Ein paar Fragen eines Linkshänders

  • Hallöchen,


    ich hatte gestern mit meiner Band eine Diskussion bezüglich meiner Setumstellung für einen Linkshänder.
    Ich habe einige Jahre als Rechtshänder gespielt und nun will ich, da es mir leichter fällt und ich eben ein Linkshänder bin, bei der Umstellung bleiben.


    Meinen Bandkollegen hat das gar nicht gepasst.
    Klar, ich brauche Zeit, bis ich das, was ich konnte, wieder drauf habe. Das ist allerdings das kleinere Problem. ;)


    Wirkliche Sorgen macht denen, dass ich bei Auftritten, wo mehrere Bands spielen, das Set umstellen muss.
    Sie meinen, ich müsse den Tontechniker extra bezahlen, weil er das Set dann neu mikrofonieren muss. o.o
    Erwähnt wurde auch, dass nicht jeder Tontechniker auf sowas Lust hat und wenn mehrere Bands für Liveauftritte gesucht werden, sie bei uns sagen: "Ach, ihr habt ja den Linkshänder als Drummer? Euch brauchen wir an diesem Abend nicht."


    Klingt das realistisch?


    Ich habe das Set hauptsächlich deshalb umgestellt, weil ich probieren wollte, wie das Spielgefühl spiegelverkehrt ist...
    Und ich muss sagen, dass ich mir deutlich leichter damit tue. Fills und so wollen zwar noch nicht so wirklich wie ich es will und auch mein linker Fuß braucht noch etwas Übung, aber das geht auf jeden Fall.
    Alleine wie ich die Hihat und das Ridebecken spiele, oder allgemein wie ich den Stick in der linken Hand halte... Fühlt sich deutlich besser an, als mit der rechten Hand die Becken zu spielen.


    Was sagt ihr zu der Situation? Habe ich mir selber ins Bein geschossen?
    Unserem Bassisten ist erst gestern aufgefallen, dass ich jetzt spiegelverkehrt spiele. :D


    Danke im Voraus,


    Schattenläufer

  • Mhhh
    1. Du solltest so spielen wie es sich für dich gut anfühlt
    2. Warum wieder wechseln wenn Du dich schon ans Rechtshänderset angepasst hast
    3. Wie es deine Bandkollegen sehen ist es zwar etwas schwarz gemalt, aber so ganz von der Hand zu weißen sind die Argumente nicht
    4. Warum nicht open-handed am Rechtshänderset?


    wie heiß es Neudeutsch so schön: my2cents oder imho (wie ich das hasse!)

    Einmal editiert, zuletzt von KC ()

  • Du kannst Dich ja auch mal mit der "Zwischenstation" Open Handed befassen, das wäre dann die Möglichkeit als Linkshänder mit Rechtshändersets zu spielen - der rechte Fuß müßte dann auch nicht getauscht werden.
    Oder die große Nobel-Lösung, das rechtshändische beibehalten, das Linkshändische zusätzlich draufschaffen und bei Bedarf sowohl als auch zu spielen - da gibt es auch recht nette Spielchen für die Unabhängigkeit...
    Sprich: wenn Du bestimmen kannst, dann bist Du Linkshänder, wenn ein Set vorgegeben ist, dann spielst Du "rechtsrum" mit Open Handed.


    Ansonsten ist das Kokolores von Deinen Kollegen, was wäre gewesen, wenn Du gleich als Linkshänder gespielt hättest, hätten die Dich dann nicht genommen?

    ..."meine" Musik: Jazz (Big Band bis Free), brasil. Musik, Avantgarde, hin+wieder Klassik ->am Drumset, an den Percussions, am Schlagwerk

  • Ich bin auch Linkshänder - und zwar so, dass ich eben auch Linkshänder-Gitarren und -Bässe spiele.


    Mein Drumset ist im Prinzip wie für Rechtshänder aufgebaut, da ich open handed spiele. Meine HiHat liegt etwas tiefer, als das Rechtshänder gewohnt sind, aber ich würde auch davon abraten, das Set umzudrehen...
    Open handed hat sowieso eine Reihe von Vorteilen ;-)

  • Probier doch mal Ride und Hi-Hat zu vertauschen und lass sonst Alles "normal" aufgebaut. Scheint mir nach deiner Beschreibung sinnvoll, oder zumindest eine Überlegung wert.

  • Ich bin Linkshänder und mein Set ist sozusagen "gespiegelt" aufgebaut.


    Einen Tontechniker musste ich bisher noch nicht bezahlen. Und das Mikrofonieren ist auch nicht so wild. Ein Umbau dauert meist nicht mehr als 10 Minuten.
    Die Tontechniker die ich kenne werden nach Stunden bezahlt und nicht nach Anzahl der ausgerichteten Mikorofone :D


    Spiel so wie es gut für Dich ist und hör nicht auf deine Bandkollegen. Die reden Quatsch.

