hallo,


    es gibt in der Tat Gründe, warum manche Becken teurer sind und das hat mit dem Material eher wenig zu tun, alle verwenden Bronze (von Messing, Nickelsilber und Konsorten reden wir jetzt mal nicht).
    Hier wird viel zu sehr Materialfetischismus betrieben, im Bereich Bronze von Sabian werbetaktisch optimal geschürt: die haben eine Serie für Anfänger, die gruselig klingt und stolz "B8" heißt. Alle anderen (brauchbaren) Becken von Sabian sind dann aus B 20. Und schon ist das Gerücht da. Dass die 2002er von Paiste sogar wiederaufgelegt werden mussten (ja, sie mussten) und sich eines riesigen Erfolges freuen dürfen, liegt bestimmt nicht am Material. Das sieht man auch und man hört es auch.
    Bei 602 ist das genauso.


    Es gibt im Wesentlichen zwei Konsumenten: der eine sucht den heiligen Gral und holt sich jedes Überraschungsei, der andere bestellt gerne das, was im Prospekt (es gibt doch tatsächlich (jedenfalls einen) Hersteller, der/die seit Jahrzehnten aussagekräftige Prospekte herstellen) steht und so ungefähr genau klingt es dann auch. Das ist die Genauigkeit in der Bearbeitung und die Endkontrolle, die ihren Namen verdient. Man bekommt, was man bestellt. Das ist Schweizer Beckenmanufaktur. Dass die überirdisch mit Tageslicht und zu zivilen Bedingungen erfolgt, ist ein weiterer angenehmer Nebeneffekt.


    Diese neue Mode, Becken nach Gewicht zu bestellen, ist eine armselige Krücke.
    Ein echter traditioneller Hersteller hat eine Speisekarte, wo darauf steht, wie das Becken klingt und wofür es gut ist. Das schafft natürlich der einsame Handwerker in seiner Schmiede mit seinen Cousins im Morgenland nicht. Und deshalb fertigt er auch Überraschungseier. Er weiß vielleicht, wie die klingen, der Kunde weiß es, nachdem er sie gekauft hat.
    Bei Paiste war und ist das umgekehrt. Das ist für manche Leute langweilig, für andere verlässlich und beruhigend.
    Wenn ich morgen im Lotto gewänne, dann könnte ich mir meinen Beckensatz praktisch doppeln lassen. Wenn ich das beim Handwerker weit weg haben wollte, müsste ich meinen Park dort hin bringen, damit er sie nachdengelt. Die Gewichtsangabe wird nicht reichen, in einem 20g-Brief kann eine Liebeserklärung oder auch die Wohnungskündigung versteckt sein.


    Dass Fremdarbeit nicht unbedingt dauerhaft erfolgreich ist, mussten Paiste und Meinl bei ihrem (Wieder-) einstieg in die B-20-Produktion lernen. Ich glaube nicht, dass man aus den Fehlern nicht gelernt hat.
    Da bei Paiste die Becken so klingen, wie es auf dem Papier steht, ist es bei der Wiederauflage auch gar nicht möglich, da etwas anderes zu basteln, als das, mit dem man berühmt und begehrt geworden ist.
    Dass neue Becken anders klingen als alte, sollte man nachvollziehen können, über die Gründe gibt es verschiedene Spekulationen, die Wahrheit ist, dass wir alle altern, auch unsere Becken, selbst wenn sie aus dem gleichen Material und der gleichen Mutter sind.


    Grüße
    Jürgen


    PS
    Ganz identisch klingen Paiste Becken aber auch nicht.

  • Daß Paiste-Becken gleichen Typs gleich klingen, dachte ich auch immer,
    bis ich auf der Mume 2009 drei 18er Twnety Chinas anspielte. Die unter-
    schieden sich schon deutlich. Die Streuung war bei weitem nicht so breit
    wie z. B. bei Bosphorus oder Istanbul Agop, aber viel größer, als ich es
    für Paiste erwartete. Ich habe ein 20er Trad Swish, das hervorragend
    klingt, aber auch ziemlich anders als ein anderes, das ich gehört habe.
    Der Paiste-Ruf bestätigte sich für mich bei den Signatures. Ich hatte
    einige gleichen Typs in Gebrauch und die klangen "gleich".


    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

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