    Lies die FAQ und benutze die Suchfunktion!

  • also meine Kleinigkeit zu Deinem Problem wurde auch schon angesprochen. "Open handed" wäre auch mein Tip für Dich. Ride nach links über´s HiHat, oder neben das HiHat geht auch - ich komm damit wunderbar zurecht. zugegeben, ich bin rechtshänder, aber da ich als Roadie für einen OH-Linkshänder gearbeitet hab ist mir so ziemlich jede Art von Aufbau schon mal unter die Finger gekommen.
    Was die Fills etc angeht kann ich Dich verstehen - je nachdem welche Hand gerade führt kann das ein wenig anders klingen, sozusagen "nicht richtig", aber für mich wäre das eine Bereicherung, eben nicht genau so zu klingen wie die anderen :-)
    evtl reicht´s zur "vervollständigung" Deines Spiels schon wenn Du eine Floor tom auf jeder Seite von Dir stehen hast. Ich persönlich profitiere davon unheimlich weil ich nicht mehr an das "übliche Schema F" gebunden bin und spielen kann wie es grad meinen Händen danach ist.
    Lass Dich nicht beirren und probier einfach alles aus was Dir in den Sinn kommt, irgendwann hast Du DEINEN Aufbau auch gefunden :D

    Viel Feind´ - viel Ehr´ !

  • Becken, Hardware, Snare und Hängetoms selbst mitnehmen dann kannst du Backstage alles so vorbereiten wie es dir passt und brauchst es lediglich noch um die Floortom und Bassdrum zu verteilen ;)


  • Becken, Hardware, Snare und Hängetoms selbst mitnehmen dann kannst du Backstage alles so vorbereiten wie es dir passt und brauchst es lediglich noch um die Floortom und Bassdrum zu verteilen ;)


    Die Bassdrum und Floortom würd ich dann auch noch mitnehmen, damit der Rest auch zum Sound passt ;) Hmmm... dann musst du aber das ganze Set mitnehmen, was auch wieder blöd ist und Zeit kostet...egal :rolleyes:


    Im Ernst, lass o.g. sein! Bin zwar kein Linkshänder, aber versuchs wirklich mal mit Open Handed. Falls dir das nicht zusagt, dann stellst du dir dein Set einfach "linkshändertypisch"/"spielgelverkehrt" auf und fertig ist der Lack!
    Was die Anderen sagen kann dir dann egal sein, solange du bequem und ohne Beschwerden spielen kannst. Überrede den (Rechtshänder) Gitarristen dochmal sich die Lefthandgitarre umzuhängen und nen Gig zu spielen - der wird nie wieder nen dummen Spruch von sich geben ;)

  • Interessantes Thema...


    Ich bin ja eigentlich auch Linkshänder und habe viele Jahre lang mit einer Remote Cable Hihat gearbeitet. Da ich die Fußtechnik eines Rechthänders gespielt habe, hatte ich die Hihat auf der rechten Seite platziert, was man ganz gut mit der Cable HiHat realisieren konnte.Ich war sozusagen ein DrumZwitter :D


    Bei Gigs war das natürlich immer ein Problem, wenn es hieß, Drumset Sharing ist angesagt.


    Das ging soweit, dass wir sogar einige Male nach vorne gesetzt wurden und so viel früher spielen mussten als vorgesehen, weil der Techniker nur einmal den Umbau der Toms, Mikros usw haben wollte.


    Vor ca 7 Jahren hatte ich die Schnauze voll, da habe ich mich entschlossen, die Drums wie ein Rechtshänder zu spielen...


    Ok, die ersten Wochen war ich echt gefrustet, noch nicht einmal die simpelsten Grooves wollten mir richtig gelingen, aber nach einigen Wochen mehr groovte das schon ganz sauber.


    Mittlerweile spiele ich rechtshändig genauso gut wie linkshändig und wechsele auch gerne zwichen OpenHanded und Cross Handed.

    "Fills bring thrills but grooves pay bills"

  • Also ich bin ebenfalls "linkshänder" und spiele auch so.
    Meistens nehme ich deshalb mein Set zum Gig mit, was auch Vorteile hat.
    Ich muß mich nicht mit billiger Hardware (Ständer,Fußmaschinen) rumschlagen.


    Und wenn wir mal auf nen Stadtfest spielen wo sich der Aufbau "meines" Sets wirklich nicht lohnt , nehm ich nen Kumpel mit den mir beim Umbau zur Hand geht,
    dann ist die Kiste ruckzug umgebaut.


    Aber mach mach du mal wie DU das für richtig hälst, man kann ja so einiges probieren....

  • Hallo Schattenläufer,


    du sprichst da ein paar Punkte an, die mich genau so auch lange und viel beschäftigt haben und dies teilweise immernoch tun. Ich bin auch Linkshänder und habe vor 13 Jahren angefangen Schlagzeug zu spielen und konsequent und von Grund auf alles spiegelverkehrt gelernt. Seit zwei Jahren taste ich mich an einen Seitenwechsel heran und kann seit ca. nem halben Jahr halbwegs sicher auf der normalen Rechtshändervariante spielen. Für diesen aufwändigen Wechsel kamen mir günstige Bandsituationen (sprich Bandpausen) sehr entgegen. Ich weiß nicht, ob ich das sonst gedeichselt gekriegt hätte.
    Ein extrem positiver Nebeneffekt ist tatsächlich das unkomplizierte, gemeinsame Benutzen eines Sets mit mehreren Drummern. Sei es im Proberaum, auf der Bühne oder im Studio. Vorher, als ich noch umbauen musste, hatte ich selbst immer diese Gedanken: "Hoffentlich fall ich keinem zur Last. Hoffentlich weigert sich niemand, mich das Set umbauen zu lassen." Ich hatte aber (glücklicherweise) zu 100% immer das Glück, auf verständnisvolle Mitmusiker/Tontechniker/Konzertveranstalter zu treffen, die das komplett toleriert haben: "Öhm, übrigens, schonmal als Vorwarnung: Ich bin Linkshänder. Ich hoffe, wir kriegen das irgendwie hin, das Set in ner kurzen Pause umzubauen." - "Jo, kein Problem, dann ist das halt eben so. Dann müssen wir eben umbauen."
    Im Nachhinein würde ich jedem empfehlen, eine entsprechende Toleranz selbstbewusst einzufordern! Alles andere wäre Diskriminierung. Punkt.


    Trotzdem bereue ich den Seitenwechsel nicht, weil es andere unersetzbare Lernerfahrungen mit sich bringt. Aber kompliziertere Logistik ist definitiv kein Argument gegen Linksherum!


    Edit: Natürlich muss man hier und da Kompromisse eingehen, was zum Beispiel die Reihenfolge bei gemeinsamen Konzerten betrifft, oder einen erhöhten Mietpreis für den Proberaum, weil man sein eigenes Set reinstellen "muss". Aber eine grundsätzliche Ablehnung würde ich nicht akzeptieren.

    Einmal editiert, zuletzt von R_S_W ()

  • Meinen Bandkollegen hat das gar nicht gepasst.


    Das soll wohl ein schlechter Witz sein. Deine Bandkollegen geht es überhaupt nichts an, wie herum Du was spielst. Verlange mal von denen, daß sie ihre Eierschneider andersrum spielen, dann kapieren die es vielleicht.


    Frechheit. :cursing:

    Fight for the right to ride your Ride-Becken!

  • Becken, Hardware, Snare und Hängetoms selbst mitnehmen dann kannst du Backstage alles so vorbereiten wie es dir passt und brauchst es lediglich noch um die Floortom und Bassdrum zu verteilen ;)

    Hängetoms abbauen, neue Hängetoms aufbauen, neu mikrophonieren, neu einchecken,
    Hängetoms wieder abbauen, alte Hängetoms wieder aufbauen, neu mikrophonieren, neu einchecken...


    Da freun sich garantiert alle Beteiligten! ;-)

  • Danke für eure Antworten. :)
    Habe mich gefreut so viele Meinungen und Vorschläge zu lesen.


    Ich denke, dass ich es mit Open Handed probieren werde.


    Ich bin mir fast schon sicher, dass die Sache mit meinen Bandkollegen sonst noch eskaliert.


    Und ja, das war wirklich diskriminierend.


    Ich bin sowieso jemand, der Streit oder sonstigem lieber aus dem Weg geht, in dem ich einfach das Gelaber von anderen Personen hinnehme.


    Ich werde auf jeden Fall rumexperimentieren -> Open Handed und das Ride neben die Hihat stellen
    Mal schauen, wie ich damit zurecht komme. ;)


    Meine Erfahrungen damit werde ich euch in diesem Thread hoffentlich bald mitteilen können. :)

  • Hängetoms abbauen, neue Hängetoms aufbauen, neu mikrophonieren, neu einchecken,
    Hängetoms wieder abbauen, alte Hängetoms wieder aufbauen, neu mikrophonieren, neu einchecken...


    Da freun sich garantiert alle Beteiligten! ;-)



    Vom Zeitlichen her gesehen geht das sehr viel schneller als wenn du jeden Beckenständer und jedes Tom neu positionieren musst... Die Mikrophone neu justieren sollte ein guter Tontechniker wohl noch hinkriegen, bei der Snare muss er das auch machen... Ich hab es so auch schon geschafft vor den Gitarristen bereit zu sein...

  • Meine Meinung: Also das mit dem Umbau handhabe so wie es dir am besten gefällt. Wenn du weiter mit "rechts rum" gut zu fahren kommst, nimm das. Wenn du opened hand besser zurecht kommst nimm das und wenn DAS BESTE GEFÜHL für dich doch linksgedreht ist nimm das... IMHO KOMPROMISSLOS. So wie du dich am besten fühlst so spiele. MEINE persönliche Meinung.


    Zum einen finde ich die Auffassung deiner Bandkollegen (ohne sie zu kennen und nur danach zu urteilen was du geschrieben hast) ziemlich unter aller Sau. Wenn es wirklich so sein soll, daß es bei mehreren Bands bissel dauert, daß du dein Set umstellst, dann sollen sie dir halt zu Hand kommen. Es braucht doch nicht mehrere oder andere Mikrofone. Vielleicht bei den Overheads muß man bissel verschieben... aber mein Gott: wenn ihr eine Band seid, dann zieht ihr das gemeinsam durch. Und wenn ein Tontechniker dafür kein Verständnis hat... Ich habe bei mehreren Bands auch so gut es ging meinem "Nachfolger" beim Setaufbau geholfen. Soviel Tolleranz und Mitarbeit ist doch wirklich nicht zuviel verlangt.
    Also wenn deine Band wirklich so drauf ist wie du erzählst würde ich mir eine andere suchen. Das mögen die einen hier anders sehen, aber meine beste Leistung gebe ich wohl dann ab, wenn ich mich am Set am besten fühle.

  • Ich sehe es nicht wirklich als Problem, das Set umzubauen. Snare und Becken + Stative nimmt man ja eh selbst mit, und das Standtom nach recht bzw links zu stellen ist wirklich kein Aufwand. Fürs Racktom noch nen Snarestativ mit einpacken, dann geht das genausoschnell, wie sonst auch. Spiel so, wies für dich am besten passt, die Zeit muss auch und grade beim Gig sein.


    Du könntest dich auch, wie ja viele schon angesprochen haben, mit dem Openhanded Spiel befassen, das is vielleicht ein guter Kompromiss.

  • Hallo,


    welches Instrument und wie es gespielt wird, entscheidet der Spieler.


    Wenn man auf Veranstaltungen spielen will, wo alle über dieselbe Bude gehen (sollen),
    dann hat man eigentlich immer ein Problem, denn diese Buden sind meistens nicht
    das Optimale. Ich persönlich finde es auch ziemlich merkwürdig, wenn manche
    Gitarristen meinen, sie könnten nur auf ihrer Gitarre spielen, dass Schlagzeuger aber
    alle ganz flexibel sein müssten. Das verstößt gegen meine künstlerischen Grundsätze
    und ich behalte mir vor, je nach Laune, auf bestimmte Veranstaltungen oder Kapellen
    verzichten zu dürfen.


    Ich habe es schon erlebt, dass Beckenständer (Müllenium natürlich) nicht hoch genug
    auszufahren waren, das Becken zu stark schwang (dank minimaler Filze und unter-
    dimensionierter Hülse), die Bude komplett verstimmt war, die Bass Drum wie ein Papp-
    Karton klang (schön hoch geschraubt, keine Ahnung warum), Halterungen nicht hielten.
    Auch nicht vorhandene Hülsen, die man eben mal aus dem Notfallkoffer mit Klebeband
    modifizieren durfte oder die stets verstimmten Trommeln, die man nachstimmen darf,
    damit sie nur ein bisschen verstimmt sind sowie die abgenudelten Felle, die ohnehin
    etwas old school klingen, das sind alles Dinge, die eigentlich schlimmer sein sollten, als
    ein gutes Set eben mal anständig aufzubauen. Aber es gibt eben Musiker und Ignoranten,
    leider sind die Kulturbremsen auch unter Freizeitmusikanten weit verbreitet.
    Als Amateur, der dann noch nicht mal bezahlt wird, ist das grenzwertig und ich habe da
    auf Dauer keine Lust darauf.


    Ansonsten: ich bin Rechtshänder, spiele meistens open handed und habe das Ride-Becken
    rechts hängen.
    Am Übeset habe ich ein weiteres Ride links und eine weitere Hi-Hat rechts. Irgendwann
    hatte ich auch mal die RotoToms noch verkehrt herum aufgebaut. Die sind aber jetzt im
    Proberaum ("richtig" herum).


    Grüße
    Jürgen

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